Übersicht und allgemeine Beschreibung meines Gartens

In den letzten Jahren habe ich viele Fotos und Geschichten aus meinem Garten veröffentlicht.

Einblicke in mein Paradies, einzelne Beete, einzelne Blüten, Pflanzengruppen oder Gestaltungsideen.

All das, was mir selbst so gefällt und was ich auch in anderen Blogs immer gerne anschaue und worüber ich gern lese.

Eines aber finde ich selbst fast immer schwierig. Wie ordne ich das momentan Beschriebene oder Abgelichtete in das Große und Ganze des jeweiligen Gartens ein?

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Herbststimmung

Es ist ein Samstag morgen, mitten im September. Nach ein paar  Tagen in der Ferne auf einem Kongress, erwache ich wieder im eigenen Bett und draußen ist es trübe. 
Es gibt die nächsten Tage keinen Sonnenschein, das sehe ich sofort. Leichter Nieselregen fällt, als gehe einer mit einem riesigen Topfpflanzensprüher übers Land. Wind weht und das Thermometer zeigt knapp über 10°C. Mehr als 13 °C werden aus auch so schnell nicht wieder. 
Es ist traumhaft. Ich merke, wie erleichtert und heiter gestimmt ich bin. Wie dringend war doch der Regen und die Abkühlung notwendig. Nichts hält mich davon ab, mit langer Hose, Pullover und Vliesjacke im Garten zu werkeln. 
Noch immer müssen einige Stauden der letzten Lieferung in den Boden.  Aber trockenheitsliebende Gewächse, die zwangsweise in großen Blumentopfuntersetzern, gefüllt mit Wasser stehen? Das war nötig, damit sie die Tage an denen ich die letzte Zeit immer wieder unterwegs war bei deutlich über 30°C und blauem Himmel überstehen. Wasser im Untersetzer allerdings ist für sie ja auch Gift. Welches Gift wähle ich also, zu viel Wasser oder verdursten lassen? Diese Frage ist nun vorüber. Sie kommen, zusammen mit den gestern auf der Heimfahrt in einem riesigen Gartencenter gekauften Stauden, in den Boden. 
Der Boden ist ein Traum. Locker, braun und voller Regenwürmer. Vor gerade mal einem Tag war er noch hart und trocken und leblos. Die Pflanzen im Garten erholen sich. Die Fliederbüsche entrollen ihre Blätter wieder und sehen grün, statt ockerfarben aus. 
Und ja, es hat jeder Moment im Garten etwas Schönes. Wenn man Garten und Natur liebt, liebt man auch solches Wetter, gerade nach dem vorangegangenen Wetter. 
Wie sehr ich das alles genieße und mit meinen Pflanzen aufatme könnt ihr in den Fotos sehen. Alles naß, trist, kalt und ohne Sonne, aber dennoch schön finde ich. 
Herbststimmung (c) by Joachim Wenk
Herbststimmung (c) by Joachim Wenk

Herbststimmung (c) by Joachim Wenk
Farbe trotz Regen (c) by Joachim Wenk

Das patagonische Eisenkraut hat sich wirklich üppig selbst ausgesät und die Mutterstaude ist selbst auch erfolgreich über ihren ersten Winter gekommen.

patagonisches Eisenkraut (c) by Joachim Wenk
patagonisches Eisenkraut (c) by Joachim Wenk

Herbst im Beet (c) by Joachim Wenk
Herbst im Beet (c) by Joachim Wenk

Regentropfen auf Rosenblättern (c) by Joachim Wenk
wie lange hatten wir solche Bilder schon nicht mehr im Garten…. (c) by Joachim Wenk

Das Zimbelkraut gab es auch als Staude im Gartencenter. Ich mag es sehr.  Es samt sich leicht selbst aus und ist dann überall. Keine Mauerfuge, wo es nicht noch Lebensraum finden würde. Und die Blüten sind zwar wirklich winzig, aber wenn man sich zu ihm hinab kniet und Aug‘ in Aug‘ mit seinen Blüten ist, kann man sie wirklich ob ihrer Farbgebung, Farbverlauf und Form bewundern.

Es kommt mir sehr wenig an Nahrung und Wasser aus. Bekommt es mehr davon, wächst es auch mehr. Hier zum Beispiel im Topf der Washingtonia.

Zimbelkraut erobert Washingtonia Palme (c) by Joachim Wenk
Zimbelkraut erobert Washingtonia Palme (c) by Joachim Wenk

Zimbelkraut erobert Washingtonia Palme (c) by Joachim Wenk
Zimbelkraut erobert Washingtonia Palme (c) by Joachim Wenk

Manche Blüten sehen aus, als würde ihnen die nasse Dusche nicht wirklich gefallen. Aber das ist nur eine Momentaufnahme. Sobald man sich wegdreht und sie unbeobachtet sind, schütteln sie sich kurz, wie mein Hund nach dem Bad im Weiher, und stehen im nächsten Moment aufrecht strahlend im Beet. Seht ihr nicht, wie sie einen anschielen und darauf warten, dass man wegguckt?

regennasse Herbstblüten (c) by Joachim Wenk
regennasse Herbstblüten (c) by Joachim Wenk

Mit den Herbstchrysanthemen, im Frühjahr gepflanzt, habe ich meine Blühsaison noch einmal deutlich verlängert. Oben die  hübschen altrosa-farbenen sind frühe Blüher und liefern bereits jetzt Farbe in die Beete. Dann habe ich noch ein paar wirklich späte genossen gepflanzt. Blütezeit Oktober-November. Also mal ehrlich, es gibt nicht viele Stauden, die diesen Aufdruck am Etikett haben. Über und über sind sie mit Knospen besetzt und warten wirklich bis sonst alles um sie herum verblüht und vergangen ist. Dann werden sie auftrumpfen und noch einmal für Farbe im Grau und Nebel sorgen.

gewappnet fürs  Blühen im ganz späten Herbst, die Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk
gewappnet fürs  Blühen im ganz späten Herbst, die Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk

Ihre Saison hingegen geht bald zu Ende. Die Kübelpflanzen werden nicht mehr all zu lange draußen bleiben können. Die Cassia allerdings kümmert sich da nicht drum. Sie blüht und blüht und leuchtet und leuchtet. Eine wirklich sehr pflegeleichte und ausdauernde Blüherin in erstaunlichem Gelb.

Cassia in voller Blüte (c) by Joachim Wenk
Cassia in voller Blüte (c) by Joachim Wenk

Im großen Staudenbeet habe ich erste Stauden verpflanzt (die großen Stockrosen, die vorne statt hinten im Beet standen) und neue gepflanzt. Der Boden auch hier ist schön locker, jetzt feucht und belebt. Es fehlte eben das Wasser. Nach dem Beginn meines intensiven Gießens sproß auch hier vieles und jetzt mit dem Regen wird noch mal richtig geblüht.

Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk

Das ist schon komisch, wie man manches erst am Foto so richtig sieht und nicht schon direkt im Garten. Während ich diese Zeilen schreibe merke ich, daß mein Farbschema für das Beet ja tatsächlich auch jetzt im Herbst noch voll eingehalten wird.

rose-weiß-farbenes Staudenbeet im Regen (c) by Joachim Wenk
rose-weiß-farbenes Staudenbeet im Regen (c) by Joachim Wenk

rose-weiß-farbenes Staudenbeet im Regen (c) by Joachim Wenk
rose-weiß-farbenes Staudenbeet im Regen (c) by Joachim Wenk

Die Kletterrose bringt mir doch tatsächlich, wegen dem Gießen, nicht nur neue Triebe sondern auch ein paar weitere Blüten.

Rosenknospe an der Kletterrose (c) by Joachim Wenk
Rosenknospe an der Kletterrose (c) by Joachim Wenk
Die Strauchrose Parfum de l’hay , im Frühjahr gepflanzt, zweimal geblüht, schiebt auch nach wegen dem Wasser durchs gießen neue Triebe. Ich kann mein erstaunen gar nicht oft genug ausdrücken. Es fehlt „einfach nur“ an Wasser. Weder an Dünger noch an sonstigen Bodenveränderungen. Überall, wo ich konsequent anfing zu bewässern, egal wie viel Aufwand es manchmal  machte, fingen die Stauden und Rosen und sogar Säulen-oder Spalierobstbäume an zu treiben und munter zu wachsen. 
Strauchrose treibt nach Trockenheit wieder aus (c) by Joachim Wenk
Strauchrose treibt nach Trockenheit wieder aus (c) by Joachim Wenk

Bevor ich in den Gemüsegarten gehe, noch ein Bild vom wieder stark gewachsenen Hausbaum mit Buchsrondell.

