mein erster selbst gemachter Ketchup – Tomaten-Basilikum-Ketchup

Etwa zwei Wochen ist es her, dass ich anfing, die unreifen Tomaten ab zu nehmen. Sie kamen in Primaklima Behälter von Tupperware. Da liegen sie wegen den Rillen am Boden nicht direkt auf. In jede Box gab ich noch eine Banane oder einen Apfel und legte den Deckel nur lose auf. Das ausströmende Reifegas von Apfel und Banane verhilft den Tomaten zu einer zügigeren Nachreife. 
Lüftungsschlitze ganz geöffnet, damit es nicht zu feucht in der Box wird und die Tomaten schimmeln. 
Tomaten nachreifen (c) by Joachim Wenk
unreife Tomaten Ende September
So standen sie in der Speisekammer und sind inzwischen alle feuerrot geworden. Es ist Zeit endlich einmal den Ketchup zu probieren. Selber machen wollte ich ihn schon längst, habe es nur ganz vergessen vor lauter Leidenschaft beim Tomatensauce konservieren. 
Tomaten nachgereift (c) by Joachim Wenk
die nachgereiften Tomaten Anfang Oktober
Selbst Ketchup machen, das weiß ich jetzt ist wirklich kinderleicht. Wie bei der Tomatensauce gab ich die Tomaten in einen großen Topf. Für den Ketchup allerdings, habe ich mir die Mühe gemacht, den Glibber mit den Kernen zum Großteil vorher zu entfernen. Schließlich muß ja der Ketchup am Ende schön eindicken. 
Beim Ketchupkochen kommen jetzt pro Kilogramm Tomaten 180g Zucker und 200ml Weißweinessig sowie 1/2 Teel. Salz dazu. Etwas Chili sorgt für eine angenehme Schärfe.
Tomaten-Basilikum-Ketchup (c) by Joachim Wenk
hier entsteht köstlicher Tomaten-Basilikum-Ketchup

Das ganze kocht im offenen Topf (oben drauf so ein Fettspritzschutzgitter für die Pfanne, damit die rote Pampe nicht überall in der Küche herum spritzt) bei gelegentlichem Umrühren. Nach 1-1,5 Stunden sind die Tomaten zerkocht. Jetzt gebe ich grob gehackten Basilikum, den ich noch im Gewächshaus fand dazu. Wieder lasse ich es etwa eine halbe Stunde köcheln.

Dann passiere ich es und habe schon eine herrlich duftende, dunkelrote Masse.

Die gebe ich zurück in den Topf und will sie noch weiter einkochen, weil sie mir für Ketchup noch zu flüssig ist.

Gottseidank fällt mir ein, daß im Rezept eigentlich steht, daß man statt zu passieren alles mit dem Pürierstab zerkleinern soll. Das las ich auch in anderen Rezepten. Ich will aber lieber passieren, daß die groben Bestandteile vom Basilikum oder anderen Würzkräutern heraus kommen.

Ich nehme aber nun, weil  ich es wirklich nicht noch länger kochen lassen will, einmal den Pürierstab zur Hand und behandle mit ihm den Ketchup. Was für ein Effekt. Mit einem mal wird er wunderbar fein, cremig und fast schon zu dick. Durch das Mixen mit dem Pürierstab wird die Konsistenz einfach perfekt. Beim nächsten mal, mache ich das gleich nach dem Passieren und muß dann garnicht mehr so lange einkochen.

Tomaten-Basilikum-Ketchup (c) by Joachim Wenk
Tomaten-Basilikum-Ketchup 

In Flaschen gefüllt habe ich jetzt meinen ersten eigenen Ketchup. Der Geschmack ist einfach köstlich und ohne Zusätze und ohne Stärke, die ja in etlichen billigen Gewürzketchupsorten bei den Zutaten an erster Stelle steht. Nicht etwa Tomaten, wie man meinen könnte.

Bei mir sind aus gut 3kg fertig gereinigter und entkernter  Tomaten etwas 1,5l Ketchup geworden.

Tomaten-Basilikum-Ketchup (c) by Joachim Wenk
perfekte Konsistenz ohne angedickt zu werden

Das hübsche Buch „Einmachen“ ,welches ich bei „mein schönes Land“ gewonnen habe, lieferte mir die Idee für den  Tomaten-Basilikum-Ketchup.

Man kann den Ketchup ganz nach eigenen Geschmacksvorlieben würzen. Ich zum Beispiel gab eine gute Portion meines Lieblingsgewürzes Piment dazu und etwas gemahlene Nelken. Etwas weniger Zucker werde ich beim nächsten mal verwenden.

Tomaten-Basilikum-Ketchup (c) by Joachim Wenk
Rezept zum Ketchup

(c) by Joachim Wenk
viele Rezept in schön bebildertem Einmachen-Buch

Schnelles Gemüse-Rezept

Es gibt ja Leute, die haben eine Schrankwand vollgestopft mit Kochbüchern. Kochen aber tun die selten.

Und es gibt mich, mit einem Regal voller Kochbücher und Ordner mit Rezepten. Und kochen tu ich dauernd. Es gibt ja so viel zu probieren.

So auch heute wieder einmal. Grundlage für unser leckeres und sehr schnelle Mittagsgericht war das wirklich sehr gute Kochbuch von Tupperware „Koch mal was  – schnell, einfach, schmeckt“.

Es gab eine Gemüse-Senf-Torte.

Gemüse-Senf-Torte (c) by Joachim Wenk
Gemüse-Senf-Torte

Das klingt nicht spektakulär, das gebe ich zu. An sich ist es auch nichts Spektakuläres und doch so genial, daß ich euch das Rezept geben muß.

Diese Tage gibt es ja noch einiges an Gemüse im Garten. Gerade jetzt aber hat man auch hier mal noch eine Möhre, oder es ist gerade eine Paprika reif. Vielleicht steht noch ein einsamer Lauch im Beet oder, was ich immer wieder witzig finde, der abgeerntete Brokkoli treibt in den Seitentrieben wieder kleine neue Röschen.

Wie auch immer, es gibt jedenfalls bei mir gerade viele „Reste“ oder Einzelstücke im Gemüsegarten und Kühlschrank. Und genau darin liegt das geniale an dem Rezept. Zusammen mit anderen Resten der Küche hat man sehr rasch ein gesundes und leckeres Mittagessen bereitet.

Die angegebene Menge ist passend für eine Quicheform oder Springform mit 26cm Durchmesser und damit ausreichend für 2 Personen.

Und so geht es:

Backofen auf 190°C vorheizen.

Etwa 200 Gramm von eben diesem Restegemüse (Zucchini, Brokkoli, Tomate, Paprika, Lauch, Brokkolie oder Blumenkohl, Möhre, Sellerie, Aubergine  einzeln oder wild gemischt) wird in sehr dünne Ringe oder Streifen geschnitten.

Jetzt sucht man sich eine Schüssel mit dicht schließendem Deckel von etwa 3l Inhalt. (Gibt es natürlich auch ganz tolle von Tupperware).

Dahinein kommen jetzt 200g Mehl (ich habe 50g Mehl durch Polenta ersetzt), 1/2 Teel.  Salz, 1/2 Päckchen Backpulver. Deckel darauf und schütteln.

Jetzt noch 100ml Wasser und 100ml Öl dazu geben und wieder kommt der Deckel darauf. Jetzt heißt es gründlich schütteln. Danach noch mit einem Teigschaber zu einem gleichmäßigen Teig vermengen. Wer möchte, kann in den Teig auch noch Geschmack bringen, in dem getrocknete Chilischoten mit vermengt werden. Gerne nehme ich dabei auch getrockneten Lauch oder Bärlauch. Aber da kann jeder nach eigenem Geschmack probieren.

Den Teig in die gefettete (und gegebenenfalls gebröselte) Form geben und mit der Hand breit drücken. Einen Rand von 1cm Höhe formen.

Auf den Teig streicht man jetzt 2 Eßlöffel Senf. Darauf wird das geschnippelte Gemüse verteilt und mit geriebenen oder in dünne Streifen geschnittenen Käse bestreut. 150 Gramm gibt das Rezept an. Ich hatte einen Rest Gouda und einen Mozzarella, der mangels Tomaten schon länger im Kühlschrank darbte und weg sollte. Etwas Salz oder Gewürz auf dem Gemüse ist auch kein Schaden.

Jetzt kommt das Ganze für 35-40 Minuten bei besagten 190°C Umluft in den Ofen.

Ich finde das Rezept wirklich sehr praktisch, weil es so flexibel ist. Immerhin kann, wer möchte, ja auch noch Wurstreste mit aufs Gemüse geben, Knoblauch nach Lust und Laune verwenden und auch auch der Käse ist nicht immer der selbe bei mir.

