Hollerröster und Schneegestöber

Jetzt ist er da der Winter und er zeigt sich dem ganzen Jahr 2017 ebenbürtig. 

Ein Jahr voller Aprilwetter

Von Anfang an wußte das Wetter bei uns nicht, was es will. Wir hatten quasi das ganze Jahr über Aprilwetter. Von einem Tag zum anderen wechselte es von viel zu kalt auf sehr warm, von Sturm und Orkan auf Windstille, vom strömenden Regen bis hin zu Dürre. Die Trockenheit beschränkte sich diesjahr aber auf den Mai und Juni, was das Ganze aber nicht weniger lästig machte. Sind das doch die Hauptwachstumsmonate und Wasser ist das bitter nötig. 
Auch der Winter ist einmal da mit allem was dazu gehört. Klirrende Kälte, Schneesturm und keinerlei Sonne. Bis man dann alles wahrgenommen hat, den Schnee beiseite geschoben hat und sich wieder zur Ruhe gesetzt hat, ist bereits alles wieder vorüber. Es taut, ein milder Wind weht und die Sonne scheint. 
So war es auch am Wochenende. Eine erneute kleine Karpfen-Schmaus-Gesellschaft hat sich für den Sonntag im Hüttenzauber angemeldet. Ich räumte alle Wege frei, damit niemand zu Schaden kommt. Die älteste Besucherin der Familienrunde war immerhin weit über 90 Jahre alt. 

Wenn es schneller schneit, als ich räumen kann

Wir sitzen also, man kennt es ja mittlerweile bei 28 Grad und bollerndem Holzofen im Hüttenzauber, genießen den Karpfen und die Nachspeise (siehe unten), da geht es los. Schneesturm egal zu welchem Fenster wir hinaus sehen. 
Eine Weile genießen wir die Wärme drinnen und das wilde Treiben draußen. Dann irgendwann soll die Tafel aufgehoben werden. Jemand macht die Tür auf und schon ist alles voller Schnee innen im Raum. Der Wind bläst ihn rein und unten an der Türschwelle hat er sich hoch aufgetürmt. 
So kann man nicht aufräumen. Ich ziehe mich dick an, schnappe mir die Räumschaufel  und beginne an der Haustüre. Zwei Stufen höher und wenige Meter weiter komme ich an der Hüttenzaubertüre an. Der Weg ist frei, wir können aufräumen…..
Dachte ich! Ich drehe mich um, gehe zum Haus zurück, die Schneeschaufel abstellen und traue meinen Augen nicht. Als hätte ich überhaupt nicht gekehrt, ist der ganze freigeschobenen Weg wieder 10 cm und mehr mit der weichen, kalten und weißen Substanz zugeweht. 
Also so macht Schneeräumen ja noch weniger Spaß, als es das ohnehin schon tut. 
Irgendwie schaffen wir es dann doch noch, mit nassen Hosen und Schuhen das Geschirr heil in die Küche zu bringen. 
Und nun kommt wieder das sehr spezielle Wetter 2017 zum Tragen. In der Nacht -6,6°C. Nachmittag Schneesturm und -3°C. Bis 20 Uhr dann leichter Regen und 5° über Null. 
Ja so geht das wohl weiter mit dem Wetter und seinen Extremen. In weniger als zwei Wochen ist Wintersonnenwende, dann ist Schluß mit immer kürzer werdenden Tagen. Neujahr lässt dann nicht mehr lange auf sich warten und im Nu werden wir 2018 überall darauf schreiben. Was wird dieses Jahr wohl für ein Wetter mit sich bringen? Ich bin wirklich gespannt. 
Schneegestöber im Landgarten
Schneegestöber im Landgarten

Im Palmen-Haus hat es leider auch immer Minusgrade. -3°C bei Grad Kälte draußen. Ich schaffe es leider auch nicht mit der  zweiten, leistungsstärkeren Heizung die Temperatur über dem Gefrierpunkt zu halten. Wie das wohl alles ausgeht?

Wer die ganze Geschichte nicht verfolgt hat, kann hier über die Washingtonia im Freiland noch einmal nachlesen

Winterschutz für Palme im Freiland
Winterschutz für Palme im Freiland

Ach  und die hier will ich euch auch zeigen. Der erste Winter bei mir im Garten und ohne Heizung und Schutz. Angeblich halten sie das problemlos aus. Wer? Na die Kakteen natürlich. Irgendwie schon ein reizvolles Thema, dass es da so frostharte und wetterfeste Spezies von denen  gibt. Denkt man sonst doch bei Kakteen immer an glühende Sonne  und Hitze.

