Wie die Freude wieder in den Garten gelangte.

Hallo zusammen. Heute einmal ein Stimmungsfoto zu Beginn.

Genau, so ist meine Stimmung gerade, wenn ich in den Garten gehe oder aus ihm komme.

Es ist einfach eine Freude in mir.

Gestern und heute Sonne, Wärme und herrliche Herbstbilder im Garten. Und wie es im Leben eben so ist, spürt man Freude vielleicht um so intensiver, je unfreudiger die Tage waren, aus denen man kam. 
Wie ist es eigentlich bei euch im Garten? Klar, das altbekannte Thema der Dürre könnte man ansprechen. Wäre es nicht irgendwie mittlerweile durchgekaut und wohl auch erst mal passé. 
Ja! Auch bei uns hat es geregnet. Etwa 25 Liter kamen herunter und das hat wirklich einmal etwas gebracht. 
Hier einmal ein Foto aus dem Auto geschossen. So sieht die Landschaft bei uns gerade aus. Goldener Herbst ist anders! Die Bäume zum großen Teil kahl, Feldraine verdorrt, Weiden nicht mehr erkennbar und alle Felder kahl, da nichts keimen kann. 
Aber wie gesagt, es kam ja Regen. Und so komme ich wieder zu meiner Frage nach euren Gärten. Wie kam der Regen bei euch vom Himmel? Senkrecht oder waagerecht? Bei uns keines von beiden, sondern weltuntergangsmäßig kreuz und quer im schlimmsten Sturm, den ich hier im Garten erlebt habe. Und wir hatten die letzten Jahre weiß Gott viele Orkane. So eine Heftigkeit jedoch war noch nicht dabei. 
Binnen kürzester Zeit brach das Chaos herein und am nächsten Tag, war von Freude am Garten nicht zu sprechen. Im Gegenteil, ich bekam, wie so oft, Panik, wie und wann ich das alles wieder aufräumen soll. Neben den normal gerade wieder vermehrt anfallenden und dringenden Arbeiten. 
Erst einmal zwei Tage liegen lassen und aushalten. Der Job ist eben auch wichtig. 
Gestern dann konnte ich mich ans Werk machen. Am Abend war mir Bewegen fast nicht mehr möglich, so weh taten mir alle Knochen im Leib. Aber da war es plötzlich da, das Gefühl vom Eingangsbild. 
Pure Freude über das Geschaffte. Es gab keine nennenswerten Schäden und sogar notwendige, normal anfallende Herbstarbeiten habe ich erledigen können. Freude pur. 
Begonnen habe ich auf der Terrasse.

Dann folgte ich dem Weg mit meiner Schaufel, dem Besen und den Faltsäcken für Abfälle. Wobei, Abfälle ist nicht das richtige Wort. Dazu komme ich aber gleich noch einmal.

Die Esche musste ganz schön Äste lassen. Aber so intensiv wir auch nach oben sehen, es ist  nicht ersichtlich, wo diese abgebrochen sind. Die Krone ist eben doch sehr mächtig und verkraftet solch einen Verlust. Gut, dass der Ast nicht auf meine Kübelpflanzen gestürzt ist.

Noch ein großer Eschen-Aste brach auf den Zaun herunter und begrub das Türchen zum Gemüsegarten unter sich.

Da ist wohl nicht mehr viel zu machen. 

Aber ich will ehrlich sein. Nicht der Eschen-Ast zertrümmerte die Eingangstür. Ich war es. Schon ein paar Tage zuvor. Der Holzrahmen war so morsch, dass er schon vom Dagegendrücken zum Öffnen einfach in zwei Teile zerbrach.

Sehr zerzaust waren meine großen Stauden im Beet. Der Eibisch viel auseinander. 

Genau wie die hohen Herbstastern. Hier halfen auch keine Staudenstützen und Schnüre, mit denen sie eigentlich zusammen gebunden waren. Die mannshohe Dahlie ist jetzt nur noch knie-hoch. Leider.

Was den chaotisch-unordentlichen Eindruck von Laub und Ästen überall noch verstärkt, waren die vielen Walnüsse mit Schalen, die großflächig verteilt wurden. 

Auch im Gemüsegarten lag alles Höhere kreuz und quer. 
Noch bevor ich mit dem Aufräumen bei der Terrasse anfing musste ich mir einen Plan machen. Was war am allerwichtigsten, was muss gemacht werden, dass es weiter läuft und dann kommt die Optik und Ordnung. 
Zuerst also wurden die Tomaten entfernt und auf den Kompost gebracht. Rote und Halbrote liegen jetzt im Keller und werden nach und nach verbraucht. Die letzten Nächte hatten wir jeweils Reif.  Es war sehr kalt. Die Tomaten am Stock reifen jetzt draußen ohnehin nicht besser und schneller, als geerntet im dunklen Keller. Also können die Stöcke entfernt werden. Das eilt mir im Herbst zu gegebener Zeit immer relativ sehr. Die Pflanzen sind noch gesund. Lasse ich sie jetzt stehen, besteht die Gefahr, dass die Braunfäule zuschlägt. Das wäre auf den ersten Blick jetzt auch kein großer Schaden mehr. Aber! Dann sind die Pilzsporen natürlich massig im Beet und auf dem Boden vorhanden. Nächste Saison wäre das fatal. Also lieber jetzt beizeiten wegmachen. Geerntet habe ich ohnehin wirklich ausreichend. 

Im Gewächshaus lasse ich sie noch ein wenig stehen. Bis unters Dach hängen die herrlichsten Früchte.

Das war also die dringende Aufgabe. Nun wende ich mich der gerade notwendigen Herbstarbeit zu. 
Die  Winterzwiebeln, die ich zum ersten Mal probieren will, müssen gesteckt werden, genau wie der Knoblauch. Die Wintersalate sollten auch in nächster Zeit ausgepflanzt werden.  Also brauche ich vorbereitete Beete. Ich habe den restlichen Mulch und Ernterückstände weggerecht und bin mit der Grabegabel durch die Beete gegangen. Der Boden ist traumhaft locker. Wie frisch aufgeschüttet aus einem Sack Blumenerde. Es wimmelt von Bodenlebewesen. Mein ständiges Bodenbedecken mit organischem Material (Mulch) zeigt immer mehr seine positive Wirkung. 
Nun lag der Boden aber splitter faser nackt vor mir. Ein Zustand den es nicht mehr geben darf.
So komme ich jetzt zu den Aufräumarbeiten. Wie oben schon erwähnt ist die Bezeichnung „Faltsäcke für den Abfall“ bei mir nicht korrekt. Ich habe alles zusammen gerecht, gekehrt und herumgeschleppt. Sämtliche Wege, den Rasen und die Beete gesäubert. Umgebrochenes abgeschnitten. Da kommt eine Menge organische Substanz, was wohl die bessere Bezeichnung ist, zusammen. 
Alles wanderte durch den Häcksler und wurde sofort auf die nackten Beete verteilt. Jetzt haben die Würmer und Co. wieder zu fressen. Der Boden trocknet nicht so aus (von den 25 Litern merkt man nicht mehr viel) und ich habe Platz für alles, was jetzt dann in die Beete kommen soll. 
Damit die Amseln mir nicht wieder den gesamten frischen Mulch umschlichten, habe ich die Beete mit Vlies bedeckt. 
Besonders freue ich mich ja auf das Bepflanzen meines neuen Frühbeet-Gewächshauses mit Winterkopfsalat. Genau so eines wollte ich haben. Eigentlich hätte der Volker mit das auch gebastelt. Weil aber die Zeit schon wieder so weit fortgeschritten ist und er noch das neue Winterquartier für die Washingtonia und vieles andere machen muss, habe ich eines fertig käuflich erworben. Wir machen jetzt nur noch unten einen Rahmen aus Recycling-Kunststoffbrettern, damit das Holz nicht auf dem feuchten Boden steht und so vielleicht länger hält. 
Und hier seht ihr die Winterkopfsalate, die alle bald ins Beet wollen. 

Mein im Frühjahr gesäter Grünspargel ist mehr oder weniger gewachsen. Einige gingen kaputt. Nun muss ich ihn über den Winter bringen und dann im Frühjahr pflanzen. Wenn ich nur schon wüsste, wo hin. 
Über meinen Endivien freute ich mich wahnsinnig. Wuchs er doch traumhaft, wie noch nie erlebt. Leider schießt er jetzt. Es war wohl einfach zu warm. 
So habe ich also den Garten aufgeräumt und gleichzeitig mit dem Mulch und der Beetvorbereitung notwendige Herbstarbeiten erledigt. Zwei Fliegen sind mit einer Klappe geschlagen. Über den so zur Verfügung stehenden Mulch war ich sehr froh. Eigentlich nahm ich dafür ja immer den Rasenschnitt, von dem es heuer aber keinen gibt. 
Der Blick von der Haustüre in den oberen Garten, nach meiner Säuberungsaktion. 
Und apropos Rasen und Rasenschnitt. Genau ein Jahr zuvor im September sah das übrigens so aus: 
Nicht nur ich war fleißig. Nein auch der Volker hat quasi aus dem Nichts ein neues, und wie ich finde viel attraktiveres, Gartentürchen für den Gemüsegarten gezaubert. Den Rahmen bilden übrig gebliebene imprägnierte Rundhölzer von der Terrassenrückwand. Darauf hat er einfach, schon ewig herumliegende, Haselnußstecken senkrecht geschraubt.
Unten ist nun Luft genug, dass der Igel problemlos hindurch kriechen kann. 
Und oben die Stecken eignen sich hervorragend, um Dekozeugs zu drapieren. Gleich ging ich auf Suche und erinnerte mich an das wunderschöne selbst getöpferte Teil von Christine Z. Das auf der Rosenstütze im benachbarten Staudenbeet vollkommen überwuchert und damit unsichtbar war. 
Es passte sowohl perfekt auf einen der Stecken als auch thematisch an diesen Ort. 
Mein Gemüsegarten -meine Freude. 
Nun aber habe ich genug erzählt. Wie so oft zeige ich euch zum Ausklang einfach noch ein paar Fotos vom schönen Herbstgarten. 
Und auch dieses hier soll nicht fehlen. Noch vor dem richtigen Sturm, wurde die Dattelpalme umgeblasen. Nachdem das schwere Ding wieder im Betonring platziert war mussten wir kreativ werden. Betonsteine und ein Spanngurt hielten sie dann auch im Tornado oder Orkan fest am Boden. 
Die Teppichmyrtenaster fängt an zu blühen. 
Von ihr habe ich schon Ableger gemacht. Hier die Mutter im Sukkulentenkübel. Riesig wurde sie und von Knospen nur so bedeckt. 
Ihre Verwandte die Myrtenaster blüht ebenso überreich, ist aber etwa einen Meter hoch. 
Die ersten Herbstchrysanthemen blühen. Zu ihren Füßen ist einer der Teppich-Myrtenasternableger. Hier im Beet blühen sie allerdings noch nicht. 
Dafür blüht die Rose de Resht noch mal sehr reich. Und heute bei dem sehr warmen Wetter lag ihr herrlicher Duft  in der Luft rund ums Beet. 
Nun gibt es ganz am Schluss auch noch ein Rezept. Auf einem der neu hergerichteten Beete stand noch etwas vom Sommerlauch. Unterm Apfelbaum liegen nach wie vor jeden Tag herrliche Äpfel. Beides zusammen ergibt mit alten Brezen einen einfachen aber sehr schackhaft-würzigen und zum Herbst passenden Brezenauflauf mit Lauch

Natürliches Gärtnern ist der Schlüssel – eine Ausnahme erlaube ich mir

Wir sind im Früh-Herbst und der Garten erholt sich

Willkommen im Frühherbst. Leider gab es noch immer keinen Regen (einmal 4l , das war’s). Aber die Nächte bringen Feuchtigkeit und manchmal Nebel. Mit dem Gießen komme ich nun besser herum. Nicht mehr so oft und nicht mehr so lange ist es nötig. Zudem von noch einem Computer unterstützt läuft es immer automatischer ab. 
Dadurch bleibt ein wenig mehr Zeit, nötige Arbeiten zu erledigen. Mein Gemüsegarten gefällt mir langsam wieder richtig gut. Im Ziergarten ist auch Ruhe eingekehrt. Nicht nur die Stauden wachsen kaum mehr, sondern auch das Unkraut stagniert. Irgendwann werde ich mich darum kümmern. 

Ihr habt es gewusst – es ist ein Blasenstrauch

Ein herzliches Dankeschön möchte ich sagen, an die Leserinnen mit den hilfreichen Tipps zu meiner Frage im letzten Beitrag. 
Der von mir nicht gekannte Strauch ist  also ein Blasenstrauch. 
So sehen meine Sämlinge von ihm mittlerweile aus. 
Und hier noch einmal ein schöneres Tageslicht-Foto vom damals gesuchten Strauch, dem Vorfahr meiner kleinen Sträuchlein.
Ja, der Blasenstrauch soll sehr trockenheitstolerant sein und ich freue mich, wieder etwas passendes für meinen Garten gefunden zu haben. 
Andere Sträucher sind nicht so gut zu sprechen auf die Trockenheit. Hier ist meine überreich behangene Aronia, deren Früchte ich wieder ernten wollte. Sie sind am Strauch getrocknet. Die brauche ich nicht zu ernten. Auch die Blätter färben sich wunderschön herbstlich. Aber mal ehrlich, muss das bereits Anfang September der Fall sein? 

Die Trockenheit dauert an – aber Manche stört das nicht

So wie hier der Hang, vom Garten runter zur Dorstraße, sieht die komplette Landschaft aus. Heu und blanker Boden, wo man hinguckt. Nichts ist grün und nichts blüht. Wie finden da Insekten und Säugetiere oder Vögel etwas zu fressen? 
Am Hang stehen meine beiden jungen Quitten. Die bekommen ein- bis zweimal am Tag jeweils eine halbe Gießkanne Wasser in die am Stamm eingegrabenen Eimer. Sie kommen ganz gut zurecht. Und! Sie haben dieses Jahr zum ersten Mal Früchte. Ich bin so gespannt auf deren Geschmack und Haltbarkeit. Einmal ist es eine Baumwollquitte und daneben eine fränkische Hausquitte. 
Und weiter geht es im Garten. Dieses Fotos ist ein Ausschnitt unseres Rasens im oberen Garten. Ich finde es sehr interessant, wie unterschiedlich die Gewächse mit Hitze und Dürre zurecht kommen. Alle Gräser sind hoffnungslos verdörrt, getrocknet und abgestorben. 
Stauden dagegen, hier Unkräuter oder besser Wildstauden, haben da wohl tiefer greifende und effektivere Wurzelsysteme als Gräser und sind grün, wachsen und blühen. Zumindest die für diesen Standort mit Trockenheit angepassten Arten.
Mit Gräsern im Garten kann ich ja eh nichts anfangen. Einzig im Rasen, da brauche ich sie, wegen der normalerweise ruhigen, grünen Optik. Im Staudenbeet wären sie mir wegen ihrer „ruhigen“ und immer gleichen Optik zu langweilig. Mit Stauden habe ich da mehr Abwechslung in Form und Farbe und Blüte. Auch die Insekten sind dieser Meinung.