Der Teig muß nicht gehen, wird verschüttel und lässt sich super leicht mit den Fingern in der Form verteilen. Alles geht sehr schnell und ohne viel Abwasch.  Und dann, ganz wichtig bei mir, viel Gemüse muß dabei sein. Genial, wenn ein Rezept auch noch für ganz viel unterschiedliches Gemüse hergenommen werden kann.

Uns hat es geschmeckt und das wird es noch öfter geben.

Jetzt seid ihr dran, probiert es aus und lasst es euch gut schmecken. Auf dass kein einzelnes Möhrchen mehr im Kühlschrank vergammelt….

bremsen, bremsen, bremsen – ab jetzt geht’s gemächlicher zu im Landgarten

Also wer jetzt noch überlegt, ob es der Spätsommer ist oder gar schon der Herbst, der hat noch nicht nach draußen gesehen.

Bei diesem Anblick weiß ich es. Es ist einfach Herbst.

Herbst im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
ja, es ist Herbst

Wie immer zu genau dieser Zeit, brauche ich etwas Ruhe und Einkehr. Ein Rückbesinnen und Abbremsen. Seit dem Frühjahr läuft der Gärtner in mir auf Hochtouren. Jetzt wird es ruhiger, gottseidank. Aber wie es nicht gelingt, ein Kreuzfahrtschiff in voller Fahrt von jetzt auf gleich zum Stehen zu bringen, so brauche auch ich immer eine ganze Weile, mich innerlich auch abzubremsen.

Die deutlich kürzeren Tage zwingen mich bei Zeiten den Garten zu verlassen und ins Haus zu gehen. Das hilft beim Bremsen. Im Garten selbst gäbe es viel zu tun, aber da habe ich wohl schon gebremst. Ich greife nicht mehr sofort alles an.

Etwas Unkraut im Gemüsebeet? Ach lass es stehen. Die Gemüsepflanzen sind so groß und kräftig, da ist das Kräutlein keine Konkurrenz mehr. Und bald ist alles abgeerntet, da kann ich dann mit der Hacke großflächig alles jäten. Also nur die Ruhe.

Der Blick in meine Aussaattabelle spornt mich auch nicht mehr so an, wie vor ein paar Monaten. Es ergibt  sich jetzt von allein, daß man bremst und ein paar Gänge herunter schaltet.

Vor ein paar Tagen zeigte ich euch dieses Bild hier und versprach, noch ein paar Worte dazu zu schreiben.

 (c) by Joachim Wenk
Keramik als Dankeschön

Zwei  solche Keramiken sind es, die ich von einer lieben Gartenfreundin bekam. Sie hat mit den selbst gefertigten Stücken Danke sagen wollen, und mir eine riesige Freude damit gemacht.

Danke für die Himbeerableger, die ich ihr per Post zusandte. Und dann hatten wir damit solchen Ärger. Am Wochenende habe ich die Beeren abgestochen und gleich am Montag zur Post gebracht, damit sie noch die gleiche Woche ankommen. Es hatte noch immer weit über 30°C draußen und ich wünschte den Pflanzen eine gute Reise.

Wie anders sollte es kommen! Freitag schreibe ich die Freundin an, da ich noch nichts von ihr hörte.

Hätte ich doch nur  weiter nichts von ihr gehört. Die Pflanzen sind 5 Tage unterwegs und noch nicht angekommen. Sie müssen also das  Wochenende auch noch ausharren im Karton.

Montag schreiben wir uns, Dienstag und Mittwoch, auch Donnerstag wieder. Immer die gleiche Antwort. Sie sind nicht da. Ich bin stinksauer auf die deutsche Post. Freitag kommen sie endlich an.

Die Post benötigte für das Paket innerhalb Deutschlands also 11 Tage! Der Routenplaner nennt eine Strecke von 172 km, die in etwa eineindreiviertel Stunden mit dem Auto zu fahren gewesen wären. Hätte ich doch lieber die Pflanzen persönlich gebracht, als mich auf die Post zu verlassen.

Die Freundin hat die Himbeeren gleich etwas geschnitten und meint, da die Augen noch frisch sind, daß sie wohl treiben werden. Sind wir mal gespannt.

Sie bedankte sich dann bei mir mit den Keramiken für den Garten. Die Erinnerung, mich immer wieder zu freuen, steckte ich gleich zum Eingang beim Gemüsegarten. Dort bin ich einfach am häufigsten und dort erlebe ich auch immer wieder Frust. Wie schön, wenn ich jetzt immer beim Gang in den Gemüsegarten schon von Vornhinein daran erinnert werde, mich zu freuen.

Eingang zum Gemüsegarten  (c) by Joachim Wenk
Eingang zum Gemüsegarten

 Und wenn man den Blickwinkel noch ein wenig erweitert sieht man das herbstliche Staudenbeet vor dem Gemüsegarten komplett

herbstliches Staudenbeet vor Gemüsegarten  (c) by Joachim Wenk
herbstliches Staudenbeet vor dem Gemüsegarten

Das gefällt mir. Gehen wir doch einfach noch ein Stückchen zurück. Jetzt sehen wir das Staudenbeet ganz hinten und haben einen schönen Blick in den Herbstgarten. Das war am Wochenende morgens bei Zeiten. Da lag noch überall Tau und die Sonne wusste noch nicht, ob sie heute scheinen wird oder nicht.

herbstlicher Garten  (c) by Joachim Wenk
der Garten im Herbst

 Mein Alpenveilchen  erfreut mich mit einer Blüte nach der anderen. So ganz im Stillen blüht es munter vor sich hin. Man muß sich schon ganz bewusst daran erfreuen, sonst übersieht man die winzigen, gerade einmal 3cm Triebe mit den leuchtend weißen Blüten in dem großen Garten.

Alpenveilchen (c) by Joachim Wenk
Alpenveilchen

Ebenfalls weiß und unermüdlich blüht der Stechapfel. Allerdings hat er mittlerweile ein nicht mehr zu übersehende Statur bekommen. Und viele von den faszinierenden werhaften Früchten hängen an ihm. Ich erinnere mich bei seinem Anblick jedes Mal an das zeitige Frühjahr. Ich kramte ein  paar dieser stacheligen Früchte aus einer Kiste mit Dekomaterial. Ein paar Samen waren noch darin und ich wollte versuchen, sie zu sähen und ihn wieder im Garten zu haben.

Kaum dass er überhaupt gekeimt ist, von Wachsen wollen wir garnicht reden, fraßen ihn im Beet dann gleich die Schnecken. Ist für die eigentlich garnichts giftig genug?

Irgendwann im Sommer sah ich dann ihn hier an genau der Stelle aufgehen. Eine kräftige Pflanze und ich ließ ihn stehen. Ohne Mühen mit Sähen und Gießen, mit Pikieren und verpflanzen habe ich jetzt ein prächtiges Exemplar von der Natur einfach geschenkt bekommen.

Stechapfel (c) by Joachim Wenk
Stechapfel

Wiederum von einer Gartenfreundin hier bei Google, bekam ich die Samen für das Patagonische Eisenkraut für mein gelb-lila-Beet. Also ich habe ja lange nicht daran geglaubt, daß ich hier erfolgreich sein könnte. Bis die keimten vergingen ewige Zeiten. Wachsen war auch für sie ein Fremdwort. Dann schoben sie ein paar Blättchen und ich brauchte den Platz. Also pflanzte ich sie einfach aus.

Es dauerte gar nicht lange und sie fingen an zu wachsen. Kräftig wurden sie und groß. Jetzt blühen sie seit Monaten. Eine herrliche Staude. Sie ist wohl nur in milden Wintern ausdauernd. Aber, das lese ich immer wieder, sie säht sich angeblich selbst aus. So wie der Stechapfel. Darauf hoffe ich.

Weder Trockenheit noch Gluthitze und auch die Schnecken konnten ihnen nichts anhaben. Eine wunderbare pflegeleichte Dauerblüherin. Zur Sicherheit nehme ich mir ein paar Samen ab, falls sie sich nicht selbst aussäht. Die muß ich wieder haben.

patagonisches Eisenkraut (c) by Joachim Wenk
patagonisches Eisenkraut

Auch das hier ist das gelb-lila Beet. Und hier passt sogar die Kombination an Blüten. Sommerflieder in den letzten Blühschüben und eine gelbe Wolke von der Zwerg-Goldrute. Etwas Weiß passt immer und wird von der Spornblume beigetragen. Sie blüht irgendwie auch schon seit dem Frühjahr. Immer wieder tauchen ihre Blüten auf.

