wertige Geschenkideen aus dem Garten in kleinen Weck-Gläsern

Ich habe mich in meinen letzten Beiträgen mit der puren Gartenarbeit, dem Umgraben im Herbst, befasst. Heute gibt es wieder etwas aus der Küche vom Selbstversorger. Anhand der Vielzahl der Gläserfüllungen könnt ihr euch ja denken, daß ich mich schon eine Weile auf diesen Post vorbereite. 
selbst gemachte Geschenke und Mitbringsel aus dem Garten (c) by Joachim Wenk
selbst gemachte Geschenke und Mitbringsel aus dem Garten (c) by Joachim Wenk
Die bei der Kartoffelverkostung eingeführte Nummerierung der einzelnen Produkte findet sich auch hier wieder. Darf ich vorstellen: 
  1. Basilikum-Knoblauch-Salz
  2. selbstgemachte Gemüsebrühe (getrocknet)
  3. Rotwein-Rosmarin-Salz
  4. Linsen-Sonnenblumenkerne-Brotaufstrich
  5. Zitronenverbenen-Salz (Verveine-Salz)
  6. Holler-Sirup
Die Idee für so einen Blog-Beitrag kam mir nach und nach. Zuerst sah ich diese bezaubernden Miniatur-Weckgläser. Als Einkoch-Fan kenne ich natürlich die  normalen Gläser.  Dass es die aber für wirklich wenig Geld, als komplett funktionierende Miniaturausgabe gibt, wußte ich nicht. Damit man auf dem Foto die Größe der Gläser ein wenig einschätzen kann, habe ich einen  Teelöffel davor gelegt. 
Ich verschenke an besonders liebe und wertvolle Menschen gerne etwas selbst Gemachtes. Das kann kein Massenprodukt sein. Es ist meinerseits eine besondere Wertschätzung dem Beschenkten gegenüber, verbringe ich doch einiges meiner sehr ausgefüllten Zeit mit der Zubereitung. 
Vielleicht kann ich der einen oder anderen meiner Leserinnen ein paar Anregungen für die bevorstehende Zeit des  Schenkens damit geben. 
Hier nun eine kurze Beschreibung, was sich denn bei mir in den Gläsern genau befindet. 
Alle Gläser haben den Gummi und sind mit den Klammern luftdicht verschlossen. Das Glas ohne Klammer, ist richtig eingekocht und damit dicht und konserviert. 
1.  Basilikum-Knoblauch-Salz

Mein Basilikum im Gewächshaus wucherte wieder enorm. Sehr viel davon ist in die Tomatensauce für den Vorrat und ins  Ketchup gewandert. Es blieb noch genug übrig für Pesto (hält sich eingefroren super!) und eben das Salz. 
Basilikum-Knoblauch-Salz (c) by Joachim Wenk
 kleinstes der Weckgläser, hier mit Basilikum-Knoblauch-Salz (c) by Joachim Wenk
Im Tupper-Turbo-Chef habe ich die Basilikumblätter mit dem  Knoblauch und dem Salz zu einer einheitlichen Masse verarbeitet. Das geht auch im Mörser, was aber unwahrscheinlich viel Arbeit macht. Möglich ist auch der Mixer.  Dabei muß man aber aufpassen, daß man das Salz nicht zu fein pulverisiert. Geschmacklich ändert das nichts, die Optik leidet jedoch darunter. 
Die Salz-Kräutermischung habe ich im Dörrapparat bei 30° getrocknet. Danach noch einmal in das oben gewählte Gerät und fein zerreiben. Fertig. Bei den Mengenverhältnissen ist man vollkommen frei. Es kommt vor allem auf die Verfügbarkeit von Basilikum und Knoblauch an. Zudem mache ich solche Salze immer sehr konzentriert. Das heißt sehr viel Kräuter und wenig Salz. Verdünnen mit Salz vor dem Gebrauch oder dem Schenken ist ja jeder Zeit möglich. 
2.  selbstgemachte Gemüsebrühe

Die ist nun wirklich sehr aufwändig und man benötigt wirklich viel Gemüse. Wie sie genau gemacht wird, habe ich vor kurzem bereits beschrieben. HIER könnt ihr das nachlesen. 
3. Rotwein-Rosmarin-Salz
Hier habe ich ein ganz klein wenig geschummelt. Das Salz im Bild enthält leider nichts aus meinem Selbstversorger-Garten. Es könnte aber beinahe! Und damit meine ich nicht den Rotwein.  Trotz Weinberg im Garten werde ich mir keinen Wein selbst machen. Die Rede ist vom Rosmarin. Mit dem habe ich  noch nie Glück gehabt und ganz besonders wenig letztes und dieses Jahr. Ich habe zwar jetzt wieder zwei Pflanzen und auch ein wenig  für die Küche getrocknet. Das hätte aber nicht einmal ausgereicht, für das Rotweinsalz. Also habe ich gekauften Rosmarin  verwendet. 
Dieses Salz ist nun wirklich bereits optisch ein Genuß. Ich selbst habe es in der Mühle und mahle es bei Tisch auf die Speisen. 
Rotwein-Rosmarin-Salz (c) by Joachim Wenk
Rotwein-Rosmarin-Salz (c) by Joachim Wenk
Man vermengt dazu 250 g Salz (grob oder fein hängt von den persönlichen Vorlieben ab) mit 50 ml Rotwein. Das trocknet man dann im Dörrapparat oder Backofen. Zwischendurch mit einem Löffel immer wieder einmal rühren, damit es nicht so verklumpt. 
Rotwein und Salz beim Trocknen (c) by Joachim Wenk
Rotwein und Salz beim Trocknen (c) by Joachim Wenk
 Wenn es vollkommen durchgetrocknet ist, verreibt man es  mit den Händen ( bei dem groben Salz ging das einfach). So erhält es wieder seine körnige Struktur. Jetzt wird es mit 20 g getrocknetem Rosmarin vermischt. Den kann man vorher im Mörser etwas zerstoßen. Dadurch werden die ätherischen Öle frei und können vom Salz aufgenommen werden. Fertig. 
3.  Linsen-Sonnenblumenkern-Brotaufstrich
Brotaufstriche mache ich schon lange immer wieder selbst. Es gibt da ja unzählige Rezepte. Nun las ich irgendwo einmal, daß Aufstriche aus trockenen Zutaten wie Linsen oder Nüssen zum Beispiel heiß eingefüllt in Gläser haltbar gemacht werden können. Auch Einkochen ist  möglich. Das würde bei den „feuchten“ Zutaten für einen Aufstrich (Frichkäse, Quark etc. ) ohnehin niemand machen. 
Dabei dachte ich sofort an die kleinen Weck-Gläser. Im Küchenschrank befanden sich noch grüne Linsen. Die habe ich einfach einmal gekocht, bis sie zerfallen sind. Dann ab in den Mixer. Ebenfalls gefunden habe ich noch Sonnenblumenkerne. Die nehme ich im Sommer für das Basilikumpesto, weil sie billiger sind, als Pinienkerne. Also habe ich die Sonneblumenkerne ebenfalls im Mixer zerkleinert, dann mit der Linsenmasse zusammen in den Mixer gegeben. Das wird immer fester und man muß eine Menge Wasser dazu geben. Fertig ist der Brotaufstrich. 
Ach so, nein, stop. Etwas fehlt noch. Das ist ja nur die Basis. Jetzt kommt der Geschmack. Da kann man hinzufügen, was einem am besten schmeckt. Sehr gut muß ich sagen schmeckt der Aufstrich mit folgenden  Geschmacksgebern: Majoran, Piment, Nelke, Bärlauchessig (Essig muß rein!), Salz, Ingwerpulver und etwas Kokosfett. Das rundet ungemein ab und gibt einen herrlich vollmundigen Gechmack. Das alles jetzt noch einmal aufkochen und heiß in Schraubgläser füllen. Oder eben – für sich oder als Geschenk und Mitbringsel – in das kleine Weckglas und dann einkochen. Dabei darf die Konsistenz aber nicht sehr fest sein, weil es durch das Einkochen noch einmal fester wird! Ich habe das im Kochtopf gemacht. Dummerweise habe ich, weil es das erste Mal war, wieder nicht daran gedacht, dass so etwas (wie auch Wurstmasse im Weckglas) durch das Einkochen an Volumen gewinnt und die  Gläser daher nicht voll gemacht werden dürfen! Eines ging auf, die anderen vier allerdings sind zugeblieben. Jetzt ist der Aufstrich fertig. 
Übrigens, wie bei den großen, gibt es auch für die kleinen Gläschen einen dicht schließenden und fest sitzenden Kunststoffdeckel (der Weiße im Foto). Das ist sehr praktisch gerade beim Brotaufstrich. Man isst nicht auf einmal das ganze Glas leer. Der Glasdeckel, wenn er lose aufliegt, fällt zu leicht herunter. Die Klammern macht ohnehin dann niemand mehr daran. Daher anstatt dem Glasdeckel, bei bereits offenen Gläsern, den Kunststoffdeckel verwenden. 
5.  Zitronenverbenen Salz (Verveine-Salz)
  Meinen Verbenenstrauch habe ich jetzt schon sehr viele Jahre. Gerade die Tage habe ich ihn wieder aus dem Beet ausgegraben, deutlich gestutzt und in einen großen Blumentopf gesetzt. Noch steht er draußen, wenn dann aber Frost kommt (ein wenig hält er aus), räume ich ihn zu den Kübelpflanzen. Dort wartet er ohne Blätter, bis es im Frühjahr wieder hinaus geht ans Licht. Licht und Sonne braucht er. Daraus zaubert er in seinen Blättern dieses wunderbare Zitronenaroma. Im Tee herrlich. Jetzt habe ich es auch als Salz  konserviert. 
Man benötigt  125 g Salz  und 20 g friche Zitronenverbenenblätter. Die Blätter werden, wie beim Basilikumsalz beschrieben, mit  dem Salz zerkleinert.  Wer den besondere Kick möchte, gibt noch Zitronenschalenabrieb dazu. Man kann das dann trocknen. Das muß aber sehr behutsam sein. Sonst riecht dabei das ganze Haus wunderbar nach Zitrone und man wundert sich später, warum das Salz das dann nicht tut. Die Öle verfliegen sehr leicht. Besser man lässt das Salz so feucht und packt es in dicht schließende  Gefäße. Es gibt ja auch die Konservierungsmethode für Kräuter, bei der diese mit viel  Salz (aber nicht so viel wie für das Würzsalz) zu „Pesto“ verarbeitet werden. So abgefüllt in kleine Gläser  hält es sich kühl gelagert  monatelang! Das wäre auch eine mögliche Füllung für die Gläser oben! Daher keine Bange, das feuchte Salz hier hält sich und den Geschmack auch. Allerdings ist es nichts für eine  Salzmühle bei Tisch. Das muß mit einem Löffelchen dosiert werden. Und bitte nicht kochen! Der Geschmack verflüchtigt sich sonst. 
6.  Holunder-Sirup
Auch die Flaschen gibt es in der kleinen Version. Ich habe einfach etwas vom Holundersirup eingefüllt. Vielleicht verschenke ich die ihn so mit einer Flasche Sekt. Das schmeckt köstlich. Man kann natürlich auch anderen Sirup einfüllen Oder einen Likör von den Quitten oder Haselnüssen. Oder Tomatensauce, die man dann noch einmal einkocht, daß sie sich hält. Sicher fallen euch selbst auch noch ein paar andere Dinge ein. 
Andere Dinge sind immer möglich. Mein  Text hier sollte nur ein Ideengeber sein. Ihr habt sicher auch noch dieses oder jenes vom Sommer im Vorratsschrank. Salze kann man auch aus getrockneten Kräutern mischen und verschenken. Zucker ist auch leicht zu aromatisieren. Ich denke an Rosenblüten, Lavendel oder auch Zitronenverbene. 
Ich wette, daß euch gleich etwas von euch spezielles dazu eingefallen ist, als ihr das Foto und die Bechreibung  gesehen habt. Also dann, macht euch auf und bereitet euch vor für die Weihnachts-Geschenke-Zeit. Und diese Geschenke sind, anders als das Smartphone oder eine X-Box und derlei Sachen, höchst individuell, wertschätzend und damit ein Geschenk. Man gibt etwas, das einem selbst etwas bedeutet, etwas wertvolles (es steckt eure Lebenszeit darin!) etwas aus seinem eigenen Besitz an einen andere Menschen. Und das, weil man es will und nicht weil man es muß. 
Viel Spaß beim Geschenke vorbereiten wünsche ich denn.  