Baumhaselnuß mit Buchs-Rondell (c) by Joachim Wenk
Baumhaselnuß mit Buchs-Rondell (c) by Joachim Wenk

Von den beiden Spalierbäumen, die ich im April erst eintriebig gepflanzt habe.

Apfelspalier im ersten Jahr (c) by Joachim Wenk
Apfelspalier im ersten Jahr (c) by Joachim Wenk

Und vom Weinberg, dessen Triebe im nächsten Jahr die ersten Trauben bringen werden.

Weinberg im Herbst (c) by Joachim Wenk
Weinberg im Herbst (c) by Joachim Wenk

Im Gemüsegarten blüht diese vielblütige Sonnenblume.

mehrblütige Sonneblume im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
mehrblütige Sonneblume im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

Und im Gemüsegarten sieht es im Moment wirklich sehr ungepflegt und chaotisch aus. Selbst auf dem angrenzenden Weg herrscht Chaos. 

überall verbreiten die Amseln Unordnung (c) by Joachim Wenk
überall verbreiten die Amseln Unordnung (c) by Joachim Wenk
Das hier ist ein Weg aus Waschbetonplatten. Gut der wuchernde Gemüsedschungel ist ja noch ganz hübsch aber der Rest. Jeder Weg ist zugemüllt, als hätte ich den Mulch nicht in die Beete sonder ebenfalls flächendeckend auf alle festen und getrampelten Pfade oder Wege verstreut. 
überall verbreiten die Amseln Unordnung (c) by Joachim Wenk
überall verbreiten die Amseln Unordnung (c) by Joachim Wenk
Ich habe das zusammenkehren längst gelassen, das es wenige  Stunden danach wieder so aussieht. Aber was nützt der ganze Ärger, wenn man weiß woher es kommt. Immerhin sind sie ja auch während meiner Gartenarbeit überall ständig zu Gange. Und ich kann ihnen nicht böse sein. Es sind die Amseln. Sie sehen abgemagert aus, zerzaustes ungepflegtes Geflügel mit kahlen Stellen. Nach monatelanger Trockenheit und unerträglicher Hitze sind sie einfach am Ende. Ausser bei  mir in den Gemüsebeeten finden sie ja weit und  breit kein Fleckchen feuchte Erde, in dem man nach leckeren Würmern scharren könnte. Und erst eine Pfütze zum Trinken? Nichts ist zu finden. Ausser eben bei mir im Garten. Dafür, daß sie mir alles so zerzausen habe ich ihnen auch noch eine Schale mit immer frischem Wasser hingestellt. Wie sollen sie sich da auch was anderes zum Graben suchen? 
Wahrscheinlich ist die Feuchtigkeit in den Beeten auch wirklich der Grund, warum ich so unsagbar viele Frösche aller Größen und Farbgebungen überall im Garten habe. Ich kann in keinem Beet, sogar nicht im Erdbeerfaß oder am Kompost, etwas machen, bewegen, ernten, aufklauben oder sonst etwas, ohne einen Frosch auf zu scheuchen. Letzthin hoppelte einer, als ich mit der Gießbrause im Garten stand, an mir vorbei immer ordentlich auf dem Weg durch die Gemüsebeete. 
Ich erschrecke dummerweise leicht und so auch jedesmal, wenn es wo raschelt und springt, während ich mich gerade bücke oder etwas im Beet schaffe. Heute am verregneten und daher sehr ruhigen Tag im Garten, erschrak ich schon wieder. Ich gieße gerade das Erdbeerfass (es steht unterm Walnußbaum und ist ganz trocken von den letzten Tagen, da muß auch heut bei Regen wieder die Brause her) und wieder raschelt es hinter mir. Boa, was für ein riesiger Frosch. Mindestens 25 cm lang und über und über mit Stacheln bewaffnet. Nein! Natürlich ist es diesesmal eben kein Frosch sonder der Igel, den ich schon immer unterm Brennholzstapel habe grunzen hören, machte seine Runde.  Auch er hat natürlich hohen Bedarf an Wasser und Nahrung für seinen Winterspeck. Nahrung bei der vergangenen Dürre war natürlich sehr knapp. Wasser hatte er ja durch meine aufgestellten mit Wasser gefüllten Blumentopfuntersetzter. 
Und wo ich doch gerade so über die Nahrung der armen Mitbewohner spreche, schwenke ich gleich mal zu meiner Nahrung über. 
Reifendes Obst und Gemüse im Herbst sieht ebenfalls bei Regen schön aus. So kommt die Jahreszeit, eben der Herbst, deutlich zur Geltung. 
reifende Birnen am Säulen-Obstbaum (c) by Joachim Wenk
reifende Birnen am Säulen-Obstbaum (c) by Joachim Wenk
Weißkraut für Sauerkraut im Winter (c) by Joachim Wenk
Weißkraut für Sauerkraut im Winter (c) by Joachim Wenk
Rotkohl wird eingekocht für leckere Bratenbeilage (c) by Joachim Wenk
Rotkohl wird eingekocht für leckere Bratenbeilage (c) by Joachim Wenk
Brokkoli für köstliche vegetarische Gerichte (c) by Joachim Wenk
Brokkoli für köstliche vegetarische Gerichte (c) by Joachim Wenk
Im Erdbeerfaß wird noch immer fleißig geblüht.  Die immertragende Sorte Ostara liefert gerade wieder einen neuen Schwung großer und sehr süßer, aromatischer Erdbeeren. Frische Erdbeeren Mitte September ist nicht üblich und daher genießen wir die Früchte meist gleich frisch vom Beet. 
dauertragende Erdbeeren (Ostare) tragen noch im September (c) by Joachim Wenk
dauertragende Erdbeeren (Ostare)
 tragen noch im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk

Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk
Chinakohl (c) by Joachim Wenk
mein erster Chinakohl (c) by Joachim Wenk

Diese eine Reihe Tomaten war von Anfang an immer welk. Irgendwas ist hier aber wirklich im Boden, denn die gleich Sorte in der Reihe daneben ist grün und wächst stark. Gegossen sind alle gleich. Jedenfalls hat die Hitze sie gänzlich kaputt gemacht. Ansonsten aber tragen die Tomaten weiter sehr sehr reichlich und mit irre süßen Früchten in diesem Jahr.

Tomaten im September  (c) by Joachim Wenk
Tomaten im September  (c) by Joachim Wenk
Die reifende Blauhilde in blassem Lila mit dem gelblich verdorrten Laub ist doch auch ein typisches Bild des Herbstes. 
Herbstfarben (c) by Joachim Wenk
Herbstfarben (c) by Joachim Wenk

Sattgrün dagegen stehen Winterlauch, Möhren und Sellerie im Beet.

Möhren, Lauch und Sellerie für den Wintervorrat (c) by Joachim Wenk
Möhren, Lauch und Sellerie für den Wintervorrat (c) by Joachim Wenk

Im abgeernteten Kartoffel-Hochbeet wächst die letzte Generation Kopfsalat und Rucola heran. Weil über dem Hochbeet diese Stangen dazu geliefert wurden, nutze ich das gleich, um ein Gemüsenetz-Zelt zu spannen. Vielleicht das einzige Beet, in dem die Amseln nun wirklich draußen bleiben müssen und mir meine zarten Salatpflanzen nicht zerrupfen dürfen.

Außen herum ist Gründünger (Phacelia und Buchweizen) aufgelaufen.

Salat und Rucola (c) by Joachim Wenk
Salat und Rucola (c) by Joachim Wenk

Ein paar Eindrücke und Beobachtungen aus dem Landgarten im August.

