Endlich Schmuddelwetter und dennoch so viele Farben im Herbstgarten

So, am Wochenende hatte ich nun endlich mein düsteres, schließlich sogar sehr schmuddeliges Wetter. Es kamen 11 Liter Niederschlag vom Himmel. Und das ist ja schon lange nicht mehr da gewesen. Dennoch habe ich viel geschafft und das Wochenende sehr genossen.
 
Noch blüht es ja überall im Garten. Bis der Frost kommt, kann ich mich an den Dahlien erfreuen.
 
 

Die im Discounter zur kurzfristigen Terrassendeko mitgenommen Chrysanthemen von Anfang Oktober sind mittlerweile hinüber. Wie anders, dir richtigen winterharten  Stauden der Herbstchrysanthemen. Sie blühen ja jetzt erst richtig auf und lassen sich durch Schmuddelwetter nicht schrecken.

 
 
Und Ringelblumen, die sich laufend selbst aussähen, keimen und zur Blüte gelangen, stehen auch hier und da noch in voller Blüte.
 
 
Weniger auffällig als die großen Chrysanthemen und doch von einer überraschenden Farbenfreudigkeit sind die Semperviren und Sedumarten.
 
 
 
Die kleine Opuntie hat auch ein wenig Rouge aufgelegt.
 

Die winterharten Sukkulenten, Sedum und Semperviren habe ich größtenteils jetzt eingewintert. Bei ihnen ist das relativ leicht. Einfach alles unter das Dach des Carportes stellen und fertig. Frost ist kein Problem, nur zu viel Feuchtigkeit und Regen im Winter mögen viele nicht. Hier stehen sie gut bis zum Frühjahr.

 
 
Ein wenig mehr Mühe machte die große Opuntie, die leider nicht winterhart ist. Sie wanderte ins Winterquartier zu den anderen Kübelpflanzen. Die Pflanze ist unvorstellbar schwer, auch wenn der Topf selbst nur mit trockener Erde gefüllt ist. Da aber alle „Ohren“ prall mit Wasser gefüllt sind, ergibt sich ein sehr hohes Gewicht, das einen Transport schier unmöglich macht. Hinzu kommen natürlich die Stacheln. Es hilft nichts. Viele Kübelpflanzen schneide ich vor dem Einräumen deutlich zurück. Das musste sich der Kaktus nun auch gefallen lassen. So ist er nun transportabel und steht am Fenster, im Überwinterungsraum. Dort kommt er erst im April oder Mai wieder raus.
 
 
 
Noch ein wenig mehr Arbeit machte das Einwintern der winterharten Banane.
 
Mit einer Machete habe ich die oft mehr als armdicken Stämme abgeschnitten.
 
 

Dann stelle ich ein Draht-Kompostsilo um die Strünke. Dieses Gitter kleide ich mit einem  dicken Karton aus und fülle alles, mit schon vor Tagen und vor dem Regen gesammelten, trockenen Haselnuß- und Eschenlaub auf. Oben verschließe ich lose mit Karton und decke mit einem Stück Kunststoff ab. Es soll ja trocken im Laub bleiben, damit die isolierende Wirkung erhalten bleibt. Im Frühjahr wird dann alles wieder ausgepackt. Dann warten wir wieder mit großer Spannung  auf die ersten Triebe gewartet.

 
 
So also sieht dann der Garten bei Schmuddelwetter, Regen und nur etwa 4 °C Ende Oktober aus.
 
 
 
Aus Regen wird Schnee und bleibt auch kurz liegen.
 
 
 
Neben dem Freuen und Einwintern kam unerwartet auch noch das Ernten dazu.
 
Im Weihergarten hat der Sturm der vergangenen Tage eine Topinamburpflanzen gefällt. Sie sind 3 Meter und höher und sehr reich verzweigt. Die Stiele dicker als Besenstiele. Der Sturm kippte eine solche Pflanze um. So, wie wenn im Wald der Sturm einen Baum umschmeißt, so ragte auch hier im Gemüsegarten der Wurzelstock jetzt senkrecht aus der Erde.
 
Eigentlich wollte ich noch keinen Topinambur ernten. Die Knollen lagen aber größtenteils frei und  waren nicht mehr von der Erde geschützt.
 