Herbstzeit ist Erntezeit – auch diese Jahr wieder hervorragende Kartoffeln 

Im Gemüsegarten geht die herbstliche Ernte munter weiter. Unten am Dorfweiher habe ich die mittelfrühen Galactica Kartoffeln geerntet. Sie waren oberirdisch schon abgestorben. Mein regelmäßiges Gießen mit der Benzinpumpe direkt aus dem Weiher (dessen Wasser ja fast schon wie Dünger ist)  hat sich scheinbar gelohnt. Fast 20 kg herrliche, gesunde und große Kartoffeln.

Wie wohl all die anderen Sorten dieses Jahr ausfallen? Ein wenig muss ich mich da noch gedulden, mit der Ernte. 

Kartoffelernte – ganz leicht mit der Hand und ohne Gabel, Haue oder Spaten

Meine Kartoffeln habe ich nie angehäufelt. Nur in eine Rille mit Kompost und Hornmehl gelegt, zugerecht und ganz dick mit Stroh bedeckt. HIER habe ich davon berichtet. Das war alle Arbeit seit dem Frühjahr. Außer dem Gießen und NeemÖl-Spritzen gegen die vielen vielen Kartoffelkäfer. 
Beim  Ernten muss ich auch nur das übrige Stroh und Kartoffelkraut beiseite schieben. Schon liegen sie da. Mit den Händen kann man ernten. Zu Hilfe nehme ich nur eine kleinen Handschaufel um an Stellen, deren Boden hart ist, zu graben. Und um die vereinzelt tiefer wachsenden Knollen zu heben. 
Kartoffeln mit grünen Stellen habe ich keine! Als ich früher noch anhäufelte, waren immer sehr viele mit grünen Stellen dabei. 

Nach der Ernte kümmere ich mich weiter um den Boden…

Erinnert ihr euch noch an den vergangenen Beitrag mit der Möhren und Zwiebelernte? Die abgeerntete Fläche habe ich mit dem  ausgerissenen Unkraut und Gemüselaub gemulcht. Auf den Mulch habe ich einfach Senfsamen gesät. Mit der Brause einmal bewässert, daß die Samen etwas runter rutschen und das war’s. Jetzt keimt ein schöner Senfteppich, den ich dann wieder abhacken und als Mulchschicht für den Winter verwenden kann. 

… und ein lebendiger, gesunder und natürlicher Boden kann selbst todgeweihte Pflanzen retten

Und noch eine Erinnerungsfrage. Vor einen paar Beiträgen zeigte ich Fotos von den absolut kaputten und von Erdflöhen durchlöcherten Blaukrautpflanzen. Die hätten damals eigentlich schon geerntet werden müssen. Aber sie hatten ja nicht einmal ein geschlossenes Zentrum und schon gleich keinen Kopf. 
Mulchen (gesunder und lebender Boden!), Neemöl-Spritzen und Bewässerung wieder in Gang bringen (damals im August) sowie  kühlere Temperaturen haben ihn wieder belebt. Die kaputten Blätter sind abgefallen und neue haben sich gebildet. Ein oder zwei Pflanzen bilden nun Köpfe und ich kann doch noch etwas ernten. Ist das nicht sagenhaft? Man muss der Natur nur geben, was sie braucht und schon läuft es. 

Auch der Butterkohl, der schon  hätte im Frühsommer geerntet werden sollen, kommt jetzt in die „Pötte“.

Sie reifen jetzt langsamer, aber sie reifen und reifen. Morgen wird wieder verarbeitet. 
Ins Gewächshaus komme ich schon gar nicht mehr hinein, so zugewuchert ist es. Bald ist aber Schluß und es wird aufgeräumt. 
… schließlich stehen die nächsten Gewächshausbewohner schon in den Startlöchern. 
Die ersten Winterkopfsalate sind am Wachsen. Sie werden nach den Tomaten die nächsten Monate dort verbringen. Wie das dann im Frühjahr (Anfang März) aussieht, könnt ihr euch  HIER  noch mal ansehen. 

Und doch habe ich EINEN Mineraldünger  (Kunstdünger) im Einsatz 

Ein unspektakuläres Foto ist das Folgende. Ein Zitronenbusch im Kübel. Nichts besonderes? Oh doch, das könnt ihr euch ja denken, wenn ich hier davon berichte. 
Seit dem Winter gieße ich die Zitruspflanzen mit flüssigem Calciumdünger (wie er auch bei Blütenendfäule für Tomaten verwendet wird). Ich verwende ansonsten keine Mineraldünger und lehne das ab. Ausnahme ist so ein Mangelfall, wie ihn die Zitrusgewächse hier im Garten von Anfang an haben und mir eines nach dem anderen kaputt ging. Egal welche Erde, welcher Dünger. Speziell für Zitrusgewächse oder aus dem Garten. Nach kürzester Zeit werden die Blätter hellgrün, dann noch heller und noch heller. Die Pflanzen gehen ein. 
Ich las, dass  Zitruspflanzen entgegen aller gängigen Ratschläge, unbedingt das Calcium (Kalk im Wasser) brauchen. Scheinbar ist das in unserem Brunnenwasser nicht enthalten. Damals, vor meinem Umzug hier her hatte ich keinen Probleme mit der Zitrone. Seit wir hier sind, kränkelt sie und ich hätte sie schon beinahe verloren. 
Und jetzt? Sattgrüne Neuaustriebe. Ältere Blätter sind wieder grün geworden. Ganz alte und hellgelbe hat der Baum abgestoßen. So schön grün sah ich ihn nun seit Jahren nicht mehr. 
Calciumdünger und Brennesseljauche. Diese Beiden, vor allem glaube ich, das Calcium, haben ihn gerettet. Wer also auch derartige Probleme mit seinen blassen Zitrusgewächsen hat, sollte sich so einen Calcium (nicht Kalium!!!!) Spezialdünger besorgen. Zwei weitere Zitruspflanzen erholen sich in der gleiche Art und Weise. Dieser Busch hier ist also kein Einzelfall oder eine Ausnahme!

Herbstimpressionen mit Frosch

Bevor ich mich für dieses Mal wieder verabschiede, noch ein Blick ins Staudenbeet vor dem Gemüsegarten. 
Meine Lieblingsdahlie hier mit den letzten Blüten der Clematis und der gelben Schafgarbe. 
Und ganz zum Schluß, weil es mit dem Blasenstrauch letztes Mal so wundervoll geklappt hat, wieder eine Frage an die Fachleute unter uns. Im Garten wimmelt (ja wimmelt) es nur so von Laubfröschen. Dieser Geselle hier allerdings ist kein Laubfrosch. Dafür aber ein treuer und unaufgeregter Bewohner des Gemüsegartens.  Jeden Tag hüpft er mir über den Weg. Kann mir jemand sagen mit wem ich es hier zu tun habe? Der ist ein ganz schöner Brocken, was man im Foto (Handy und auch noch Zoom nicht so richtig sieht). Wenn ich so auf meinen Schreibtisch schaue, fällt mir auf, dass er mindestens die Größe meiner Computer-Maus hat, wenn diese Info weiter hilft. 

Gemüsebeet fertig für den Winter und ein Rezept mit Suchtpotenzial

Ich habe heute Gartenarbeiten erledigt, die ich sonst ein paar Monate später mache. 
Ja im Ernst, ich fasse es selbst nicht. Vielleicht waren es auch die 31°C (in der Sonne über 40°C), die mich ganz mischucke machten und zu solchen Arbeiten verleiteten. 
Ich habe im Gemüsegarten die Beete aufgeräumt. Und eigentlich ist das große Beet hier jetzt gut vorbereitet für den Winter. Ist das nicht echt ein verrücktes Jahr? 
Im letzten Artikel habe ich ja schon gesagt, dass mit Gemüse dieses Jahr kein Blumentopf zu gewinnen ist. Und wo jetzt die Mega-Hitze kommt, wird ohnehin nichts mehr aus all dem Brokkoli und Blumenkohl mit mickrigem zerfressenen  Laub (Raupen, Erdflöhe) das schlapp in der Sonne hängt und in dem manchmal so etwas wie eine total zerfranste ungleichmäßige, einfach unbeschreibliche Struktur zu erkennen ist. Damit meine ich die zu erntende Blütenknospe. Also ich verwende ja wirklich viel, ich will nichts verkommen lassen. Aber Blumenkohl und Brokkoli dieses  Jahr habe ich jetzt als Mulch eingesetzt. Genau wie die Kohlrabi. Wenn sie nicht von Erdflöhen aufgefressen waren, platzten sie, nicht größer als eine kleine Tomate, oder sie verfaulten fürchterlich stinkend. Die Gurken auf die ich so stolz war, sind auch alle (bis auf eine Pflanze einer Sorte) dahin. Die letzten gelben Gürkchen habe ich abgemacht. Jetzt schmeckten sie sehr, sehr gut und nicht mehr  bitter. Schade, dass es wieder nicht mit Gurken klappt. Der Frühkohl ist ebenfalls Mulch, samt den  Raupen. Dann die Schwarzenbeere, das einzige das wuchs, ja wucherte. Ich dachte, die bleibt kleiner. Das Erbsenstroh ist ebenfalls Mulch. Fürs nächste Jahr habe ich die extra hängen gelassenen Schoten abgemacht. Gut, daß ich sie gleich gepuhlt  habe, um an die Samen zu kommen, die ich nächstes Jahr sähen werde. Alle zerfressen vom Wurm und sofort entsorgt. Ringelblumen und Kapuzinerkresse wucherte, dass keine  Beetstruktur mehr erkennbar war. Kurzerhand alles Mulch. Bei dem Wetter jetzt darf natürlich erst recht kein Boden offen liegen. Das wäre der Tod für’s Bodenleben.

Jetzt steht noch der kümmerliche Mangold, eine schlappe Gurke, der viel, viel zu kleine Meerrettich, die viel zu kleinen und gakeligen Buschbohnen und ein wenig Sommerlauch. 

Ich habe alles gleich zerkleinert und als Mulch ausgebreitet. Zwei Beete habe ich zusätzlich zum Schutz vor der Trockenheit und weil ich nicht richtig ausreichend Mulch zur Verfügung habe (Rasenmähen ist ja  im Moment nicht möglich) mit Bändchengewebe (Mulchfolie) bedeckt.

Ein Versuch, ob es was bringt, ob der Boden feuchter bleibt und das Pflanzenmaterial schneller verrottet.

Immerhin brauche ich ja jetzt zeitnah Platz für Wintersalate, Winterrettich, Endiviensalat,  Radieschen.  Dann Feldsalat und Spinat.

Wirklich perfekt ist dieses Wetter für die Tomaten. Solche Trauben an Tomaten habe ich noch nie gehabt. Und ich baue jedes Jahr die gleichen Sorten an. 
Und dann wieder zwei Pflanzen neben der Tomate aus dem Bild oben, dieses Bild. Nur ein Stock und ich kann machen was ich will, der geht kaputt. Ausgerechnet die Ochsenherz, auf die ich so gespannt war. Eine einzige ist rot, viele noch grün. Hoffentlich wird die Ersatz-Ochsenherz am Zaun was, damit ich ein paar Ernten kann. Von der hier erwarte ich mir nicht mehr viel….
Und wer hätte gedacht, dass der Begriff  Ampel-Tomate so ernst gemeint ist. Ich habe sie im Topf und nicht in der Ampel. Aber sie will einfach wirklich nach unten hängen. Keine Chance, das Gewirr an Stängeln, Blättern und vor allem Früchten irgendwie aufrecht in Form zu bringen. Ob ich nächstes Jahr wirklich einmal eine große Ampel (gibt es die mit Wasserreservoir?)  mit ihr bepflanze? Sieht sicher toll aus. 
Jedenfalls mangelt es auch dieses Jahr nicht an Tomaten. Vorne links die erste (und einzige) Ochsenherz. Die kleinen Cocktailtomaten der  Gardenpearl (so heißt die Ampeltomate) sind schon in der Küche. 
Gut, daß es so viele sind, da kann ich experimentieren. Zum ersten Mal habe ich kleine Cocktailtomaten in Essig-Zucker-Gewürzlösung eingekocht. Oh sind die lecker. 
Und heute habe ich Pesto gemacht. Aus frischen Tomaten, nicht aus getrockneten und dann eingeweichten, wie es meist der Fall ist. Das Rezept findet ihr auf achimsgartenzumessen.de. 
Lange habe ich überlegt, ob ich es veröffentlichen soll. Diejenigen, die es nachmachen, werden mich dafür verteufeln. Wer das einmal probiert hat, wird sofort unheilbar süchtig danach und kommt nicht mehr los.  Soooo unendlich lecker ist es. Ich hoffe euer Zorn legt sich dennoch bald wieder und ihr seid mir wegen dem Rezept nicht lange böse…….
Irgendwie ist mir gerade nach Aufräumen und Ausmisten im Garten. Die Baumscheibe meines Hausbaumes habe ich gesäubert. Jetzt sieht man wieder den Buchs. Und leider auch noch immer die Unregelmäßigkeit des Kreises. Der Hund hat etliche Buchse tot-gepinkelt. Ich habe keinen Zünsler sondern einen Labrador, der den Buchs umbringt. So musste ich neue Stecklinge ziehen. Die stehen schon in den kahlen Stellen, aber sind halt noch so winzig klein. 

Und nachholen wollte ich noch dieses Foto. Also ich vor einiger Zeit den ganzen Heckenschnitt und Äste der Bäume hinter dem Carportdach häckselte, langte die Menge gerade aus. Endlich konnte ich unter dem Spalierobst mulchen. Erst den Rasen mit Pappe abgedeckt und dann mit Häcksel gemulcht. Rasen unter jungem Spalierobst und Beerenobst ist einfach nicht gut. Man kann ihn nicht gut mähen und er nimmt dem Obst einfach zu viel Nahrung und auch Wasser.