Wichtig für sie ist Trockenheit bei der Kälte. Wie beschrieben haben sie sich wirklich verändert. Stehen sie im Sommer grün und drall in den Pflanzgefässen, blühen wunderschön und wachsen fleißig, so sind sie jetzt total schlaff und runzelig. Sie haben rechtzeitig vor dem Frost dafür gesorgt, daß sie nicht mehr prall gefüllt mit Wasser sind. Was macht Wasser, wenn es gefriert? Genau, es dehnt sich aus. Täte es das in den Kakteen, würden sie platzen. Daher entwässern sie vorher, hängen jetzt schlaff in der Kurve und wenn sie gefrieren, kann sich das Wasser ausdehnen, ohne ihnen zu schaden. Ist das nicht ein genialer Trick der Natur?

winterharte Sukkulenten im Schnee
winterharte Sukkulenten im Schnee

winterharte Sukkulenten im Schnee
winterharte Sukkulenten im Schnee
Jetzt habe ich so viel über Schnee geschrieben, daß ich doch glatt meinen leckeren Nachtisch vom Sonntag auch noch erwähnen möchte. Er passt zum Thema, habe ich ihn doch „Holleröster im Schneegestöber“ getauft. Hollerröster oder Holunderkompott in einer Creme aus Schmand und Joghurt. Wer jetzt Lust hat, das nach zu machen, findet bei achimsgartenzumessen.de unter „Hollerröster im Schneegestöber“ das Rezept. 
Im Moment allerdings kann ich aus technischen Gründen keinen neuen Rezepte hochladen. Ich muß warten, bis die Programmierer eine Lösung finden. Daher ist das Rezept zur Zeit zwar fertig geschrieben, aber noch nicht online. Bitte entschuldigt das. Aus diesem Grund habe ich das Rezept einfach am Ende dieses Beitrages eingefügt.  
Hollerröster im Schneegestöber
Hollerröster im Schneegestöber

So, das war’s  für Heute. Aus dem Garten gibt es gerade nicht viel zu berichten und so soll dieser Beitrag eher ein Lebenszeichen sein. Ja es gibt mich noch und auch meinen Garten.

Viele Grüße aus der Ruhezone und eine schöne Adventszeit wünsche ich allen Leserinnen und Lesern.

Hollerröster im Schneegestöber

Wer kein Holunderkompott eingekocht hat kann auch aus TK-Heidelbeeren eine Portion dickes Kompott direkt kochen und dann anstelle des Hollerrösters verwenden.

Eine Nachspeise, wie für die Wintermonate gemacht. Optisch sieht es wirklich
aus, als wäre das Kompott in einen reinweißen Schneesturm gekommen.
Geschmacklich überrascht der erdig-fruchtige Winter-Geschmack vom
Holunderkompott in der leichten, wenig säuerlichen weißen Crème.

Zutaten für 4 Personen:
4 Gläser à 300 ml
250 ml Hollerröster / Holunderkompott  (1 Einkochglas voll)
1 Bio-Zitrone
Zucker nach Geschmack
1-2 Teel. Stärkemehl
50 g Puderzucker
200 g Joghurt (3,5%)
200 g Schmand
Zubereitung:
Hollerröster mit dem Saft der halben Zitrone und Zucker nach
Geschmack zum Kochen bringen.
In etwas Wasser die Stärke (1-2 Teel.) auflösen.
Die Flüssigkeit mit der Stärke zu einem Drittel mit dem
Holunderkompott aufkochen. Beobachten, wie sehr es eindickt. Holunder dickt
unterschiedlich ein. Das Kompott sollte schließlich ein dicke Konsistenz, wie
warmer Pudding haben. Bei Bedarf immer wieder etwas von der Flüssigkeit mit der
Stärke zugeben, aufkochen und beobachten. Kompott abkühlen lassen.
Schmand mit Puderzucker in der Küchenmaschine mit dem Schneebesen
auf höchster Stufe ca. 3 Minuten cremig aufschlagen. Joghurt zugeben und kurz
unterrühren.