Plan und Realität gehen oft auseinander. Das ist nicht immer schlecht.

Für heute hatte ich zwei Sachen  in meinem Aufgabenbuch markiert, die ich unbedingt erledigt haben wollte. Klar, daß das etwas mit Garten zu tun hat. Dann aber kam ich nicht aus dem Bett, weil noch immer der Schnupfen die Glieder lähmt. Grausliger Nebel am Vormittag bremste meinen Elan zusätzlich. Also muß wieder alles verschoben werden? 
Ich verrate euch, wie der Tag so weiter ging. 
Zuerst also meine Vorhaben. Die Äpfel ernten und das Gewächshaus leer räumen stand auf dem Papier. 
Jetzt seht doch einmal selbst. Bei dem Wetter diese Arbeiten erledigen? Ich bitte euch. Wer kein Berufsgärtner ist, geht doch da nicht freiwillig raus. Es hatte übrigens 2°C. 

Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk
Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk

Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk
Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk
Ich liebe das ja überhaupt nicht, wenn es nicht nach meinem Plan läuft. Zum Glück wird es mir ja  nie langweilig. Es gibt noch so unzählig viele Dinge, die ich machen möchte. 
Im Moment spiele ich mit ganz unterschiedlichen Gewürzsalzen herum. Das sind wunderbare Mitbringsel oder kleine Geschenke. Ich verpacke sie in diese entzückenden winzigen Weck-Gläser. Ich sollte wohl darüber extra einmal berichten. 
Weil ich erst einmal drinnen bleibe, mache ich heute zum esten Mal Rotwein – Rosmarin – Salz. 250 Gramm Salz mit 50 ml Rotwein vermischen und trocknen. Danach kommt noch getrockneter Rosmarin hinzu. Laut Rezept 30-50 Gramm.  Geschmacklich sicher sehr lecker. Optisch auf alle Fälle eine Wucht. 
Rotweinsalz zum Trocknen ausgelegt (c) by Joachim Wenk
Rotweinsalz zum Trocknen ausgelegt (c) by Joachim Wenk
Die Zeit vergeht, der Hund musste raus und Lebensmittel im Dorfladen habe ich auch gekauft. Bis ich mich also versah, schien doch glatt die Sonne. Also warm an ziehen und raus in den Garten!
Die Äpfel sind bald abgenommen. Es ist ein schlechtes Apfeljahr. Nicht einmal zwei Körbe zum Aufheben habe ich pflücken können. 
Apfelernte 2016 (c) by Joachim Wenk
das ist alles – Apfelernte 2016 (c) by Joachim Wenk
Etliche fallen trotz Apfelpflücker von allein herunter. Das Fallobst verarbeite ich am besten gleich. 
Fallobst wird gleich verarbeitet (c) by Joachim Wenk
Fallobst wird gleich verarbeitet (c) by Joachim Wenk

Die schönen werden geschält.

das wird ein Snack für den weihnachtlichen Plätzchenteller (c) by Joachim Wenk
 das wird ein Snack für den weihnachtlichen Plätzchenteller (c) by Joachim Wenk

In Spalten geschnitten marinieren sie ein paar Stunden in Orangensaft.

das wird ein Snack für den weihnachtlichen Plätzchenteller (c) by Joachim Wenk
vor dem Trocknen in Orangensaft marinieren verhindert  Braunwerden und schmeckt gut (c) by Joachim Wenk

 Die anderen kommen grob zerkleinert in den Topf und werden zu Apfelmus.

Apfelmus wird gekocht (c) by Joachim Wenk
Apfelmus wird gekocht (c) by Joachim Wenk

Sie sind rasch weich und zerfallen. Das ist der große Moment der Fruchtpresse, dem „Flotte-Lotte“-Aufsatz zur Küchenmaschine. Binnen wenigen Minuten kommt da unten fertiges Apfelmus heraus.

Mit etwas Zucker und Zimt versehen wird das gut aufgekocht und dann heiß in Gläser gefüllt. So hält es bis zum nächsten oder übernächsten Jahr.

Apfelmus fertig in Gläsern (c) by Joachim Wenk
Apfelmus fertig in Gläsern (c) by Joachim Wenk

Die Apfelschalen und Kerngehäuse werden geschnitten und als Zutat für meine Kräutertee getrocknet.

Apfelschalen und Kerngehäuse werden für Tee getrocknet (c) by Joachim Wenk
Apfelschalen und Kerngehäuse werden für Tee getrocknet (c) by Joachim Wenk

Die marinierten Apfelspalten  müssen das Bad im Orangensaft verlassen und wandern in den Dörrapparat.

ein Dörrapparat voller Äpfel (c) by Joachim Wenk
ein Dörrapparat voller Äpfel (c) by Joachim Wenk

Morgen werden sie dann so aussehen. Auf manche habe ich noch ein wenig Zimt gestreut. Sie schmecken durch das Orangensaftbad sehr angenehm und verfärben sich nicht. Wir mögen sie gern als Knabberei beim Fernsehen.