Zwerg-Goldrute, Spornblume und Sommerflieder (c) by Joachim  Wenk
Gelb-lila-Staudenbeet

Jetzt habe ich aber genug erzählt von bunten Blumen im Herbst. 
Schließlich gibt es ja auch noch die zweite Keramik,von der ich anfänglich gesprochen habe. Und eben den Gemüsegarten. 
Der Oregano-Sticker steht im neuen Kräuterbeet. Und gleich habe ich eine von den im Frühjahr ebenfalls selbst gesäten Oreganopflanzen dort hin versetzt. Die Pflanzen waren anfangs auch eher klein und die Anzucht nicht so leicht wie  etwa beim Basilikum. Sie haben sich im Freien dann aber sehr gut entwickelt. Der griechische Oregano ist quasi eine Aromabombe! Probiert man die frischen Blättchen bekommt man direkt ein Bizzeln auf der Zunge vor lauter ätherischen Ölen in der Pflanze. Und die bleiben auch getrocknet super erhalten. 
Absolut empfehlenswert und jetzt unverkennbar gekennzeichnet und hübsch dekoriert. 
griechischer Oregano (c) by Joachim Wenk
griechischer Oregano
Blick in den Gemüsegarten im September
Gemüsegarten im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im September

Die Beete leeren sich. Bei den Frühkartoffeln fing ich an und führe das dieses Jahr einmal konsequent fort. Auf abgeernteten Beeten sähe ich Gründünger. Also nur auf den Beeten, die dieses Jahr nicht mehr für Nutzpflanzen gebraucht werden. Ich habe jetzt noch Spinat und Feldsalat gesät, da kommt natürlich dann kein Gründünger aufs Beet.

Hier  sieht man links vom Meerrettich Buchweizen. Rechts von ihm habe ich ihn Roggen und Zottelwicke gesät. Ich probiere das mal mit den beiden winterharten Pflanzen. Auf dem Beet werden nächstes Jahr die Kartoffeln stehen und somit läge es brach bis mindestens Mitte April. Das soll der Gründünger verhindern und gleichzeitig den Boden tief durchwurzeln und dadurch lockern.

Den allseits empfohlenen Senf sähe ich nicht mehr aus. Er gehört zur gleiche Familie wie Radieschen, Rettich, Kohlrabi, Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl, Weißkohl, Rotkohl, Palmkohl, Rosenkohl, Mairüben und und und. Ihr seht schon, irgendwie ist fast alles im Gemüsegarten aus der gleichen Familie und man soll ja schon die Nutzpflanzen nicht wieder auf die gleiche Stelle setzen, um Mangelerscheinungen und Krankheiten vorzubeugen. Daher suche ich als Gründünger gezielt Pflanzen aus anderen  Familien.

Der Wirsing ist auch bald erntereif. Er steht nun schon seit so vielen Monaten im Beet, hat sich aber wirklich bilderbuchmäßig entwickelt. Die Sorte heißt Smaragd und kann bis Dezember geerntet werden.

Wirsing Smaragd (c) by Joachim Wenk
Wirsing Smaragd

Zum direkten Vergleich habe ich auch noch einmal die Sorte Winterfürst gesäht. Der kann, im Gegensatz zum Smaragd auch über den Winter draußen bleiben. Allerdings wächst er derart langsam, daß es in meinem Garten, wo ohnehin alles eher langsam wächst, doch Fehl am Platze ist. Jetzt langsam fängt er mit dem Wachstum an. Gut, daß er wirklich draußen bleiben kann.  Aber ich denke ich werde mich künftig nur für den Smaragd entscheiden.

Es gibt da allerdings noch einen ganz anderen Wirsing, der sollte schon im Sommer geerntet sein, schnell wachsend, lockerer Kopf und mild im Geschmack. Vorbote heißt er dann auch passend.

Den werde ich kommende Saison auch probieren. Scheinbar gedeiht Wirsing besser als Weißkraut bei mir. Und da er im Geschmack wirklich toll ist, könnte er das frühe Weißkraut ersetzen. Das Ausprobieren hat eben nie ein Ende.

Wirsing Winterfürst (c) by Joachim Wenk
Wirsing Winterfürst
Endlich einmal rechtzeitig gesät und dann gepflanzt habe ich dieses Jahr den Rosenkohl. Die Pflanzen sind riesig, reichen mir bis zum Bauch. Das sind etwa 120cm Höhe.Und in allen Blattachseln wachsen leckere Röschen heran. 
Rosenkohl Groninger (c) by Joachim Wenk
Rosenkohl Groninger

Nero di Toscana und Kohlrabi wachsen gut.

  Federkohl Nero diToscana (c) by Joachim Wenk
Federkohl Nero di Toscana

Kohlrabi Noriko (c) by Joachim Wenk
Kohlrabi Noriko

Ein paar Liter Tomatensauce habe ich auch wieder eingekocht und im Dörraparat sind ebenfalls nochmal einige gelandet. Von denen, die jetzt noch reif werden, will ich einmal versuchen eine leckeren eigenen Ketchup zu machen.

Tomaten (c) by Joachim Wenk
Tomaten

Monatelange Dürre ließ mich stark zweifeln an einer Kartoffelernte. Jetzt regnet es zwar nach wie vor nicht, der Boden ist bröseltrocken ab einer Tiefe von wenigen Millimetern und unter allen Bäumen und Stauden. Aber die kühlere Luft und der Tau der Nacht ließen die Kartoffeln noch wachsen und wieder grün werden. Vielleicht wächst ja unten dann auch noch etwas dran.

Lagerkartoffeln (c) by Joachim Wenk
Beet mit Lagerkartoffeln

Wirklich nervig sind dieses Jahr die Amseln. Weil seit fast 4 Monaten alles in der Landschaft steinhart und trocken ist, kommen sie in meine gewässerten Beet und wühlen nach Würmern. Leider sehen alle Wege dann so aus. Und das jeden  Tag. Hoffentlich wird das bald auch draußen feuchter, daß sie wo anders etwas zu fressen finden.

(c) by Joachim Wenk
Amsel-Vandalismus

Herbstliche Farbpalette auch im Gemüsegarten

Herbstfarben im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
Herbstfarben im Gemüsegarten

Endlich kam ich auch dazu meinen Hopfen zu ernten. Sehr spät, ich weiß, aber es klappte einfach nicht eher. 
Ein Gläschen sehr geschmacksintensives Hopfensalz habe ich gemacht (100g grobes Salz mit 20g frischen Hopfendolden im Mixer gleichmäßig zerkleinern, trocknen lassen. Ganz eigener Geschmack), 
Hopfentinktur für die Nerven und eine erholsamen Nacht nach anstrengenden Arbeitstagen angesetzt (Hopfendolden mit klarem Schaps übergießen, 2 Wochen ziehen lassen, abseihen. 30 Tropfen vor dem Schlafengehen). 
Der Rest wird getrocknet für meinen Kräutertee. 
Hopfenernte (c) by Joachim Wenk
Hopfenernte 2015

Vom Garten in die Speisekammer, ein wundervoller Tag im schon herbstlichen Garten und in der Küche

Und wieder ist es so weit, die nun bereits zweite Ladung Tomaten kann geerntet werden. 
Nachdem es zwischenzeitlich abkühlte und auch zweimal regnete sind viele geplatzt. Heute ist wieder ein sehr sonniger und warmer Tag. Der Himmel ist blau und Wolken keine zu finden. 
Bevor ich aber in den Garten kann, sind noch zwei wichtige Dinge zu erledigen. Einmal braucht mein Hundesenior wieder seine Herztabletten. Der Weg führt mich somit zuerst zum Tierarzt. Auf dem Heimweg machen wir einen Abstecher zu den Weihern. Die Karpfen fressen im Moment sehr viel und so muß zweimal die Woche gefüttert werden. Jeder Weiher wird mit einem Eimer Getreide versorgt und dann geht es Heim in den Garten. 
Der Nachbar ist so begeistert von meinen Tomaten, die immer rot und glänzend zu ihm hinüber leuchten, daß er erst einmal von jeder Sorte ein paar bekommt. Das Basilikum kann ich ja auch gleich dazu liefern. Es wuchert regelrecht im Gewächshaus. Sein Aroma ist unbeschreiblich und intensiv. Vergleicht man es mit einem Töpfchen Basilikum aus dem Discounter , so könnte man auch das Bad in einem Kinderplanschbecken mit einer Wildwasserfloßfahrt vergleichen. 
Für meine Tomaten schneide ich gleich mal einen Schwung des Krautes ab. Dann suche ich noch den überall verteilten Oregano  und füge ihn dazu. 
sonnengereifte Tomaten und Basilikum (c) by Joachim Wenk
vorher: über 5kg sonnengereifte Tomaten
und ein  riesiger Büschel Basilikum

Nachdem er ja lange – nein sehr lange – nichts getragen hat, legt der Pattison nun kräftig zu. Überall schweben weiße Ufos im Kürbisdickicht. Was bin ich froh, diese Pflanze einmal wieder „ausgegraben“ zu haben. Der Versuch hat sich gelohnt. Nächstes Jahr baue ich nur noch eine Zucchini an und zwei Ufos. Das Fleisch hat eine ganz andere Konsistenz, als das der Zucchini. Der Geschmack ist aromatisch und man kann sie verwenden, wie Kürbis und wie Zucchini. Dazu kommt noch die aberwitzige Form.