So, das war’s für heute. Morgen geht es weiter. Tomaten verarbeiten und Beete säubern. Wenn schon nichts gescheit wächst, soll es wenigstens ordentlich aussehen. 

Sommer im Land – Urlaub im Garten

Das Wasser kommt und geht

Vor gerade einmal zwei Monaten verfasste ich hier einen ausführlichen Artikel über all das Wasser in unserem Garten. Brunnen, Hundebadewanne, Insektentränke oder Seerosenbecken alles ist vorhanden. 
Heute kommt es mir vor, als wäre das ein anderes Land und ein anderer Garten. Da seit Monaten mal wieder der Regen fehlt und das Frühjahr ab April super warm daher kam, haben wir nun statt Rasen Heu und Erde und statt saftiger Büsche und Sträucher überall Herbstlaub herumfliegen und immer kahlere werdende Bäume. 
Der Sommer hat das Land fest im Griff. Schaut man sich in den sozialen Medien und den dortigen Mitteilungen um, hat man wenigstens den Trost, dass es – wie mir scheint – allen und überall so ergeht. Nein. Gärtnern macht hier keinen Spaß mehr. Meine Selbstversorgung liegt dieses Jahr auch darnieder. Das Gemüse will nichts werden. Und das ist doch der eigentliche Schwerpunkt meiner Gartentätigkeiten. 

Zu heiß, zu trocken, zu hell – ich finde keine Fotomotive mehr

Sei es wie es ist, ich habe noch ein paar ganz schöne Fotos gemacht und Arbeiten erledigt, bevor es jetzt in den letzten Tagen wirklich schlimm wurde. Seit Tagen bin ich auf der Suche nach Fotomotiven für meinen Blog. Ich konnte nichts finden. Klar gibt es tatsächlich einige Dinge, dir mir persönlich Freude bereiten. Für ein Foto allerdings langt es nicht. Neu gepflanzte Stauden zum Beispiel. Frisch gepflanzte Sukkulenten-Schalen oder der in Arbeit befindliche Teichgarten in der alten Zinkwanne wären hier zu nennen. 
Hier nun also die alten Fotos.

Wenn es heiß wird und trocken, dann sieht man sie wieder – die Frösche. 

Ja! Mein Laubfrosch ist wieder da. Lange schon hielt ich nach ihm Ausschau und jetzt hat er sich wieder gezeigt. Er wohnt wie jedes Jahr unter der Topf-Platte mit den Kohljungpflanzen im Gewächshaus. Ich kann ihn sogar vorsichtig mit dem Finger streicheln, ohne dass er weg hüpft. 

Ich habe einen neuen Lieblings-Sitzplatz gefunden

Dann habe ich einen neuen Lieblingsplatz im Garten gefunden und sofort mit einem alten Stuhl möbliert. 
An der höchsten Stelle des Grundstückes unter dem Walnußbaum und vor der Scheunenwand ist es super angenehm schattig. Man überblickt das Grundstück (zumindest den oberen Gartenteil). Man sieht, wenn jemand herein kommt und ist selbst durch Baum und Scheune und Ramblerrosen, wie in einer Höhle. Die Bilder sind von letzter Woche. Du meine Güte, war es da noch schön grün…..

Schade, daß das Auto im Bild ist.  Wenigstens ist es grün und fällt nicht so auf. Die Fotos habe ich in meiner Freude über diesen schönen Sitzplatz spontan gemacht und wollte nicht extra den Bus wegfahren.

Wenn man ganz nach rechts blickt, schaut man in den Gemüsegarten. Wozu wir die Regen-Fässer zusammengeschlossen und auf Betonplatten sicher aufgestellt haben, weiß ich jetzt auch nicht. Eigentlich könnte man daraus warmes Gießwasser für zum Beispiel Gurken entnehmen. 
Blickt man nach links zu den Nachbarn, fällt der Blick auf die Säulenobstreihe. 
Und hier sieht man den Stuhl. Wie gut, daß wir die Angelhütte ausräumten und ihn dort fanden. Eigentlich sollte auf den Sperrmüll, nun ist er Möblierung für meinen  neuen Lieblingsplatz. 

Trotz Hitze, die Arbeit muss erledigt werden: Kompost umschichten

Aber nicht, dass ihr denkt, ich sitze nur gelangweilt im Garten herum. Nein, das eher selten. Schließlich muss einiges erledigt werden. Der Kompost sollte schon längst umgeschichtet werden.  Der kommt dann im nächsten Frühjahr auf die Beete. 
Lockerer, wohlriechender Kompost. Würmer sind (fast) keine mehr darin aber unzählige Asseln und Tausendfüssler. Die setzen ihn noch gar um. Vor allem jetzt, da durch das Umsetzen in den anderen Behälter wieder Luft hinein kommt. 
Schon ist die Arbeit geschafft. Zum Schutz vor Sonne und  dem Austrocknen kommt auf den großen Behälter auch noch ein Deckel aus Pappe. Da es so langanhaltend trocken ist, muss ich auch meine frischen oder diese fast fertigen Komposte regelmäßig wässern. Ansonsten würde alles nur vertrocknen, aber nicht verrotten. Dabei ist aber zu darauf achten, dass man es nur feucht macht und nicht alles ersäuft. Dann würde es faulen und stinken, was viele Unwissende ja immer wieder von einem Komposthaufen glauben. 
Während ich also meine Komposthaufen umgeschaufelt habe, hat Volker an den Weihern schon mit der Angelhütte weiter gemacht. Später am Nachmittag werde ich auch mit raus gehen. 
Vorher gieße ich noch ein paar Kannen Wasser zu meinen Quittenbäumen. Dort am Hang ist alles verbrannt. Quitten lieben es warm und nicht zu nass. Scheinbar haben sie tiefe Wurzeln. Noch sehen sie in Ordnung aus. Nur die Wildrose dazwischen ist schon wieder abgestorben. 

Es ist jetzt das allererste Jahr, in dem die  Quitten tatsächlich Fruchtansätze haben. Hoffentlich werfen sie die nicht wegen der Dürre ab. Ich hätte doch so gern die ersten Quitten von ihnen probiert.

Nächste Sommerarbeit: Hecke-schneiden

Bevor es aber raus geht zu den Weihern, wird erst noch die eine Hecke hier geschnitten. Sie ist fast dreißig Meter lang, Stellenweise einiges über 2 Meter hoch und der Hang ist recht buckelig und uneben. Da ist eine Hilfe sehr angenehm. Volker reicht mir die Heckenschere, wenn ich mal wieder, zum ich weiß nicht wievielten Male ,oben auf der Leiter stehe. 
Unter der Hecke aus vorwiegend Liguster war ganz dicht der Giersch. Der ist jetzt verdorrt. An etlichen Stellen ist auch der Liguster verdorrt. Überhaupt ist sie gar  nicht mehr schön, die Hecke. Die Schneebeeren mögen wohl die Dürre und Hitze nicht. Die machen gar nichts mehr her. Irgendwann muss da mal ein Fachmann mit dem Bagger her und alles rausreißen. Aber was dann hin? Hainbuche wäre mir recht. Aber die ist für unser Klima auch nicht gut, was ich so las. Am Ende wird es vielleicht wieder Liguster. Oder Thuja. 
Das war ein Scherz!!!!!!!!!!!!!! Keine Panik! Thuja wird es bei mir nicht geben. 
Die Hecke ist geschnitten. Das Schnittgut den Berg hoch gefahren zum Kompost. Das sollte jetzt zeitnah gehäckselt werden, was aber nicht klappen wird. Wir haben es auf alte Paletten gelegt, in der Hoffnung, dass es eher trocknet als fault. Wenn anfängt zu faulen bekommt es der Häcksler nicht mehr klein, weil es dann weich wird. 

Dritte Sommerarbeit: Hütte abreißen

Jetzt geht es erst mal noch raus zur Angelhütte. Schließlich ist der Wertstoffhof nur am Samstag geöffnet. Wenn man nur einmal die Woche etwas entsorgen kann, muß man das nutzen und so werden eben jetzt abends noch rasch die beiden Anhänger mit Altholz voll geschlichtet. 
Dach und Wände sind demontiert. Bleiben noch die „Stützbalken“ und die Querbalken vom Dach. Zu blöd, daß die am hinteren Ende höchsten 1,60 lichte Höhe vorhalten. Ich bin 1,86 und nun könnt ihr euch denken, wo die blutunterlaufene Stelle auf meinem, nur noch schütter mit Haar bedecktem  Haupt her kommt. Hätte ich mehr Haare, würden mich nicht alle Leute fragen, was ich angestellt habe. 
Einer der tragenden Balken. Falls jemand meint, die schöne alte Hütte hätte man noch erhalten können…..

Doch noch ein paar schöne Gartenfotos – Achtung: Gelb

So, das waren jetzt genug Fotos von der Arbeit. Zum Genießen kommen jetzt noch ein paar Schmankerl für’s Auge. 
Naja, ich weiß ja, daß die Geschmäcker verschieden sind und viele unter euch Farbe im Garten nicht mögen. Für alle anderen kann das aber auch ganz reizvoll sein. Und für die „mit-ohne-Farbe“ habe ich ja immerhin weißen Phlox. In der Kombination mit schrillem Pink-Phlox und dem feuerroten Mohn, der sich da selbst hingesetzt hat, erinnert mich das Bild in der vollen Sonne irgendwie an Filme aus der Zeit vom „Ponnyhof“ und dergleichen. Findet ihr nicht? 

Heute fotografiert man ja eher nicht mehr in der prallen Sonne. Das ergibt dann solche Fotos, wie hier mit den Färberkamillen und Lichtnelken im Abendlicht. 

Gleiche Pflanze, anderes Licht. Eben doch mal wieder Mittagssonne.

Und noch mal Färberkamillen. Ich finde sie einfach Klasse. Und sie vertragen Trockenheit…

Gelbe Färberkamillen mit hellblauen Storchschnabel.

Und wieder gelb, aber diesmal bei der Nachtkerze. Sie hat sich zusammen mit dem blauen Natternkopf selbst ausgesät und steht vor dem dunklen Laub der winterharten Zitrone. Der gefällt die Wärme glaube ich auch.

Wieder ein anderes Gelb findet man bei der Trollblume. Zu ihr hat sich eine pinkfarbene Spornblume gesät.

Nun aber zur Abwechslung einmal etwas in  Gelb. Das Brandkraut vor der Banane, die ja gelbe Früchte hätte, würde sie welche tragen.
Aber im Ernst, der Garten hat jetzt viel Gelb, während im Frühjahr (neben den Narzissen ganz zeitig) vor allem die Blautöne mit etwas Rosa vorherrschen. Ein schöner Farbwechsel, der sich jedes Jahr vollzieht. 
Und hier? Na, immerhin ist die Mitte einer jeden Blüte deutlich Gelb. Also passt sie und darf natürlich stehen bleiben. Die Bodendeckerrose Sternenflor wird von Jahr zu Jahr ein wenig größer. Anfangs war sie recht mickrig. 

Sonne zu hell für Fotos? Nicht bei diesen Pflanzen.

Hier sieht man, dass Fotos in der prallen Mittagssonne manchmal auch gelingen. Es sind ja auch Sonnenanbeter hier an und über der Mauer vom Mäuerchenbeet.

Größte Hitze und eigentlich keinerlei Platz stören den Mauerpfeffer oder die Walzenwolfsmilch nicht. Sie lassen sich nieder, wo der Samen eben gerade hinfällt.

Und mal ehrlich, solche Gartenszenen hier kann man doch nur in der vollen Sonne fotografieren. In der Abenddämmerung würde die Urlaubsstimmung beim Anblick der Palmlilie und Banane im Staudenbeet glaube ich nicht aufkommen. 
Bis auf ein Staudenbeet habe ich auch endlich alle wieder einmal vom Unkraut befreit und die sich jetzt aussamenden Akeleien abgeschnitten. Will man im Frühjahr eine solche Pracht habe, wie ich sie hier schon oft gezeigt habe, dann muß man eben die „scheußlichen“ Samenstände im Beet in Kauf nehmen. Erst abschneiden, wenn schon Samen ausgefallen sind, heißt es hier. 

Wer schreibt  nur diese Gartenpflegetipps im Internet?

Tschja, mein Vorgarten mit dem Mäuerchenbeet in den ersten Juli-Tagen. Wo die Bewässerung verlegt ist sieht glaube ich jedes Kind. Und wer genau hinsieht, erkennt, dass auch die zweite Hecke, die noch höher ist und vor allem dicker, geschnitten ist. 
Und, sagt mal ehrlich. Wer schreibt denn bei Facebook immer diese irre sinnvollen Gartentipps mit der Rasenpflege. Laufend lese ich, was ich jetzt als Hobbygärtner machen muß, dass mein Rasen toll aussieht. Die Texte sind dann Standard-Wortaneinanderreihungen mit Lehrmeinung aus der Gärtner-Ausbildung. Hallo! Ich bin ja nicht der einzige, dessen Rasen so aussieht und dann kommt mir da ein Schreibtischtäter, der vielleicht gar keinen Garten hat, mit hilfreichen Tipps und Tricks für einen schönen Rasen und will mir einreden, dass am Ende ich selbst Schuld bin, dass mein Rasen so aussieht. Mangelnde Pflege oder so. 

Urlaubskulisse im eigenen Garten

Was soll’s. Dort wo die hier stehen, wenn sie frei wachsen, dürfte der „Rasen“ wohl auch so aussehen, wie bei mir. Vielleicht gedeihen sie daher so erfolgreich?

Auch am mediterranen Platz sieht es aus, wie im Urlaub. Wenngleich ich auch hier bei den Kübelpflanzen schon wieder erste Verbrennungen an den Blättern festgestellt habe.

Was für eine Freude. Vom schönsten Urlaub meines Lebens, habe ich letzten Herbst Montbretienknollen mitgebracht. Jetzt blühen sie und erinnern mich jedes Mal an diese wundervolle Woche.

Ein neues Gartenprojekt?

Für heute bin ich schon beinahe durch. Zum Abschluss noch einmal ein Stückchen von meinem Rasen. Wir waren bei dem „Tag der offenen Gartentür“ auch in einem Garten ganz in der Nähe und haben da sehr schöne Anregungen bekommen. Dieses Stück Rasen wird es nicht mehr lange geben. Wieder ist ein Gartenprojekt geboren. Wer neugierig ist, schaut einfach in den nächsten Monaten immer mal wieder vorbei. Vielleicht wird es auch erst im nächsten Jahr umgesetzt, aber gemacht wird es, das steht fest. 