Ich werde einige von ihnen versuchsweise in flüssige Schokolade tauchen. Wenn die dann erkaltet ist, werden sie zusammen mit Plätzchen am Weihnachtsteller serviert.

getrocknete  Apfelschnitze ein leckerer Snack (c) by Joachim Wenk
getrocknete  Apfelschnitze ein leckerer Snack (c) by Joachim Wenk
Die Sonne blieb leider nicht lange. Dennoch ging ich zwischen den Küchenarbeiten auch noch in den Garten. Das Gewächshaus wollte ich unbedingt noch leeren. Stützstäbe, Schnüre, Bewässerungen, Anzuchtstation mit Bewässerung und alle Pflanzen mußten raus. Und geschafft habe ich alles. 
Neben den gerade aufgezählten Dingen bugsierte ich noch etliches anderes aus dem Haus. Was bin ich da wieder unentwegt erschrocken. Weil es sich überall bewegte. Fast hatte ich das Gefühl, hinter jeder Pflanze schauen Augen hervor, die mich beobachten. Oder fixieren und auf einen Moment zum Angriff warten? 
Nein, so schlimm sind sie dann doch nicht die 6 Laubfrösche, der winzige Lurch oder so etwas ähnliches und die 2 Kröten. Obwohl eine der beiden Kröten war schon ein ganz schönes Kaliber….
Weil ich ja noch die Erde austauschen muß,  können sie auf keinen Fall drin bleiben. Die müssen sich draußen etwas für den Winter suchen. 
Die Erde muß getauscht werden. Dieses Jahr gingen die Tomaten alle kaputt und die Paprikas wuchsen überhaupt nicht. Da stimmt mit dem Boden etwas nicht. Das wird noch ein Stück Arbeit geben, jetzt im Herbst. 
das  Gewächshaus ist leer geräumt (c) by Joachim Wenk
das  Gewächshaus ist leer geräumt (c) by Joachim Wenk

 Mittlerweile ist alles gewaschen, eingepackt und aufgeräumt. Der Igel bekommt noch seine Futterration ins Häuschen. Da freut er sich bestimmt schon den ganzen Tag darauf. Jedenfalls ist früh immer alles fein säuberlich ausgeschleckt. Wohnen tut er unter der Palette, auf der das Brennholz lagert.

im Igelhaus bekommt der Igel jeden Tag sein Futter (c) by Joachim Wenk
im Igelhaus bekommt der Igel jeden Tag sein Futter (c) by Joachim Wenk

Bevor ich wieder ins Haus gehe und in der Küche weiter mache, freue ich mich noch ein wenig an den Blüten, die trotz leichter Nachtfröste noch immer in voller Pracht leuchten.

wilde Malve (c) by Joachim Wenk
wilde Malve (c) by Joachim Wenk

Dahlienblüte in der  Abendsonne (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte in der  Abendsonne (c) by Joachim Wenk

Und so sah der Vorgarten dann am Abend aus. Ich bin mittlerweile wieder im Haus, stehe wie früh am Fenster und blicke hinaus.

Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk
Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk

Vor wenigen Stunden hatte ich noch Bange, heute überhaupt etwas schaffen zu können. Jetzt freue ich mich  über all das Geschaffte. Mehr als ich eigentlich geplant hatte.

Heute Abend gibt es Quarkkeulchen  mit frischem Apfelmus. Wie der Zufall so spielt, stieß ich heute morgen beim Wetter-Frust-Surfen in den sozialen Medien just auf das Rezept. Ich bin schon gespannt, wie sie werden. Hunger habe ich bereits. Ich glaube, ich mache mich gleich mal ans Werk…

Gestern ernten, heute konservieren. Gemüsevorrat für den Winter.

Puh, was für zwei Tage. So viel gewerkelt habe ich ja schon lange nicht mehr auf einen Streich. Gestern wurde geerntet und heute die Ernte verarbeitet. Eigentlich wäre es auch schön gewesen bei dem schönen Wetter und der Sonne im Garten zu arbeiten. Wegen des sicher vorhergesagten Regens, plante ich aber für heute die Küchenarbeit ein. Ich habe meinen Plan auch eingehalten. Der Regen aber, der kam wieder nicht. Nur Sturm, der die Dürre nur noch weiter und weiter verstärkt.

Wollt ihr sehen, was aus dem Gemüse geworden ist? Dann bleibt doch einfach mal dabei.

Was hatte ich nochmal alles geerntet? Tomaten. Daraus wurde die übliche Tomatensauce und leckerer Ketchup.

Tomatenketchup und Tomatensauce entstehen (c) by Joachim Wenk
Tomatenketchup und Tomatensauce entstehen (c) by Joachim Wenk

Tomatenketchup undTomatenketchup und Tomatensauce sind fertig (c) by Joachim Wenk Tomatensauce entstehen (c) by Joachim Wenk
Tomatenketchup und Tomatensauce sind fertig (c) by Joachim Wenk
Dann sehe ich auf meinen Erntefotos von Gestern auch Lauch und Möhren, Kohlrabi sowie Sellerie. Erkennt ihr das wieder? In dieser grünen Pampe, in der auch noch ein ganzer Schwung Tomaten steckt, ist alles verborgen. 
püriertes Gemüse wird getrocknet (c) by Joachim Wenk
püriertes Gemüse wird getrocknet (c) by Joachim Wenk
Zuerst mixe ich dafür die Tomaten und mit dieser sehr flüssigen Sauce verdünne ich die weiteren, eher trockenen Produkte wie Sellerie oder Möhren, damit der Mixer besser arbeiten kann. Schließlich wird alles zusammen gemixt und man hat den Ursprung für getrocknete Gemüsebrühe. Salz gebe ich nur sehr wenig dazu. So kann ich beim Abschmecken später ruhig noch Gemüsebrühe zugeben, ohne das Essen zu versalzen. 

 Die Pampe streiche ich auf mit Backpapier ausgelegte Roste meines Dörraparates.

püriertes Gemüse wird getrocknet (c) by Joachim Wenk
püriertes Gemüse wird getrocknet (c) by Joachim Wenk

Zusammen mit ein paar klein geschnittenen Tomaten fülle ich so nach und nach den Automaten. Erst wird bei  55°C ein paar Stunden zum angetrocknet und dann über Nacht bei 37°C weiter getrocknet.

 

püriertes Gemüse wird getrocknet (c) by Joachim Wenk
fertig gefüllter Dörrapparat (c) by Joachim Wenk

Am nächsten Tag lassen sich die mittlerweile ganz dünnen Gemüsefladen leicht vom Papier lösen. Ich wende sie und lasse sie noch restlich ohne Papier durchtrocknen. Das ganze pulverisiere ich abermals im Mixer und fertig ist die getrocknete Gemüsebrühe. Leider langt das noch nicht für das folgende Jahr bis zur neuen Ernte. Gut, daß noch genug Gemüse im Garten steht. So werde ich noch eine solche Portion machen müssen.

fast fertig getrocknetes Gemüsepulver (c) by Joachim Wenk
fast fertig getrocknetes Gemüsepulver (c) by Joachim Wenk
Tomaten, getrocknet (c) by Joachim Wenk
Tomaten, getrocknet (c) by Joachim Wenk

Den Lauch hatte ich in fingerlange Stücke geschitten, der Länge nach halbiert und dann eingefroren. Die Stücke kann ich dann einzeln bei Bedarf entnehmen. Das Grün vom Lauch habe ich schön klein geschnitten und auch getrocknet. Das kann man als Würze gut verwenden, wo es nicht zerkocht wird, sondern optisch gut aussehen soll. In klaren Suppen zum Beispiel.

Lauchgrün, getrocknet (c) by Joachim Wenk
Lauchgrün, getrocknet (c) by Joachim Wenk

 

Bleibt noch das Kraut zu verarbeiten. 
Blaukraut habe ich eingekocht. Vergangenes Jahr, hatte ich es mariniert mit leckeren Zutaten wie Essig, Sherry und Gewürzen und so weiter. Es schmeckt nach diesem Rezept köstlich, kann gut eingefroren werden, aber beim Einkochen verändert es seinen Geschmack eher zum Nachteil. Dieses Jahr habe ich es gemacht, wie es im Einkochbuch von Weck stand. 
Kraut hobeln und mit etwas Salz, etwas  Zucker und etwas Essig (genauer stand es leider auch im Weck-Buch nicht) mariniert über Nacht ziehen lassen. 
Etwa 4 kg waren es, fertig gehobelt. 
Blaukraut (c) by Joachim Wenk
 Blaukraut (c) by Joachim Wenk

Etwa 4,5 kg waren es fertig gehobelt. 