Der Sommer macht jetzt auch bei uns hier eine kleine Verschnaufpause. Es hat vergangene Nacht tatsächlich auch einmal geregnet. 7 Liter pro Quadratmeter zeigte heute der Regenmesser an. Das macht mich überglücklich. Kalt ist es aber geworden. Tagsüber nicht über 15 Grad und Nachts unter 9 Grad. Das ist wirklich frisch. Weil es morgen wieder Sommer werden soll, mit 26 Grad, muß ich mir um meine Tomaten  wohl auch keine Sorgen machen. Hoffe ich jedenfalls. 
Die Triebspitzen hingen  jeden Tag ganz schlapp in der Sommersonne trotz Gießen. Das Kraut ist aber noch gesund und die ersten bereits geernteten Tomaten für die Brotzeit schmeckten köstlich. Wenn nichts dazwischen kommt werde ich wohl noch eine Menge ernten können. Schließlich muß wieder für das ganze Jahr Tomatensauce eingekocht werden. Die Vorräte vom letzten Sommer sind seit kurzem erschöpft. 
reifende Freilandtomaten (c) by Joachim Wenk
reifende Freilandtomaten (c) by Joachim Wenk
reifende Freilandtomaten (c) by Joachim Wenk
reifende Freilandtomaten (c) by Joachim Wenk

reifende Freilandtomaten (c) by Joachim Wenk
reifende Freilandtomaten (c) by Joachim Wenk
Weil ich jeden Monat einmal ein Foto vom gesamten Gemüsegarten mache, inklusive Panoramabild, tat ich das die Tage auch wieder. Im Winter oder gerade im Frühjahr, wenn alles absolut leer und eindimensional flach ist, faszinieren mich diese Fotos vom Sommer dann immer besonders. 
Ich muß selbst sagen, daß man diesen Fotos die arge Trockenheit und den Wassermangel nicht ansieht. Das überrascht mich ganz. Das Malheur liegt wohl im Detail, das dann nur ich sehe, der quasi jede Pflanze und deren Entwicklung von Geburt an kennt. 
In letzter Zeit habe ich meinen Kohl doch mehr gegossen. Ich habe mir einfach die Zeit genommen oder an den Herrn Gemahl delegiert. Und wirklich, man kann es dem  Kohl sogar ansehen, daß genau das fehlte. Mein Entschluss reift immer mehr, im kommenden Frühjahr den Gemüsegarten auch auf der hier abgebildeten Seite mit der Tropfbewässerung auszustatten. Im Beet mit der Bewässerung sehe ich – glaubt es oder nicht – bereits auch positive Wirkung. Davon werde ich die  Tage einmal berichten. 
Blick in den spätsommerlichen Selbstversorgergarten (c) by Joachim Wenk
Blick in den spätsommerlichen Selbstversorgergarten (c) by Joachim Wenk

Blick in den spätsommerlichen Selbstversorgergarten (c) by Joachim Wenk
Blick in den spätsommerlichen Selbstversorgergarten (c) by Joachim Wenk
Schön entwickelt oder  eben auch gut erholt, hat sich das Erdbeerfass. Hier war nicht die Trockenheit der Knackpunkt, weil ich es ohnehin regelmäßig von Hand wässern muss. Vielmehr stand es falsch. Unter dem Walnußbaum war es also doch zu schattig. Wir haben dann das bepflanzte Faß irgendwie, und fragt lieber nicht nach Details, vom Standort weggezerrt. Über die Wegrabatte oben drüber, einmal quer durch den Gemüsegarten unter den anderen Walnußbaum auf den Rasen. Dort scheint Sonne hin. Seither tut sich was im Fass. Besonders schön zu beobachten sind die noch jetzt im August vorhandenen  Blüten und Früchte der oberen Reihe. Das sind die dauertragenden Erdbeeren. Die anderen tragen von sehr früh bis spät, haben aber allesamt das Blütenjahr abgeschlossen und bereiten sich auf das kommende Jahr vor. 
Erdbeerfass im August (c) by Joachim Wenk
Erdbeerfass im August (c) by Joachim Wenk
Die Äpfel muß ich euch auch zeigen. Gut, das sind natürlich einfach Äpfel. Klar es sind MEINE Äpfel und somit zumindest für mich besonders. Aber, es kommt noch eine interessante Beobachtung dazu. Der Gemüsegarten war über 30 Jahre der Hühnerlauf und Kaninchengehege. Der Baum stand da schon immer drin. Wir hatten bei der Gartenübernahme viel zu Roden im Gemüsegarten. Der Baum war krank und ein Pilz wucherte am Stamm. Wir wollten, da es der einzige Obstbaum war, der im Garten übrig blieb, daß er stehen bleibt. Er sollte eine Chance bekommen. Umsägen können wir ihn immer noch. 
Die Äpfel sind nicht lagerfähig, schmecken aber sehr gut. Keine Discounterware eben. Leider waren immer alle Früchte vom Schorf schwer gekennzeichnet. 
Dann ließ der Schorf nach und nun im 3. Jahr ist kein  Schorf mehr zu erkennen. Ich habe nichts gemacht, weil ich nicht weiß, was man gegen  den Schorf machen kann und wie ich, wenn es was zu Spritzen gäbe, den ganzen Baum unter dem reichlich Gemüse wächst, spritzen sollte. 
Nun ist das nicht mehr nötig. Meine konsequente Bodenpflege mit Kompost und Mulch hat wohl ihre Wirkung gezeigt. Gesunder Boden, gesunder Baum. Auch wenn ich beim Gemüse da noch nicht so sicher bin, sehe ich doch an der Gesundung des Baumes, daß eine Veränderung im Boden stattgefunden haben muß. 
reifende Äpfel (c) by Joachim Wenk
reifende Äpfel (c) by Joachim Wenk

reifende Äpfel (c) by Joachim Wenk
reifende Äpfel (c) by Joachim Wenk

Unser vor zwei Jahren gepflanztes Säulenobst wächst munter, fruchtet aber leider noch nicht. Die Kirsche hatte sehr reich geblüht. Leider genau Ende April, in der Woche mit 7 Tagen Wintereinbruch, Schneefall und heftigem Nachtfrost. Tags nicht über 0°C. Dass aus den Blüten keine Früchte wachsen, war mir gleich klar. Wie hätte da auch ein Bestäubungsinsekt unterwegs sein sollen. Apfel und Zwetschge haben nicht geblüht. Die Birne allerdings trägt die ersten Früchte.

Säuelnobst Birne (c) by Joachim Wenk
Säuelnobst Birne (c) by Joachim Wenk

Aroniabeeren werde ich auch wieder ernten. Der Strauch war in die Jahre gekommen und hatte nur noch gakelige Triebe, die kaum sich selbst aufrecht halten konnten. Wir haben ihn auf den Stock gesetzt. Letztes Jahr gab es dann weder Blüten noch Früchte und dieses Jahr geht es wieder los.

Aroniabeeren (c) by Joachim Wenk
Aroniabeeren (c) by Joachim Wenk
Meine treuen Stammleser wissen sicher mittlerweile, daß ich viel Wert darauf lege, Pflanzen  sich selbst aussähen und so vermehren zu lassen. Ich bin eben doch irgendwie ein fauler Hund. Ich spare mir das Vorziehen und Hegen und Pflegen. Zudem liebe ich diese Abwechslung, daß alles jedes Jahr ein  wenig anders aussieht. Je nach dem, was wo aufgeht. 
Das gilt auch im Gemüsegarten. Die Ringelblumen sind da ja Standard. Seit letztem Jahr neu ist diese Pflanze. Ich sage immer Giftbeere. Heißt die nicht sogar wirklich so? Angeblich hält sie die weiße Fliege vom Kohl fern. Daher fing ich letztes Frühjahr mit ihr an. Nun wächst sie überall. Ich kenne die Sämlinge und lasse beim Unkrauthacken immer ein paar stehen. Ob sie die Fliege vertreibt, kann ich noch nicht sagen. Auch wenn ich zugeben muß, daß ich dieses Jahr  noch keine gesehen habe. Auf alle Fälle blüht das Kraut wunderschön, bereichert den Gemüsegarten mit Farbe und braucht sonst keine Pflege. Genau mein Ding!

Giftbeere im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
Giftbeere im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
Giftbeere im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
Giftbeere im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
Bevor ich nun den Gemüsegarten verlasse und zum Ziergarten komme, ist die riesige Dahlie , Sir Alfred Ramsey , eine schöne Überleitung. Eigentlich einen Zierpflanze, die aber im Gemüsegarten steht. Mischkultur in jeder Hinsicht eben. 
Wahnsinn oder? Diese Wuchskraft und diese Blüten! Einfach gigantisch. Die Blüten sind in meiner Augenhöhe. Das müssten so etwa 180 cm sein. 
Dahlie Sir Alfred Ramsey (c) by Joachim Wenk
Dahlie Sir Alfred Ramsey (c) by Joachim Wenk
Dahlie Sir Alfred Ramsey (c) by Joachim Wenk
Dahlie Sir Alfred Ramsey (c) by Joachim Wenk
Kleiner und normaler ist die Dahlie Galant Knight im Staudenbeet. 
Dahlie Galant Knight (c) by Joachim Wenk
Dahlie Galant Knight (c) by Joachim Wenk
Eine fröhliche kleine Sonne in Pink, die Sommeraster. 
Sommeraster (c) by Joachim Wenk
Sommeraster (c) by Joachim Wenk
Das Foto hat das Handy nicht besonders hinbekommen. Dennoch erkennt man, was ich beobachte und was ich zeigen möchte. Der weiße Phlox im Staudenbeet hing auch ständig nur total welk herum. Dürre ist nichts für Phlox, das weiß ich mittlerweile. Ich habe dann auch hier mehr gegossen und einen Tropfschlauch gelegt, weil die Stauden und Rosen allgemein nicht ans Wachsen denken. Vom Blühen rede ich schon gar nicht. Während andere Stockrosen 2 m oder wesentlich  höher sind, kommen manche hier im Beet nicht über meine Bauchhöhe hinaus. Jedenfalls beobachte ich  jetzt am Phlox, die frischen grünen Blätter und Verzweigungen, die er treibt. Was ein bisschen Wasser nicht alles bewirkt. 
neue Blätter am Phlox (c) by Joachim Wenk
neue Blätter am Phlox (c) by Joachim Wenk
Ich liebe Storchschnäbel. Dieser hier ist nun glaube ich im  dritten Standjahr und kommt erst jetzt so richtig in Schwung. Der blüht schon eine ganze Weile so vor sich hin. 