So kramte ich eine Knolle nach der anderen aus dem noch immer staubtrockenen Boden. Sie wurden größer und größer.  Ich habe noch nie so viel und so gigantische Topinamburknollen geerntet. Die eine Pflanze brachte 6,5 kg Topinambur-Ernte.
 
 
 
 
Die größten Knollen hatte nicht einmal in meiner Hand Platz.
 
 
Nun muss die Ernte irgendwie verarbeiten. Leider ist geernteter Topinambur  nicht lange lagerfähig. Ich werde einen Teil milchsauer einlegen. Ansonsten habe ich ja dieses Jahr nichts Milchsaures, da weder Kohl, noch Kohlrabi oder Möhren (gute) Ernten brachten.
 
Den Rest der Knollen habe ich in leicht feuchter Gartenerde in einen großen  Topf verbuddelt. Der Topf bleibt draußen im Carport. Der Topinambur überwintert ja auch im Beet im Freien und übersteht Frost mühelos. Hier kann ich ihn dann leicht entnehmen, wenn ich welchen für die Küche brauche.
 
Bleibt nur die Frage, was ich mit den anderen 6 Pflanzen mache. Wenn die auch jede über 6 kg Ernte bringen……
 
 
Noch eine  Ernte habe ich eingefahren. Die letzten Weintrauben wollte ich ernten, bevor Frost kommt. Sie schmecken alle köstlich und ich nasche seit vielen Wochen Weintrauben. Am Ende waren es doch noch einmal 2 kg frische Weintrauben.
 
Die habe ich einfach rasch in der Beerenpresse entsaftet. 1 Liter Saft gab das. Weil ich keine Zeit hatte,  noch weiter etwas daraus zu machen, habe ich ihn, wie beim Apfelsaft, erhitzt und in Flaschen gefüllt. Ich will mal sehen, wie ein Gelee daraus schmeckt. Das wird demnächst einmal probiert.
 
 
 
 
Und wer stundenlang in der Kälte draußen  gartelt, der hat auch Hunger. Am Sonntag gab es ein köstliches Steak vom Biorind zum Mittag. Dazu Buschbohnen und Kartoffelbrei aus dem Garten. Zum Fleisch reichte ich selbst gemachte „Butter à la Café de Paris“.
 
Ich bereite sie aus frischer Sahne mit den letzten Gartenkräutern und anderen würzigen Zutaten zu. Wie das geht, steht in meinem Rezepte-Blog. 
 
 

Wie die Freude wieder in den Garten gelangte.

Hallo zusammen. Heute einmal ein Stimmungsfoto zu Beginn.

Genau, so ist meine Stimmung gerade, wenn ich in den Garten gehe oder aus ihm komme.

Es ist einfach eine Freude in mir.

Gestern und heute Sonne, Wärme und herrliche Herbstbilder im Garten. Und wie es im Leben eben so ist, spürt man Freude vielleicht um so intensiver, je unfreudiger die Tage waren, aus denen man kam. 
Wie ist es eigentlich bei euch im Garten? Klar, das altbekannte Thema der Dürre könnte man ansprechen. Wäre es nicht irgendwie mittlerweile durchgekaut und wohl auch erst mal passé. 
Ja! Auch bei uns hat es geregnet. Etwa 25 Liter kamen herunter und das hat wirklich einmal etwas gebracht. 
Hier einmal ein Foto aus dem Auto geschossen. So sieht die Landschaft bei uns gerade aus. Goldener Herbst ist anders! Die Bäume zum großen Teil kahl, Feldraine verdorrt, Weiden nicht mehr erkennbar und alle Felder kahl, da nichts keimen kann. 
Aber wie gesagt, es kam ja Regen. Und so komme ich wieder zu meiner Frage nach euren Gärten. Wie kam der Regen bei euch vom Himmel? Senkrecht oder waagerecht? Bei uns keines von beiden, sondern weltuntergangsmäßig kreuz und quer im schlimmsten Sturm, den ich hier im Garten erlebt habe. Und wir hatten die letzten Jahre weiß Gott viele Orkane. So eine Heftigkeit jedoch war noch nicht dabei. 
Binnen kürzester Zeit brach das Chaos herein und am nächsten Tag, war von Freude am Garten nicht zu sprechen. Im Gegenteil, ich bekam, wie so oft, Panik, wie und wann ich das alles wieder aufräumen soll. Neben den normal gerade wieder vermehrt anfallenden und dringenden Arbeiten. 
Erst einmal zwei Tage liegen lassen und aushalten. Der Job ist eben auch wichtig. 
Gestern dann konnte ich mich ans Werk machen. Am Abend war mir Bewegen fast nicht mehr möglich, so weh taten mir alle Knochen im Leib. Aber da war es plötzlich da, das Gefühl vom Eingangsbild. 
Pure Freude über das Geschaffte. Es gab keine nennenswerten Schäden und sogar notwendige, normal anfallende Herbstarbeiten habe ich erledigen können. Freude pur. 
Begonnen habe ich auf der Terrasse.