Blaukraut gehobelt und mariniert (c) by Joachim Wenk
Blaukraut gehobelt und mariniert (c) by Joachim Wenk

Es wird in Gläser gefüllt und eingekocht. Jetzt bin ich gespannt, wie das dann schmeckt. Man muß es eben dann beim Zubereiten noch würzen und abschmecken.

Blaukraut fertig eingekocht (c) by Joachim Wenk
Blaukraut fertig eingekocht (c) by Joachim Wenk
Ach so ja, Weißkraut steht ja auch noch im Vorraum. Also wieder hobeln, hobeln, hobeln. Nun bin ich ja kein food-blogger sondern Garten-blogger und so sieht dann meine Küche beim Arbeiten auch nicht aus, wie aus dem Ei gepellt, sondern eben so, wie es aussieht, wenn gearbeitet wird. 
Küche beim Krauthobeln (c) by Joachim Wenk
Küche beim Krauthobeln (c) by Joachim Wenk

Gute 3 kg fein gehobeltes Weißkraut werden gesalzen (10g/kg) und gestampft, bis schön Wasser austritt. Bei kleineren Mengen kann man das durch Kneten mit den Händen auch bewerkstelligen.

Kraut stampfen (c) by Joachim Wenk
Kraut stampfen (c) by Joachim Wenk

Das Kraut wird mit samt der Flüssigkeit fest in Gläser gefüllt. Man kann Schraubverschlußgläser nehmen. Das hatte ich früher gemacht. Jetzt nehme ich Weckgläser. Beim Schraubglas muß man anfänglich leicht aufgedreht lassen, damit Überdruck entweicht. Der kann bei Weckgläsern automatisch (wie beim Einkochen auch) durch den Gummi und die Klammern entweichen.

Die Gläser stehen in einer Wanne, falls Flüssigkeit austritt (Gläser nur bis ein paar Zentimeter unter den Rand befüllen). Sie bleiben ein paar Tage im Wohnzimmer und kommen dann in den Keller dort säuert das Kraut langsam vor sich hin und bald habe ich wieder eigenes Sauerkraut.

jetzt kann das Kraut gären und Sauerkraut werden (c) by Joachim Wenk
jetzt kann das Kraut gären und Sauerkraut werden (c) by Joachim Wenk
Ich liebe das Kraut in Gläsern. Man öffnet ein Glas verbraucht nach und nach das Kraut. Angebrochene Gläser lagere ich im Kühlschrank. Im Gegensatz zum großen Krauttopf hat man bei den kleinen Portionen und nur wenigen Malen Öffnen-und-Kraut-entnehmen kein Problem mit Kamhefe oder Schimmel und verdorbenem Sauerkraut. 

Hopfenessig und Hopfenöl, ein Versuch

Vor Kurzem habe ich hier über das Hopfensalz, welches ich aus meinen Hopfendolden bereite, geschrieben. Ebenfalls erwähnte ich meine Suche nach noch weiteren Verwendungsmöglichkeiten für die Dolden. Und schon blättere ich im Laden durch das ansprechende Magazin „LandIdee Geschenke aus der Küche“ und entdecke die Rezepte für Hopfenöl und Hopfenessig.

Das klingt doch sehr gut und ich probiere es sofort. Die Dolden sind immerhin schon fast zu „reif“ also eher am Abfallen.  Rasch gehe ich in den Garten. Die wenigen Dolden, die ich für die beiden Rezepte benötige finde ich noch in frischem saftigen Grün. Viele sind aber schon am Vertrocknen an der Pflanze.

Ich schreibe euch hier sofort das Rezept, weil doch einige auch am Hopfensalz Interesse fanden, und es probieren wollten. Ansonsten ist das nicht meine Art, ein Rezept hier unerprobt weiter zu geben. Ich teste das immer ausführlich selbst oder habe es seit vielen Jahren in der Küche. Weil aber die Hopfenzeit eigentlich zu Ende  und damit Eile geboten ist, schreibe ich sofort von dem Rezept und ihr könnt, quasi gleichzeitig mit mir, erste Erfahrungen damit machen.

Auf ein frohes Gelingen. Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse in meinen Flaschen.

Zutaten für Hopfenessig und Hopfenöl (c) by Joachim Wenk
Zutaten für Hopfenessig und Hopfenöl (c) by Joachim Wenk

Für 1l Hopfenessig benötigt man: 

1l (Bio-) Apfelessig
1 Teelffel Pfefferkörner (scharz, grün, rot, weiß, oder gemischt)
10 kleine und leicht angetrocknete Hopfendolden
1-2 Teel. Honig
1/2 Teel. Pimentkörner (ich liebe das Gewürz, das kommt bei mir überall hinein und so auch entgegen dem Rezept im Magazin in den Essig und in das Öl)

Zubereitung Hopfenessig: 

Den Hopfen und die Gewürze bis auf den Honig in eine weithalsige Flasche geben und mit Essig auffüllen.

Verschlossen bei Raumtemperatur etwa 14 Tage ziehen lassen.

Essig abseihen und den Honig darin auflösen. In saubere Flaschen füllen und kühl und dunkel aufbewahren.  Hält etwa 1 Jahr.

Für 1l Hopfenöl benötigt man: 

1l Distel-, Raps- oder Sonnenblumenöl
10 kleine und leicht angetrocknete Hopfendolden
1/2 Teel. Salz (ohne Rieselhilfe oder sonstige Zusätze)
1 Teelffel Pfefferkörner (scharz, grün, rot, weiß, oder gemischt)
1/2 Teel. Pimentkörner (ich liebe das Gewürz, das kommt bei mir überall hinein und so auch entgegen dem Rezept im Magazin in den Essig und in das Öl)

Zubereitung Hopfenöl:

Hopfendolden mit Salz und Gewürzen in eine weithalsige Flasche geben und mit dem Öl auffüllen.

Etwa 1 Woche  bei Raumtemperatur stehen lassen.

Öl durch ein Sieb gießen und dann in saubere Flaschen füllen. Kühl und vor Licht geschützt aufbewahren. Hält sich etwa ein halbes Jahr.

Hopfenessig und Hopfenöl (c) by Joachim Wenk
jetzt müssen sie 1 Woche (Öl) bzw. 2 Wochen (Essig) ziehen
 (c) by Joachim Wenk

Essig und Öl mit Hopfen passen durch den leicht bitteren Geschmack gut zu Feldsalat oder anderen eher milden Salatarten.

Herbstaroma im Hopfenblütensalz

Zur Zeit blüht er noch draussen in der Natur oder bei mir im Garten, der Hopfen. Leider habe ich für die vielen Blüten keine Verwendung, da ich noch nicht selbst Bier brauen. Ein wenig in den Kräutertee, Essenz für ruhigen Schlaf und das Hopfenblütensalz sind meine einzigen Hopfenprodukte.

Zutaten für Hopfenblütensalz (c) Joachim Wenk
Zutaten für Hopfenblütensalz (c) Joachim Wenk

Ein paar wenige Hopfenblütensalz mit Salz im Mixer zerkleinern und fertig. Die Blüten im Bild reichten für 80 Gramm Salz, eher noch mehr. Das Aroma ist sehr intensiv. Ich beginne immer mit wenig Salz und Mixe das. Dann Fülle ich so lange Salz drauf, bis mir die Konzentration , also der Geschmack gefällt.

Hopfenblütensalz (c) Joachim Wenk
 Hopfenblütensalz (c) Joachim Wenk

die Farbe gefällt mir immer und das sehr eigene Aroma. Menschen, die Bitterstoffe ablehnen, brauchen das Salz erst gar nicht herstellen. Ansonsten wie ich heute Morgen frisch zubereitet auf das Frühstück sei, oder aufs Butterbrot,zum Frischkäse,Salat oder in die Rohkost. Vorsichtig Dosieren und nicht zum Kochen nehmen.