Rezepte aus dem Garten

Und für die Rezepteliebhaber habe ich einmal wieder gebacken. Himbeerkuchen mit Erdbeeren (schwarze Himbeeren gibt es wirklich! Dir Roten waren da noch nicht reif). 
Und die Kirschen aus Nachbars Garten habe ich eingekocht und eingefrohren.

Der faule Gemüsegärtner genießt die gesparte Zeit im Ziergarten

Alles ist üppiger, prächtiger und bunter

Ja jetzt sagt doch mal, wächst das bei euch auch wie verrückt in diesem Frühjahr?

Mahl ehrlich, ist das ein Frühjahr oder mittlerweile Frühsommer? Der Winter hatte ein paar einzelne Stauden dahin gerafft, es ist schon wieder sehr trocken und…. Nein, nichts „und“ und nichts negatives will ich berichten. Die schönen Seiten dieser traumhaften  Saison überwiegen. Was den grausligen Winter überlebt hat, und das ist fast alles im Garten, zeigt jetzt was es zu bieten hat. Es blüht irgendwie reichhaltiger diese Jahr. Die Pfingstrosen hatten noch nie so viele Blütenknospen, die Akeleien bedürfen keiner weiteren Worte mehr, schon die ganzen Zwiebelblumen erfreuten mich trotz Wärme länger als sonst mit ihren bunten Blüten. Die Sträucher waren und sind ein Blütenrausch und jetzt öffnen sich die ersten Rosen. Eine seit Jahren kümmernde Rose hat ihren ersten Blütenauftritt im Bilderbuchformat fast hinter sich. Und dann das Wetter….

Also wenn sich dieses Frühjahr jemand nicht fürs Gärtnern begeistern lässt, dann nie mehr. Besser wird’s nicht.

Eine reihe freier Tage und das passende Wetter –  das Leben ist schön!

Die Pfingstfeiertage haben wir  bei viel Sonne ruhig verbracht. Wir haben gegrillt, es gab Kaffee und Kuchen und ein Bottich mit brodelndem Bier erhöht die Vorfreude auf weitere schöne Stunden im Sommergarten.

Kommt mit und ich erzähle euch ein wenig über die vergangene Tage und über meine neue „Methode“, die Gemüsebeete vor zu bereiten.

Morgens nach dem Aufstehen und vor dem Frühstück muß der Max ja sofort raus in den Garten, dringende Geschäft erledigen. Ich öffne die Haustüre und befinde mich zu allererst einmal im Vorraum. Der Ausblick in den Garten bei Sonnenschein ist das das erste Schmankerl so eines Tages. 
Dann wird aber erst einmal gefrühstückt und irgendwie ist dann auch immer etwas in der Küche zu tun. So groß meine Gartenleidenschaft ist, so mächtig hat mich auch die Koch- und Back- und Konservierleidenschaft im Griff. 
Ein Rezept für meine neue Lieblingsbackform muß ausprobiert werden. Unten ein Boden aus Butterkeksen, die mit Butter zermanscht werden. Drauf eine Schicht Schokolade mit Creme fraiche, Mandelplättchen und einem Schuß Rum.  Ein sehr gesunder Kuchen, denn es kommt überhaupt kein Zucker hinein……

Nach 2 Stunden Kühlschrank ist der „schnelle kalte Hund“, wie ich das nenne, fertig. Aber bis zum Kaffee am Nachmittag muss ich mich noch gedulden.

Die wenigen Stunden bis dahin sitze ich ja auf einer Pobacke ab. Wie unendlich lange ist dagegen die Zeit, bis ich mein selbstgebrautes kühles Bier auf der Terrasse (hoffentlich) genießen kann. Ein paar Wochen gehen da schon noch ins Land. Nun gut, der Anfang ist gemacht und mein Weihnachtsgeschenk endlich aktiviert. Eigentlich wollte ich zu meinem Geburtstag Ende Mai das Bier kredenzen. Die Gartenarbeit hatte mich aber zu fest im Griff und so gibt es eben vielleicht zur Sonnenwendfeier ein eigenes Bierchen. 


Im Gemüse-Garten spare ich mir gerne Arbeit, wo immer es geht

Schön, wenn man weiß, dass eine Reihe freier Tage in Folge zu genießen sind. Man kann den Tag ruhig angehen lassen. Eben in der Küche ein wenig herumspielen und dann gemütlich in den Garten gehen. 
„Ruhig angehen lassen“ und „gemütlich“ sind gute Stichworte für meinen  Gemüsegarten. 
Schaut doch mal den Salat  und die Porreepflanzen, um nur ein Beispiel zu zeigen. 
Beides war ungefähr das  Erste, was im Frühjahr gepflanzt wurde. Nun frage ich euch, was für Arbeit steckt in so einem Beet, bis zum Beispiel genau zu diesem Zeitpunkt? 
  1. im Herbst jedenfalls umgraben
  2. Es ist Frühjahr: vielleicht liegt noch Laub und Pflanzenreste vom Herbst darauf? Vielleicht Mulch? Das muß weg. 
  3. lockern mit Grabegabel, Sauzahn oder Spaten? Ja manche graben nicht um, dann muss jetzt im Frühjahr mit der Grabegabel gelockert werden
  4. Unkraut entfernen 
  5. Kompost sieben und darauf verteilen Oder eben irgendeinen anderen Dünger
  6. Hacken oder Grubbern und mit dem Rechen glatt ziehen
  7. Pflanzen
Nun, das habe ich auch früher so gemacht. Seit ein paar Jahren wird nicht mehr umgegraben. Das heißt, gegraben habe ich eigentlich noch nie, sondern ich hatte die Motorhacke verwendet. Der Boden sollte lockerer werden und war das danach auch. 
Seit ich mit der Methode des lückenlosen und andauernd bodendeckenden Mulchens arbeite, lasse ich das auch. Ich bin froh, endlich Regenwürmer im Boden zu haben und will sie nicht durch die Motorhacke kaputt machen. Man könnte, wenn es nötig ist, spät im Herbst das erledigen, dann sind sie in tiefe Bodenschichten abgewandert. Allerdings gibt es weitere Gründe, das nicht zu machen, so man nicht einen ungemein schweren Lehmboden hat. 
Dieses Frühjahr begann ja alles andere als traumhaft. Der Winter war unendlich und meine Gartenlust dahin. Dann begann das traumhafte Frühjahr und ich hatte aber nicht die Zeit, alles das mit den Beeten zu machen. Ich lese viel über den Boden, seine Bewohner, das Mulchen und Pflanzen und Sähen in so einem Boden. Und ich überdenke meine Arbeitsweise und experimentiere. Vor allem bin ich gewillt, etwas zu probieren, wenn ich mir Arbeit damit spare. Arbeit sparen heißt hier auch, Zeit sparen. Das war absolut notwendig. 
Die Beete lagen also noch mit restlichem groben Pflanzenmaterial vom Wintermulch vor mir. 
Eine Schnur für die Gemüsereihen muß ich nicht mehr spannen, seit ich die Bewässerungsschläuche als „Linien“ in den Beeten liegen habe. Kommen wir wieder zu unserem Beispielbeet. Ich nahm mir die Lauch-, Salat-, und Kohlrabipflanzen und setzte sie ins Beet. Den Mulch schob ich ums Pflanzlöchlein beiseite. Ins Loch kam etwas vom Wurmhumus aus der Wurmfarm. Vorher hatte ich übers ganze Beet noch Gesteinsmehl und Hornmehl gestreut. Kein Umgraben, keine Grabegabel, keine Hacke und kein Rechen. Loch in den Boden und Pflanze rein. Mehr Arbeit habe ich mir mit den Beeten nicht gemacht.  Rasenschnitt als  Mulch und Frühjahrshäckselmaterial war auch vorhanden. So wurde alle freie Erde gleich wieder zugedeckt. 
Auf diese Weise habe ich alle Beete und das Gewächshaus „bearbeitet“. Der Boden wurde nicht bearbeitet, das machen die Regenwürmer, Asseln, Tausendfüßler und unzählige weitere sichtbare und unsichtbare, da mikroskopisch kleine, Helfer. 
Ackerbohnen sähen? Klar. Mulch beiseite schieben, Rille mit der Handschaufel kratzen, Samen rein, Rille zuschieben und alles fest andrücken. Die Bohnen keimten alle und wachsen munter vor sich hin. Radieschen zwischen dem Salat? Geht genauso. 
Der Boden muss nicht gehackt und locker sein. Ich habe einmal etwas sehr interessantes dazu gelesen. Wenn ein Samen in der Natur auf den Boden fällt, ist der Boden nicht gehackt und gerecht. Der Samen muss Bodenkontakt haben und dann keimt er. So zum Beispiel auch überall in den Beeten die kräftigen Salatpflanzen, die sich letzten Herbst selbst aussäten. 
Und was machen wir? Wir streuen in einen wild gelockerten Boden kleine Samen wie Radieschen oder Möhren und ziehen die Reihen nur locker zu. Viel Luft und Spalten sind im Boden. Der Samen liegt vielleicht in einer winzigen Erdhöhle da unten. Bodenkontakt hat er kaum. Wird jetzt nicht gründlichst gegossen und alles wieder zugeschlämmt, dann kann er schlecht keimen, weil er die Bodenfeuchte nicht abbekommt, in seiner Luftkammer. 
Daher ziehe ich nur eine Rille, sähe und drücke dann die Erde auch wieder mit den Handrücken fest. Gerade in so trockenem Boden, wie bei uns, zeigte sich das als sehr effektiv. Meine Samen keimen jetzt besser als sonst immer. Täglich gießen bis zum Keimen ist mir aus zeitlichen Gründen nicht möglich. 
Und Möhren? Ja auch Möhren. Die keimen elend langsam, sie brauchen immer feuchten Boden. Genau die profitieren glaube ich besonders von dieser Methode. Just heute morgen im Garten konnte ich erfreut feststellen, wie schön sie auflaufen. Und das ist bei der ersten Aussaat neu bei mir. Ich musste immer etliche Male nachsähen. 
Was ist mit Unkrautsamen, die aufgehen? Klar gibt es die. Vogelmiere und Baumspinat zum Beispiel bei mir ganz extrem. Auch hier kann ich etwas sehr erfreuliches Beobachten. Selbst jetzt im Mai ist noch nicht all zu viel davon gekeimt. Ich kenne auch das anders, dass die komplette Aussaat und junges Gekeimtes davon erstickt wurde. Grubbere und grabe ich in der Erde vor meiner Gemüseaussaat, dann befördere ich natürlich damit auch die im Boden immer befindlichen Unkrautsamen nach oben. Sie keimen. Ich ändere an der Bodenschichtung nichts und die Samen vom Unkraut bleiben im Boden, wo sie nicht keimen, weil sie vielleicht zu tief liegen. Jedenfalls ist auch das mit dem Unkraut deutlich harmloser als sonst. 
Diese Art des Gärtnerns ist nicht die Konvention, es ist anders und ich weiß, dass es nicht viele einmal auch so versuchen werden. Dennoch ist vielleicht der eine oder andere mutig und neugierig genug geblieben, um auch einmal andere Methoden zu testen. Zumindest habt ihr jetzt einmal davon gehört und ich werde auch weiter darüber berichten, wie es sich entwickelt. 
Jedenfalls sind jetzt auch die Kohlpflanzen gesetzt und der Sellerie gepflanzt. 

Im Garten am Dorfweiher habe ich auch nicht umgegraben oder mit der Motorhacke gearbeitet. Wie ich die Kartoffeln gepflanzt habe, steht HIER beschrieben. Im Prinzip auch wieder Rille ziehen und Kartoffeln rein. Zuziehen und Stroh drauf.

Die Ackerbohnen keimten auch hier wunderbar. Topinambur und Yacon wurden auch nur einfach gepflanzt, genau wie der Spätkohl. Alles ist sofort angegangen und wächst.

Hier allerdings ist wegen der Brennesseln, Quecken und vor allem Ackerwinden das Unkraut deutlich aggressiver, als oben im Garten. Nur Mulch langt nicht. Ich habe die Reihenzwischenräume mit Mulchfolie belegt. Ich bin gespannt, wie sich das Auswirkt.

Der erste Gartentag neigt sich seinem Ende zu. Aber der Buchs unterm Hausbaum wird noch gestutzt. Das ist sein erstes Mal. Die Pflänzchen habe ich aus kleinen Stecklingen selbst gezogen. Das ist ein paar Jahre und Buchsschnitte her. Nun sind sie endlich ordentlich gewachsen und können in Form gebracht werden. 
Bevor es ins Haus zurück geht, mache ich noch einen bewundernd staunenden und genießenden Gartenrundgang. Schaut hier, der Mohn wird bald blühen. Wie er wohl morgen Früh aussieht? 

Im Gemüsegarten wird Zeit gespart und im Ziergarten die Zeit genossen

Die Nächte im Sommer sind kurz, der frühe Sonnenaufgang holt mich aus den Federn. Ich will schließlich nichts von der herrlichen Jahreszeit versäumen.

Und siehe da, der Mohn ist auch schon wach und hat seine riesigen Blütenblätter entknittert.

Ob es heute noch Regen gibt? Schön wäre es (war aber nicht so…), der Himmel mit den dramatischen Wolken macht sich doch gut zum roten Mohn.

Es ist Pfingstsonntag. Heute wird im Garten genossen und weniger gerackert. Schauen wir doch gleich mal nach den aktuellen Blütenereignissen. 
Immer wieder entdecke ich neue Form- und Farbkombinationen bei den Akeleien. Blau und mit einem Rokoko-Rock aus blauen Blütenblättern ist diese  hier im Gemüsegarten. 

Die gefüllte blaue Clematis „Countess of Lovelace“ blüht zum ersten Mal gefüllt. Sie war sonst immer krank, die ersten Jahre hatte sie die Welke. Daher kamen, wenn überhaupt, immer nur die späteren ungefüllten Blüten.

Neue Insekten konnte ich entdecken. Eine Holzbiene frühstückt auf dem Brandkraut.

Das Brandkraut ist riesig geworden. Die Blüten locken alles an, was brummt. Dementsprechend laut ist es hier neben der Staude.

Der bulgarische Zierlauch oder Honiglauch hat seine Blütenglöckchen geöffnet. 
Daneben blühen meine Mini-Lupinen. Gerade mal dreißig Zentimeter hoch sehen sie genau aus, wie ihre großen Verwandten. 
Überall im Garten die großen stolzen Blütentriebe der Iris. 