Dann folgte ich dem Weg mit meiner Schaufel, dem Besen und den Faltsäcken für Abfälle. Wobei, Abfälle ist nicht das richtige Wort. Dazu komme ich aber gleich noch einmal.

Die Esche musste ganz schön Äste lassen. Aber so intensiv wir auch nach oben sehen, es ist  nicht ersichtlich, wo diese abgebrochen sind. Die Krone ist eben doch sehr mächtig und verkraftet solch einen Verlust. Gut, dass der Ast nicht auf meine Kübelpflanzen gestürzt ist.

Noch ein großer Eschen-Aste brach auf den Zaun herunter und begrub das Türchen zum Gemüsegarten unter sich.

Da ist wohl nicht mehr viel zu machen. 

Aber ich will ehrlich sein. Nicht der Eschen-Ast zertrümmerte die Eingangstür. Ich war es. Schon ein paar Tage zuvor. Der Holzrahmen war so morsch, dass er schon vom Dagegendrücken zum Öffnen einfach in zwei Teile zerbrach.

Sehr zerzaust waren meine großen Stauden im Beet. Der Eibisch viel auseinander. 

Genau wie die hohen Herbstastern. Hier halfen auch keine Staudenstützen und Schnüre, mit denen sie eigentlich zusammen gebunden waren. Die mannshohe Dahlie ist jetzt nur noch knie-hoch. Leider.

Was den chaotisch-unordentlichen Eindruck von Laub und Ästen überall noch verstärkt, waren die vielen Walnüsse mit Schalen, die großflächig verteilt wurden. 

Auch im Gemüsegarten lag alles Höhere kreuz und quer. 
Noch bevor ich mit dem Aufräumen bei der Terrasse anfing musste ich mir einen Plan machen. Was war am allerwichtigsten, was muss gemacht werden, dass es weiter läuft und dann kommt die Optik und Ordnung. 
Zuerst also wurden die Tomaten entfernt und auf den Kompost gebracht. Rote und Halbrote liegen jetzt im Keller und werden nach und nach verbraucht. Die letzten Nächte hatten wir jeweils Reif.  Es war sehr kalt. Die Tomaten am Stock reifen jetzt draußen ohnehin nicht besser und schneller, als geerntet im dunklen Keller. Also können die Stöcke entfernt werden. Das eilt mir im Herbst zu gegebener Zeit immer relativ sehr. Die Pflanzen sind noch gesund. Lasse ich sie jetzt stehen, besteht die Gefahr, dass die Braunfäule zuschlägt. Das wäre auf den ersten Blick jetzt auch kein großer Schaden mehr. Aber! Dann sind die Pilzsporen natürlich massig im Beet und auf dem Boden vorhanden. Nächste Saison wäre das fatal. Also lieber jetzt beizeiten wegmachen. Geerntet habe ich ohnehin wirklich ausreichend. 

Im Gewächshaus lasse ich sie noch ein wenig stehen. Bis unters Dach hängen die herrlichsten Früchte.