Wer experimentierfreudig ist, sollte es mal probieren.

sehr schnelle Pizza in der Pfanne

Im Garten ist gerade nicht so richtig viel zu tun. Gießen natürlich, Verblühtes abschneiden und die Ernte einfahren. Vieles wird konserviert und jeden Tag gibt es etwas mit dem eigenen Gemüse zu Essen.
Heute eine wirklich sehr schnelle und unwahrscheinlich köstliche Pfannenpizza. 
Hier das Rezept zum Nachkochen: 
Zutaten für die schnelle Pfannenpizza (c) by Joachim Wenk
Zutaten für die schnelle Pfannenpizza (c) by Joachim Wenk
Ihr braucht: 
150g   Mehl (ich  nahm Vollkornmehl)
1         gehäuften Esslöffel Crème fraiche
1 Teel. Backpulver
2 Eßl. Olivenöl
50ml  Wasser
          Tomaten
          frisches Basilikum
1/2     Mozzarella
2 Eßl. Tomatenmark
          italienische Kräuter 
          Salz und Pfeffer
Die Zubereitung ist denkbar einfach: 
Mehl, Backpulver, Wasser, Crème fraiche und Öl zu einem Teig verkneten. 
Teig in eine Pfanne (28  cm Durchmesser) geben und gleichmäßig hineindrücken.
Teig für die Pizza in die Pfanne drücken (c) by Joachim Wenk
Teig für die Pizza in die Pfanne drücken (c) by Joachim Wenk
Tomatenmark darauf verstreichen
Tomaten waschen und in Scheiben schneiden. Wenn sie sehr saftig sind, das Glibbrige mit den Kernen etwas herauskratzen. Tomaten auf dem Teig verteilen. 
Mozarella in dünne (!) Scheiben schneiden und ebenfalls auf der Pizza verteilen. 
Pizzaboden belegen (c) by Joachim Wenk
Pizzaboden belegen (c) by Joachim Wenk
Mit Salz,  Pfeffer und italienischen Kräutern würzen. 
Deckel auf die Pfanne geben und auf dem Herd bei mittlerer Hitze 15-20 Minuten „backen“
Pizza in geschlossener Pfanne am Herd backen (c) by Joachim Wenk
Pizza in geschlossener Pfanne am Herd backen (c) by Joachim Wenk
Die Pizza ist fertig, wenn der Boden kross ist und sich vom Pfannenboden löst. 
Wenn der Boden sich von der Pfanne löst, ist die Pizza fertig (c) by Joachim Wenk
Wenn der Boden sich von der Pfanne löst, ist die Pizza fertig (c) by Joachim Wenk
Man kann sie ganz einfach aus der Pfanne auf den Teller gleiten lassen. 
Basilikum zerzupfen und über der Pizza verteilen. 
Pizza mit frischem Basilikum belegen  und genießen (c) by Joachim Wenk
Pizza mit frischem Basilikum belegen  und genießen (c) by Joachim Wenk
Guten Appetit.

Salat- und Rohkost-Kräuterpaste

Gerade wachsen überall im Gemüsegarten die unterschiedlichsten Kräuter. Wie kann man sie konservieren? Es ist absehbar, daß diese Fülle und der Luxus frischer Kräuter zu Ende geht. Manche werden also getrocknet und andere eingefroren. 
Heute  zeige ich noch eine andere Möglichkeit des Haltbarmachens: Kräuterpaste in Öl. 
Das Prinzip ist ganz einfach. Man nimmt pro 100g frischer Kräuter etwa 7g Salz, 100ml geschmacksneutrales Öl und 1g  Zitronensäure. 
Welche Kräuter nehme ich dafür? 
Hier kann jeder nehmen, was er mag oder was eben gerade im Garten oder dem Balkon zur Verfügung steht. Man kann einzelne Kräuter verwenden (klassisch ist hier das Grün der Knollensellerie als Selleriepaste) oder mischen, wozu man Lust hat. 
Kräutermischung für meine Salat- und Rohkost-Paste (c) by Joachim Wenk
Kräutermischung für meine Salat- und Rohkost-Paste (c) by Joachim Wenk

Ich mache mir heute eine Salat- und Rohkost-Kräuterpaste. Dazu verwende ich Winterheckenzwiebel, Petersilie, Schnittknoblauch, Schnittlauch, Blutampfer, Rucola, Basilikum, Oregano und Zitronenmelisse. Am Schluß kommt noch ein wenig Zitronenabrieb dazu.

Die Kräuter werden gewaschen und dann zerkleinert. Ich verwende von Tupperware den Multichef als Universalzerkleinerer . Ebenso kann man die Kräuter mörsern (sehr viel Arbeit!) oder im Mixer zerkleinern. Öl, Salz und Zitronensäure werden während des Zerkleinerns nach und nach beigemengt.

 Kräuter werden zerkleinert und mit Öl und Salz vermischt (c) by Joachim Wenk
 Kräuter werden zerkleinert und mit Öl und Salz vermischt (c) by Joachim Wenk

Schließlich kommt die fertige Paste in kleine, dicht schließende Schüsselchen oder  Gläschen. Dunkel und kühl aufbewahrt halten sie viele Monate, bis zu einem Jahr.

Ich fülle derartige Konserven, genau wie das selbst gemachte Basilikum-Pesto, immer in mehrere kleine Gefäße und nicht in wenige große Behälter. Hat man nur einen großen Behälter und öffnet diesen zum Entnehmen immer wieder, kommen mit der Luft und dem Besteck zum Herauslöffeln auch Mikroorganismen und Sauerstoff hinein, die zum Verderb führen. Kleine Gefäße sind schneller verbraucht, als sie verderben können. Verdirbt der Inhalt dennoch einmal, und der Inhalt schimmelt zum Beispiel, muß man nicht viel wegwerfen, sondern nur den geringen Inhalt in diesem einen kleinen Behälter.

Angebrochene Behälter sollten immer im Kühlschrank aufbewahrt werden. Hat man etwas Paste entnommen, sollte man eventuell wieder etwas Öl nachfüllen. Die Paste sollte immer mit Öl bedeckt sein, damit sie nicht verdirbt.

 Salat- und Rohkost-Kräuterpaste (c) by Joachim Wenk
 Salat- und Rohkost-Kräuterpaste (c) by Joachim Wenk

Noch ein Wort zur Haltbarkeit.  Beim Experimentieren mit verschiedenen Geschmacksrichtungen kann man natürlich auch das Öl einmal variieren. Dabei muß immer bedacht werden, daß manche Öle sehr rasch verderben (Leinöl etwa). Das bedeutet, daß die Paste natürlich auch bei weitem nicht ein Jahr haltbar ist!

Warum bezeichne ich meine heutige Paste als Salat -und Rohkostpaste? Jetzt wachsen wieder Kopfsalate im Garten (im Juli war es ihnen zu heiß, jetzt geht es wieder) auch Kohlrabi oder Rote Beete und Gurken oder Zucchini sind zur Ernte bereit. Es gibt also vor dem Mittag immer etwas Rohkost. Für Salat habe ich bereits ein Standarddressing hier beschrieben. Ebenso kann man aber auch hervorragend diese Paste für das Dressing nehmen. Etwas Paste mit Öl und Wasser vermischen und fertig. Wenig Essig oder Zitronesaft verwenden! Es ist ja bereits Zitronensäure in der Paste. Auch mit Salz  vorsichtig sein. Man kann zum Beispiel bei Kohlrabi auch die Paste mit etwas Creme fraiche als Dressing anrühren.

So hat man sehr schnell ein gutes Dressing nach eigenem Geschmack für die tägliche Rohkost zur Hand.

Weitere Verwendung ist in Quark oder Frischkäse als Dip oder Brotaufstrich. In der Füllung von Ravioli oder Maultaschen und Canelloni. Als Topping von Gemüsesuppen oder gedünstetem Gemüse. Und auch beim Grillfleisch gibt ein Klecks Paste einen Frischekick auf dem Teller. Oder einfach ein wenig auf dem Käsebrot? Die Paste ist sehr vielseitig verwendbar und wird bestimmt nicht das ganze Jahr in der Vorratskammer halten müssen.

Ratz-fatz Himbeertörtchen aus dem Einkochglas

Da lacht das Selbstversorgerherz und der Bauch freut sich genau wie die Seele auf diese super leckeren und schnellen Himbeertörtchen. 
Himbeertörtchen mit eingekochtem Obstkuchenboden (c) by Joachim Wenk
Himbeertörtchen mit eingekochtem Obstkuchenboden (c) by Joachim Wenk
Früh erfahre ich, daß nachmittag eine Freundin kurz vorbei kommt, etwas abzuholen. Sie wird auf eine Tasse Kaffee und einen Plausch bleiben. Zum Backen ist jetzt aber keine Zeit. Wie gut, daß es Sommer ist. 
Aus der Vorratskammer hole ich ein Weck-Glas mit fertig gebackenem Obstkuchenboden. 
Ich öffne es, stürze es und schneiden den Kuchen in gleichmäßig dicke Scheiben. 
Jetzt rühre ich etwas Quark mit Frischkäse und Puderzucker glatt und streiche diese Creme auf die Obstkuchenböden. 
Im Garten pflücke ich von den reifen und süßen Himbeeren ein Schüsselchen ab. Sie werden einfach in die Creme gedrückt und mit etwas Puderzucker bestäubt. 
Die Freundin war so begeistert von den Himbeeren (hier die Sorte Glen Coe), daß sie sie sich hinten im Garten gleich zwei Schüsseln voll pflückte und mit heim genommen hat. Von den Törtchen ist übrigens nicht eines übrig geblieben. Gut so, denn lange aufbewahren könnte man die ohnehin nicht. Das ist ein schnell bereiteter und schnell verzehrter Sommer-Genuß. Landleben pur.