Die wenigen Möhren, die im Frühjahr nach unzähligen   Saatversuchen aufgegangen sind, stehen prächtig in den Beeten. Ob da wohl unten etwas dran ist? Man sieht über der Erde nichts, nur das Grün des Krautes. Ich mach das jetzt einfach einmal. An einem kräftigen Büschel Möhrenkraut ziehe ich. Ja was kommt den da zum Vorschein. Eine Zwillingsmöhre. Die kann sich wirklich sehen lassen. Es wächst also unten auch etwas und das ist erntereif.

Erntereif ist auch mein Sommerlauch, den ich schon laufend in der Küche verwende und etlichen eingefroren habe.

Ufo und Zwillingsmöhre (c) by Joachim Wenk
vorher: Ufos, Zwillingsmöhre und nomaler Lauch
Im Laufe des weiteren  Tages bin ich dann omnipräsent. Also jedenfalls, was die Küche, den Vorratskeller und den Garten angeht. Um alle  Arbeiten zu schaffen wird einiges parallel abgearbeitet.
Schauen wir zuerst auf die Küchenarbeiten. 
Die Ufos werden mit dem Lauch und ein paar Kartoffeln zu Kürbissuppe gekocht, danach gemixt und in Weck-Gläsern eingekocht. So habe ich für das schnelle Mittagessen etwas im Keller. 
So begeistert ich von den Ufos bin, so verflucht habe ich den ersten, als ich versuchte die Schale zu entfernen. Durch die vielen Huppel und Wellen kommt man mit dem Sparschäler fast nicht voran. 
Ich habe mir eine  Methode überlegt, das zu vereinfachen. Das Ufo wird dabei in etwa 1 bis 1,5cm dicke Scheiben geschnitten. Und schon kann ich die jetzt relativ gleichmäßigen Ränder der Scheiben sehr einfach mit dem Sparschäler schälen. Natürlich werden auch hier, wie bei jedem Kürbis oder älteren Zucchinis die Kerne vor der Zubereitung entfernt. 
Tip zum Schälen von Ufo-Kürbissen (c) by Joachim Wenk
Tipp zum Schälen von Ufo-Kürbissen

So sieht das dann aus. Die Kürbissuppe habe ich nur gesalzen. Sie wird erst vor dem Verzehr abgeschmeckt. Sie hat aber auch so schon ein sehr angenehmes Aroma. Sie erinnert fast an eine milde Mischung aus einer Pilzsuppe und einer Spargelsuppe.

Tomatensugo und Kürbis-Lauch-Suppe (c) by Joachim Wenk
nachher: Tomatensugo und Kürbis-Lauch-Suppe
Die Tomaten habe ich gewaschen, halbiert und ein einen Topf mit etwas Salz gegeben. Mit dem Kartoffelstampfer habe ich sie etwas zerquetscht, daß Flüssigkeit zum Kochen zur Verfügung steht. So werden sie erst einmal gekocht, bis sie alle zerfallen sind. Für den Geschmack habe ich noch etwas Balsamico  und Zucker dazu gegeben.
Nach dem sie zerfallen sind, kommt das grob zerkleinerte Basilikum samt der Stiele dazu. Das lasse ich noch etwas köcheln und passiere es anschließend. Fertig ist die Tomatensauce. Sie kommt zurück in den Topf. Sie wird noch etwas gekocht und dadurch reduziert. 
Ich hatte 5kg Tomaten. Etwa ein Kilogramm habe ich zum Trocknen in den Apparat gelegt. Die 4 übrigen Kilo ergaben etwas mehr als 4 Liter Sauce. Am Ende ist sie auf 3,5Liter eingekocht. Sie kommt so heiß in Schraubgläser,  Deckel darauf schrauben, kurz auf den Kopf stellen und dann abkühlen lassen. Fertig ist der Wintervorrat. 
Eine halbe Kelle voll blieb übrig. Die habe ich sofort verspeist. Was für ein unbeschreiblich intensives und rundes Tomatenaroma mit Basilikum. Einfach köstlich. 
Die Möhre habe ich übrigens gleich roh verspeist. Das absolut gesunde und knackige Möhrengrün kam, wie könnte es bei mir anders sein, natürlich nicht auf den Kompost. Ich habe es fein gehackt und zu den Tomaten in den Dörrapparat gelegt. Es ist rasch trocken und wartet in der Box mit den anderen bereits getrockneten Gemüseresten darauf, zum Gemüsebrühpulver Veredelt zu werden. 
Im Garten selbst habe ich festgestellt, daß jetzt schon ein paar Flächen leer stehen. Vieles ist abgeerntet. Meine Himbeeren sind geschnitten und die alten Erdbeeren davor ausgegraben. Hier werden im nächsten Jahr Kräuter angebaut. Den Rasenschnitt von letzter Woche habe ich als Mulch über den nackten Boden gelegt. Und unter die Johannisbeeren kamen noch ein paar überfällige Kohlrabipflanzen. Wegen der immensen Hitze und Trockenheit konnte man ja wochenlang nichts pflanzen. Der Boden war staubtrocken und steinhart. Vielleicht werden die ja noch etwas. Herbstkohlrabi sind es jedenfalls. 
Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
nach der Ernte im Gemüsegarten

Auf die abgeerntete Flächen der frühen Kartoffeln habe ich Gründünger gesät. Buchweizen und Saatwicken.

Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
nach der Ernte im Gemüsegarten
Beides ist  mittlerweile sehr schön gekeimt. 
keimender Gründünger (c) by Joachim Wenk
keimender Gründünger
Im Ziergarten wird auch weiter fleißig geerntet. Geerntet im Ziergarten? Ja, auch dort kann man ernten. Herrliche Anblicke, wunderbare oder überraschende Blütenszenen. Eine Ernte für das Auge und die Seele eben. 
Sonnenblume in der Abendsonne (c) by Joachim Wenk
Sonnenblume in der Abendsonne

 Geranium sanguineum, ein heimischer Storchschnabel mit tiefreichender Wurzel. Erblüht in voller Sonne noch mehr. 

So steht es im Katalog und recht haben sie. Er stand die glutheißen Monate in voller Sonne auf trockenem und harten, lehmigen Boden.

Das Haus strahlt Wärme aufs Beet und die Sonne wird von der Oberfläche des Dorfweihers direkt in unseren Garten reflektiert. Die Wärme des Südwesthanges steigt auf und fängt sich in unserem Vorgarten. Eine Sauna oder ein Glutofen. Dem Storchschnabel gefällt es. Er kommt ganz schön rum im Beet, streckt seine Triebe weit aus. So erscheinen plötzlich Pflanze in voller Blüte, die ja gar nicht Blühen. Eigentlich. Doch der Storchschnabel schmückt sie mit seinen Blüten auf unwahrscheinlich fragilen Trieben.

 Blut-Storchschnabel (c) by Joachim  Wenk
herumstreunender Blut-Storchschnabel im Staudenbeet

Dem Sommerflieder gefällt die Wärme offensichtlich auch sehr gut. Er blüht nun schon seit Monaten. Der hier vorne hat ein wirklich umwerfendes Lila, während der hintere ein normales bläuliches Lila trägt.

Sommerflieder (c) by Joachim Wenk
Schmetterlingsflieder

Unterm Sommerflieder vergnügt sich wieder ein Blutstorchschnabel mit den Blüten des Mutterkrautes. Von dem habe ich etliche Pflänzchen im Frühjahr aus dem Samen vom letzten Jahr gesät und dann verteilt. Leider hat es immer die scheußlichen schwarzen Läuse gehabt und wollte auch nicht recht wachsen. Ich habe mich dann nicht mehr darum gekümmert und nun finde ich es hier und da, ohne Läuse und voller Blütchen.

Eigentlich sollte es sich ja von selbst aussähen, so daß man sich die Mühe mit dem Vorziehen nicht machen muß.  Das klappte bislang aber noch nicht. Vielleicht sät es sich jetzt selbst aus. Zum Storchschnabel passt es jedenfalls ganz besonders gut, finde ich.

Blutstorchschnabel und Mutterkraut (c) by Joachim Wenk
Blutstorchschnabel und Mutterkraut

Weil es mich eben so freut, kommt nun wieder ein Foto meiner Färberkamille, die in voller Blüte abgestorben war. Jetzt wächst sie wieder prächtig.