Das war also die dringende Aufgabe. Nun wende ich mich der gerade notwendigen Herbstarbeit zu. 
Die  Winterzwiebeln, die ich zum ersten Mal probieren will, müssen gesteckt werden, genau wie der Knoblauch. Die Wintersalate sollten auch in nächster Zeit ausgepflanzt werden.  Also brauche ich vorbereitete Beete. Ich habe den restlichen Mulch und Ernterückstände weggerecht und bin mit der Grabegabel durch die Beete gegangen. Der Boden ist traumhaft locker. Wie frisch aufgeschüttet aus einem Sack Blumenerde. Es wimmelt von Bodenlebewesen. Mein ständiges Bodenbedecken mit organischem Material (Mulch) zeigt immer mehr seine positive Wirkung. 
Nun lag der Boden aber splitter faser nackt vor mir. Ein Zustand den es nicht mehr geben darf.
So komme ich jetzt zu den Aufräumarbeiten. Wie oben schon erwähnt ist die Bezeichnung „Faltsäcke für den Abfall“ bei mir nicht korrekt. Ich habe alles zusammen gerecht, gekehrt und herumgeschleppt. Sämtliche Wege, den Rasen und die Beete gesäubert. Umgebrochenes abgeschnitten. Da kommt eine Menge organische Substanz, was wohl die bessere Bezeichnung ist, zusammen. 
Alles wanderte durch den Häcksler und wurde sofort auf die nackten Beete verteilt. Jetzt haben die Würmer und Co. wieder zu fressen. Der Boden trocknet nicht so aus (von den 25 Litern merkt man nicht mehr viel) und ich habe Platz für alles, was jetzt dann in die Beete kommen soll. 
Damit die Amseln mir nicht wieder den gesamten frischen Mulch umschlichten, habe ich die Beete mit Vlies bedeckt. 
Besonders freue ich mich ja auf das Bepflanzen meines neuen Frühbeet-Gewächshauses mit Winterkopfsalat. Genau so eines wollte ich haben. Eigentlich hätte der Volker mit das auch gebastelt. Weil aber die Zeit schon wieder so weit fortgeschritten ist und er noch das neue Winterquartier für die Washingtonia und vieles andere machen muss, habe ich eines fertig käuflich erworben. Wir machen jetzt nur noch unten einen Rahmen aus Recycling-Kunststoffbrettern, damit das Holz nicht auf dem feuchten Boden steht und so vielleicht länger hält. 
Und hier seht ihr die Winterkopfsalate, die alle bald ins Beet wollen. 

Mein im Frühjahr gesäter Grünspargel ist mehr oder weniger gewachsen. Einige gingen kaputt. Nun muss ich ihn über den Winter bringen und dann im Frühjahr pflanzen. Wenn ich nur schon wüsste, wo hin. 
Über meinen Endivien freute ich mich wahnsinnig. Wuchs er doch traumhaft, wie noch nie erlebt. Leider schießt er jetzt. Es war wohl einfach zu warm. 
So habe ich also den Garten aufgeräumt und gleichzeitig mit dem Mulch und der Beetvorbereitung notwendige Herbstarbeiten erledigt. Zwei Fliegen sind mit einer Klappe geschlagen. Über den so zur Verfügung stehenden Mulch war ich sehr froh. Eigentlich nahm ich dafür ja immer den Rasenschnitt, von dem es heuer aber keinen gibt. 
Der Blick von der Haustüre in den oberen Garten, nach meiner Säuberungsaktion. 
Und apropos Rasen und Rasenschnitt. Genau ein Jahr zuvor im September sah das übrigens so aus: 
Nicht nur ich war fleißig. Nein auch der Volker hat quasi aus dem Nichts ein neues, und wie ich finde viel attraktiveres, Gartentürchen für den Gemüsegarten gezaubert. Den Rahmen bilden übrig gebliebene imprägnierte Rundhölzer von der Terrassenrückwand. Darauf hat er einfach, schon ewig herumliegende, Haselnußstecken senkrecht geschraubt.
Unten ist nun Luft genug, dass der Igel problemlos hindurch kriechen kann. 
Und oben die Stecken eignen sich hervorragend, um Dekozeugs zu drapieren. Gleich ging ich auf Suche und erinnerte mich an das wunderschöne selbst getöpferte Teil von Christine Z. Das auf der Rosenstütze im benachbarten Staudenbeet vollkommen überwuchert und damit unsichtbar war. 
Es passte sowohl perfekt auf einen der Stecken als auch thematisch an diesen Ort. 
Mein Gemüsegarten -meine Freude. 
Nun aber habe ich genug erzählt. Wie so oft zeige ich euch zum Ausklang einfach noch ein paar Fotos vom schönen Herbstgarten. 
Und auch dieses hier soll nicht fehlen. Noch vor dem richtigen Sturm, wurde die Dattelpalme umgeblasen. Nachdem das schwere Ding wieder im Betonring platziert war mussten wir kreativ werden. Betonsteine und ein Spanngurt hielten sie dann auch im Tornado oder Orkan fest am Boden. 
Die Teppichmyrtenaster fängt an zu blühen. 
Von ihr habe ich schon Ableger gemacht. Hier die Mutter im Sukkulentenkübel. Riesig wurde sie und von Knospen nur so bedeckt. 
Ihre Verwandte die Myrtenaster blüht ebenso überreich, ist aber etwa einen Meter hoch. 
Die ersten Herbstchrysanthemen blühen. Zu ihren Füßen ist einer der Teppich-Myrtenasternableger. Hier im Beet blühen sie allerdings noch nicht. 
Dafür blüht die Rose de Resht noch mal sehr reich. Und heute bei dem sehr warmen Wetter lag ihr herrlicher Duft  in der Luft rund ums Beet. 
Nun gibt es ganz am Schluss auch noch ein Rezept. Auf einem der neu hergerichteten Beete stand noch etwas vom Sommerlauch. Unterm Apfelbaum liegen nach wie vor jeden Tag herrliche Äpfel. Beides zusammen ergibt mit alten Brezen einen einfachen aber sehr schackhaft-würzigen und zum Herbst passenden Brezenauflauf mit Lauch