Die Clematis am Gartenzaun blüht ebenfalls seit einigen Wochen. Diese Sorte der Clematis viticella Mary Rose hatte ich auch damals in meinem Hinterhofgarten. Ich liebe das tiefe Lila, die gefüllten überreich erscheinenden Blüten und die sehr lange Blütezeit im Sommer.

Clematis viticella Mary Rose (c) by Joachim Wenk
Clematis viticella Mary Rose (c) by Joachim Wenk

Und dann, nachdem der Hüttenzauber ja mittlerweile auch fertig ist, haben wir uns endlich die Zeit genommen, die Banane um zu Topfen. Genau wie die Phönix-Palme neben ihr. Bereits im Mai haben wir einem Bekannten einen Ableger versprochen, wenn wir sie denn umtopfen. Inzwischen kam noch eine Abnehmerin für Ableger dazu. Und alle warteten und warteten. Die Banane und die Ablegerabnehmer.

Die beiden Wartenden bekamen nun jeder seinen Ableger und mir bleibt noch genug Banane übrig. Jetzt kann sie sich wieder gut einwurzeln und dann kräftig neu austreiben. Den alten Kübel hatte sie schon mächtig verformt. Wäre es nicht ein elastischer Mörtelkübel gewesen, hätte sie ihn längst in Hundert Fetzen gesprengt.

Banane und Phönixpalme bekamen neue "Töpfchen" (c) by Joachim Wenk
Banane und Phönixpalme bekamen neue „Töpfchen“ (c) by Joachim Wenk
Vor einigen Jahren hatten wir selbst beim Umtopfen mit so einem Ableger ein Experiment gestartet. Mittlerweile kann man es auch als erfolgreiches Experiment bezeichnen. Angeblich sollte die Banane ja winterhart sein. So stand es auf dem Etikett, der auf einem Wochenmarkt im Urlaub erstandenen  Pflanze. Der Ableger wurde ausgepflanzt. Wir hatten ja noch die Mutter im Kübel sollte er erfrieren. Wie wollten einfach sehen, ob sie wirklich unsere fränkischen Winter übersteht. Sie tut es! Das Ergebnis seht ihr im Bild unten. Im Herbst wird sie bodeneben abgeschnitten und mit einer Laubschicht abgedeckt. Die kommt im April weg und dann fängt sie bald an zu treiben. 
winterharte Banane im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
winterharte Banane im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk

Geburtstag – ein Tag zum genießen und zum Danken

Mein Geburtstag ist nun leider auch schon wieder vorüber. Wir hatten ein sehr schönes und ruhiges Wochenende. 
 Am Tag meines Geburtstages nahm ich  mir vor, nur das zu machen, was mir Spaß macht. Gartenarbeit gehörte natürlich dazu. Aber nur hier und da ein wenig krauteln und zupfen. Nichts größeres. Viel Staunen und Genießen sollte dabei sein und war dabei. 
Gerade ist der Garten einfach zu schön. Im Frühjahr bange ich immer, ob es denn so toll wird, wie im letzten Jahr. Da liegt noch alles voller Laub und Äste, nichts ist schön und aufgeräumt. Alles braun. Dann kommen arbeitsintensive  Wochen und nun ist es wieder so, wie ich es mir im Januar oder Februar nicht habe vorstellen können: traumhaft schön. 
Leider konntet  ihr ja am Samstag bei meinen einsamen Gartenrundgängen nicht dabei sein. Dafür nehme ich euch heute mit: 
Im Vorgarten bei der Auffahrt zur Garage  – dem sonnigsten und wärmsten Teil des Gartens – blüht es schon seit längerem. Im Moment leuchten  Akeleien, Türkenmohn, Zierlauch, Katzenminze und Färberkamille bunt aus dem ganzen Grün heraus.
blühende Stauden im  Mäuerchen-Beet (c) by Joachim Wenk
blühende Stauden im  Mäuerchen-Beet (c) by Joachim Wenk
Türkenmohn, Katzenminze und Akelei (c) by Joachim Wenk
Türkenmohn, Katzenminze und Akelei (c) by Joachim Wenk

Zierlauch (c) by Joachim Wenk
Zierlauch (c) by Joachim Wenk

blühende Stauden im  Mäuerchen-Beet (c) by Joachim Wenk
blühende Stauden im  Mäuerchen-Beet (c) by Joachim Wenk

Wenn die dann alle verblüht sind, wird es wohl mit den Stockrosen weiter gehen. Sie treiben schon unzählige Blütentriebe.

Stockrosen (c) by Joachim Wenk
Stockrosen (c) by Joachim Wenk
Aus dem Vorgarten gehen wir ein paar Stufen nach oben. Begleitet werden wir vom Balkanstorchschnabel in den Fugen der Treppen. 

Balkanstorchschnabel in den Treppenfugen (c) by Joachim Wenk
Balkanstorchschnabel in den Treppenfugen (c) by Joachim Wenk
Im Beet auf halben Weg nach oben, blühen die Haferwurzeln. Leider ist das Foto unscharf. Ein neues Konnte ich am nächsten Tag nicht mehr machen, weil sie sich nicht öffneten. Sie ahnten wohl vom Gewitter und vom Regen. 
blühende Haferwurzel (c) by Joachim Wenk
blühende Haferwurzel (c) by Joachim Wenk
Im oberen Garten angelangt steht man auf der Terrasse und vor dem Beet mit dem weißen Flieder und den Granitstelen. 
neues Beet bei der neuen Terrasse (c) by Joachim Wenk
neues Beet bei der neuen Terrasse (c) by Joachim Wenk
Das Beet habe ich vergangenen Sommer und Herbst, nach den Wegearbeiten neu bepflanzt. Gerade im Moment blühen die Storchschnäbel auf. 
Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
Himalaya – Storchschnabel „Plenum“ (c) by Joachim Wenk

Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel (c) by Joachim Wenk

Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel  Geranium collinum Hybride „Nimbus“ (c) by Joachim Wenk
Von den kleinen und zarten Geranium-Blüten zieht bald das gelbe Tor  im hinteren Bereich des Gartens die Blicke auf sich.  
Blick in den hinteren Gartenbereich (c) by Joachim Wenk
Blick in den hinteren Gartenbereich zur Scheune (c) by Joachim Wenk

Wenn man es öffnet und in die Scheune eintritt, kann man ganz heimliche Blicke auf den Gemüsegarten werfen.

Blick aus der Scheune in den Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Blick aus der Scheune in den Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

Den Gemüsegarten wollen wir noch genauer inspizieren. Dazu müssen wir erst den Eingang finden. Wir verlassen also die Scheune und blicken dabei auf eine Reihe Säulenobstbäume und das Apfelspalier. Auch der Haselnußbaum, unser Hausbaum, in Mitten der großen Wiese, ist beachtenswert.

Säulenobstbäume, Spalierobstsgestell und der Hausbaum (c) by Joachim Wenk
Säulenobstbäume, Spalierobstsgestell und der Hausbaum (c) by Joachim Wenk

Ein Weg führt von der Scheune  um das Staudenbeet vor dem Gemüsegarten herum.

das große Staudenbeet im Mai (c) by Joachim Wenk
das große Staudenbeet im Mai (c) by Joachim Wenk

Prächtig entwickeln sich die vor allem vom frühen Sommer bis in den späten Herbst hier blühenden Stauden. Letzte Frühlingsblüher sind noch immer auf der Bildfläche. Die lila Tulpen blühen nun schon seit vielen Wochen! Der Zierlauch ist seit kurzem offen.

das große Staudenbeet im Mai (c) by Joachim Wenk
das große Staudenbeet im Mai (c) by Joachim Wenk
Zierlauch im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Zierlauch im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Letztes Jahr noch mühevoll und liebevoll als Sämlinge hochgepeppelt, kommt er dieses Jahr überall von allein. Die Rede ist vom Seidenmohn. Der erste präsentierte zu meinem Geburtstag seine Blüte. 
Seidenmohn (c) by Joachim Wenk
Seidenmohn (c) by Joachim Wenk

Und natürlich gibt es auch hier wieder den Storchschnabel. Eine meiner liebsten Stauden. 
Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
Wenn man so am Staudenbeet entlang schlendert, gelangt man zum Eingang in den Gemüsegarten. 
Hier steht das Gemüse schön in Reih‘ und Glied. 

ischkultur im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Mischkultur im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

Mischkultur im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Mischkultur im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

Frisch angesetzt, verscheucht sie auch noch keine interessierten Besucher. Im Fass habe ich Brennesseljauche angesetzt.