Färberkamille (c) by Joachim  Wenk
weil es gar zu schön ist, wieder meine hübsche Färberkamille
Mir sind ja etliche unterschiedliche Färberkamillen plötzlich und wortwörtlich in der „Blüte ihres Lebens“ verdorrt und abgestorben. 
Einer großen Anthemis tinctoria erging es ebenso. Nur die gelben Blüten oben an den Zweigspitzen blieben frisch. Hier und da ein grünes Blättchen war zu entdecken im ansonsten strohgelben restlichen Busch. 
Also abgestorben konnte sie noch nicht sein. Schön aussehen tat das Gestrüpp auch nicht. Was machen? 
Warten. Das ist immer gut. Die Blüten verblühten irgendwann und wurden trocken. Das sah ich mir noch eine Weile an und schnitt dann alles ab. Ich hatte einen Hintergedanken bei dem Ganzen. Und der hat sich tatsächlich realisiert. 
Vielleicht sät sie sich ja aus, war meine Idee. 
Heute beim Unkrautrupfen im Beet erblickte ich das hier: 
Färberkamille Sämlinge  (c) by Joachim  Wenk
Färberkamillensämlinge

Ich glaube nicht zu übertreiben, wenn ich von hunderten winziger Färberkamillen spreche. Was für eine Freude.  Da werden doch ein paar überleben und groß werden. Die können sich dort in dem Beet ruhig ausbreiten. Das käme mir sogar ganz gelegen.

Färberkamille Sämlingsmama (c) by Joachim Wenk
Färberkamille Sämlingsmama
Naja und wer sagt’s denn. Auch die Mutterpflanze war wirklich nicht abgestorben. Sie ist wieder da. 
Nach all den schönen Eindrücken aus meinem Garten setze ich mich noch etwas in  meinen Weinberg (das Rankgestell kommt schon auch noch irgendwann dazu!) und genieße den Ausblick auf den Dorfweiher, an einem wunderbaren Sommerabend. 
Weinberg der "Bucher Weiherblick" (c) Joachim Wenk
mein Weinberg der „Bucher Weiherblick“ in der Abendsonne

Zucchinikuchen im Glas

Zucchini gibt es im Moment ausreichend. Also probiert doch einfach einmal den Zucchinikuchen im Glas. Zucchini muß nicht immer herzhaft verarbeitet werden. Der Kuchen hält sich ein paar Monate und in der Zeit findet sich doch bestimmt eine Gelegenheit ihn zu genießen: wenn überraschender Besuch kommt, im Büro mit den Kollegen oder ganz allein im Garten.

Zucchinikuchen im Glas
Zutaten: 
400g      Zucchini
400g      Mehl
3            Eier
300g      Zucker
1Pckg.   Backpulver
200ml    Sonnenblumenöl
3  Teel.  Zimt
1Msp.    Nelken
3Teel.    Kakao, gehäufte Teelöffel
Für die Gläser: 
  • Zimmerwarme Butter
  • Semmelbrösel
6 Weck-Gläser à 500ml (Das müssen aber zwingend die nach oben hin weiter werdenden Sturz-Gläser sein, sonst lässt sich der Kuchen vor dem Verzehr nicht aus dem Glas stürzen!)
6 Gummiringe für Weckgläser
12 Klammern für Weckgläser
Zubereitung: 
  • Zucchini waschen und schälen. Größere Exemplare, aus denen man dann wohl meistens den Kuchen macht, entkernen. Dann das Zucchinifleisch grob raspeln. Backofen vorheizen: 175°C Ober- und Unterhitze.

  • Weck-Gläser buttern (nicht die Deckel). Dazu etwas zimmerwarme Butter auf ein Küchenpapier geben und damit das ganze Glas samt Boden gleichmäßig mit der Butter beschmieren. Dann 1 gehäuften Eßlöffel Semmelbrösel ins Glas geben. Glas drehen und bewegen, daß die gesamte Glasfläche mit Bröseln ausgekleidet ist. Übrige Brösel ins nächste gebutterte Glas schütten, wenn nötig weitere dazu geben und weiter so verfahren, bis alle Gläser behandelt sind.  

  • Eier, Öl und Zucker in der Küchenmaschine mit dem Schneebesen schaumig rühren. 

  • Mehl und Kakao mit dem Backpulver und den Gewürzen vermischen. Bei den Gewürzen kann man gut experimentieren, mehr Zimt, weniger Nelke, lieber Orangenabrieb dazu oder oder oder. Ganz nach eigenem Geschmack. 

  • Mehlmischung jetzt zu den anderen Zutaten in die Küchenmaschine geben und vermischen. Am Schluß die geraspelten Zucchini zufügen und gleichmäßig verrühren. 

  • Jetzt wird der Teig auf die Gläser verteilt. Dabei darauf achten, daß der Rand oben sauber bleibt. Wenn nötig gleich abwischen, sonst kann am Ende der Gummiring nicht dicht abschließen. Teig immer nur bis zur Hälfte der Höhe des Glases einfüllen!

  • Gläser ohne Deckel in den Backofen stellen und bei 175°C etwa 50- 60 Minuten backen. Der Kuchen ist fertig, wenn bei der Stäbchenprobe kein Teig mehr am Stäbchen haften bleibt. 

  • Nun wird ein Glas nach dem anderen mit Ofenhandschuhen aus dem Ofen genommen. Den Glasrand nochmals kontrollieren, daß nichts daran haftet. Gegebenenfalls mit feuchten Lappen entfernen. Gummiring auf einen Deckel fügen und das Glas damit sofort verschließen. Mit den Klammern fixieren. Steht einmal ein Kuchen über das Glas hinaus, kann er mit einem Messer auf die passende Höhe abgeschnitten werden. 

  • So mit allen Gläsern nacheinander verfahren und die Gläser dann erkalten lassen. Danach können die Klammern entfernt werden und der Kuchen ist fertig für die Speisekammer – oder zum Verzehren. 
Kühl und dunkel gelagert hält der Kuchen mindestens 2 Monate. Trockener Kuchen würde noch länger halten, hier aber sind relativ viele feuchte Zucchini enthalten, das verkürzt die Lagerzeit. 
Zucchini (c) by Joachim Wenk
das Ausgangsmaterial für den Kuchen

Zucchinikuchen im Glas backen  (c) by Joachim Wenk
wichtig! die Sturz-Form, damit der Kuchen auch wieder raus
kommt aus dem Glas

Zucchinikuchen im Glas backen  (c) by Joachim Wenk
Die Gläser sorgfältig buttern und mit Semmelbröseln ausstreuen

Zucchinikuchen im Glas backen  (c) by Joachim Wenk
Nach dem Backen sofort verschließen und kalt werden lassen

Zucchinikuchen im Glas backen  (c) by Joachim Wenk
Normal sollte die Mengenangabe so gut passen, daß keiner der Kuchen aus der Reihe tanzt und höher als das Glas wird

Achim allein zu Haus…

Achim allein zu Haus. Es ist Wochenende und ich bin Strohwitwer. Also mal überlegen, was ich so anfangen könnte. 
Gartengießen schießt mir in den Kopf. Die einzige Gartentätigkeit oder überhaupt Tätigkeit, wenn ich daheim bin, in den letzten Monaten. 
Ach ne, denke ich. Am Montag hat es zwanzig Liter geregnet und jetzt am Wochenende soll es auch ganz toll regnen. Ich denke, das muß ohne Gießen gehen. Nur im Gewächshaus oder die Dahlien im Kübel werden versorgt. Am Samstag jedenfall, das wird mir bald klar, wird kein Regen kommen. Dafür ist es kalt geworden. Ich schwitze bei nur 26°C im Garten. Naja, immerhin 12°C weniger als ich gewöhnt bin. 
Trotzdem sieht mich der Garten erst am Nachmittag. Ich habe mir ein paar Experimente für heute vorgenommen und die finden in der Küche statt. 
Nach ein paar Stunden in der Küche zieht es mich dann doch hinaus in den Garten. Nur mal kurz schauen und ein wenig Ernten. Aber nur kurz Ernten geht eben im August nicht. Das dauert länger. Überall lachen einen die reifen Früchte der monatelangen Arbeit an. 
Der erste größere Schwung Tomaten muß abgenommen werden. Ich will ja noch Tomatensauce konservieren. Letztes Jahr hatte ich von den einzelnen geernteten Früchten nicht eine einzige gesunde dabei. Dieses Jahr alle wunderbar. Ein paar sind geplatzt, das liegt wohl am Temperaturrückgang verbunden mit dem Regen vom Montag und gestern Nacht (die üblichen ca. 700ml kamen vom Himmel). 
Tomatenernte (c) by Joachim Wenk
Tomatenernte

Wirklich überreich trägt die gelbe Wildtomaten. Hier kann man laufend ernten. Die Früchte sind etwa kirschgroß und süß. Leider platzen sie fast immer beim Abmachen vom Strauch, so dass man sie gleich essen oder kochen  muß, während man die normalen großen Tomaten auch einmal ein paar Tage in der Küche liegen lassen kann.