Die gibt es sogar im absoluten Kontrast zu der kräftig braun-lila-gefärbten Sorte. Eine fast durchsichtig weiß-rosé-farbene Variante.

Mein Kussröschen blüht traumhaft schön. Ein Schrottwichtelgeschenk zu Weihnachten. Ein roter  Restposten-Preisaufkleber leuchtete auf der Plastiktüte, in  der es  steckte. 90 Cent war es also noch Wert gewesen. Seine kleinen Blättchen waren dick mit weihnachtlichem Goldglitter eingesprüht. Ich bekam es als Trostpreis. Die eigentliche Eigentümerin hätte es in den Müll geworfen. Das war nun also vor 5 Monaten. Muss ich mehr dazu sagen? Und glaubt ihr, wie sehr ich mich über diese wirklich wundervollen Blüten freue?
Das Röschen steht auf dem Tisch wo bald wieder der Kaffee serviert wird. Und zum Kaffee brauchen wir natürlich wieder etwas Süßes. Die neue Lieblingsbackform zaubert einen Rührkuchen mit Puddingschmand-Decke und Himbeermus-Flecken. 

Hier als verbringen wir die Kaffeezeiten. Der schönste  Ruheplatz im Garten. Der lichte Schatten unter der alten Haselnuß ist traumhaft. 
Bevor nun wieder ein Feiertag und Gartentag zu Ende geht, schauen wir noch einmal auf andere Rosen. 
Marguerite Hilling kümmerte seit 2012 am Gartenzaun. Sie wuchs nicht und hatte jedes Jahr vielleicht 2-3 Blüten. Ich pflanzte sie letztes Jahr um. Dieses Jahr ist sie um ein Vielfaches größer, als sie es in all den Jahren zuvor jemals war. Und schon jetzt der erste Blütenrausch. Sie ist remontierend, so dass das nicht die letzten Blüten dieses Jahr sein werden. 

Pompon der Bourgogne. Keine einfache Rose, aber so unendlich süß mit den winzigen Blüten in Briefmarkengröße und den Knospen mit grünen, fransigen und langen Hüllblättern.

Bei Pfingsten und Rosen denkt man natürlich auch gleich an Pfingstrosen. Die haben es leider nur fast geschafft. Pfingsten ging ohne deren Blüten vorbei. Aber die Knospen in einer nicht gekannten Anzahl versprechen viel für die nächsten  Tage. 
Und klar, auch das ist eine  „Rose“. Die ersten Blüten der Seerose schwimmen auf dem Wasser. 
So geht also eine wunderbare Pfingstfeiertagszeit zu Ende. Wir genossen unser Paradies. Am Sonntag besuchten wir noch eine Geburtstagsfeier und ließen ansonsten alle Fünfe gerade sein. 
Morgen geht es wieder zur Arbeit, es wird ein sehr langer Tag. Schließlich müssen wir die Arbeiten der letzten freien Tage nachholen. Zum Abschluss der  Genuß-Tage im Garten also noch einmal ein abendlicher Blick zurück in den Gemüsegarten. Dann geht es wieder rein ins Haus.

Man darf den Tag nicht vor dem Abend loben….

Aber dann wurde der Abend doch noch richtig  mies. 

Gefreut habe ich mich auf diesen Samstag. Viel hatten wir vor, was lange schon gemacht gehört. Erfahrungsgemäß ist dann, wenn alles erledigt ist, so ein gutes Gefühl im Bauch und den müden Knochen.

Das Wetter war wohl bewölkt aber von angenehmer Temperatur zum Arbeiten im Garten. Früh beizeiten ging es los, für’s Mittagessen nahmen wir uns nur wenig Zeit. Der Kaffee war schnell getrunken und abends waren fingen wird  gerade an,  herunter zu fahren.

Da erreichten uns Meldungen am Handy bezüglich des Geschäftes. Gestern Abend schon hat mir eine EDV-Geschichte den Feierabend versaut. Heute wissen wir, dass ich einen winzigen Fehler machte, der aber größere Auswirkungen hat. Ich habe zwei grüne Daumen, aber keinen einzigen Daumen für EDV und Computer und so ein Zeugs. Es hilft nichts, Volker muss ins Geschäft fahren und das bereinigen. Der gemütliche  und entspannte Abend ist damit gelaufen. Was könnte ich mich ärgern. Und wie versaut einem so eine dumme Sache das Wochenende.

Nun bin ich frustriert und sitze also am Samstag Abend vor dem Laptop. Vielleicht baut mich das Schreiben über den ansonsten schönen Tag, all das Geschaffte und die sonnigen Frühlingserinnungen daran wieder auf.

Wie begann also dieser Tag? 

Ich las beim Frühstück in einem Land-Magazin über das Zimbelkraut. Na, da habe ich aber auch genug davon im Garten. Gleich musste ich, mit dem Handy ausgerüstet, hinaus.

Ich liebe es wirklich. Diese winzigen etwa 5 mm großen Blüten sind so bezaubernd. Die Farbkombination mag ich sowieso. Vor langer  Zeit hatte ich mir mal aus den Mauerfugen in einem historischen Garten das mir damals noch unbekannte Wildkraut gerupft und daheim eingepflanzt. Also 15 Jahre ist das mindestens her. Seither begleitet es mich immer und überall. Vom damaligen Hinterhof mit Kübelpflanzen ist es nun schon lange in meinem Landgarten heimisch.

Es wird wieder bis zum Frost im Herbst durchblühen. Es samt sich selbst aus. Sprießt aus den Fugen in der Trockenmauer, im Pflaster, im Gehweg oder in Kübeln und Beeten. 

Oder eben in den Kübelpflanzen. Hier zum Beispiel in meiner über 30 Jahre alten Washingtonia. Und hiermit habe ich es in meinen Garten „eingeschleppt“. Das ist noch aus dem Hinterhofgarten. Im filzig-luftigen Stamm der Palme wurzelte es und samte sich immer wieder aus. 

Heute wird ein Nutzgarten-Tag

Da heute ein  praktischer Nutzgartentag wird und das Zimbelkraut ja eher eine Zierpflanze ist, schwenke ich nun über die ersten Blüten der Erdbeere, einer Nutzpflanze, zum eigentlichen Tagesthema. 
Zum Nutzgarten gehört ja auch mein Obstgarten. Und hier gab es die Tage eine freudige nun im dritten Jahr erziehe, hat die ersten Blüten angesetzt. Oh das wäre wundervoll, wenn hier die ersten Früchte reifen würden. Dann weiß ich endlich, wie sie schmecken, welche Konsistenz und welches Aussehen sie haben. Bislang ist mir nur bekannt, dass es Lageräpfel sind. Der erste Bissen eines eigenen Apfels von den Bäumen wird also auf alle Fälle noch etliche Zeit auf sich warten lassen.  Das Spaliergerüst beschreibe ich HIER. Ihre wirklich interessante Geschichte und Herkunft kann man HIER nachlesen. 
Die letzten Tage  habe ich – der Urlaub sei dank –  ausschließlich im Gemüsegarten verbracht. Jetzt sind alle Beete einmal vom großen Unkraut befreit. Brennnessel und Löwenzahn waren die Hauptakteure bis dahin. Es liegt noch der restliche Mulch vom Winter. Zum Wegräumen kam ich noch nicht. Ich will es auch so lassen, weil dann wenigstens etwas auf der sonst nackten und ungeschützten Erde liegt. Ein scheußlicher Gedanke für einen Mulch-Gärtner, wie ich mich seit den Erfolgen des letzten Jahres endgültig bezeichnen möchte. 
Hier in den Gemüsebeeten ist ein traumhaftes Weben und Treiben im Untergrund. Es sind Unmengen an Würmern und Tausendfüsslern und anderen Tierchen vorhanden. Die Würmer huschen sogar über die Erde, während ich in der Nähe Unkraut grabe. Um jeden Wurzelballen oder im entstandenen Loch beim Löwenzahn ausgraben sind Mengen an Würmern. Die muss ich halten, daher darf der Boden nie unbedeckt sein. Vor meinem Mulchen waren so gut wie keine Würmer im Boden!  Und ich muss sie füttern – mit Mulch – damit sie weiter unaufhaltsam mir ihre Dienste erweisen. Ihre Arbeit kann keine Maschine oder kein Dünger und sonst Mittelchen, was man auf die Erde aufbringt, ersetzen! 
Heute habe ich Kompost auf die Beete verteilt. Mangels Zeit auch hier wieder ungesiebt, weil er ohnehin sehr schön locker und fein krümelig ist. Dann kam die entsprechende  Menge Steinmehl darüber und schließlich der Rasenschnitt von gestern Abend. Ein Beet ist fertig gemulcht und kann die nächsten Tage bepflanzt werden. 
Gottseidank haben wir auf Grund der großen Rasenfläche immer wieder Mulchmaterial zur Hand. Leider zu wenig aber ich bin dankbar für die Menge, die ich bekomme. Würde es bei uns auch mal regnen, hätte das Gras mehr Zuwachs. Es ist halt schon wieder ein wenig trocken hier. 


Gemüseexperimente im Gewächshaus

Nach der Mulcharbeit habe ich die Tomaten, die schon sehr groß sind, aus dem geschützten Partyraum endgültig ins Gewächshaus gestellt. Dort sind die Lichtverhältnisse eindeutig besser. Aber ich bin froh, dass sie noch im Haus waren. Die Nacht zum Freitag hatte Temperaturen, die nur minimal oder gar nicht mehr über dem Null-Punkt lagen. Da wäre es auch im Gewächshaus, vor allem für die Paprika, zu kalt geworden. Sie hätten einen Wachstumsschock bekommen, von dem sie sich wieder lange nicht erholt hätten. 
Im Gewächshaus stehen ja noch viele andere Jungpflanzen. Den Grünspargel zeigte ich bereits. Aber seht mal, in welch unbeabsichtigt witzigen Kombination er in der Topfplatte steht. Was isst man gern zu frischem Grün-Spargel? Na? 
Klar! Kartoffeln. Ja, wirklich, direkt neben dem Spargel stehen, wie später auch auf dem Teller, junge Kartoffelpflanzen. 

Wundert euch nur. Normal ist das ja auch wirklich nicht. Und meine Kartoffeln für die Küche stecken schließlich auch schon im Boden. Die hier sind ein Experiment, eine gärtnerische Spielerei. Im Samenkatalog fand ich Kartoffelsamen. Eine Mischung an Samen verschiedener Sorten. Eine Anregung zum Selberzüchten. 
Im Jahr davor wollte ich schon Samen von meinen Kartoffeln abnehmen, weil in einem hochinteressanten Artikel zum Thema Kartoffeln stand, dass man sie sähen kann. Es wird oder wurde auch schon damit experimentiert, Kartoffeln leichter für mehr Menschen zur Verfügung stellen zu können, in dem Samen statt Steckkartoffeln verteilt und gelagert werden. 
Ich habe die Samen bestellt und gesät. Jetzt habe ich wohl etliche unterschiedliche Kartoffelpflanzen nicht bekannter Sorte(n). Spannend! 
Und nun haltet euch fest. In der aktuellen Ausgabe eines von mir heiß geliebten Gartenmagazins für natürliches Gärtnern und leben (ich nenne jetzt keine Bezeichnung, sonst muss ich am Ende den Beitrag  wieder als Werbung deklarieren, was ich nicht möchte) ist eine Beschreibung, wie man seine eigene Kartoffelsorte selbst züchtet, ausgehend von gesäten Kartoffeln. Die lassen aber ihnen bekannte Sorten sich bestäuben und nehmen dann die Samen. Diesen ersten Schritt habe ich mir erspart. 
Ob ich wohl Kartoffeln hinbekomme, die ich dann gern auch mal weiter verwende. In 10 Jahren immer noch? Das ist alles höchst aufregend und ich bin neugierig, was daraus wird. Jetzt sind erst einmal die Samen gekeimt und ich habe winzige Kartoffelpflanzen. Was weiter geschieht, demnächst in diesem Blog. 
Aber eigentlich möchte ich mich ja meiner geschafften Arbeit bewusst werden und mich vom miesen Abend ablenken. 

Wem die Arbeit im Garten nicht ausreicht, macht eben draußen weiter…

Zurück also zum Tagesgeschehen. Was sich auch außerhalb des Gartens abspielte. 
Und wenn ich schon einmal außerhalb meines Gartens bin, nutze ich die Gelegenheit. Mein Weinberg sieht von draußen auch recht ordentlich aus. Alle Rebstöcke haben diesmal überlebt. Der eine erfrorene vom letzten Jahr ist durch einen neuen ersetzt. Die Schnittarbeiten und Anbindearbeiten wurden durchgeführt. 
Geht man da draußen auf dem Zufahrtsweg einen Schritt zurück, sieht man den Weinberg hinter dem Zaun und auch einmal die alte Ligusterhecke. Oh weh, die muss dieses Jahr auch wieder geschnitten werden…… 