Brennesjauche im Faß (c) by Joachim Wenk
Brennesjauche im Faß (c) by Joachim Wenk

 Der Grasschnitt vom Samstag liegt verteilt in den Gemüsereihen.

Mischkultur im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Mischkultur im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

Bald gibt es den ersten Butterkohl zu essen.

Butterkohl (c) by Joachim Wenk
Butterkohl (c) by Joachim Wenk

Ich lege immer auch im Gemüsegarten wert darauf, daß es bunt zu geht. Dazu benötige ich Blumen. Die Dahlien und Ringelblumen oder Astern brauchen noch etwas. Wie gut, daß die Akeleien sich überall wie Unkraut vermehren. Lässt man hier und da eine stehen, wo sie eben nicht stört, bringt das eine attraktive Abwechslung ins Grün der Gemüsereihen.

Akelei im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
Akelei im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk

Manchmal blüht das Gemüse, oder wie hier bei den Kräutern der Schnittlauch, auch selbst ganz apart.

blühender Schnittlauch im Kräuterbeet (c) by Joachim Wenk
blühender Schnittlauch im Kräuterbeet (c) by Joachim Wenk
Wenn wir schließlich den Gemüsegarten wieder verlassen, blicken wir direkt auf den mediterranen Platz. 
Hausbaum und mediterraner Platz (c) by Joachim Wenk
Hausbaum und mediterraner Platz (c) by Joachim Wenk

Hier auf der Bank unter der Palme halten wir kurz inne und genießen, das Paradies um uns herum.

mediterraner Platz mit Bank unter der Palme (c) by Joachim Wenk
mediterraner Platz mit Bank unter der Palme (c) by Joachim Wenk
Ich hoffe der kleine Gartenrundgang hat euch gefallen. Alles konnte ich natürlich nicht zeigen und ein paar geheime Ecken werde ich mir auch immer noch übrig lassen. Schließlich weiß man nie wozu, man sie benötigt….
 (c) by Joachim Wenk
Geburtstagsgeschenk (c) by Joachim Wenk

So verbrachte ich ein Wochenende des Genusses, der unendlichen Freude über den schönen Garten und bin zum ersten Male wirklich dankbar. Dankbar, daß es immer überall regnet, auch in wenigen Kilometern Entfernung, nur bei uns nicht. Dieses Mal ist es ein Geschenk des Himmels, uns verschont zu haben. Keine 20 km entfernt, in Ansbach, (dort wohnen noch meine Eltern und die Familie meines Bruders) hat es am Abend gehaust. Meiner Mutter hat es alle Geranien am Fenster entblättert und ent-blütet.  Die Plastikübel der Rosen sind zerschlagen die Rosen  zerfetzt, genau wie das Mückengitter über dem Kellerschacht. Das Auto meines Bruders ist total verbeult. Ich mag gar nicht daran denken, wäre dieses Unwetter über uns nieder gegangen. Ebenfalls nur etwa 20km entfernt liegt das Flachslanden, das viele von euch sicherlich heute schon in den Nachrichten gehört und gesehen haben.

Also wirklich noch glücklicher als über die Pracht in meinem Garten bin ich über den Umstand, daß das Unwetter ungeheuren Ausmaßes, uns verschont hat. Bei uns hat es einfach nur geregnet. Endlich einmal stark, aber mehr eben auch GOTTSEIDANK nicht.

Hagel-Unwetter in Ansbach (c) by Joachim Wenk
Hagel-Unwetter in Ansbach (c) by Joachim Wenk

Hagel-Unwetter in Ansbach (c) by Joachim Wenk
Hagel-Unwetter in Ansbach (c) by Joachim Wenk

Zweimal Garten und immer an einem Weiher

 In meinem Garten beim Haus bin ich mittlerweile so ziemlich hinterher mit den Arbeiten. Salat, Lauch oder Dill-Jungpflanzen müssen baldigst ausgepflanzt und noch einmal Radies oder Möhren gesät werden. Das herrliche Wetter der letzten Zeit brachte aber eben leider keinen Regen mit und der Boden ist sehr trocken.
Es ist also besser mit diesen Arbeiten noch etwas zu warten. Es gibt ja noch anderes zu erledigen. So haben wir uns endlich daran gemacht, die ersten Schritte im neu dazu gepachteten Grundstückchen unten am Dorfweiher zu unternehmen. 
Die ersten Bilder davon zeigte ich bereits vor unserer Kirchweih. Heute also seht ihr es noch einmal genauer. 
Witzig und ungemein praktisch finde ich ja die Lage. Direkt unter unserem Haus, am Rande des Dorfweihers. 
Ich muß nur unseren steilen Hang zur Dorfstraße und eben diese selbst überqueren und bin schon da. Am Hang stehen meine beiden Quittenbäume, die gerade in voller Blüte stehen. Vielleicht bekomme ich dieses Jahr die ersten Quitten zum Ernten.
Das rote Laub zwischen den Bäumchen ist der uralte Rosenstock, den wir im Frühjahr auf Stock gesetzt haben. Er bestand fast nur noch aus Totholz. Der heiße und trockene vergangene Sommer hat ihm arg zugesetzt. Jetzt treibt er kräftig und überall von unten neu aus. Manchmal ist so eine radikale Verjüngung einfach notwendig. 
links steht die Baumwollquitte und rechts die fränkische Hausquitte (c) by Joachim Wenk
links steht die Baumwollquitte und rechts die fränkische Hausquitte (c) by Joachim Wenk

Der Nachbar, dem die beiden Flächen am Weiher gehören, ist heute ebenfalls zu Gange. Wir haben also das rechte der beiden Stückchen Land von ihm zur Verfügung bekommen. Weil das Gras schon wieder sehr hoch steht, muß es vor dem Ackern mit der Motorsense abgemäht werden.

Aus dieser Wiese wird Gartenland (c) by Joachim Wenk
Aus dieser Wiese wird Gartenland (c) by Joachim Wenk

Den Grasschnitt rechen wir zu Seite. Dann kommt die Motorhacke zum Einsatz. Was ich mit der schon alles geackert habe. Und wie oft schon hatte ich so ein ein Stück Wiese vor mir und machte daraus mit Hilfe meiner Hacke ein Gemüsebeet.

Das Maschinchen war extra noch einmal zur Überholung in der Werkstatt und schnurrt nun wieder munter vor sich hin. Die Motorhacke wird von den sich, anstatt Rädern, drehenden Hacken vorangetrieben. Hinten ist ein Holm, der dabei durch die Erde gezogen wird. Er bremst das Gerät in seinem Vorwärtsdrang und sorgt dafür, daß die Hacken nicht blos über den Boden hinweg sausen. Vielmehr sollen sie sich in ihn eingraben.

Beim ersten Durchgang stellte ich die niedrigst mögliche Holmtiefe ein. Dabei wird vor allem die oberste Schicht aufgekratzt. In meinem Falle hier wird die Grasnarbe angerupft.

Ein oder zweimal wird über die ganze Fläche geackert. Dann kommt der Bremsholm tiefer in die Erde und schließlich noch tiefer. Man muß mit so einem kleinen Gerät, das eben eine Hacke und keine Fräse ist, schon etliche Male über die Flächer drüber fahren.

Aber wie wäre es, müsste ich das mit dem Spaten erledigen.  Nein, da  robbe ich liebe ein paar Mal mit meinem Maschinchen darüber.

die Motorhacke wartet schon ungeduldig auf ihren Einsatz (c) by Joachim Wenk
die Motorhacke wartet schon ungeduldig auf ihren Einsatz (c) by Joachim Wenk

Schließlich ist die Erde etwa spatentief umgraben. Das vorher abgemähte hohe Gras, ebenso wie das Gras des Nachbarn, wird wieder auf der Fläche verteilt.

Diese bedeckende Mulchschicht hätte um einiges dicker sein können. Je dicker sie ist, desto weniger kann gleich von Anfang an das Gras wieder durchwachsen. Ich hatte aber gerade nicht mehr an Material zu Verfügung.

Jetzt kann das untergeackerte Gras anfangen zu verrotten. Wahrscheinlich muß ich in Kürze noch einmal darüber ackern. Oder ich treibe noch Rasenschnitt auf, den ich verteilen und die  Schickt dicker machen kann. Wichtig ist die Abdeckung mit organischem Material. Darunter haben die Bodenlebewesen optimale  Bedingungen (geschützt, feucht, Nahrung vorhanden) und verarbeiten das Gras im Boden in Humus und damit Dünger. Der Boden wird optimal vorbereitet. Im ersten Jahr nach so einer Bearbeitung wird man noch einiges an Gras aufwachsen sehen können. Das muß man konsequent ausrupfen. Dann ist nur noch der übliche Unkraut-Druck vorhanden, den man immer im Gemüsebeet hat.