Ich habe den einen Strauch gepflanzt, weil die wirklich fast überhaupt nicht von der Braunfäule betroffen werden. So dachte ich, wenn es kommt wie vergangenes Jahr, daß ich alle anderen Tomaten genau vor der Ernte komplett entsorgen muß, so hätte ich mit dem Wildtomatenstrauch doch noch ein paar Tomaten zum Vespern. Also wenn jemand zum Beispiel am Balkon nur eine Tomatenpflanze halten kann, würde ich so eine Wildtomate empfehlen. Man muß sie nicht entgeizen, sie bekommt die Fäule nicht und liefert wirklich ununterbrochen ansehnliche Mengen der kleinen gelben Früchte.

kleine gelbe Wildtomaten (c) by Joachim Wenk
kleine gelbe Wildtomaten

Im Gewächshaus hängen ja auch noch Tomaten. Die kommen  in die schwarze Kiste. Und das Basilikum kommt endlich zum eigentlichen Einsatz. Es wird mit in die zu konservierende Tomaten-Pulpa gekocht. Beim Herumstreifen im Gewächshaus fallen natürlich auch wieder eine Menge Ananaskirschen reif von der Pflanze. Die können auch noch ein paar Tage in der Küche liegen, bevor sie gegessen werden. Sie reifen noch nach.

Wieder im Freien, sehe ich die lila Bohnen am Bohnenzelt. Also hole ich mir die Leiter und ernte die Blauhilde. Dahinter steht eine Reihe Gurken, da sind natürlich auch wieder neue Früchte daran, die schon längst hätten geerntet werden müssen.

Ach und dann, im Beet nebenan die Zucchini und Ufokürbisse. Glück gehabt, im Moment keine Zuccchini, aber Ufokürbisse in allen Größen. Einer kommt gleich mit, den gibt es irgendwie morgen zum Mittag mit frischen Kartoffeln.

reiche Gemüseernte (c) by Joachim Wenk
schnell mal in den Garten zum Ernten gegangen

UfoKürbis (c) by Joachim Wenk
Ufo-Kürbis (warum der nur so heißt?)

Und immer wenn man  meint, man hat alles geerntet, sieht man wieder und wieder neue Ernteobjekte. Die Brombeeren beginnen zu reifen. Der Strauch ist wieder  über und über mit dicken Himbeeren behängt. Die reifen aber sehr zeitversetzt, so dass man oft ernten kann.

Brombeeren (c) by Joachim Wenk
Brombeerernte

Neben dem ganzen Gemüse gibt es auch wirklich noch einiges das blüht in meinem Garten. Das Gelb-Orange vom kalifornischen Goldmohn ist an Strahlkraft wirklich kaum zu überbieten. Ich habe ihn erst spät gesät. Ich kannte ihn nur von Bildern, hatte ihn aber selbst noch nie. Dann las ich, daß er Sonne und Trockenheit mag. Genau richtig für mein  Gelb-Lila-Staudenbeet. Und jetzt blüht er doch noch. Hoffentlich säht er sich auch schön selbst aus, wie es immer heißt.

kalifornischer Goldmohn (c) by Joachim Wenk
kalifornischer Goldmohn

Sicher wollt ihr nun auch wissen, was ich so alles in der Küche angestellt habe.

Zuerst mußte etwas mit der Zucchini geschehen. Die habe ich schon während der Woche geerntet. Wie das eben immer wieder vorkommt habe ich zwei Zucchinis übersehen und muß jetzt etwas mit den Monster-Zucchini anfangen. Eine davon habe ich wohl wirklich zu lange übersehen. Ihr Fruchtfleisch war schon ganz hart und trocken und leicht gelblich. Die war überreif und nicht mehr zum Verzehr geeignet. Die andere aber konnte noch gut verarbeitet werden.

Zucchini (c) by Joachim Wenk
riesige Zucchini

 Schon länger wollte ich Kuchen im Glas probieren. Was liegt also näher, Zucchini-Kuchen im Glas zu backen. In meinem Konservier-Buch habe ich auch gleich das passende  Rezept gefunden. 400g Zucchini sind hierfür schon einmal verarbeitet. Sechs Halbliter-Gläser ergab das Teigrezept. Es hat alles gut geklappt und nun habe ich einen kleinen Kuchenvorrat.

Zucchinikuchen im Glas (c) by Joachim  Wenk
Zucchinikuchen im Glas
Aus einem weiteren Kilo Zucchini habe ich Essiggurken-Ersatz gemacht. Dafür habe ich die Zucchini, wie sonst Essiggurken im Sud gekocht und dann in Gläser gefüllt. Die Zucchini ist somit verarbeitet. 
Zucchini wie Essiggurken eingemacht (c) by Joachim Wenk
Zucchini wie Essiggurken eingemacht

Was mache ich mit den Gurken? Eigentlich sind es kleine  Vespergurken. Weil wir aber so viele gar nicht gleich verbrauchen können, sind ein paar sehr groß geworden und die Schale verfärbt sich bereits gelblich. Sie haben ein sehr intensives Gurkenaroma. Geschält und entkernt habe ich sie zu Gurkensuppe gekocht, die in  Gläser eingefüllt und nochmal 30 Minuten eingekocht. Ein weiterer  Vorrat für die Speisekammer, wenn es einmal schnell gehen muß zum Mittagessen.

Glas öffnen, etwas Sahne dazu geben, heiß machen und ein angeröstetes Brot mit  Butter dazu, ist ein schnelles und leichtes Essen. Man könnte sich natürlich auch ein paar Garnelen in Knoblauch und Chili dazu anbraten….

Bleiben noch die Tomaten und Brombeeren.

Ein paar schöne Brombeeren friere ich ein. Erst einmal, wie bei den anderen Beeren auch, in einem flachen Behälter nebeneinander gelegt einzeln einfrieren und dann in gefrorenem Zustand umfüllen in den eigentlichen Gefrierbehälter. So kann ich sie einzeln entnehmen und jeweils eine in den Muffinteig drücken vor dem Backen oder die leckeren Hefeteilchen mit Puddingfüllung backen. Auf die kommen vor dem Backen auch ein paar  Beeren. Wie gut, daß schon Himbeeren, Erdbeeren und rote beziehungsweise schwarze Johannisbeeren dazu im Gefrierschrank bereit liegen.

Aus den restlichen Brombeeren habe ich mit den Ananaskirschen zwei Gläser Konfitüre gekocht. Weil für die kleine Menge es sich nicht gelohnt hätte, die Beerenpresse einzusauen habe ich gemeint, ich könnte die Früchte, wie oft für Erdbeeren oder Himbeeren beschrieben, vorher in den Mixer geben. Leider aber sind die  Kerne oder Nüsschen der Brombeeren derart hart, daß sie sich nicht zermixt haben und nun in der Marmelade sind. Die schmeckt zwar wirklich köstlich, aber die harten Kerne vermiesen dann doch etwas den Genuß.

Die Tomaten habe ich schließlich halbiert, mit Salz vermischt und etwas Essig im Topf gestampft. Dann wurden sie gekocht, bis sie alle zerkocht sind. Das dauert einige Zeit. Weil beim Kochen Flüssigkeit verdampfen soll, um die Sauce einzudicken, muß man den Deckel weg lassen. Tomatensauce hat aber die dumme Angewohnheit, beim Kochen ganz fürchterlich zu spritzen. Um den Topf sähe es dann ziemlich verspritzt aus. Mir ist da einmal eine gute Lösung eingefallen, die sich seither bestens bewährt hat. Es gibt diese runden feinmaschigen Gitter, die man auf die Pfanne beim Braten legt, um Fettspritzer zu vermeiden. Was bei Fett hilft, geht natürlich auch bei Tomatensaucenspritzern. Und der Dampf kann durch das Gitter entweichen.

Als die Tomaten dann zerkocht waren, kam das klein gehackte Basilikum und der Oregano dazu. Das wird noch einmal kurz mitgekocht und dann passiert. Übrig bleibt eine absolut köstliche Tomaten-Pulpa. Die könnte man nun noch weiter kochen.  Dabei dickt sie mehr und mehr ein. Ich koche sie aber nur nochmals auf  und fülle sie dann in Gläser. Gleich den Deckel verschließen und das Glas auf den Kopf stellen. Danach richtig herum stehend erkalten lassen. Dreieinhalb Liter feinste Tomatensauce habe ich nun fürs erste in unterschiedlich großen Schraubgläsern. Die halten locker bis zur nächsten  Ernte und im Winter habe ich für alles, bei dem Tomaten oder  Dosentomaten auf dem Rezept steht, meine eigene Tomatengrundlage. Wichtig ist es, wirklich alle möglichen Gläsergrößen zu befüllen. Für eine Hackfleischsauce braucht man eben mehr Tomatensauce als bei einem Braten oder den oben erwähnten gebratenen Garnelen.

Mittlerweile ist es Abend und habe Hunger. Ich werde die Bohnen dann wohl morgen eingefrieren. Dann soll es sowieso regnen und ich habe Zeit für weitere Küchenschlachten.