Und drehe ich mich hier vor dem Gartenzaun um, kann ich meinen Weihergarten erblicken. Seht ihr den roten Pfeil? Da ist der Eingang und das Stückchen Land rechts vom Türchen ist meines. Da kommen wir auch gleich noch hin. 
Und schon sind wir bei der Arbeit. Zwischen dem Zufahrtsweg vor unserem Zaun und der Dorfstraße liegt ein steiler Hang.  Es ist unsere Aufgabe, den Bereich vor unserem Grundstück, zu mähen. 
Das geht nur mit der Motorsense. Der Rasenmäher geht ab einer gewissen Steillage und Neigung immer aus. Zudem droht er ständig um zu kippen. Also spielen wir ein paar Mal im Jahr Bergbauern und mähen den Steilhang. Das ist immer eine wenig beliebte Arbeit, bei uns beiden. 
Es muss aber sein. In 14 Tagen ist Kirchweih im Dorf. Die findet auch noch direkt vor unserem Haus, neben dem Dorfweiher statt. Und der Kirchweihumzug führt hier auf der Dorfstraße an unserem Grundstück vorbei. Da muss man schon alles herausputzen. 
Meine beiden Quittenbäume (fränkische Hausquitte und Baumwollquitte) pflanzte ich vor über vier Jahren. Es waren damals nur jeweils ein dünner Ast, ohne Seitentriebe und vielleicht 50 cm lang.  Ich band sie damals an einem Stock fest, damit sie nicht umgeknickt werden. Der Nachbar sah mich und fragte, ob ich nicht ein wenig sehr dünne Stützen verwende. Ich musste ihn aufklären. Das „sehr dünne“ ist der Baum und das Dicke ist die Stütze. Bilder dazu hatte ich damals auch veröffentlicht.  Früher hatte ich noch sehr kleine Bilder im Blog, die aber beim Anklicken größer werden. Schaut einfach mal HIER vorbei.  
Seither sind sie wirklich schon gut gewachsen. Allerdings blühen sie schon seit zwei Jahren, bringen aber keinerlei Fruchtbehang hervor. Ich hoffe, das ändert sich noch. Vielleicht dieses Jahr? Knospen haben sie jedenfalls wieder ausreichend. 
Der Wiesenschnitt vom Steilhang kommt gleich  runter in den Weihergarten als Mulch. 
Wie ihr sehen könnt, habe ich ein  paar Bahnen Bändchengewebe verlegt. Dazwischen sind Ackerbohnen gesät, Topinambur gesteckt und die Yacons kommen noch dorthin. Irgendwie muss ich mit den wirklich üblen Unkräutern dort unten zurecht kommen. Ob das Gewebe mir dabei hilft? Ich versuche es dieses Jahr zum ersten Mal. 
Wer schon mal mit Quecken und Ackerwinden zu tun hatte, weiß sicher, wie hartnäckig die sind. 
Ein paar Meter Hecke stehen auch am Steilhang. Damit wir den Kirchweihumzug richtig beobachten können, und weil es nötig war, wurde die Hecke gleich mit geschnitten. 
So langsam wird das Häckselmaterial echt viel. Kommende Woche muss ich wohl mal wieder den großen Häcksler anschmeißen. Das kommt mir ganz gelegen, brauche ich doch noch viel Mulchmaterial. 
Ihr seht, die Sonne geht langsam unter. Der Samstag geht zu Ende und ein wohlverdienter, ruhiger Abend naht. 
Jedenfalls holen wir bei der sehr hilfsbereiten Nachbarin (der ja mein Weihergarten eigentlich gehört) noch  einen Anhänger voll Stroh. Mit ihren sieben Pferden hat sie das natürlich immer ausreichend vorrätig. 
Somit kann ich die in der vergangenen Woche gesteckten Kartoffeln dick mit Stroh mulchen. 
Ein wenig  hebe ich mir für den Garten oben auf. Das kommt zwischen die Erdbeeren und unter die Beerensträucher. 

Tagesarbeit geschafft, der Abend geht auch vorüber und eine Einladung

Jetzt ist Feierabend. Naja dachten wir  halt wenigstens. 
Und ich habe jetzt wieder sehr viel geschrieben. Es hat mich abgelenkt und auch   Spaß gemacht. 
Mich selbst überrascht, wie viel doch immer wieder zu tun ist und über wie viele spannende Dinge man immer wieder berichten kann. 
Vielleicht sollte ich auch einmal erwähnen, dass Interessierte immer herzlich eingeladen sind, einen für uns beide passenden Termin aus zu machen und mich (uns) im Garten besuchen zu kommen. 
Vielleicht ist das eine oder andere Thema für den einen oder anderen interessant? Vielleicht überlegt jemand, selbst einen Garten zu bearbeiten oder sich mit Obst und Gemüse selbst zu versorgen und hat viele Fragen? Themen gäbe es sicher ausreichend, worüber es ich zu reden lohnt. Erfahrungen und Ideen austauschen ist für mich immer sehr wichtig. 
Also bitte keine Scheu. Kontakt gern über eine Kommentar oder über die Adresse im Impressum

Nahrungsergänzung für meine Würmer in der Wurmfarm

Humuswirtschaft im Biogarten

Unter dem Label Humuswirtschaft werde ich fortan immer wieder über genau diese in meinem Biogarten berichten. Humuswirtschaft besteht für mich in meinem Garten aus den Bereichen Wurmhumus in der Wurmfarm, Kompost und Dauer-Mulch in den Gemüsebeeten. 
Die Regen-Würmer und der Humus sind der Mittelpunkt eines Biogartens, sein Herz, sein Motor und seine Seele. Wer sich einmal damit befasst hat, weiß um die Bedeutung der Arbeit der Regenwürmer und unzähliger anderer Organismen, die organische Masse in lebendigen Dünger und Boden umwandeln. Heinzelmännchen, die unentgeltlich für uns Arbeiten. Pausenlos. Nur eines verlangen sie für ihre Arbeit, genau wie „die Heinzelmännchen“: freie Kost und Logis. 
In vielen  Blogs lese ich von  begeistert und leidenschaftlich gartelnden Mit-BloggerInnen. Von Biogärtnern, die ihr Gemüse anbauen und (zurecht) stolz darauf sind. Gleichzeitig merke ich aber oder lese es in Kommentaren, dass sie ihre Bio“abfälle“ entsorgen. In der jeweiligen städtischen Tonne oder bei größeren Mengen auf den vorhandenen Deponien. Sie lassen es für teures Geld abholen und kaufen wieder für teures Geld Dünger ein. Organischen oder mineralischen Dünger, welchen, das  weiß ich nicht. Für mich wäre es undenkbar, wertvolle organische  Substanz  zu entfernen. Nur bei ausgerupften Wurzel- und  Samenunkräutern mache ich eine Ausnahme, die entsorge ich auch. 
Dabei ist doch dieses Materialverschieben überhaupt nicht notwendig. Ich möchte dann immer am liebsten gleich mal zeigen, wie man es verarbeiten (lassen ) kann. Vor Ort und für all die unbezahlbaren Vorteile für den Boden, die Pflanzen, die Umwelt und den Geldbeutel. 
Daraus ist die Idee entstanden, meine Erfahrungen und vorhandene Möglichkeiten hier einfach in den Berichten zur Humuswirtschaft dar zu stellen. Zu erklären und vielleicht hier und da einen leidenschaftlichen Hobbygärtner oder Gärtnerin dazu verführen, es einmal  mit den  Heinzelmännchen zu versuchen. Im Garten oder in der Farm. Im Kompost oder als Mulch. 
Heute geht es einmal wieder um meine Wurmfarm, die ich seit Juni 2014 betreibe.
Sie ist die kleinste und komprimierteste Form, seine organischen Abfälle in Humus zu verwandeln. Und seien es nur die Küchenabfälle, die in der dreistöckigen Wurmfarm mit einem Durchmesser von 50 cm und einer Höhe von etwa 75 cm in Humus verwandelt werden. 
Ich füttere hier auch die kompletten Küchenabfälle und immer wieder frisches Grün aus dem Garten. 

Der Aufbau der Wurmfarm

Aber schauen wir uns das Prinzip so einer Farm einmal näher an. 
Oben drauf ist ein Deckel, der unbedingt Luftlöcher haben muss. Das Milieu in einer Wurmfarm muss immer aerob sein! 
Das bedeutet zwei Dinge: 
  1. Würmer brauchen Sauerstoff zum Leben. Sie verwandeln die Abfälle nur in wertvollen Humus, wenn genügend Sauerstoff vorhanden ist. Beim Bokashi ist es genau anders herum, die dortigen Organismen dürfen keinen Sauerstoff bekommen,  es herrscht anaerobe Bedingungen.
  2. Weil aerobe Bedingungen in der Farm herrschen (müssen) stinkt sie auch nicht. 

Nimmt man den Deckel ab, blickt man in die oberste der drei Schalen. Die Schalen sind am Boden, wie ein Sieb mit unzähligen großen Löchern versehen. Durch diese Löcher wandern die Würmer von einer Schale in die andere. 

Was fressen die Würmer in der Farm?

Oben also wird gefüttert. Hier kommen die (klein geschnittenen) Küchenabfälle hinein. Alles Organische kann hier umgesetzt werden. Natürlich ist auch hier wieder das Bioobst und -gemüse vor zu ziehen. Giftige Rückstände auf Bananenschalen und Zitrusschalen wären auch für die Würmer Gift. Vom Garten oder Balkon können auch abgeschnittene Blüten oder Zweige von Stauden gefüttert werden. Unkrautblätter (keine Wurzeln!).
Nicht in die Schale dürfen Essensreste von Fleisch und Wurst oder Getreide, Öl, Knochen, Gekochtes, Salziges. Größere Mengen Zwiebeln und Knoblauch oder Kohl und Rhabarber. Milchprodukte oder Fäkalien. Also eigentlich alles wie auf dem Kompost. Die Zitrusschalen und der Rhabarber bringen unter Umständen zu viel Säure in die Farm. Zwiebel und Knoblauch können zu scharf für die Würmer sein, die ja nicht ausweichen können, anders als am Komposthaufen im Garten. Gespritzt dürfen die Schalen niemals sein. Meine sind bio-Zitronen, die ich für die Kefirbereitung  brauche. Danch kommen sie vorverdaut in die Wurmfarm. 
Ebenfalls nicht in die  Fütterschale dürfen Pflanzen-Teile die noch lebensfähig sind. Das klingt jetzt schräg, was ich aber damit meine sind zum Beispiel Kartoffeln, die nur  verschrumpelt sind oder die oberen Abschnitte vom Wurzelgemüse. In der Wurmfarm ist es immer feucht und es herrscht ein gesundes, überhaupt nicht aggressives  Milieu, wie es in unreifen Kompost der  Fall ist. Kartoffeln treiben hier aus und auch die Reste des Wurzelgemüses bildet Wurzeln und wahnsinnig lange Triebe. Das verrottet nicht und man muss es mühselig einzeln von Hand entfernen. Auch Saaten, die noch keimfähig sind auch Reste der Sprossenzucht in der Küche wachsen hier weiter anstatt zu verrotten. Die dürfen auch nicht eingebracht werden. 
Da der Speiseplan gerade jetzt in den ersten Monaten des Jahres für die Würmer recht  einseitig ist, gebe ich hin und wieder eine Hand voll Wurmfutter hinzu. Das sind organische Abfälle  mit Mineralien und Vitaminen in  Pelletform. Die werden vom Anbieter der Farm empfohlen. Als Ergänzungskost und um Mangelerscheinungen vor zu beugen. Tatsächlich hatte ich anfangs im Winter einen starken Rückgang der  Wurmpopulation zu verzeichnen. Seit ich diese Nahrungsergänzung ab und an mit rein gebe, arbeiten und vermehren sich die Würmer tadellos. 

Wichtig ist viel Pappe und Eierkartons mit einzufügen. Den enthaltenen Kohlenstoff benötigen die Würmer bei der sonst stickstofflastigen Ernährung, um Humus machen zu können. Das ist aber im Kompost im Garten exakt das Gleiche. Nur Rasenschnitt verrottet nicht. Es bedarf auch hölzernes oder Stroh mit drin.

Man soll die Pappe oder Kartons einweichen, bevor man sie in die Farm gibt. Das machte ich anfangs gewissenhaft. Das Ergebnis war eine viel zu feuchte Farm mit üblen Gerüchen, weil Sauerstoffmangel herrschte. Seit ich die Pappe immer trocken einbringe habe ich das Problem nicht mehr. Außer ich füge zu viel frisches Material auf einmal hinzu. Dann kommen die Würmer mit der Verarbeitung nicht nach und es  beginnt zu riechen. Dann lasse ich den Deckel offen und lockere mit einer Schaufel.  So beseitige ich das Problem rasch.

Auch die Eierschalen vom Kochen und Backen werden im Backofen sterilisiert (Salmonellengefahr!) und dann im Mixer zu Mehl gemahlen. Eierschalen können so aufgearbeitet von den Würmern verwendet werden. Zudem puffern sie die reichlich entstehenden Huminsäuren. Würde das Substrat zu sauer könnte es die  Würmer schädigen. Sie brauchen dieses auch, um selbst ihre Eier ordentlich legen zu können. Was zu viel ist für die Wurmfarm, gebe ich immer auf den Kompost im Garten.

Hebt man den oberen  Deckel ab, sieht man die fleißigen Würmer das neue  Material erkunden.

Fressen können sie es freilich noch nicht. Das Blatt Salat zum Beispiel können sie, anders als Schnecken,  ja nicht anbeißen. Mikroorganismen müssen es erst matschig vorverdauen. Wenn es dann im Zersetzungsprozeß ist, dann können die Würmer die entstehenden  Säfte aufschlürfen.

Wo kommen jetzt die vorverdauenden Mikroorganismen her? Die haben die Würmer an sich! Die Würmer kriechen über die neuen  Nahrungsmittel in der Farm. Sei es Salat, Kartoffelschalen, Bananenschalen, Apfelbutzen oder anderes. Sie machen dies tatsächlich mit Absicht. Dadurch übertragen sie  ihren Schleim, der sie umgibt, auf das organische Material. In dem Schleim leben, genau wie im Verdauungstrakt des Wurmes, eben diese ungezählten Mikroorganismen. Sie fangen sofort an, die organische Masse ab zu bauen und für die Würmer verdaulich zu machen.

So gibt man also nach und nach die Küchenabfälle und der Garten- bzw. Balkonabfälle statt in die Biotonne, hier in die Wurmfarm. Ist die Schale fast bis oben hin voll, so kommt eine leere Schale oben auf und man füttert dort weiter. In der vormals oberen, jetzt mittleren Schale, verrichten die Würmer weiter ihre Arbeit zusammen mit den Mikroorganismen. 
Es ist hier schon viel Humus zwischen der organischen  Substanz erkennbar. 
Wer sich nun fragt, wo denn immer die leere Schale für ganz oben drauf herkommt, der sieht es hier im folgenden Foto. 
So sieht heute die unterste Schale aus. Es sind keine organischen  Materialien mehr zu erkennen. Die Würmer arbeiten aber noch die unsichtbaren Reste auf. 
Ist also die oberste  Schale voll, dann hat man die unterste Schale gefüllt mit fertigem Wurmhumus. 
Mit ein wenig Erfahrung und Fingespitzengefühl klappt das tadellos. Dann erntet man den fertigen Humus. Jetzt ist nur noch die Schale ein wenig aus zu waschen (Waschwasser ist bestens für den Boden geeignet, also immer im Gemüsebeet auswaschen) und kann sie leer oben auf setzen 
Wie ich „ernte“ und den Humus dann verwende oder zwischenlagere, erkläre ich ein anderes Mal. 

Eigentlich unbezahlbarer Biodünger, selber gemacht aus Bioabfällen.