Schmand-Crème und Kompott nun schichtweise auf die 4 Gläser
verteilen und mindestens 1 Stunde kalt stellen. 

draußen schmuddelig naß und kalt – drinnen gesellig und kuschelig warm

Draußen scheußlich kalt und nass, drinnen warm und kuschelig

Im Sommer finde ich es schlimm. Zu dieser Jahreszeit war es genial. Was? Na das scheußliche Wetter eben! 
Keine Bange, ich habe nicht zu viel von den Pilzen geraucht, die gerade überall im Garten sprießen. Nein, ich empfand es wirklich so. 
Am Samstag kam pünktlich zu unserem Karpfenessen mit Freunden der Wetterumschwung von 15°C und blauem Himmel zu 3°C und (Schnee)-Regen. 
Schon Mittag begann ich, den Ofen im  Partyraum zu schüren. Von etwa 11°C mußten wir ihn auf die üblichen, wohligen 27°C oder mehr hoch heizen. 
Während ich also noch die Herzplätzchen für die Tischdeko gebacken habe, lief ich immer wieder raus, um Holz nach zu legen. 
Im Gewächshaus konnte ich eigenen Endivien frisch ernten und in der Küche als Beilage zu den Karpfen zubereiten. 
Volker fuhr zu den Weihern und holte die Karpfen. Nachmittag geschlachtet und Abends am Teller. Frischer kann Fisch ja hier in Franken gar nicht sein. 
Später wird noch ein wenig dekoriert, eingedeckt oder die Kerzen drinnen und draußen nachgefüllt. Die Getränke sind rasch kalt gestellt. Man mußte sie nur aus dem Keller holen und vor den Hüttenzauber stellen. Da hatten sie es kälter, als in jedem Kühlschrank. 
So verging die Zeit und wir freuten uns schon den ganzen Tag auf einen gemütlichen Winterabend im wunderbar warm aufgeheizten Hüttenzauber, zusammen mit unseren Freunden.

Hundert Lichter zeigen den Gästen den Weg

Je näher der Abend kam, desto unwirtlicher wurde es draußen. Und um so mehr Lichter zündete ich an. Wenn die Gäste kommen, sollten sie einfach nur dem Licht folgen müssen.

Vor der Haustüre steht die Eule mit der Kerze im Bauch. Sie steht dort rund ums Jahr. Erleuchtet wird sie aber nur bei besonderen Gelegenheitn. 
Zu ihr gesellt hat sich der Schneemann mit der Teelicht-Laterne in der Hand. Fast ein wenig früh noch für ihn. Aber ich habe schon mal angefangen, vom Dachboden Lichter und Weihnachtsdeko zu holen. Eher Winterdeko ist es im Moment noch. Der muntere Geselle schaute mich dort oben an und stand mir auch ein wenig im Weg. Da habe ich ihn kurzerhand mit runter gebracht. Am Abend in der kalten und dunklen Nacht hat er uns gute Dienste erbracht und den Weg geleuchtet. 
Lichter weisen den Gästen den Weg
Lichter weisen den Gästen den Weg
Drinnen im Wohnzimmer brannten auch die Lichter und der Kaminofen. 

Blick aus dunkler  Nacht ins warm erleuchtete Zimmer
Blick aus dunkler  Nacht ins warm erleuchtete Zimmer

Der Besuch mußte also am Weihnachtsmann vorbei, die Stufen hoch und wurde vom warm erleuchteten Hüttenzauber empfangen. Eine gemütliche Oase in der der stockdusteren und ziemlich  regenreichen Winternacht. Und manch einer kam schließlich zu Fuß….

Unser Partyraum  "Hüttenzauber"im Garten, festlich erleuchtet
Unser Partyraum  „Hüttenzauber“im Garten, festlich erleuchtet
Unser Partyraum  "Hüttenzauber"im Garten, festlich erleuchtet
Unser Partyraum  „Hüttenzauber“im Garten, festlich erleuchtet