Himbeertörtchen mit eingekochtem Obstkuchenboden (c) by Joachim Wenk
Himbeertörtchen mit eingekochtem Obstkuchenboden (c) by Joachim Wenk

Ergänzung auf Grund reger Nachfrage:

Hier ist also das detaillierte Rezept für die Törtchen im Glas. Es stammt aus dem Standartwerk „Weck-Einkochbuch“ dem Buch zu den Weck-Gläsern. Darin steht genau, wie jedes Obst oder  Gemüse eingekocht wird und eben auch etliche Rezepte für Kuchen im Glas. Eine Rezept ist der Obsttörtchenboden.

Obsttörtchenboden im Weck-Glas

Zutaten:

3        Eier
150g  Zucker
50g    Mehl
50g    Stärkemehl
2 gestrichene Teelöffel Backpulver
50g    zerlassene Butter

  • Butter zerlassen und etwas abkühlen lassen. 
  • Die ganzen Eier (nicht Dotter und Eiweiß getrennt) werden mit dem Zucker sehr schaumig gerührt. 
  • Mehl mit Stärkemehl und Backpulver vermischt, auf die Schaummasse sieben und vorsichtig unterheben. 
  • lauwarm abgekühlte Butter unter den Teig rühren. 
  • Gläser mit Butter fetten und mit  Semmelbröseln  oder gemahlenen Nüssen ausstsreuen (sehr wichtig!)
  • Teig in die Gläser füllen
  • Der Teig reicht für  3 Weck-Sturzgläser (wichtig, dass sie oben weiter als unten sind, sonst kann man den fertigen Kuchen nicht aus dem Glas stürzen!) mit 1/2l Inhalt oder 2 Sturzgläsern mit 3/4l Inhalt. Die Gläser werden immer nur maximal bis zur Hälfte mit Teig gefüllt. 
Weiter geht es auf unterschiedlichen Wegen. 
Entweder: 
  • Gläserrand säubern, mit Gummi und Decke verschließen und mit Klammern abdichten. 
  • Einkochen bei  bei 100°C für 120 Minuten. 
Oder: 
  • offene Gläser im vorgeheizten Backofen  bei 175°C für 60 Minuten backen. Vorteil dieser Methode, man kann mit der Stäbchenprobe testen, ob der Kuchen durchgebacken ist. Nachteil meiner Meinung, er wurde fast etwas zu braun und trocken und hing dann doch am Glas etwas fest. 
  • Nach dem Backen Gläser aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen, bis man sie problemlos mit der Hand anfassen kann. Ist der Kuchen über das Glas  hinaus gewachsen, dann mit einem Messer so abschneiden, dass der Deckel ohne Probleme aufgelegt werden kann
  • Glasrand säubern und Glas mit Gummi, Deckel und Klammern verschließen
  • Gläser für 30 Minuten bei 100°C einkochen. 
Vor dem Verwendung den Kuchen aus dem Glas stürzen in 1-2cm dicke Scheiben schneiden und wie oben beschrieben belegen. Ich hatte den  Kuchen im 3/4l Glas. Aus dem Glas kann man etwa  Törtchen schneiden. Für diese  7 Törtchen benötigt man in etwa 100g Frischkäse und 200g Quark, verrührt mit 2 Eßlöffeln Puderzucker.

Ihr habt gerade ein paar frische Früchte und Lust auf  Törtchen zum Kaffee, aber gerade nichts eingeweckt? Hier schnell noch das Rezept für eine Biskuitboden. Aus dem fertigen Boden dann mit einem Glas oder kleinem Schüsselchen Kreise ausstechen und wie oben  beschrieben belegen.

4 Eiweiße mit 1 Prise Salz anschlagen. 120g Zucker einrieseln lassen und zu steifem Schlagen. 4 Eigelb mit dem Schneebesen unterheben, 40g Puddingpulver Vanille (1 Packung) und 80g Mehl mischen, darüber sieben und kurz unter die Eimasse ziehen. (Mehl sieben gibt zusätzlich Luft und Lockerheit im fertigen Boden, ist also besser als einfach Mehl hinein schütten). In einer 26cm Springform bei 200°C (vorgeheizt) ca. 20 Minuten backen. Abkühlen lassen und dann aus der  Form nehmen. Ein bis zweimal waagerecht durchschneiden. 

Viel Spaß beim Nachbacken. Und wem das erfolgreich gelungen ist, freue ich mich über Fotos und Berichte von euren Törtchen-Kreationen.

Milchsaure Gurken oder auf neudeutsch „fermentierte“ Gurken

Die Gurkenernte ist in vollem Gang und so zeige ich euch heute, wie man die fast täglich anfallendeErnte der Einlegegurken ganz einfach konservieren kann. Ich ernte laufend kleinere Mengen, die ich dann gleich in ein paar Gläsern konserviere.
Meinen ersten Test machte ich übrigens mit den kleinen, im Handel käuflichen, Vespergurken. Die waren auch sehr lecker, werden aber schneller weicher, als die festeren Einlegegurken. 
Zumindest hier in Süddeutschland ist eher die Essiggurke – also Gurken in einem Essigsud eingelegt – bekannt. Viel  einfacher und mit weniger Aufwand lassen sich die Einlegegurken aber auch milchsauer konservieren. 
So geht man dabei vor. Es wird Wasser aufgekocht in dem pro Liter etwa 25 bis maximal 30 Gramm Salz enthalten sind. Am besten geeignet ist das naturbelassen Salz aus dem Bioladen. Auf alle Fälle sollte weder Jod oder Flour zugesetzt sein. Auch darf keine Rieselhilfe im  Salz sein. Das Wasser muß nun wieder auf maximal Handwärme abkühlen. 
Salz und Wasser werden aufgekocht (c) by Joachim Wenk
Salz und Wasser werden aufgekocht (c) by Joachim Wenk

In der  Zwischenzeit wasche ich die Gläser aus und bestücke sie mit den Gewürzen. Ich verwende eine fertige Mischung (Gurken Einmach-Gewürz) aus Senfsaat, Pimentkörner, Dillsaat, Koriandersaat, Wacholderbeeren und Lorbeerblatt. Dazu kommt eine Knoblauchzehe (geschält) und wer das mag, fügt eine kleine getrocknete Chilli hinzu. Damit die Gurken nicht zu weich werden, gebe ich noch ein Blatt von der schwarzen Johannisbeere dazu. Man kann auch ein Eichenblatt oder einfach noch ein Lorbeerblatt verwenden.

Gewürze kommen in das Glas (c) by Joachim Wenk
Gewürze kommen in das Glas (c) by Joachim Wenk

Die Gurken werden gewaschen und wenn sie schon zu groß sind, in dicke Streifen geschnitten. Damit die Länge zum Glas passt, muss ich bei manchen etwas abschneiden. Die kleinen Gurken, die ich komplett einlege, steche ich mit einem Zahnstocher mehrmals ein, damit die Bakterien leichter  in das Innere der Gürkchen gelangen können.

Hochkant schlichte ich sie nun in die Gläser. Ich verwende Weck-Gläser. Man kann auch große Twist-Off-Gläser benutzen, wenn man es erst einmal ausprobieren möchte. Verwendet man diese Gläser mit Schraubdeckel, so ist es ratsam, ein  Stück Cellophanpapier vor dem Zuschrauben auf zu legen. So kann die entstehende Säure den vielleicht schon leicht beschädigten Deckel (oft sieht man diese winzigen Blessuren in der Isolierschicht nicht) nicht weiter angreifen und korrodieren.

Die Gurken - ganz oder in Stücken - werden eingefüllt (c) by Joachim Wenk
Die Gurken – ganz oder in Stücken – werden eingefüllt (c) by Joachim Wenk

Ist das Salzwasser entsprechend abgekühlt, füllt man es in die Gläser. Dabei muß nach oben etwas Luft bleiben und dennoch sollten die Gurken möglichst vollständig mit Flüssigkeit bedeckt sein. Das verhindert unschöne Verfärbungen am Eingelegten.

Jetzt kommt der Gummiring mit Deckel oben drauf und wird mit der Klammer fest verschlossen.