Die unterste Schale hat einen Auslauf für das Sickerwasser. In der Mitte hat sie bei diesem Modell ein geniales Plateau. Die Würmer sind ja neugierig und kriechen überall hin. Gelangen sie dann in die Unterste Schale mit dem Sickerwasser kann es sein, daß sie nicht mehr nach oben kommen. Durch dieses Plateau auf das sie bequem kriechen können, erreichen sie aber mühelos wieder die unterste Schale mit Wurmhumus. Von dort können sie in die anderen Schalen weiter wandern. 

Bei mir hängt unter dem Ablauf, der immer geöffnet ist, damit sich nicht zu viel ansammelt, ein Behälter. Das braune Sickerwasser, welches unten aus der Farm heraus tropft, ist wertvoller Dünger für den Garten, Kübelpflanzen oder Zimmerpflanzen. Die Flüssigkeit enthält Nährstoffe und Mikroorganismen, die dann auch dort, wo es gegossen wird, wieder positiv wirken können. Es ist ein Gesundserum für kränkelnde Pflanzen!
Die Arbeit mit meinen Würmern macht mir wirklich Spass. Und es freut mich immer wie gut es funktioniert. Wie ich eine Schale nach der anderen beernten kann. Es dauert im Winter länger als im Sommer, bis die unterste Schale fertig ist. Im Sommer ist der Prozeß in 4-6 Wochen abgeschlossen. Im Winter können es 8-10 Wochen sein. Die Würmer arbeiten nur bei einer Temperatur von 15 bis 30 Grad. Darunter stellen sie die  Arbeit ein und bei Frost erfrieren sie. Ist es über 30 Grad warm, stellen sie ebenfalls die Arbeit ein und können sterben. Bei mir steht die Farm im Kübelpflanzenüberwinterungsraum. Dort hat es im Winter etwas über 10 Grad. Dennoch arbeiten sie auch im Winter in der Farm. Im Sommer kann es bei den langen Hitzeperioden schon an die 30 Grad bekommen. Das merkt man den Würmern an, sie arbeiten dann nicht mehr und die Farm droht zu sterben. Ich hänge dann feuchte Tücher darüber und stelle sie manchmal wo anders hin, wo es noch ein wenig kälter ist. 
So, nun hoffe ich, daß ich Neugier wecken konnte. Jedenfalls freue ich mich darauf wieder einmal über die  Wurmfarm zu berichten und über die Arbeit der Würmer zu informieren. 

Kompost-Tee zubereiten und ausbringen

Humusgehalt im Boden verbessern, aber wie?

Die Bodenproben bezeugten es, ich habe keinen Humus im Boden

Manche von euch erinnern sich vielleicht an die hier vor wenigen Wochen besprochenen Ergebnisse der Bodenproben aus meinen Gemüsegarten. Die Hauptnährstoffe sind ganz deutlich im Ungleichgewicht. Was mich aber noch viel mehr irritierte und ratlos machte ist die Aussage, daß es absolut an Humus fehlt.

Der Humus im Boden und damit das Bodenleben sind aber die Voraussetzung für gesunde und gut wachsende Pflanzen. Ich weiß das ja eigentlich, mulche daher den ganzen Sommer, sähe im Herbst, wo es geht Gründünger aus und bereite schon immer selbst Kompost aus all den organischen Abfällen. Aber in den Jahren, die seit den ersten Bodenproben vergingen, hat sich nichts verbessert in meinem Boden. Die Werte sind eher schlechter und damals wie heute habe ich keinen Humus im Boden.

Mein alleroberstes Ziel in diesem Jahr ist es also, den Humusgehalt im Boden zu verbessern oder überhaupt erst aufzubauen. Dies wird wohl etliche Jahre dauern, aber ich muß es ernsthaft und nachhaltig beginnen.

Mulchen ist also angesagt, aber mit was?

Wie ich gerade in meinem neuen Gartenbuch lese, ist für den Humusgehalt, noch mehr als der Kompost einmal im Jahr, der ständige und ausgiebige Mulch auf dem Gartenboden verantwortlich.

Woher aber auf einmal so viel  Mulchmaterial nehmen? Der Rasen wird jetzt bald sehr häufig gemäht. Bis jetzt aber haben wir erst einmal gemäht und das war noch nicht sehr ergiebig.

Ich hole erst einmal  meinen Häcksler raus und mache alles kurz und klein, was ich finde. Sogar Wellpappe von Kartons wird geschreddert. Hauptsache der Boden liegt nicht unbedeckt in den Beeten.

Auch jeden noch vorhandenen Ast oder Stamm vom Heckenschnitt kam in die Maschine. Gerade das werde ich aber sehr aufmerksam beobachten. Bis jetzt ließ ich das nie mehr in die Beete gelangen. Beim Verrotten holzigen Materials wird viel Stickstoff gebraucht. Der steht den Pflanzen dann nicht mehr zur Verfügung. So zumindest habe ich es oft gelesen. Und zu Beginn meiner Zeit in diesem Garten hatte ich es sogar erlebt, daß die Pflanzen daran fast kaputt gingen. Nun muß ich aber lesen, daß zum Verrotten zwar der Stickstoff benötigt wird, aber im ewigen Gleichgewicht der Natur ist es eben nicht der Fall, daß er den Pflanzen geraubt wird. Auch hier bei meinen Kommentaren zu meinen Texten im Blog,  konnte ich bereits mehrmals davon lesen, wie toll eine dicke Schicht Häcksel dem Boden tut.

Es ist an der Zeit, das einfach noch einmal zu probieren.

Jetzt ist alles abgedeckt. Am Wochenende ist wieder Rasenmähen angesagt. Und neue Wellpappe, die wir nahezu unbegrenzt im Geschäft erübrigen können, habe ich ebenfalls mit heim gebracht.

Mulchen, mulchen, mulchen ist also das Motto für 2017.

gemulchte Gemüsebeete im Frühjahr (c) by Joachim Wenk
gemulchte Gemüsebeete im Frühjahr (c) by Joachim Wenk
Wellpappe gehäckselt als Mulchmaterial (c) by Joachim Wenk
Wellpappe gehäckselt als Mulchmaterial (c) by Joachim Wenk


Komposttee als Bodenverbesserer

Ebenfalls am Wochenende und noch vor dem Mulchen habe ich Komposttee ausgebracht. 
Komposttee wird aus fertigem Kompost gebraut (nicht gebrüht! wie Tee). Ziel aller Maßnahmen dabei ist die Vermehrung der wertvollen Bodenorganismen aus dem Kompost, nur jetzt im Wasser. 
Der fertige Tee wird schließlich verdünnt auf die Beete ausgebracht. Mit ihm die darin vermehrten nützlichen Mikroorganismen, die dann im Boden ihre wertvolle Arbeit verrichten können. Vorausgesetzt natürlich, der Boden ist feucht, enthält organische Substanz , wie meinen Mulch, und sie werden nicht durch ungünstige Maßnahmen oder Gifte getötet. 
Ich habe dieses Jahr das Kompost-Tee-Brauen den Angaben in der unterschiedlichen Literatur dazu angepasst. Als Kompost verwende ich den Wurmhumus aus meiner Wurmfarm, der um ein vielfaches mehr Mikroorganismen enthält, als der Kompost im Garten. 
In ein Wassergefäß füllt man Wasser (Brunnen- oder Regenwasser damit kein Chlor enthalten ist, ansonsten einen Tag Blubbern lassen, daß Chlor entweicht). Die Wassertemperatur ist optimal bei etwa 25 °C. Weil das zu dieser Jahreszeit keineswegs der Fall ist, heize ich das Wasser mit einem Aquarienheizstab auf. 
Die gewünschten Organismen sind allesamt aerobe Organismen. Sie brauchen also zum Leben Sauerstoff. Den bekomme ich mit einer Pumpe für Aquarien mit Sprudelsteinen am Schlauchende ins Wasser. Beide Gerätschaften sind sehr kostengünstig zu erhalten. 
Wenn das Wasser die  angepeilte Temperatur hat, löst man folgendes darin auf: 
Pro 10l Wassser  25 g Urgesteinsmehl, 40 ml Zuckerrübensirup (der vom Frühstückstisch, er dient den Organismen als Nahrung) und 30 g Kompost oder Wurmhumus. 
Komposttee wird gebraut (c) by Joachim Wenk
Komposttee wird gebraut (c) by Joachim Wenk
Das ganze Gebräu bleibt 24-36 Stunden stehen und blubbert vor sich hin. Aquarienbelüfter nie ausschalten! 
Danach ist der Komposttee fertig zum Ausbringen auf die Beete. Man kann ihn auch auf Blätter spritzen, muß dann aber mehr verdünnen. 
Wie bei Brennesseljauche, verdünnt man etwa 1l Tee mit 10l Gießwasser. 
Der Komposttee ist nicht als Dünger zu sehen, sondern als Impfung des Bodens mit den gewünschten Bodenorganismen. Diese zersetzen dann während ihres Alltages im Gartenboden die organische Substanz und stellen damit den Pflanzen Nährstoffe zur Verfügung. 

Komposttee arbeitssparend ausbringen – auch in größeren Gärten

Ein knapper Liter Tee in eine Gießkanne voll Wasser und dann gießen. Das klingt einfach. Ich benötige aber so in etwa 60 Gießkannen voll. Das ist eine Arbeit für mehrere Stunden, den Komposttee so auszubringen. Die Erfahrung zeigte das. 
Daher habe ich im Winter überlegt und recherchiert und bin dann im Internet auf ein „Gerät“ gestoßen, daß genial sein müsste. Gleich habe ich es mir zugelegt und wartete nun seit Monaten auf den ersten Test. 
Düngerbeimischer für den Hausgarten (c) by Joachim Wenk
Düngerbeimischer für den Hausgarten (c) by Joachim Wenk
Und, ja, es ist genial! So einfach habe ich noch nie den Tee ausgebracht und auch die Brennesseljauche werde ich so künftig ausbringen. 
Der Dosierer oder das Beimischgerät wird einfach vor die Gartenbrause an den Gartenschlauch geklickt. Das dünne Ende vom Dosierschlauch (mit Filter-Gitter) hängt bei mir in einem Behälter mit fertigem unverdünnten Komposstee. Den habe ich durch einen festen Nylonstrumpf gefiltert, daß größere Stückchen ausgesiebt sind. 
fertiger Komposttee wir durch einen Nylonstrumpf gesiebt (c) by Joachim Wenk
fertiger Komposttee wir durch einen Nylonstrumpf gesiebt (c) by Joachim Wenk
Beimischer-Schlauch mit Filterkorb (c) by Joachim Wenk
Beimischer-Schlauch mit Filterkorb (c) by Joachim Wenk
Dreht man den Dosierer voll auf und braust dann die Gartenbeete, wie beim Gießen Stück für Stück ab, mischt sich automatisch in einem Verhältnis von 1:10 der Komposttee (oder dann die Brennesseljauche ) bei. So habe ich die Beete also gut mit dem Tee begossen und damit die Mikroorganismen verteilt. Und ich mußte keine Gießkanne schleppen und Liter für Liter den Tee in die Kannen bringen, warten bis das Wasser eingelaufen ist, zurück zum Beet laufen und gießen. Wieder zurück zum Tee, verdünnen und ab ins Beet. Nein ich stehe einfach bei den Beeten und gießen. Genial solche einfachen aber immens arbeitssparenden Gerätschaften. 
Den Beimischer könnte ich auch einfach vor meine Tropfschlauchbewässerung klicken. Dann müsste ich nicht mal mehr im Beet stehen und gießen. Alles ginge automatisch. Aber leider, will man wohl mir so viel Arbeit auch wieder nicht ersparen. Die  Durchflußgeschwindigkeit ist bei den Tropfschläuchen so gerind, daß keine bei zu mischende Flüssigkeit angesaugt wird. Wirklich schade…
Einsteller für die beigemischte Dünger/Wurmteekonzentration (c) by Joachim Wenk
Einsteller für die beigemischte Dünger/Wurmteekonzentration (c) by Joachim Wenk

Weniger Arbeit und mehr Genuß im Garten

Und wer sich die Arbeit so gut es geht erleichtert (auch ein Kredo aus meinem neuen Gartenbuch) , der hat mehr Zeit, seinen Garten zu genießen. 
Daher zum Schluß noch ein paar Frühlingsbilder von heute, Mittwoch den 12. April 2017. 
blühende Säulenobstbäume Kirsche und Birne (c) by Joachim Wenk
blühende Säulenobstbäume Kirsche und Birne (c) by Joachim Wenk

blühende Säulenobstbäume Kirsche (c) by Joachim Wenk
blühende Säulenobstbäume Kirsche  (c) by Joachim Wenk

blühende Säulenobstbäume Birne (c) by Joachim Wenk
blühende Säulenobstbäume Birne (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet vor dem Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet vor dem Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

Staudenbeet vor dem Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet vor dem Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

Staudenbeet vor dem Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet vor dem Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

Tulpen und Narzissen unterm Hausbaum (c) by Joachim Wenk
Tulpen und Narzissen unterm Hausbaum (c) by Joachim Wenk

Umgraben? Das geht doch jetzt gar nicht! Ein Artikel brachte mir wertvolle Informationen dazu.