Winterharte Sukkulenten im Garten: bunt, pflegeleicht und vielfältig

Das Gegenteil von Wasser im Garten
ist?

Vielleicht erinnert ihr euch? Zum
Bloggeburtstag Anfang Mai schenkte ich dem Blog einen Beitrag überall das Wasser bei uns im Garten.
Jetzt, Ende Mai, zu meinem Geburtstag,
schenke ich mir einen Artikel zum genauen Gegenteil. Es ist heiß und
sehr trocken wieder einmal. Was wächst da besser, als die
Sukkulenten?
Die winterharten Formen haben es mir
angetan. Farbe und Form, genau wie die Blüten, sind so vielfältig
und bunt. Die Pflanzen selbst sind wahnsinnig pflegeleicht, gerade
was das Gießen angeht.
Sie erobern so langsam den ganzen
Garten. Auf Schritt und Tritt begleiten sie uns. Neugierig geworden?
Dann begleite mich doch auch einmal auf der Sukkulenten-Tour durch
das Grundstück.

Verschiedene Gewächse für heiße
und trockene Standorte

Welche dieser trockenheitstolleranten
und winterfesten Genossen findet man also bei mir?
Da sind etwa als größte Gruppe die
Semperviren oder Dachwurze zu nennen.
Hinzu kommen winterharte kleine
Kakteen.
Sedum wächst ebenfalls hier.
Es gibt auch sehr robuste kleine
Stauden für Steingärten oder eben als Begleiter der Sukkulenten.
Sie haben ähnliche Standortansprüche.
Von Urlauben mitgebracht habe ich
nicht-winterharte Feigenkakteen und eine Aloe von den Kanaren.
Am schrillsten, wenn es um die Blüten
geht, sind einfach die winterharten Mittagsblumen.