Erfreuliches trotz Hitze und ein erstaunliches Rezept – wie gemacht für diese Jahreszeit

Und wieder ist ein Sommerwochenende mit 36° bis 38°C und blauem Himmel ohne Regen vergangen. Im Garten ist jetzt wirklich die einzige Arbeit das Gießen, alles andere ist nicht möglich.

Unser Brunnen hatte das  Wochenende nun auch die ersten Aussetzer und ich muß weitere Gartenteile ihrem Schicksal überlassen.

Ein schöner Bericht über meinen Garten, wie  er im Frühjahr noch saftig grün war, steht  übrigens im online-Gartenhaus-Magazin. Hier könnt ihr das einmal anschauen: Gartenhausmgazin.
Trotz der ganz scheußlichen Dürre habe ich aber dennoch beim Gießen etwas ganz Schönes festgestellt.

Was mir hier so gefällt, seht ihr auf den beiden folgenden Fotos.

Auf den ersten Blick ist es nichts außerordentlich atemberaubendes, ich weiß. Aber!

Die Bergflockenblume und die Pupur-Witwenblume welche mir beide außerordentlich gut gefallen, haben es geschafft, sich zu vermehren. Und das in diesem Sommer! Es ist beinahe unglaublich.

Die Bergflockenblume hat im Mai wunderschön geblüht und ist dann rasch der Dürre und den Schneckenangriffen zum Opfer gefallen. Alles noch nicht abgefressene Laub wurde braun und sie starb ab.

Mittlerweile hat sie wieder neues Laub. ihr seht die eigentliche Mutterpflanze im Bild oben rechts. Und zusammen mit der Mutter schieben überall in ihrem näheren Umfeld weitere kleine Pflänzchen ihre Blätter ans Licht. Alles Sämlinge. Wenn sie bis zum Herbst überleben, kann ich sie an Stellen verpflanzen, wo sie mich dann im kommenden Frühjahr wieder erfreuen. Da habe ich mir schon das Geld für den Staudengärtner gespart.

Bergflockenblume mit Sämlingen (c) by Joachim Wenk
Berg-Flockenblume mit ihren Kindern

 Auf dem zweiten Bild seht ihr ein ähnliches Schauspiel. Hier hat sich die Witwenblume selbst ausgesät. Etliche Wochen hat  sie in  Pink geblüht. Ein riesiger Busch. Ich habe die verblühten Blüten daran gelassen. Erst als dann fast alle verblüht waren und ich sah, daß die Pflanze von unten neu austreibt, habe ich sie abgeschnitten. Scheinbar habe ich lange genug gewartet und es fielen Samen aus. Jetzt habe ich wieder ganz viele dieser robusten, trockenheitstoleranten Staude. Letztes Jahr hat sie sich auch ausgesät und so konnte ich bereits in diesem Frühsommer an mehreren Stellen im Garten ihre Blüten entdecken.

Sämlinge der Witwenblume (c) by Joachim Wenk
Sämlinge der Witwenblume

Weniger schön ist dieses Foto. So sieht all mein Kraut aus. Egal ob Weiß-, Blau-, oder Frühkraut und sogar der Rosenkohl. Weiß jemand, wer solche Löcher frisst und wie ich ihn oder sie davon abhalten kann?

unbekannter Schädling am Kohl (c) by Joachim Wenk
unbekannter Schädling am Kohl

unbekannter Schädling am Kohl (c) by Joachim Wenk
unbekannter Schädling am Kohl

Bevor auch das Frühkraut so zerfressen wird, habe ich die letzten Köpfe geerntet. Dazu die erste Ernte von der Stangenbohne Blauhilde.

Kohlernte, Stangenbohnen Blauhilde Ernte (c) by Joachim Wenk
letzte Ernte Frühkohl und erste Ernte Stangenbohnen

Leider hatten wir bei der Hitze nicht genügend Hunger, um 600g Bohnen und über 3 kg Weißkraut zu verspeisen.

Also machte ich eine Portion „Bayrisch Kraut“ zum Mittag und das restliche wurde, wie auch die Bohnen, eingekocht.

Ich habe mir gerade einen ganzen Schwung Gläser dazu besorgt und werde jetzt probieren. Meine Lieblingsbeschäftigung in der Küche.

Die Bohnen sind nur mit Wasser eingekocht, da ich die klassisch eingekochten sauren Bohnen nicht mag. In den Gaststätten, meist in denn mit eher wenig Anspruch, bekommt man sie als klassischen Beilagensalat. Und daher haftet an ihnen ein einfach einen klassischer „Beigeschmack“, der  mir nicht gefällt.

Ich habe gelesen, daß man sie für Eintöpfe und Suppen auch nur mit Wasser und etwas Bohnenkraut einkochen kann, das habe ich gemacht. Auch das Weißkraut ist nur mit Wasser eingekocht. Wenn sich das als gut erweist, kommt es mir eigentlich ganz gelegen. Man müsste dann nur das Glas aufmachen, wärmen, etwas würzen und fertig ist das Kraut als Beilage – oder die Bohnen.

Das brauche ich in der Küche derartige selbstgemachte vorgekochte Sachen, weil es eben oft schnell gehen muß beim Kochen.

Jetzt aber zum bereits ausdrücklich gewünschten Rezept.

Warum es gerade jetzt in die Jahreszeit so gut passt, seht ihr auf diesen Fotos:

Tomaten der Sorte Ticca im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Tomaten der Sorte Ticca im Gewächshaus

Tomaten der Sorte Dorenia im Freiland (c) by Joachim Wenk
Tomaten der Sorte Dorenia im Freiland

Und was macht man nun üblicher Weise mit diesen Früchten? Tomate-Mozzarella, meint ihr? Genau!

Daher jetzt hier das Rezept eines einfachen  Mozzarellas, wie geschaffen für den Sommer und die Tomaten.

Ich fand das Rezept in dem wirklich schönen  Buch „Die pure Lust am Landleben“ von Marlies Heinritzi im  Mosaik-Verlag.

Der Käse ist in 30 Minuten servierfertig. Das steht im Rezept und ich kann es nur bestätigen. Bekommt ihr also plötzlich Besuch, könnt ihr schnell noch Mozzarella machen, ein paar Tomaten und Basilikum ernten und schon werdet ihr Begeisterung kostenlos dazu ernten.

Ihr braucht:

1l vollfette H-Milch (in anderen Rezepten las ich, daß man auch frische Kuhmilch nehmen kann. Weil wir genau die ja immer in der Milchtankstelle holen, werde  ich es auch noch mit der unbehandelten Kuh-Milch probieren.)

1 Teelöffel Salz

4 Eßlöffel Apfelessig

1 Mulltuch, 1 Sieb, 1 Schüssel

Das Sieb mit dem Mulltuch ausschlagen und über der Schüssel platzieren.

Die Milch erhitzen, bis sie schäumt, Salz und Apfelessig einrühren und aufkochen lassen.

Sobald die Milch geronnen ist, die gesamte  Masse in das Mulltuch im Sieb einfüllen und 15 Minuten abtropfen lassen.

Danach das den Käse im Tuch gut auswinden und dabei eine schöne Mozzarella Kugel formen.

Fertigen Mozzarella heraus nehmen.

Den Käse mit den Händen noch gar ausdrücken und immer darauf achten eine schöne Kugel dabei zu formen. Käse in nicht zu dünne Scheiben schneiden.

Braucht man nicht alle auf, kann man ihn in eine dicht schließende, der Größe entsprechende Schüssel geben und im Kühlschrank einen Tag aufbewahren. Oder man wickelt in ihn Klarsichtfolie ein, damit er im Kühlschrank nicht austrocknet.

Das ist alles. Ist das nicht ein super Landleben – Rezept? Mich hat es begeistert und auch der Geschmack des Mozzarellas.

Wenn ihr es einmal nachgemacht habt, würde ich mich über eine kurze Erfahrungsmitteilung wirklich freuen.

Kräuter- oder Smoothiewürfel für den Wintervorrat selber machen

Gerade im Sommer kommt es vor, daß man von einigen Kräutern im Garten sehr viel hat. Im Winter oder auch schon im Herbst könnte man diese in der Küche gebrauchen und da wachsen keine mehr. 
Also nutze ich die Zeit jetzt und sorge vor. 
Kräuter wie Petersilie oder Schnittlauch verwandle ich in Kräuterwürfel. Der Schnittlauch ist schon seit Juni so portioniert in der Gefriertruhe. 

Diesmal habe ich für meine grünen Smoothies Vorrat angelegt. Im Winter ist es immer schwerer an Grünzeugs zu kommen. In den einschlägigen Büchern wird empfohlen TK-Spinat mit zu verwenden. Das habe ich auch schon gemacht. Der portionierbare, gefrorene Spinat ist in kleinen Würfeln gefroren und kann so einzeln entnommen werden.