Die Gläser werden dicht verschlossen (c) by Joachim Wenk
Die Gläser werden dicht verschlossen (c) by Joachim Wenk

Die Arbeit ist damit beendet. Jetzt sind die Milchsäurebakterien dran. Sie beginnen, gerade jetzt bei den warmen Tempereraturen umgehend mit der Arbeit. Bereits am folgenden Tag sind bei mir immer schon die Blubber-Bläschen zu erkennen. Sie zeigen, daß alles seinen geregelten Gang geht. Der im Glas noch befindliche Sauerstoff wird von anderen Mikroorganismen aufgebraucht und durch die Milchsäurebakterien entsteht Kohlendioxid. Damit ist im  Glas ein sauerstofffreier Zustand entstanden. Die Milchsäurebakterien lieben das und die schädlichen, für den Verderb verantwortlichen, Organismen können nicht mehr existieren.  Sie brauchen zum Leben Sauerstoff.

Entsteht ein Überdruck, kann der über den Gummiring (wie beim Einkochen) entweichen. Von außen kommt nichts in das Glas. Schraubverschlußgläser, lasse ich gern etwas aufgeschraubt stehen, die ersten Tage, damit ein Überdruck entweichen kann.

nach etwa einem Tag ist die Milchsäuregärung an den Blasen zu erkennen (c) by Joachim Wenk
nach etwa einem Tag ist die Milchsäuregärung an den Blasen zu erkennen (c) by Joachim Wenk

Die Gläser bleiben, möglichst lichtgeschützt ein paar  Tage im Warmen stehen. Ich lasse sie etwa 4 Tage in der Küche. Dann räume ich sie in den Keller. Sie sollten jetzt kühl stehen. Dunkelheit ist auch für die Lagerung wichtig. Der Metallbügel bleibt immer daran, damit die Gläser dicht verschlossen sind. Twist-off-Gläser werden jetzt vollständig zugeschraubt.

Nach ein paar Tagen wird die Flüssigkeit trüb, was aber kein Zeichen von Verderb ist. Nach ein paar Wochen kann man die ersten Gurken probieren. Ich habe vor lauter Neugier nach etwa 2 Wochen ein Glas geöffnet. Die Gurken waren sauer, sehr aromatisch und hatten eine schöne Konsistenz. Mit der Dauer der Lagerung wird die Konsistenz immer weicher und die Säure nimmt zu.

Angebrochene Gläser werden im Kühlschrank gelagert. Die saure Flüssigkeit wimmelt von gesunden Milchsäurebakterien. Ich verwende sie auch gern für Salatdressings oder allgemein Rohkostdressings. Wie beim unerhitzten Sauerkrautsaft hat man hier die für die Verdauung und Immunabwehr so bedeutenden Milchsäurebakterien kostenlos zur Verfügung.

Nahrungsergänzung von speziellen teuren und oft mit viel Zucker versehenen Joghurt-Produkten in kleinen Plastikflaschen (viel Müll!) oder grünen kleinen Plastikbecherchen kann man sich damit sparen!

Bei  der Lagerung bleibt die Metallklammer an Deckel dran, die Flüssigkeit wird trüb (c) by Joachim Wenk
Bei  der Lagerung bleibt die Metallklammer an Deckel dran, die Flüssigkeit wird trüb (c) by Joachim Wenk

Experimentierfreudige Selbstversorger legen noch andere Gemüse mit den Gurken ein. Ich habe sehr gute Ergebnisse mit Paprikastreifen gemacht.

man kann die Gurken zum Beispiel mit Paprikastreifen kombinieren (c) by Joachim Wenk
man kann die Gurken zum Beispiel mit Paprikastreifen kombinieren (c) by Joachim Wenk

Auf diese Weise werden ebenfalls zum Beispiel Möhren konserviert. Ich schneide sie in  Scheiben und gehe dann genau wie bei den Gurken vor. Hier verwende ich kein Einmachgewürz sondern nur etwas  Chilli und Nelken getrocknet. Koriandersaat ist das klassische Gewürz dabei. Hier mag ich aber den dabei entstehenden Geschmack persönlich gar nicht. Das kann man aber ganz nach eigener Gutdünken machen. Auch vollkommen ohne Gewürz bekommen diese milchsauren Möhren einen sehr guten Geschmack.

Als Rohkost vor dem Essen entnehme ich mit einem Löffel die benötigte Menge fertig fermentierter Möhren, füge etwas (Oliven-)Öl dazu und wenn gewünscht ein wenig Salz und Flüssigkeit aus dem Glas.  Fertig ist die  Rohkost.

Bei der milchsauren Konservierung benötig man – bis auf das Aufkochen des Wassers – keine Energie bei der Herstellung (wie etwa beim Einkochen oder Einfrieren). Auch die Lagerung verschwendet keine Energie (wie bei Tiefkühlkost). Man hat hier also eine sehr umweltfreundliche und ressourcenschonende Konservierungsmethode zur Hand.

1000 und 250 und 800 und 1600 und 600

und 3800 und 1200 und 500. 
Lauter Zahlen. Langweilig und nichtssagend. Und nein, sie gehören auch nicht zur Zahlenkombination meines Safes. Es sind die  Grammangaben meiner aktuellen Ernte-Aktion. 
Ja was macht also der Hobby-Selbstversorger, wenn er im Sommer ein paar Tage Urlaub hat? Genau! Er geht in den Garten und fängt an zu ernten und verschwindet zwischendurch immer wieder in der Küche und der Vorratskammer. 
Was also genau waren meine Erträge? 
Begonnen habe ich mit dem Baumspinat. Der geht überall auf und ich muß ihn schon gar nicht mehr sähen, sondern einfach hier und da ein paar Pflanzen stehen lassen. Jetzt sind die Blätter optimal. Später blüht er und dann sind sie nicht mehr schön. 1000g herrlich zarter und leicht nussig schmeckender, milder Baumspinatblätter Magenta  Spreen, sind blanchiert und portionsweise eingefroren. 
Ernte Baumspinat Magenta Spreen (c) by Joachim Wenk
Ernte Baumspinat Magenta Spreen (c) by Joachim Wenk

Weiter ging es mit den Erbsen.  Die waren längst fällig, nur kam ich einfach nicht dazu. Leider liefen sie schon im Frühjahr ganz schlecht auf. Ich mußte gar nachsähen. Mühsam haben sie sich entwickelt. Immerhin konnte ich 250g Blauwschokker und 800g Ambassador im Tiefkühler unterbringen. Nervig ist nur das langwierige Puhlen der  Erbsen. Die Ambassador hatten immer wieder madige Erbsen in den lose gefüllten Schoten dabei, während die Blauwschokker-Schoten ganz dicht gepackt mit Erbsenkügelchen gefüllt waren  und nicht eine Made enthielten.

Ernte der Erbsen (c) by Joachim Wenk
Ernte der Erbsen (c) by Joachim Wenk

Ebenfalls höchste  Zeit war es für den ersten Schwung Himbeeren. Leider vergaß ich im Eifer die Ernteeimerchen  gefüllt mit riesigen, super süßen und absolut wurmfreien Früchten zu fotografieren. Daher gibt es hier nur die Fotos von den noch an den Pflanzen hängenden Beeren.

Einmal waren es 600g der herrlich lila farbenen Himbeere. Die aus Schottland stammende Glen Coe liebe ich sehr. Davon habe ich eine Pflanze.

Himbeere Glen Coe (c) by Joachim Wenk
Himbeere Glen Coe (c) by Joachim Wenk

Der Rest der Himbeerreihe brachte beim  ersten Durchgang 1600g Himbeeren. Eine rote Sorte, sehr großer  und aromatischer Früchte. Leider ist mir der Name nicht bekannt.

Himbeeren (by) Joachim Wenk
Himbeeren (by) Joachim Wenk

Die Himbeeren habe ich eingefroren. In flache Gefrierbehälter einlagig und locker eingefüllt und in die Truhe gestellt. Wenn sie durchgefroren sind, schütte ich sie in andere  Gefrierbehälter. Man kann sie dann auch in kleineren Portionen entnehmen, weil sie sich leicht trennen lassen und nicht als ein Batzen im Behälter zusammen kleben.

Dann habe ich noch mit dem Rest Himbeeren und  ein paar Stachelbeeren Marmelade gemacht. Wunderbar tiefrot und beerig. Ganz ohne Schalen und Kerne, weil ich sie immer durch die Beerenpresse durchdrehe.

Und natürlich kamen auch ein paar Früchte in meinen Rumtopf. Bis auf ein paar Aprikosen schwimmen darin nur eigene Früchte.