Pflanzgefäße für die Sukkulenten

Ausgepflanzt in den Garten habe ich bis
jetzt noch keine der Sukkulenten. Es fehlt der passende Platz. In den
Beeten stehen natürlich erst einmal meine Stauden. Ein reines
Sukkulenten-Beet würde mir optisch nicht so gut gefallen. Außerdem
ist das Unkraut zu mächtig. Bedrängt es doch sogar größere
Stauden. Da hätte ich keine Lust, es aus den Stacheln der Kakteen zu
zupfen.
Ein paar wild aufgegangene
Trockenheitstollerante wachsen hier und da trotzdem frei im Garten.
Dort, wo sie sich eben selbst angesiedelt haben.
Dazu gehört das
Zimbelkraut,
Mauerpfeffer,
Walzenwolfsmilch
und ein anderes Gewächs, dessen Namen
ich (noch) nicht kenne.
Bleiben also nur Pflanzgefäße für
meine Lieblinge in der Sukkulenten-Sammlung. Und gerade das finde ich
so reizvoll.
Sie brauchen kaum Platz im Topf. Da
sie naturgemäß wenig Wasser benötigen, reichen auch kleine
Pflanzgefäße oder dazu umfunktionierte Behältnisse.
Kleine Pflanzgefäße haben den
Vorteil, mobil zu sein. Überall dort, wo ich gerade meine, dass
eines hin passen würde, kann ich es auch aufstellen.
Sind die Gefäße etwas größer,
werden kleine Landschaften gepflanzt.
Ich verwende als Pflanzgefäße:
Kleine Tontöpfe.
Bunte Übertöpfe (mit Ablußloch im
Boden).
Deko-Nippes (mit Abflußloch im Boden).
Eine gebrochene Wasserschale aus Beton
für die ehemaligen Hühner.
Eine Rinne aus Ton, gefunden am Parkplatz beim  Gassigehen.
Ein alter Mühlstein mit dem Loch in
der Mitte für die Antriebsachse kann auch bepflanzt werden.
Für Bastler und sonst Kreative sind
Dachwurze ideal. Hier habe ich mich, angesichts der vielen Ideen im
Internet, mit dem Betonguss versucht. Dafür gibt es fertige
Mischungen im Bastelfachhandel, die nur mit Wasser angerührt werden
müssen. Dann kann man kreativen Formen aus Backformen oder
Blumenübertöpfen selbst herstellen.
Sollen zum Beispiel Semperviren
gepflanzt werden, muss man darauf achten, dass das Endprodukt
frostfest ist! Ich experimentierte mit den Kunststoffübertöpfen aus
dem Blumenladen. Zwei unterschiedliche Größen habe ich ineinander
gesetzt. Das Ergebnis ist ganz gut, wenn auch schief geworden. Ich
habe fest gestellt, dass das nicht zu meinem neuen Hobby wird. Und
doch wollte ich den Topf nicht irgendwo ungenutzt in die Ecke
stellen.
Selbstverständlich kann man auch fertige  Blumenkübel oder Kästen bepflanzen.
Ein ausgedienter „Kochtopf“ aus Ton mit
hinein gebohrtem Entwässerungsloch. Es ist das Unterteil einer
Tajienne, die auf dem Induktionsherd ihre Funktion verloren hatte.
Opuntie, Sternwurz und Teppichthymian (Thymus praecox Minor)
Eine alte Zinkbadewanne. Wir haben
Löcher hinein gebohrt und sie halb mit Styroporabfällen aufgefüllt.
Dann kam ein Mulchvliesrest darüber und schließlich das
Pflanzsubstrat. Die Wanne voller Erde, wäre zu schwer zum
Transportieren und die Kakteen hätten zu viel Erde.
Zinkwanne mit Sukkulenten bepflanzt (winterharte Opuntien und Mittagsblume, stängelloses Leimkraut, Gräser, Teppichmyrtenaster Snowflurry Aster pansus)
Zinkwanne im folgenden Frühjahr
Ein Geburtstagsgeschenk, die Blechsäule
mit Pflanzschale. Wenn man nicht jeden Tag gießen kann und nicht
alles an die Bewässerung anschließen will, kann man in so einem
begrenzten Pflanzraum kaum etwas andere kultivieren.

Und wo stehen jetzt die vielen
verschiedenen Gefäße mit Sukkulenten?