Nächstes Jahr nutze ich die Fläche für Kartoffeln und im Frühjahr werde ich grünen Spargel anbauen. Dieses Jahr denke ich noch Buschbohnen stecken  und meine bereits gekeimten Kürbisse und Gurken dort setzen zu können. Beides ist schnellwüchsig und kann dem aufkeimenden Unkraut und nachwachsenden Gras schnell entkommen. Undenkbar wären Gemüse wie Möhren oder Pastinaken. Die wachsen unheimlich langsam und benötigen manchmal über eine Woche, bis sie überhaupt keimen.

nach der Bodenbearbeitung decke ich alles mit dem Grasschnitt wieder ab (c) by Joachim Wenk
nach der Bodenbearbeitung decke ich alles mit dem Grasschnitt wieder ab (c) by Joachim Wenk

Um eines muß ich mir jedenfalls in dem Garten keine Gedanken machen. Genügend Gießwasser wird immer vorhanden sein. So schnell pumpen die Hobbygärtner den Dorfweiher sicher nicht leer. Jeder dieser Gärten hat so eine Schwengelpumpe mit der die Gießkannen ratz-fatz gefüllt sind.

Jeder Garten hat eine Pumpe, die das Wasser aus dem Dorfteich in die Gießkannen befördert (c) by Joachim Wenk
Jeder Garten hat eine Pumpe, die das Wasser aus dem Dorfteich in die Gießkannen befördert (c) by Joachim Wenk

Und hier sieht man das nun für’s Erste fertig bearbeitete Gartenstück vom Weiher aus nach oben blickend. Das etwas zurück gesetzte Haus rechts ist unser Haus. Wir haben unser neues Stückchen Land also immer im Blick.

Blick vom Weihergarten hinauf zum Wohnhaus (c) by Joachim Wenk
Blick vom Weihergarten hinauf zum Wohnhaus (c) by Joachim Wenk

Wenige Kilometer mit dem Auto müssen wir zu unserem eigenen Grundstück an unseren Fischweihern fahren. Es liegt etwas ausserhalb des Dorfes. Dort gehen die Arbeiten auch bald los. Dieses Jahr muß nun endlich wieder die Brücke über den Bach für den Rasenmähertraktor gebaut werden. Am Wochendende waren wir nur einmal kurz zum Kontrollgang draußen.

Die neuen Obstbäume bekamen einen ordentlichen Schluck Weiherwasser auf die Füsse. Der letzte Regen ist schon viel zu lange her und neu gepflanzte Bäume sollen ja nicht austrocknen.

Alle drei Bäume stehen prächtig in der Wiese. Die beiden Apfelbäume, die ich erst auf die Höhe eines  Halbstammbaumes emporwachsen lassen muß, sind fast komplett mit Hasendraht eingewickelt. Das mag nicht sehr schön aussehen, ist aber unbedingt von Notwendigkeit. Hasen und Rehe fänden sie bestimmt lecker. Wild aufgewachsene Weißdorn und andere Büsche unmittelbar daneben haben sie komplett entrindet. Dieses Vergnügen kann ich ihnen mit meinen Obstbäumen nicht gönnen! Zu allem Überfluß ist auch immer wieder ein Biber in den Weihern, der gerne mal Eichen- oder Erlenbäumchen abbeißt, die in der Nähe der Weiher stehen. So ein Obstbäumchen wäre mit einem Biß umgelegt und vernichtet.

Hendunger Schneeapfel (c) by Joachim Wenk
Hendunger Schneeapfel (c) by Joachim Wenk

Fränkische Hauszwetschge (c) by Joachim Wenk
Fränkische Hauszwetschge (c) by Joachim Wenk

Albert (c) by Joachim Wenk
Albert (c) by Joachim Wenk

Der Besuch kann kommen, das Fest kann steigen – der Garten ist herausgeputzt

Also am allerschönsten ist  dieses Jahr bislang mein Salat. Seit Anfang Februar machte ich mehrere Versuche, wann und wo er am besten zu sähen sei. Im Gewächshausboden, in Saatschalen oder Topfplatten oder gar im Haus oder in einem unbeheizten aber frostfreien Raum?

Viele Pflänzchen brauchten lange, bis sie wuchsen. Manche waren total schwächlich und geschossen. Aber alle habe ich einfach einmal gepflanzt. Salat ist  das robusteste Gemüse, das ich im Garten habe. Man glaubt es nicht, aber die Pflänzchen gedeihen immer, egal ob absolute Dürre oder Nachtfrost, ob sie kräftig sind oder schwächlich. Stehen sie im Beet wachsen sie.

So und jetzt  kommt eine Salat-Flut auf uns zu, da sie ja demnächst erntereif sind. Den Salat, gesät im Gewächshaus im Februar im Boden, ernten wir bereits. Die anderen sind alle etwa gleich weit mit der Entwicklung. Man erkennt keinen Unterschied mehr. Egal ob sehr früh gesät oder erst später, als es schon wärmer war und mehr Licht zur Verfügung stand. Die Mühe mit einer sehr frühen Aussaat lohnt also nicht, so meine Erkenntnis.

Die Zwiebeln stehen schön im Beet und auch einige Möhren sind dieses Jahr gekeimt.

Gemüsegarten Mischkultur (c) by Joachim Wenk
Der  Gemüsegarten im Mai (c) by Joachim Wenk

Am kommenden Pfingstwochenende wird Geburtstag nachgefeiert und wir bekommen einiges an Besuch. Gestern haben wir daher den ganzen Tag im Garten gerackert um ihn fit zu machen. Rasenschnitt in Massen ist angefallen und ich habe ihn über all zwischen die Gemüsereihen als Mulch verteilt.

Ebenfalls habe ich die jungen Pflanzen von Färberdistel, Sommeraster, Winterheckenzwiebel, Blaukraut und Weißkraut beziehungsweise Wirsing auf die Beete verteilt. Die Winterheckenzwiebeln sind ganz wundervolle Pflänzchen geworden. Auf die bin ich wirklich gespannt. Hier im Bild sieht man meine Schnittlauch-Beeteinfassung. Schnittlauch habe ich ebenso gesät gehabt. Aber weder im Boden noch in der Saatschale ist auch nur ein einziger aufgegangen.

Gemüsegarten im Mai (c) by Joachim Wenk
das Kohl-Beet (c) by Joachim Wenk

Als Abschluss des Wegeprojektes im Gemüsegarten  hat mir mein Schatz dann auch noch die Wasserstelle neu gestaltet. Der Wasserhahn war an einem Holzpfosten befestigt, der mittlerweile so gut wie verfault war. Mit so schönen Wegen musste nun auch eine neue Halterung für den Wasserhahn und – ganz wichtig – für den Schlauch her. Aus Recycling-Kunststoffbalken hat er die Schlauch-Leiter gebastelt und die Waschbetonplatte perfekt am Boden eingepasst.

Nun habe ich sogar einen kleinen Platz im Zentrum vom Gemüsegarten. Und der Schlauch liegt nicht mehr ständig am Boden, dass man darüber stolpert.

Schlauchhalter und Wasserhahnständer (c) by Joachim Wenk
neu gestaltete Wasserstelle im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

 Mein Gemüsegarten mit ehemaligem Hühnerlauf, Gewächshaus und Schneckenzaunbeet als Panoramafoto.

Gemüsegarten im Mai  (c) by Joachim Wenk
Panorama Gemüsegarten im Mai  (c) by Joachim Wenk

Die neuen Wege begeistern mich jeden Tag.

Gemüsegarten im Mai  (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Mai  (c) by Joachim Wenk

Unterm Walnussbaum pflanzte ich diesjahr Kartoffeln in Kübeln , weil der Boden von den Baumwurzeln bis zur Oberfläche derart durchwurzelt ist, daß eine Bodenbearbeitung nicht möglich ist und auch nichts bisher dort gewachsen ist. Die Kartoffeln im Kinder-Hochbeet sind die ersten die sich aus der Erde heraus trauen.

Gemüsegarten im Mai  (c) by Joachim Wenk
die ersten Kartoffeln zeigen sich an der Erdoberfläche (c) by Joachim Wenk

Im Erdbeerfass wird fleißig geblüht.