Der Hüttenzauber – unser Partyraum – herausgeputzt für die Gäste

Mehr als 25 Grad Temperaturunterschied merkt man den Besuchern sofort an. Ja klar, die Brillen beschlagen sofort. Aber auch die Mimik lockert sich, ein Strahlen und entspanntes Angekommen-sein zeigt sich auf den vom Regen nassen Gesichtern. 
Die dicken Klamotten werden rasch abgelegt und mit ihnen die Dunkelheit der Nacht und ihre klamme Kälte. 
die Tafel ist gedeckt, die Gäste können kommen
Ich weiß, daß viele sehr kreative Menschen hier unterwegs sind und so mancher sich über die spartanische Tischdekoration wundert. Hierzu kann ich nur sagen, daß jede Deko und wären es nur Teelichter, zu viel wäre. Wenn die großen Karpfen auf den Tellern sind, die Gläser und Getränke am Tisch stehen, sich die Grätenteller füllen und alle 15 Personen eng an eng sitzen, dann vermißt niemand eine Tischdekoration. Im Gegenteil, die wäre dann schon längst abgeräumt. Somit spare ich mir die dann gleich von Anbeginn. Eine  nette Serviette und selbst gebackene Herz-Plätzchen sagen hier auch mehr, als ein  ausgefeiltes Deko-Konzept. 
die Tafel ist gedeckt, die Gäste können kommen
die Tafel ist gedeckt, die Gäste können kommen
Der Partyraum hat seinen eigenen Charme. Vor allem freut mich immer wieder, daß wir ihn nicht im Keller ohne Fenster haben. Nein, unser Partyraum steht mitten im Garten. Selbst wenn es draußen dunkel ist, hat man doch ein wunderbares Gefühl mittendrin und doch geschützt zu sein. Egal ob wir im Frühjahr bei Schneeregen Ostern feiern, im Frühsommer unsere Geburtstage, an denen es oftmals regnet oder wir jetzt im Winter bei netten Gesprächen beisammen sitzen. 
Partyraum Hüttenzauber
hier kann man nach dem Essen oder zwischen den Gängen entspannt verweilen (chillen glaube ich sagt man heute dazu….)

Das Schöne an solchen Feiern ist immer wieder die Zusammenarbeit. Jeder bringt was mit, was wir vorher kurz absprechen. So wird dann ein Buffet vermieden, auf dem fünf Schüsseln mit Gurkensalat stehen, bestehend aus gammeligen Billiggurken mit Essigessenz und geschmacklosem Öl angemacht.

Nein bei unseren Festchen, egal ob bei uns oder einem anderen Gastgeberpaar, gibt es immer eine große Auswahl köstlicher Speisen. Heute eben nur verschiedene Salate. Der Karpfen, die Hauptspeise also, kam ja von uns. Und die Nachspeise haben wir gerade in den Ofen zum Backen gestellt. Eine riesige Auflaufform mit Apple-crumble wartet noch auf uns.

Partyraum Hüttenzauber
Aha, die ersten Gäste sind da, das Buffet füllt sich

Wer hier sitzt, kann jeden eintreffenden Gast sofort begrüßen. Neben der Tür der Holzofen. Leider ein Billig-Exemplar, das schon vor dem Umbau hier stand. Aber er heizt und kann irgendwann einmal durch ein effektiveres Modell ersetzt werden. In unserem Wohnzimmer steht ein hochwertiges Modell. Und man merkt es wirklich deutlich, warum der viel teurer war! Leider ist hier gerade mal wieder vom langen Heizen die  Scheibe total verrust. Sonst würde man auf dem Foto schön das Feuer lodern sehen.

Partyraum Hüttenzauber
Partyraum Hüttenzauber

Noch lange saßen wir beisammen, in dieser Winternacht. Und wer in so schöner Atmosphäre und netter Gesellschaft den Winter verflucht und sich in den Sommer träumt, der versteht nicht, das Schöne eines  jeden Moments wahr zu  nehmen und zu genießen. 
Ich jedenfalls konnte beides. Lange genug habe ich mir diese Fähigkeit  erarbeitet. 
Und die nächsten  Freuden-Momente sind auch schon wieder geplant. Nicht immer bei uns, aber immer in warmer und geselliger Atmosphäre. 
Zusammensein mit Freunden
Zusammensein mit Freunden

Heute wieder regional eingekauft und eigene Ernte eingebracht und konserviert

Regional einkaufen ist nicht teuer und muß nicht bio sein

Das wird ein ruhiges und heimeliges Wochenende!
Eigentlich wollte ich vielleicht heute weiter Riesenkartoffeln ausgraben. Oder ich hätte Buschbohnen ernten können. Sollen hätte ich eigentlich am Karpfenweiher die Hecke schneiden.
Na ihr merkt schon. Da sind viele „hätte“ und „sollte“ enthalten. Tatsächlich aber hat es am Samstag bis nachmittag nur 10°C gehabt. Das bei Null Sonnenschein und Dauernieselregen. Mal ehrlich. Wer macht denn da die „eigentlich“ vorgenommen Dinge.

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