Das kann ich auch. Ich habe gerade recht viel Melde und Baumspinat.
Ich pflücke die Blätter, wasche sie und schleudere sie trocken. 
Dann werden sie portionsweise im Tupper Extra-Chef klein gehackt. Das ist quasi das Gerät vom Pestomachen aber zwei Nummern größer.
Andernfalls muß man sie mit einem großen Messer sehr fein hacken oder mit einem Wiegemesser für Kräuter zerkleinern.
Extra-Chef von Tupperware zerkleinern von Kräutern (c) by Joachim Wenk
Küchen-Häcksler für mein Grünzeug – der Extra-Chef von Tupperware
Die Blätter hacke ich darin sehr klein, aber nicht matschig. 
klein gehackter Baumspinat und Meldeblätter (c) by Joachim Wenk
klein gehackter Baumspinat und Melde

Dann fülle ich sie in den Eiswürfelbehälter. Einfach einen Schwung in den Behälter kippen und dann mit den Fingern verteilen und fest in die einzelnen Mulden drücken.

Zum Schluß wird noch Wasser in die einzelnen Vertiefungen gefüllt. Gerade so viel, daß es fast bis zur Oberkante der Vertiefung reicht. Das Wasser sorgt dafür, daß beim Gefrieren schöne feste und zusammen haltende Würfel entstehen.

Mein Eiswürfelbehälter hat unten Silikonnoppen. Die sind wirklich praktisch. Sind die Kräuter oder Smoothie-Würfel durchgefroren, kann man die einzelnen Würfel von unten durch Drücken auf die Silikonnoppen ganz leicht aus dem Behälter befördern. Ganz ohne Klopfen, Schlagen und Hauen.

Wichtig bei einem Eiswürfelbehälter ist auch, daß er einen Deckel hat. Auch bei den Minustemperaturen verdunstet Wasser. Beim Einfrieren und auch, wenn es gefroren ist. Das trocknet zum Einen das Gefriergut – hier meine Würfel – aus. Zum anderen muß das verdunstete Wasser ja irgendwo hin. Und wo geht es hin? Es schlägt sich als Eis an der Wand des Gefrierfaches nieder. Das ist ganz schlecht für den Energieverbrauch und die Effizienz des Gerätes.

klein gehackte Kräuter im Gefrierbehälter (c) by Joachim Wenk
klein gehackter Baumspinat eingefüllt in Gefrierbehälter
Gefrierbehälter mit Silikonnoppen am Boden zum leichten Herausdrücken der fertig gefrorenen Würfel (c) by Joachim Wenk
Gefrierbehälter mit Silikonnoppen am Boden zum leichten Herausdrücken der fertig gefrorenen Würfel
Gefrierbehälter mit Silikonnoppen am Boden zum leichten Herausdrücken der fertig gefrorenen Würfel (c) by Joachim Wenk
Silikonnoppen aus der Nähe
Am kommenden Tag sind meine Würfel gefroren und ich löse sie aus dem Eiswürfelbehälter. Den brauche ich schließlich beim nächsten Mal wieder. Die gefrorenen Würfel fülle ich in einen anderen Gefrierbehälter, wo sie bleiben, bis ich sie bei Bedarf einzeln entnehmen kann. 
Das hier sind die Baumspinat-Smoothie-Würfel. Das könnte man auch mit normalem Spinat oder mit Brennnesseln machen. 
Die Schnittlauchwürfel sehen ähnlich aus und jetzt sind dann noch Petersilienwürfel an der Reihe. 
Smoothie-Würfel (c) by Joachim Wenk
fertige Baumspinat-Smoothie-Würfel (man sieht sogar die Form der Silikonnoppe bei einem Würfel)

Basilikum – Pesto selber machen

Weil die Tomaten, für die ich das Basilikum angebaut habe, jetzt gerade erst anfangen, reif zu werden, habe ich heute aus einer ersten Ernte Basilikum Pesto gemacht. Das Basilikum wächst wunderbar im Gewächshaus und beginnt bereits zu blühen. Höchste Zeit, die  Spitzen weg zu nehmen, damit es sich mehr verzweigt und noch nicht blüht.

Zutaten für ein Basilikum-Pesto sind:

  • Parmesan
  • Salz
  • Knoblauch
  • Pinienkerne
  • Basilikum
  • Olivenöl

Man kann das Pesto auch in einem Mixer zubereiten. Der darf allerdings nicht zu groß sein, weil sonst mehr von der Masse am Behälter klebt, als dass sie sich zu einem Pesto vermischt.

Ich bevorzuge den Turbo-Chef von Tupperware. Der hat die passende Größe und man hat es selbst in der Hand, wie oft man an der Schnur zieht und somit die Konsistenz des Pestos beeinflusst. Ich mag es lieber mit noch etwas Struktur und nicht so sehr als feinen Brei.

1.  Etwas zerkleinerter Parmesan wird fein zerhäckselt. Benutzt man einen Mixer kann man den Käse auch mit einer Reibe vorher reiben.

Basilikum-Pesto zubereiten (c) by Joachim Wenk
Basilikum-Pesto zubereiten

2.  Jetzt kommt Knoblauch im Ganzen und etwas Salz dazu und es wird weiter zerkleinert.

Basilikum-Pesto zubereiten (c) by Joachim Wenk
Basilikum-Pesto zubereiten 
3.  Weiter geht es mit den Pinienkernen. Man kann diese auch sehr gut durch Sonnenblumenkerne ersetzen. Sie sind billiger als die Pinienkerne, die im Original enthalten sein müssen.
Basilikum-Pesto zubereiten (c) by Joachim Wenk
Basilikum-Pesto zubereiten 

4.  Natürlich fehlt jetzt noch das Basilikum. Die abgebildete Menge habe ich komplett verarbeitet. Bei so einem Pesto geht man am besten nach dem eigenen Geschmack und natürlich der vorhandenen Menge der einzelnen Zutaten vor. Man kann auch weniger Basilikum nehmen.

Basilikum-Pesto zubereiten (c) by Joachim Wenk
Basilikum-Pesto zubereiten 

5.  Wenn dann alles zu einer einheitlichen Masse verarbeitet ist kommt noch das Olivenöl dazu. Im Mixer kann es sein, daß man schon vorher etwas Öl einfließen lassen muß, damit das Gerät ordentlich arbeiten kann und sich die Masse nicht am Behälterrand entlang drückt und so  nicht mehr zu den Messern kommt. Ich gebe so viel Öl dazu, daß es ein dünnflüssiger Brei wird.

Basilikum-Pesto zubereiten (c) by Joachim Wenk
Basilikum-Pesto zubereiten 

6.  Fertig ist das herrlich riechende und schmeckende Basilikum-Pesto.

Basilikum-Pesto zubereiten (c) by Joachim Wenk
Basilikum-Pesto zubereiten

7.  Jetzt wird es in ein oder mehrere luftdicht verschließbare Gefäße gefüllt. Das können gut ausgewaschen Gläschen mit Schraubdeckel oder Kunststoffschüsselchen sein.

Das Pesto wird glatt gestrichen und mit einer Schicht Olivenöl oben auf konserviert. So hält es sich im Kühlschrank etliche Tage. Wenn man etwas davon entnimmt, muß man immer darauf achten, daß danach wieder eine möglichst geschlossene Öl-Schicht oben darauf schwimmt. Das verhindert auch, daß das Pesto schimmelt.

Basilikum-Pesto zubereiten (c) by Joachim Wenk
Basilikum-Pesto zubereiten 

Die Einsatzmöglichkeiten so eines Pestos sind mannigfaltig.

Mit Nudel-Kochwasser verdünnt ergibt es die schnellste und leckerste Pastasauce, die man sich denken kann.

Mit Quark vermischt ist es ein sehr schneller Brotaufstrich. Wer es herzhafter möchte, kann es auch mit zerdrückten Feta zu einer  streichfähigen Masse verarbeiten.  Hier muß eventuell mit etwas Joghurt, Sahne, Creme Fraiche, Kefir oder Milch verdünnt werden.

Ganz junge Zucchini in dünne Scheiben hobeln und mit dem Pesto als Dressing vermischt ergeben einen sehr leckeren Sommersalat.

Mit weiterem Olivenöl verdünnt und über Tomate-Mozzarella getropft, verfeinert es den Sommer-Klassiker.

Als Würze in andere Salatdressings geben.

Oder wie ich heute Mittag. Altbackenes und sehr dünn geschnittenes Brot mit etwas Olivenöl einreiben. In  der Pfanne anrösten und dann darauf etwas Pesto streichen. Das war die Beilage für ein Glas Kräutersuppe, die ich fertig im Keller habe. Praktisch, die selbst gemachten Vorräte. Wie man die Suppe zubereitet, erzähle ich euch das nächste Mal.