Erdbeerfass (c) by Joachim Wenk
Erdbeeren im Erdbeerfass beginnen zu blühen  (c) by Joachim Wenk

Meine beiden Spalierapfelbäume treiben nun auch.

neu gepflanzte Spalieräpfel treiben (c) by Joachim Wenk
neu gepflanzte Spalieräpfel treiben hier: Hendunger Schneeapfel
 (c) by Joachim Wenk

neu gepflanzte Spalieräpfel treiben (c) by Joachim Wenk
neu gepflanzte Spalieräpfel treiben: hier Mecklenburger Königsapfel
 (c) by Joachim Wenk

Die im vergangenen Frühjahr gesäte Kaper ist mittlerweile ein schönes kräftiges Pflänzchen und wird langsam an Sonne und Frischluft gewöhnt.

Kapernpflanze (c) by Joachim Wenk
Kapernpflanze (c) by Joachim Wenk

So, der Rasen ist also gemäht, der  Gemüsegarten versorgt. Die Zeit langte nicht mehr für die Staudenbeete. Dort wachsen die Stauden mit dem Unkraut um die Wette. Weil aber doch schon so schön geblüht wird in den Beeten, hoffe ich, daß die bunten Blüten den Besuch vom Unkraut etwas ablenken.

Ganz neu in meiner Pflanzenliste ist der braune Storchschnabel. Der ist ja so süß und der erste Storchschnabel, der blüht. Seht doch mal genau hin. Der „Pfosten“ an dem er sich anlehnt ist ein Tulpenstengel, nur damit ihr die Größe der Blüten etwas einschätzen könnt.  Der Storchschnabel ist also nichts für den Wow-Effekt, sondern eher etwas für stille Genießer, die wissen, wo er steht und sich dann bewundernd zu ihm herunterbücken. Aber die Mühe lohnt sich!

brauner Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
brauner Storchschnabel (c) by Joachim Wenk

Tulpe Insulinde (c) by Joachim Wenk
Tulpe Insulinde (c) by Joachim Wenk

 Überall blühen sie jetzt, die Flockenblumen. Eine Pflanze habe gepflanzt und die ist dann in der Glut und Dürre des vergangenen Sommers eingegangen. Aber vorher hat sie sich ausgesät (und ist mittlerweile auch selbst wieder da) und unzählige Sämlinge im Beet um sich geschart. Viele von ihnen habe ich umgepflanzt und überall im Garten verteilt.

Bergflockenblume und Tulpen (c) by Joachim Wenk
Bergflockenblume und Tulpen (c) by Joachim Wenk
wuchernde Waldhyazinthen vor der Blumenwiese und der winterharten Zitrone (c) by Joachim Wenk
wuchernde Waldhyazinthen vor der Blumenwiese und der winterharten Zitrone (c) by Joachim Wenk

Und wieder hat sie einen Winter im Freien überstanden. Die winterharte Zitrone mit den mörderischen Dornen. Wann sie wohl das erste mal blüht?

 winterharte Zitrone (c) by Joachim Wenk
sie treibt wieder aus die winterharte Zitrone (c) by Joachim Wenk

der orientalische Mohn (c) by Joachim Wenk
bald wird es hier feurig  rot – der orientalische Mohn mit Knospen (c) by Joachim Wenk

Gänseblümchen und Vergissmeinnnicht (c) by Joachim Wenk
Gänseblümchen und Vergissmeinnicht (c) by Joachim Wenk

rotgelbe Tulpen, weiße Aroniabeere und gelber Ranunkel  (c) by Joachim Wenk
rotgelbe Tulpen, weiße Aroniabeere und gelber Ranunkel – Lebensfreude pur (c) by Joachim Wenk

gelber, gefüllter Ranunkelstrauch (c) by Joachim Wenk
gelber, gefüllter Ranunkelstrauch (c) by Joachim Wenk
Washingtonia und Canarische Dattelpalme (c) by Joachim Wenk
Washingtonia und Canarische Dattelpalme (es fehlt noch die Banane) (c) by Joachim Wenk

Spalierobst und Obstwiese mit Apfelbäumen

Und wieder sind zwei Angelegenheiten auf den Weg gebracht. Sie sind seit ein paar Monaten mal mehr und mal weniger in Vorbereitung und dümpeln gar seit Jahren im Hinterkopf herum.

Zwei Apfelbäume sind gepflanzt, die an einem Spalier erzogen werden sollen und zwei weitere Apfelbäume hab ich draußen bei den Weihern gepflanzt. Sie werden zu Halbstämmen erzogen, weil dort der nötige Platz dazu ist. Zwar wäre auch Platz für Hochstämme, die dann aber bei der Ernte recht umständlich sind.

Die jungen Bäume habe ich ganz zeitig im Jahr bereits von einem Bekannten erhalten. Es handelt sich um widerstandsfähige, gesunde alte Sorten.

In vielen Mailkontakten habe wir lange überlegt, welche Bäume für mich in Frage kämen. Wichtig war mir, daß sie sich auch gegenseitig beim Bestäuben helfen, da in der näheren Umgebung keine anderen Apfelbäume stehen. Lagerfähig sollten die Früchte sein, natürlich von alten und bewährten Sorten. Wenn sie dann noch robust und wenig krankheitsanfällig sind, wäre es mir durchaus recht.

Tatsächlich konnten wir uns auf zwei Bäume einigen, als es dann aber, wie so oft im Leben, anders kam. als gedacht.

Genau darin lag das Problem. Ich habe etwas anderes gedacht, als der Apfelprofi.

Ich hatte Halbstämme im Sinn. Draußen bei den Weihern sollten sie stehen, wo sie sich entfalten können. Im Frühjahr sah ich sie in der Wiese zusammen mit Löwenzahn und Schlüsselblumen traumhafte Frühlingsbilder erzeugen.

Christian, so heißt der andere Beteiligte, ging aber von schwachwachsenden Apfelbäumen, veredelt auf Unterlage M9 aus. Die eignen sich für kleine Spindelbäume oder Spaliere und auf keinen Fall für freistehende Obstbäume.

Gut, daß wir diesen Punkt noch rechtzeitig klären konnten. Das Ergebnis macht mich sehr glücklich.

Jetzt habe ich zwei schwachwachsende Bäumchen im Garten und zwei starkwüchsige draußen in der Landschaft.

Ein Apfelspalier gefällt mir seit unserem Besuch der Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd. Das dortige, als Zaun im Gemüsegarten, hat mich begeistert. Im kleineren Rahmen versuche ich das nun bei mir im Garten.

Hoffentlich gelingt es mir ,die Bäume so ordentlich und pflanzlich richtig zu erziehen, daß ein schönes Gesamtbild entsteht.

Die Voraussetzungen sind jedenfalls jetzt geschaffen. Das Gerüst steht und die Bäume sind gepflanzt.

Wie baut man nun so ein Gerüst? Lange haben wir überlegt, in den Baumärkten nach Materialien und Inspiration gesucht. Pfosten an den Seiten und Drähte für die Äste gespannt. Das ist klar. Aber wie stabilisiert man die Pfosten, daß die Drähte ordentlich gespannt werden können? Mit Erdankern, wie im Weinberg geschehen? Das wäre möglich. Dann haben wir aber die Abspanndrähte und die Anker im Boden. Beides ist hinderlich beim Mähen des Rasens und sieht an dieser Stelle nicht so aus, wie ich es gern hätte. Dann kommt noch die Frage nach den Pfosten. Einfach in den Boden gerammt, verwittern sie und müssen erneuert werden. Beton im Boden und sie mit Eisen oben drauf befestigt ist ein großer Aufwand und optisch ebenfalls eher suboptimal.

Wir entschieden uns für Einschlaghülsen. Die ließen sich leicht in den Boden einschlagen. Der Dorn ist so lang, daß sie wirklich stabil stehen. Da sie verzinkt sind, sollten sie auch eine Weile halten.

Fundament für das Apfelspalier: Einschlaghülsen (c) by Joachim Wenk
Fundament für das Apfelspalier: Einschlaghülsen (c) by Joachim Wenk

In die Hülsen kommen zugeschnittene, imprägnierte Rundhölzer. Damit aber jetzt die ganzen Drähte für die Apfeläste gut gespannt werden können, langen die Bodenhülsen nicht aus. Wir würden die Pfosten schräg nach oben zusammenziehen beim Spannen. Daher kommen oben auf, fest verschraubt dünnere Rundhölzer. Die Verhindern jetzt beim Spannen der vier Querdrähte, daß die senkrechten Pfosten zusammengezogen werden. Auch optisch finde ich das ein gute Lösung. Finanziell halten sich die Kosten mit dieser Konstruktion auch in Grenzen.

Spanner halten die Spalierdrähte gespannt (c) by Joachim Wenk
Spanner halten die Spalierdrähte gespannt (c) by Joachim Wenk

Damit wir die Drähte um die Außenpfosten plump herum wickeln müssen, um sie zu befestigen, haben wir einfach zwei Löcher übereinander gebohrt. Durch ein Loch geht der Draht nach draußen und durch das andere wieder nach innen, wo er zur Befestigung um den Draht gewickelt wurde.