Hat man schmale
Fensterbretter in voller Sonne, von denen möglichst nicht dauernd
Gießwasser herunter tropfen soll? Kein Problem für Semperviren.
Eine öde
Betonplatte auf dem Kanalschacht im Staudenbeet störte mich von
Anfang an. Warum nicht eine Sammlung an Dachwurzen darauf stellen?
Die Treppe hoch
zum Haus ist breit und steinig. Mit ein paar Töpfen der bunten
Dachwurze freut man sich Sommer wie Winter beim Heimkommen über die
freundliche Begrüßung.
Die hohe Säule
ist ein Deko-Element auf der Terrasse.
Dachwurze in der
Tonschale auf eine alten Holzstuhl stehen rund ums Jahr neben der
Haustüre. Sie sehen immer schön aus und man muss nicht vom Frühjahr
bis zum Herbst ständig neu bepflanzen. Und welche Bepflanzung wäre
sonst noch im Januar oder Februar attraktiv?
frisch gepflanzte Dachwurze
Schale mit Dachwurzen zwei Jahre später
Die Landschaft in
der Badewanne passt gut auf den mediterranen Platz. Zu sehen links neben dem Seerosenbecken aus Beton-Kanalrohren.
Findet man auf
einer Gartenmesse Deko-Nippes, den man unbedingt haben muss, kann man
ihm mit solchen Pflanzen eine Funktion und damit Sinn verleihen.
Sedum cyaneum Sachalin
Ich finde gerade vor dem Eingangsbereich machen sie sich sehr gut, weil sie nicht ausladend sind und einfach aufgeräumt aussehen. Hier steht die Tonschale auf einem alten Steinguttopf aus der Scheune.

Sukkulente sind grün, stachelig und langweilig?

Ist das so? Im Garten stehe
ich bekannter Maßen total auf Blüten. Als wir den Garten
übernahmen, war er aus Altersgründen pflegeleicht gestaltet. Es
gab nichts was blühte. Ein Stock hoher Herbstastern. Zwei oder drei
einmalblühende große Storchschnäbel und verwilderte Bartnelken
neben ein paar Akeleien im Frühjahr. Fast rund ums Jahr war der
Garten grün. Ich wollte Blüten und bin jetzt so weit, dass es rund
ums Jahr im Garten blüht. Wirklich rund ums Jahr! So dass ich
niemals auf „Blumen“ im Garten verzichten muss.
In dem Konzept
stören auch die Sukkulenten nicht. Es gibt wohl kaum schrillere und
buntere Blüten als bei diesen Pflanzen.
Kakteenblüte:
Semperviren blühen
auch sehr auffällig. Die Pflanze geht danach kaputt, was aber meist
überhaupt nicht auffällt. Hat sie doch vorher für ein ganzes
Büschel neuer Blattrosetten gesorgt.
Unübertroffen
bunt und schillernd sind die Mittagsblumen.
Auch die
Steingartenstauden als Begleitpflanzen blühen überschwänglich.
Teppichmyrtenaster Snowflurry Aster pansus
Teppichmyrtenaster Snowflurry Aster pansus
stänggelloses Leimkraut
kriechendes Schleierkraut, Gypsophila repens Knuddel

Nicht nur Blüten bringen Farbe und Abwechslung – auch die Wuchsformen können begeistern

Allein schon die vielen Formen und Farben der Dachwurze sind schon eine eigene  Sammlung wert:

Ein paar Worte zur Pflege der
winterharten Sukkulenten
Mögliche
Pflanzgefäße habe ich bereits gezeigt. Wichtig ist immer, daß sie
frostfest sind und Wasser gut ablaufen kann.
Als Pflanzsubstrat
soll man 40 % Blumenerde mit 60 % Sand mischen. Ich nahm die ohnehin
schon magere Anzuchterde und habe aber nur etwa 50% Sand darunter
gemischt. Anstatt von Sand kann man auch feinen Kies oder Schotter
verwenden.
Dahinein werden
die gekauften Pflanzen gesetzt.
Wegen der Optik
und den darin herumwühlenden Amseln habe ich immer mit kleinen
Steinen abgedeckt. Einmal ist es feiner Split, übrig vom Wegebau.
Seit kurzem verwende ich die nicht so grauen und eher cremefarbenen
kleinen Steine aus dem Baumarkt. So ein Sack kostet nur wenige Euro
und man kann sie auch verwenden, um bei Kübelpflanzen unten im Topf
eine Drainageschicht ein zu bauen.
Also Dekoelemente
dienen Tonscherben, Rindenstücke, Fundsteine vom Feldweg oder
morsche Äste.
Gegossen wir jetzt
im Sommer ohne Regen und bei sehr hohen Temperaturen zweimal pro
Woche. Manchmal dreimal. Ist es kühler oder regnet es ab und zu,
gieße ich schon mal eine Woche oder länger gar nicht. Am „meisten“
Feuchtigkeit brauchen die Steingartenstauden, die ich nie ganz
austrocknen lasse. Semperviren kommen auch wochenlang ganz ohne
Gießen aus.
Gedüngt wird ab
März bis Juni mit Flüssigdünger oder ein wenig sehr hoch
verdünnter Brennesseljauche. Empfohlen wird Blaukorn, aber das habe
ich natürlich im Biogarten überhaupt nicht vorrätig. Im Moment
experimentiere ich mit einem anderen Dünger für alle Kübelpflanzen.
Den Sukkulenten bekommt er bis jetzt sehr gut. Aber dazu mehr, wenn
ich mehr und nur gute Erfahrungen gesammelt haben werde.
Ganz besonders
wichtig ist dann der Winter. Die Pflanzen sind laut Katalog zwischen
-18°C und bei manchen Sorten bis unter -20°C winterhart. Meine
haben den Winter mit tagelang -15°C ohne Schaden überstanden. Einen
Schutz brauchen sie nicht.
Einzig notwendig
ist bei den Kakteen und Mittagsblumen ein trockener Standort. Ich
habe die Schalen im Carport, wo kein Regen hin kommt stehen gehabt.
Bereits im Herbst sollte man mit Gießen aufhören. Ich beendete es
im Oktober.
Die Kakteen sind
wirklich schlau. Sie merken, dass es Winter wird und fangen an, zu
schrumpeln. Dann darf man nicht in Panik verfallen und sie mit
Wasser überschwemmen. Das Schrumpeln ist ein gutes Zeichen!
Warum? Nun, was
macht Wasser, wenn es gefriert. Es dehnt sich aus und sprengt sich
den Weg frei. Wäre das in einem prall mit Wasser gefüllten Kaktus
wünschenswert? Wohl kaum. Daher entwässert er sich. Bei Frost dehnt
sich das restliche Wasser in seinen Zellen aus, kann sie aber nicht
zerreißen, weil genügend Platz vorhanden ist.
Gefährlich ist
also nicht der Frost, sondern die Feuchtigkeit. Diese würde auch die
empfindlichen Wurzeln faulen lassen. Also stelle ich die Pflanzgefäße
immer unter Dach.
Semperviren und
Sedum bleiben, wo sie sind. Die haben noch jeden Winter überstanden.
Wichtig ist natürlich auch hier, dass das Pflanzgefäß Wasser rasch
abließen lässt und keine Staunässe entsteht.
Im Frühjahr, wenn
es wieder wärmer wird, die Wiese grünt, dann bekommen die Kakteen
auch wieder langsam Wasser. Dort, wo Steingartenpflanzen im Gefäß
stehen, habe ich auch im Winter ab und an ein wenig die Erde
befeuchtet. Ob das nötig war, weiß ich nicht. Ich meine aber, dass
Stauden vielleicht nie vollkommen austrocknen sollten. Geschadet
hatte es zumindest nicht.
So das war mein
Geburtstagsbericht über die Pflanzen, deren Jahreszeit seit einigen
Wochen angebrochen ist. Es ist warm, jetzt sogar sehr warm und
absolut trocken. Sie lieben es. Wer weiß, wenn das mit dem Regen bei
uns so weiter geht, werde ich doch noch die Beete auch mit diesen
Genossen bepflanzen und muss dann nicht dauernd auf Regen hoffen.
Hat der Ausflug in
die Welt meiner winterharten Sukkulenten gefallen? Jetzt ist die
Zeit der Gartenmessen. Und auf denen gibt es immer auch einen Stand
mit diesen Pflanzen. Wer Lust bekommen hat, kann jederzeit einmal mit
einem kleinen Kaktus oder Dachwurz seine eigene Sammlung anfangen.

Ach so? Du hast gar keinen Garten? Das macht doch nichts. Das Gleiche geht auch indoor am Wohnzimmerfenster….