Rumtopf (c) by Joachim Wenk
Rumtopf (c) by Joachim Wenk

 

Weniger für die Küche als für die Gesundheit oder Pflege ist die folgende Ernte gedacht.  Ein  Schwung Ringelblumenblüten wird verarbeitet zu Ringelblumensalbe.

Ringelblumenblüten (c) by Joachim Wenk
Ringelblumenblüten (c) by Joachim Wenk
Mit Schweineschmalz werden sie erhitzt und dann ziehen lassen. 
Ringelblumensalbe herstellen (c) by Joachim Wenk
Ringelblumensalbe herstellen (c) by Joachim Wenk

Wieder erhitzen, daß das Fett flüssig wird und durch ein feines Sieb gießen.

Ringelblumensalbe herstellen (c) by Joachim Wenk
Ringelblumensalbe herstellen (c) by Joachim Wenk

Eigentlich ist damit alles getan. Es waren aber noch nicht viele Blüten, also werde ich das Fett mit dem nächsten Schwung Blüten noch einmal der Prozedur unterziehen. Dann fülle ich es ab in diese winzigen Marmeladengläschen, in denen man in Hotels beim  Frühstück Honig oder Marmelade erhält. Die lagern dann im Kühlschrank unten im Gemüsefach bis zur Verwendung. Die winzigen Gläschen haben den Vorteil, daß man beim Verwenden auch einmal mit dem Finger hinein kann. Kleine Hautverletzungen,  Schürfungen,  rauhe oder eingerissene Haut wird damit absolut erfolgreich behandelt.  Ist das Gläschen länger im Badezimmer und nicht im Kühlschrank, wird also verwendet, so wird das  Fett ranzig und wird entsorgt. Das nächste Gläschen wird dann geöffnet.

Im vergangen Jahr, wegen der  Dürre, hatte ich nichts zum Ernten und so mußte ich  dieses Jahr noch auf letzte Gläschen von 2014 zurückgreifen. Sie sind nicht ranzig und haben noch immer ihre prompte  Wirkung auf die Haut.

Weiter geht es im  Garten. Es ist das erste (!)  Jahr, in dem ich zur rechten Zeit richtig Möhren ernten kann.  Nicht nur hier und da ein paar, sondern gleich zwei Reihen. Ich weiß jetzt warum sie nie gekeimt sind bei mir. Dieses Jahr habe ich wieder ganz zeitig im Frühjahr gesät und dann aber von Anfang an regelmäßig gegossen. Es ist auch im Frühjahr zu trocken, als dass so etwas keimen könnte. ohne Gießkanneneinsatz. Diesjahr sind sie traumhaft aufgelaufen und jetzt erntereif. Ich habe noch ein paar Lagermöhren ebenfalls in den Beeten stehen. Die habe ich endlich vereinzelt.  Der Bund Mini-Möhren links neben dem Korb ist das Ergebnis. So süße kleine Möhrchen schon. Und die soll man einfach so entsorgen? Nichts ! Da habe ich schon eine Verwendung für sie. Dazu später mehr. 
Möhrenernte (c) by Joachim Wenk
Möhrenernte (c) by Joachim Wenk

Das sind sie also meine Möhren, mein ganzer Gärtnerstolz.

Möhrenernte (c) by Joachim Wenk
Möhrenernte (c) by Joachim Wenk

Es waren insgesamt 3800g. Hier seht ihr den Unterschied im Wuchs der beiden Sorten. Links Nantaise/Milan und rechts Oxella.

Möhrenernte  links Nantaise/Milan rechts Oxella (c) by Joachim Wenk
Möhrenernte  links Nantaise/Milan rechts Oxella (c) by Joachim Wenk

Ich habe sie gewaschen, geschält und in Scheiben gehobelt. Die meisten sind portionsweise eingefroren.

Möhren fertig für den Gefrierschrank (c) by Joachim Wenk
Möhren fertig für den Gefrierschrank (c) by Joachim Wenk
Die winzigen Möhrchen habe ich mit samt dem Kraut und ein paar Winterheckzwiebeln und etwas Salz im Mixer zu Brei verarbeitet. Der kam auf die Ablagen des Dörrapparates und wurde über Nacht getrocknet. Heute ist er trocken, wurde abermals im Mixer zu  Pulver gemahlen und wartet jetzt im Vorratsbehälter auf das  was da noch kommt. Ich denke da an Sellerie und Lauch und Petersielie und anderes. Immer das gleiche Vorgehen. Im Herbst hat sich dann, auch mit übrigem oder nicht gut ausgebildeten Blumenkohlresten oder  Kohlrabi, einiges aromatisches Angesammelt. Ich mische alles gut durch und fertig ist meine Gemüsebrühpulver mit dem ich alles  Essen würze. Salz gebe ich sehr wenig dazu. So kann ich die Speisen später nachwürzen ohne zu versalzen. In den entsprechenden Rezepten wird natürlich immer alles auf einmal gemixt und verarbeitet. Bei mir fallen aber die Sachen, wie jetzt die Möhrchen so nach und nach an. Dem Endprodukt ist es egal ob alles auf einmal im Mixer zu Brei verarbeitet und dann getrocknet wird,  oder so nacheinander. 
Gemüsebrühpulver selber machen (c) by Joachim Wenk
Gemüsebrühpulver selber machen (c) by Joachim Wenk
Die erste nennenswerte Ernte aus meinem  Weihergarten sind Einlegegurken. Vorgebirgstrauben heißen sie und machen sich prächtig. Leider haben sie, wie die Gurken oben im Garten auch, kranke Blätter. Die Hitze und ewige Trockenheit sind Schuld. Wer weiß, wie viel ich davon noch ernten kann. 
Jetzt sind es erst einmal 1200g. 
Einlegegurken (c) by Joachim Wenk
Einlegegurken (c) by Joachim Wenk

Nachdem mir Essiggurken nie gelungen sind und alles nur blöd schmeckte, habe ich dieses Jahr Glück. Eher zufällig kam ich auf das milchsaure Vergären. Sauerkraut im Glas kenne und schätze ich. Klar da geht noch mehr. Und so sind in ein paar Gläsern die Möhren und alle Gurken verarbeitet. Es sind zwar Weck-Gläser, aber es ist nichts eingekocht. Nur eingefüllt mit Salzlake und Gewürzen versehen und dann fest verschlossen. Zu  hoher Überdruck kann entweichen, von außen kommt nichts hinein. Heute, einen Tag danach blubbern die Möhren schon stark vor sich hin.

Ich habe vor einigen Wochen einen Versuch gestartet mit gekauften Gurken und bin vom  Geschmack und natürlich von der  Einfachheit dieser Konservierungsmethode begeistert. Man braucht weder zum Zubereiten noch zum Lagern Energie durch Küchenherd oder Tiefkühler.

Möhren und Gurken fertig für die Milchsäuregärung (c) by Joachim Wenk
Möhren und Gurken fertig für die Milchsäuregärung (c) by Joachim Wenk
Nebenher habe ich noch mein Sauerteig-Vollkornbrot gebacken und heute ein Blech Streuselkuchen. Letzterer ist auch im Tiefkühler. Wenn Besuch kommt ist dann rasch ein köstlicher Kuchen auf dem Tisch. 
So langsam langt es mir für diesen Küchen-Marathon mittlerweile auch. Nur noch ein Pfund Mangold Verde da taglio eintuppern und ab in den Gefierschrank. Dann ist erst mal Pause mit Konservieren und Ernten. 
Mangold (c) by Joachim Wenk
Mangold (c) by Joachim Wenk
Gestern beim Ernten waren wieder beinahe 40°C und blauer Himmel. Seit vielen Wochen kein  Regen. Im Garten sieht es nicht aus, als könnte ein Gärtnerherz hier jubilieren. Frust und Depression über viel vergebene Mühen und Hoffnungen kam auf. Das war auch ein Grund, schnell zu ernten, was sich eignete, bevor es kaputt geht. 
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk

Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk

Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk

Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk

Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Mittlerweile hat es tatsächlich geregnet. 5l/qm (und das bezeichne ich schon fast als  Starkregen) ergossen sich und der Himmel war bedeckt. Warm ist es allerdings mit 25° geblieben.  Jetzt ist der  Boden oberflächlich angefeuchtet und ich mußte heute nicht gießen. In dieser Zeit mußte ich dann allerdings die Küche putzen. Nach der Küchenschlacht ein notwendiges Übel. 
Jetzt hoffe ich auf Samstag, da ist wenigstens wieder Regen möglich, laut Vorhersage. Es steht doch noch so viel in den Beeten und etliches braucht noch sehr lange bis zur Ernte. Ohne Wasser aber wird das nichts.