Als Biogärtner den Gemüsegarten umgraben? Aufgewachsen bin ich mit „Um himmels Willen, niemals“. Viel Lektüre während unzähliger Lebensjahre, ja das Garten-Leben selbst und auch unterschiedliche Bio-Philosophien lehrten mich, daß man es nicht pauschalieren kann. Jedenfalls gibt es ein Für und ein Wider. Mein Problem ist hier weniger das Ob, sondern das Wann. Ich bekomme das einfach nicht organisiert im Jahreslauf. Da kommt mir ein sehr aussagekräftiger Artikel in einer wunderbaren Gartenzeitschrift gerade recht. 
Mich würde wirklich interessieren, wie ihr das so macht. Im Frühjahr möchte ich die ersten  Aussaaten machen. Radieschen, Salat, Kohlrabi oder Feldsalat kommen mir da in den Sinn. Aber der Boden ist noch so, wie im Herbst. Unbearbeitet und zum Teil verdichtet. Jedenfalls nicht geeignet, die kleinen Samen dort unter zu bringen. Gleichwohl ist es für die Hacke oft noch zu naß. Immer wieder nehme ich mir vor, im Herbst diese Arbeiten zu erledigen. Im Frühjahr müsste ich dann nur noch mit dem Sauzahn durch und mit dem Rechen darüber. So die Idee. Es ist jetzt Herbst, aber ich kann nicht umgraben oder umackern mit der Motorhacke,weil ja noch zu viel in den Beeten steht. Mein Garten ist noch lange nicht „fertig“ für den Winter. Und das liegt nicht, daran, daß ich mit den Arbeiten in Verzug bin, sondern wohl eher in der Natur der Dinge. 
Winterfertig ist mein Gemüsegarten noch lange nicht (c) by Joachim Wenk
Winterfertig ist mein Gemüsegarten noch lange nicht (c) by Joachim Wenk
Diese Gedanken schwirren mir gerade durch den Kopf, da flattert mir „Der praktische Gartenratgeber Die Fachzeitschrift  für Gartenfreunde“ ins Haus. Eine fachlich wirklich fundierte Monatsschrift mit einem kurzen aber sehr hilfreichen Artikel über das herbstliche Umgraben. 
Die Überschrift zog sofort meine Aufmerksamkeit auf sich. „Bist du mit dei´m Garten scho´ fertig?“
Genau mein Thema! Und die Antwort wird gleich im ersten Satz geliefert. Man soll sich nicht unter Druck setzen lassen. Entweder man lässt es ganz (was ich aus genannten Gründen nicht immer kann), oder man macht es erst sehr spät im Jahr. Begründet wird diese Aussage natürlich auch. 
Grund 1: wenn man jetzt schon umgräbt, verzichtet man auf die relativ warmen Wachstumswochen im Oktober. Der Garten könnte, wäre er noch bestellt, durchaus weiter frisches Gemüse liefern. Die Rede ist von Zicchorien, Feldsalat, Spinat oder Winterkohl. Das ist genau die eigentliche Ursache meiner Gedanken. Ich kann ja jetzt wirklich noch nicht umgraben. In meinen Selbstversorger-Gartenbeeten stehen noch Rosenkohl, Wirsing, Winterlauch, Grünkohl, Chinakohl, herrlicher Endivien und ein paar Brokkoli und Kohlrabi. Erst heute Mittag machte ich wieder einen kleinen Kohlkopf ab und gestern eine Kohlrabi. Mein Bataviasalat wächst noch. Wegen der Trockenheit im Herbst ist er aber sehr spät dran und ich weiß nicht, ob ich noch ernte. Mit Vlies bedeckt, kann er aber durchaus noch erntereif werden. Als Gärtner mit dem Ziel der Selbstversorgung ist eine möglichst lange Nutzung der Beetflechen ohnehin selbstverständlich. Was ein Groß-Reine-Machen, zum jetzigen Zeitpunkt also ausschließt.
Endivien (c) by Joachim Wenk
Der Endivien kommt später ins Gewächshaus mit Vlies als Frostschutz, dort hält er sich wochenlang (c) by Joachim Wenk
der Bataviasalat wächst noch (c) by Joachim Wenk
der Bataviasalat wächst noch (c) by Joachim Wenk
Gründünger Buchweizen und Salat im ehemaligen Kartoffel-Hochbeet (c) by Joachim Wenk
Gründünger Buchweizen und Salat im ehemaligen Kartoffel-Hochbeet (c) by Joachim Wenk
Meerettich und Pastinaken stehen noch im Beet (c) by Joachim Wenk
Meerettich und Pastinaken stehen noch im Beet (c) by Joachim Wenk

Grund 2: der Boden ist noch relativ warm und die Bodenorganismen aktiv. Gräbt man jetzt um, oder bearbeitet mit der Motorhacke, so kommt Sauerstoff in den Boden. Die Organismen werden aktiv und bauen organische Masse ab. Ist der Boden aber offen und unbepflanzt, schreiben sie im Magazin,  bleiben die dabei freigesetzten Nährstoffe (insbesondere der Stickstoff) liegen und werden im Laufe des Winters ausgespült. Wenn also zeitiges Umgraben gewünscht und möglich ist, dann noch zeitiger, als jetzt! Und dann aber sofort darauf Gründünger sähen. Die Pflanzen binden bei  ihrem Wachstum die frei gewordenen Nährstoffe. Viele Gründünger frieren im Winter ab und beim Verrotten im Frühjahr sind dann die Nährstoffe verfügbar für unsere frühen Kulturen. Der Gründünger hat auch den Vorteil, daß aufkeimendes Unkraut unterdrückt wird. Ich sähe im Herbst gern Buchweizen und Phacelia. Von denen ist im Frühjahr nichts mehr übrig und es keimt wirklich kein Unkraut jetzt im Herbst. 
Gründünger Buchweizen und Rasenschnitt als Bodenabdeckung (c) by Joachim Wenk
Gründünger Buchweizen und Rasenschnitt als Bodenabdeckung (c) by Joachim Wenk
Der abschließende Rat der Redakteurin ist also folgender: Den Boden möglichst lange bedeckt und bepflanzt lassen. Mit Gemüse und / oder Gründünger. Wer im Frühjahr fertig umgegrabene Flächen braucht, so schreibt sie, der sollte erst kurz vor dem Wintereinbruch umgraben. Diese fertigen Flächen will und brauche ich eben im Frühjahr. Sie erwärmen sich leichter und sind fast saatfertig. Außerdem trocknen sie rascher ab. Das aber ist in den letzten Jahren nicht mein Problem. Hier ist es bereits im März so trocken, daß ich Möhren durch Gießen feucht halten muß, wenn sie überhaupt  keimen sollen. Das habe ich dieses Frühjahr sehr deutlich gesehen. Der richtige Zeitpunkt ist nach dem  Artikel also oft erst im Dezember. Dann kann sogar bei leicht angefrorenem Boden gegraben werden. Das hat wohl den einleuchtenden Grund, daß Spaten, Motorhacke und Schuhe gerade bei lehmigen Boden nicht so stark mit Erdklumpen verklebt werden. Bei Temperaturen nahe 0 Grad sind die Bodenorganismen nicht mehr aktiv und setzen keine Nährstoffe frei, die ausgespült würden. 
Grund 3 schließlich ist wohl gerade für den Biogärtner wichtig. Mir jedenfalls ist er sehr wichtig. Zu diesem Zeitpunkt und bei den Bodentemperaturen sind die Regenwürmer nicht mehr in der obersten Erdschicht. Sie haben sich nach unten zurück gezogen. Das heißt, dass beim Graben und Hacken keine Würmer mehr getötet oder verletzt werden. Seit ich mich, auch mit meiner Wurmfarm, mehr mit den Würmern befasse ist es mir eine Herzensangelegenheit, sie zu schonen und ihnen ein schönes Leben zu ermöglichen. Ihre Hilfe im Garten ist von unbezahlbarem Wert! In den letzten Tagen habe ich noch hier und da in der Erde gegraben. Stauden mußten gepflanzt und ein paar Büsche verpflanzt werden. Wo ich in den Boden hinein grub wimmelte es von Regenwürmern. Und die würden eine Bodenbearbeitung mit der Motorhacke oder auch nur dem Spaten in großer Zahl nicht überleben. 
Mir hat dieser kurze Artikel sehr geholfen. Ich weiß nun, daß es nicht an meiner Unorganisiertheit liegt, jetzt nicht umgraben zu können. Und ich weiß, daß meine grundsätzlichen Überlegungen richtig waren. Einen Teil der Beete muß ich auch gar nicht umgraben. Wichtig ist es im Schneckenzaunbeet, wo ich so zeitig wie möglich mit Salat, Radies, Blumenkohl, Kohlrabi und solchen Gemüsen anfangen will. Und ganz wichtig ist es in meinem nun völlig verunkrauteten Weihergarten. Dort muß ich erst mit der Motorsense den Bewuchs abmähen, dann kann ich – später im Jahr – noch mal mit der Motorhacke drüber.  Ich weiß jedenfalls jetzt, was zu tun ist und hoffe, dem einen oder anderen auch ein wenig mit diesem Bericht habe helfen können. 

Wurmtee für den Garten

Weil das Wetter und vor allem der Boden dieses Jahr feuchter ist, will ich einmal konsequent und regelmäßig den Wurmtee ausbringen.

In meiner Wurmfarm wird rund ums Jahr fleißig Wurmhumus hergestellt. Dieses schwarze Gold hat seinen Wert nicht nur in der  düngenden Wirkung, die etwa 5 mal höher ist, als bei Gartenkompost. Der besondere Wert liegt in meinen Augen in der ungeheuren Anreicherung mit wertvollen, guten Mikroorganismen. Die braucht der Gartenboden und die Pflanzen, für ein gesundes Wachstum.

In der Literatur werde im fünf Prinzipien dieser positiven Wirkung beschrieben.

  1. Wenn im Boden massig von den guten Organismen, seien es Bakterien oder Pilze sind, haben die schlechten pflanzenschädigenden Organismen keinen Platz mehr. Prinzip der Verdrängung. 
  2. Diese guten Mikroorganismen legen sich als Schutzfilm um die Pflanzenwurzeln. Diese Barriere muß dann erst einmal von krankmachenden Keimen durchdrungen werden. Man kann Wurmtee auch auf die Blätter spritzen, um diesen Schutzfilm zu erhalten. Da bin ich gerade noch am Testen. Ich nehme dafür die Tomaten. Ein altes Hausrezept beschreibt, daß die Tomaten mit verdünnter Milch gespritzt werden sollen um sie vor der Fäule zu schützen. Das Rezept liest man immer und immer wieder. Jetzt habe ich aber einmal dazu gelesen, daß etwa die H-Milch aus dem Supermarkt ja garnichts hilft. So wie diese beim Stehenlassen verdirbt und nicht zu leckerer Dickmilch wird, wie frische  Kuh-Milch, so  nützt sie auch den Pflanzen nichts. Sie enthält keine natürlichen, positiven Bakterien. Wenn es auf die Bakterien ankommt, dann müsste der  Wurmtee, verdünnt gespritzt hier auch helfen. Ich beobachte und werde zu gegebener Zeit berichten. 
  3. Manche der Organismen sind kleine Raubtiere und fressen die Schädlichen einfach auf
  4. Alle Organismen zusammen im Komposttee machen die Nährstoffe im Boden (aus Kompost, Wurmkompost, Brennesseljauche und anderer Bio-Dünger) rasch und in der jeweils benötigten Menge pflanzenverfügbar. Die Pflanzen können so stressfrei und damit gesund rasch wachsen. Schädlinge haben da schlechte Karten. 
  5. Im Komposttee oder allgemein im Wurmhumus sind reichlich Huminsäuren, Enzyme und sonst biologischen Botenstoffe enthalten, die von den Pflanzen aufgenommen werden. Das ist wie eine Schutzimpfung beim Menschen, nach der der Körper sich gegen die entsprechende Krankheit wehren kann und es besser tun wird, als ohne die Impfung. 

In meinem Garten wurde über so viele Jahre nichts mehr angebaut und ich beobachtete von Anfang an , daß mit dem Boden etwas nicht stimmt (was da rein gepflanzt wird, braucht Wochen bis Monate, bis es mit dem Wachstum beginnt, direkt gesätes Gemüse keimt sehr schlecht oder garnicht.).

Wurmhumus und dann auch der hieraus hergestellte Wurmtee sind nun wie eine Impfung zu betrachten. Man muß nicht jedes Fleckchen im Beet mit einer exakten Menge benetzten. Wo wie man den Hefeteig mit etwas Hefe impft, damit die sich im ganzen Teig verteilt und ihn zum Gehen bringt, so impfe ich den Gartenboden mit den Organismen. Im biologisch geführten Garten werden die sich dort auch weiter ausbreiten  und ihre unbezahlbaren Dienste verrichten können.

Ist also die Frage, wie ich diese Organismen am besten ausbringen kann. Die Impfung wird selbst hergestellt.

In meinem Fass sind etwa 50l Wasser. Da kommt ein Hand voll Urgesteinsmehl dazu, ein paar Esslöffel Zuckerrübensirup (Zucker ist Nahrung für die Organismen) und ein paar Schäufelchen voll fertigem Wurmhumus.

Nun können die Mikroorganismen aus dem Humus gelöst werden und sich im Wasser  mit den gelösten Nährstoffen rasch vermehren. Man kann mit einer kleinen  Menge Wurmhumus also eine große Fläche impfen.  Der Hefeteig würde jetzt gehen, um im Vergleich zu  bleiben. 24-48 Stunden kann man den Organismen Zeit geben zur Vermehrung. Die Temperatur sollte mindestens 15°C betragen.

Eines ist dabei aber besonders wichtig. Die Organismen, die man damit vermehren möchte, sind aerobe Organismen. Als muß (!) für Sauerstoff gesorgt werden. Den bringt man am besten  mit einem Sprudler, wie er für Aquarien benutzt wird ins Wasser. Gut geht einen Teichbelüfter dafür. Der Kostet mit Schlauch und Sprudlersteinen zwischen 20 und 30 Euro im Baumarkt. Ein komplettes Set mit den Zusatzstoffen und Anleitung gibt es aber auch Wurmwelten.de zu kaufen. Dort habe ich meines her.

hier wird Wurmtee gebraut (c) by Joachim Wenk
hier wird Wurmtee gebraut (c) by Joachim Wenk

Sprudler für die Sauerstoffversorgung der Mikroorganismen im Wurmtee (c) by Joachim Wenk
Sprudler für die Sauerstoffversorgung der Mikroorganismen im Wurmtee (c) by Joachim Wenk

Die Flüssigkeit verdünne ich dann noch 1:10 mit Wasser und gieße sie auf den feuchten Boden. Am besten früh morgens, abends oder bei bedecktem Himmel, damit die Organismen von der Sonne nicht gleich verbrannt oder vertrocknet werden. Wie oft das gemacht wird steht an unterschiedlichen Stellen unterschiedlich. Von 14-tägig bis 4-wöchig. Ich werde es alle 4 Wochen machen. So war jetzt auch der Abstand zum letzten Mal. Da es um das Ausbringen positiver Organismen in den Boden geht, die sich schließlich dort selbst gut vermehren werden, glaube ich nicht, daß es exakt zu benennende Abstände zwischen den Anwendungen gibt. Zudem muß das Wetter und meine Zeitressourcen mit einberechnen. Da bin ich froh, wenn ich es alle 4 Wochen schaffe. Immerhin waren es wieder etwa 50 Gießkannen fertiger Mischung, die im Garten verteilt werden wollten.

Gemüsegarten, Obstgarten und Staudenbeete werden bei mir damit gegossen.

Besonders kränkelnde Pflanzen sollte man damit behandeln. Da läuft auch gerade ein  Versuch im Staudenbeet, der vielversprechend ist. Aber  weil die Gefahr noch nicht vollends gebannt ist, werde ich erst darüber berichten, wenn es wirklich einen Erfolg gab.