Befestigung der Spalierdrähte am Außenpfosten (c) by Joachim Wenk
Befestigung der Spalierdrähte am Außenpfosten (c) by Joachim Wenk

Ausmessen für das Apfelspaliergerüst (c) by Joachim Wenk
Ausmessen für das Apfelspaliergerüst (c) by Joachim Wenk

Diese kleinen Spanner halten die Drähte schön gespannt. Sie Querdrähte sind jeweils von links nach rechts durch den mittleren Pfosten durchgezogen. An den Außenpfosten sind sie fest gemacht. Hier am Mittelpfosten sind die Spanner eingebaut.

Das Apfelspaliergerüst mit den beiden Apfeläumen (c) by Joachim Wenk
Das Apfelspaliergerüst mit den beiden Apfeläumen (c) by Joachim Wenk
Nun sind die Bäume gepflanzt. Jetzt heißt es erst einmal warten. 
Viel ist allerdings von den Bäumen noch nicht zu sehen. 
Wenn man also vor dem Spaliergerüst steht, so befindet sich rechts der Mecklenburger Königsapfel und links daneben kann sich der Hendunger Schneeapfel von seiner besten Seite zeigen. 
Das Apfelspaliergerüst mit den beiden Apfeläumen (c) by Joachim Wenk
Das Apfelspaliergerüst mit den beiden Apfeläumen (c) by Joachim Wenk

Am nächsten Tag ging es dann noch raus zu den Weihern. Schließlich ist es höchste Zeit, die Bäumchen zu pflanzen.

Dort draußen steht ja seit dem späten Herbst bereits der Zwetschgenbaum.  Den habe ich als fertigen Halbstamm gekauft. Von ihm ist also schon mehr zu sehen. Da mein Obstbaumlieferant für diese Aktion ein privater Sammler  und Erhalter alter und seltener Sorten ist, standen ihm natürlich nur die im vergangene Jahr veredelten kleinen Pflänzchen zur Verfügung. Das heißt, ich kann meine Apfelbäume von ganz klein auf begleiten und pflegen. Irgendwann werden es dann große Bäume sein und ich schaue diese Fotos mit den dünnen Ästchen an, die wir hier in den Boden gepflanzt hatten.

Wegen der Rehe und dem Biber mußten wir sie wirklich gründlich in Maschendraht einpacken.

Obstbaumreihe bei den Karpfenweihern (c) by Joachim Wenk
Obstbaumreihe bei den Karpfenweihern (c) by Joachim Wenk
Der vorderste in der Baumreihe ist also der Zwetschgenbaum. Ihm folgend, als Mitte der Reihe steht ebenfalls ein Hendunger Schneeapfel. Christian beschreibt ihn wie folgt. „Die Sorte ist ein echter Unterfranke, weil nur da bekannt. Maximal mittelgroße, weiß leuchtende Äpfel. Der Baum kennt eigentlich keine Krankheiten (weder Schorf  / Monila / Krebs etc. ) Die Äpfel lassen sich  mindestens bis Februar Lagern (Ernte: Oktober) und schmecken spätestens ab Weihnachten äußerst aromatisch, sind aber auch zuvor bereits sehr schmackhaft.“ 
Abgeschlossen wird die Dreierkette der Obstwiese vom „Albert“. Diesen Namen wird man wohl in der Literatur nirgends finden. „Es handelt sich um eine Lokalsorte von der ich (Anmerkung von Achim: ich = Christian) drei Bäume in der Umgebung kenne, deren Name aber nicht bestimmt werden kann, deswegen habe ich sie nach dem Besitzer einer der Altbäume benannt  => Albert. Die Sorte reift Mitte September, schmeckt, zunächst herb, wird aber bis Dezember / Januar immer angenehmer zum Essen, ist ein hervorragender Verwertungsapfel (Backen, Apfelbrei..). Darüber hinaus gibt er hervorragenden Saft…. Er zeigt bei uns keinerlei Krankheiten und ist ziemlich zuverlässig im Ertrag.“ So die Aussagen von Christian. 
Dann lassen wir uns also einmal überraschen, wie die Äpfel wachsen und vor allem, wie sie später einmal schmecken, sich lagern lassen oder verarbeitet werden können. Jedenfalls ist das genau, das, auf was ich gewartet habe. Ich wollte keine „normalen“ Apfelsorten. Ich brauche keinen Maximalertrag, sondern das Besondere. Mit den vier Bäumen und meinem Säulenapfelbaum zusammen mit dem noch lebenden alten Apfelbaum im Gemüsegarten wird die Ernte auf alle Fälle für uns ausreichen. Da bin ich mir ganz sicher. Und bis die dann los geht,  so habe ich erst wieder scherzend bemerkt, habe ich vielleicht ja auch meinen Erdkeller, um sie zu lagern. 
Obstbaumreihe bei den Karpfenweihern (c) by Joachim Wenk
Obstbaumreihe bei den Karpfenweihern (c) by Joachim Wenk

Obstbaumreihe bei den Karpfenweihern (c) by Joachim Wenk
rechts die Zwetschge, in der Mitte Hendunger Schneeapfel und links „Albert“ (c) by Joachim Wenk
fränkische Hauszwetschge (c) by Joachim Wenk
fränkische Hauszwetschge (c) by Joachim Wenk
fränkische Hauszwetschge (c) by Joachim Wenk
Hendunger Schneeapfel (c) by Joachim Wenk

Apfelbaum Albert (c) by Joachim Wenk
Apfelbaum Albert (c) by Joachim Wenk 

Männer-shoppen im Baumarkt – und gleich werden die Geräte ausprobiert

Warm wird es am Wochenende, überdurchschnittlich mild, hieß es. Was einem aber heute dort draußen begegnet, stellt gefühlsmäßig den gesamten Winter in den Schatten. Nachdem über Nacht sogar etwas Schnee gefallen war, blies heute auch noch bei Schneegriesel ein eisiger Wind. So gefroren, beim Gassigehen habe ich nicht einmal in Dezember.

Eines stand sofort fest. Die überwinterten Staudensämlinge, die ich auspflanzen möchte, bleiben noch etwas in der Topfplatte im  Gewächshaus. Mir ist das einfach viel zu ekelhaft heute draußen für ernsthafte Arbeiten.

Im Gewächshaus ist es  zwar auch nicht gerade gemütlich. Friert allerdings nachts draußen in den Beeten der Boden oberflächlich durch, so bleibt er im Gewächshaus permanent frostfrei. Meine gesäten Gemüse keimen beziehungsweise wachsen auch langsam.

Im Bild ganz rechts ist Rucola, links daneben zwei Reihen Winterportulak. Beide habe ich im Januar gesät. Wieder links daneben eine Reihe Rettich, den ich vor kurzem in den Boden brachte.

Wenn ich mir meine Gemüsereihen nicht gerade freudig betrachte, sind sie zum weiteren Schutz noch mit einem Vlies abgedeckt.

Rettich, Winterportulak, Rukola im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
v.l.n.r. Rettich, Winterportulak, Winterportulak, Rukola

Der Salat, gesät Ende Januar, keimt jetzt auch. Genau wie der Spinat. Heute habe ich auch die kleinen Salatpflänzchen pikiert, die von der Aussaat Anfang Januar aufgegangen sind und im Überwinterungsraum für Kübelpflanzen bei 10° stehen. Ich will herausbekommen, ob es Sinn macht ihn vor zu ziehen, oder ob es vielleicht besser ist, ihn gleich, je nach Witterung, ab Februar direkt ins Gewächshaus zu sähen.

Salat keimt im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
erster Salat keimt im Gewächshaus
Spinat keimt im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Spinat keimt im Gewächshaus 

So langsam entwickelt sich auch der Feldsalat. Ihn habe ich im Herbst ins Gewächshaus gesät.

Feldsalat im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Feldsalat im Gewächshaus

Den Muskatellersalbei und die gelbe Schafgarbe säte ich ebenfalls im Herbst. Zum Auspflanzen kam ich dann nicht mehr. So mussten sie, ob sie wollen oder nicht, in der Topfplatte im Gewächshaus überwintern. Sie sind sehr kräftig und sollen jetzt in die Beete verteilt werden. Den Muskatellersalbeisamen bekam ich bei Sabine zum Gartenbesuch. Den Samen der Schafgarbe nahm ich selbst von einer uralten Staude in meinem Garten. Ob die Sämlinge auch wieder gelb blühen?

Staudensämlingen (c) by Joachim Wenk
Staudensämlinge

Weil eben gerade Wochenende ist und wir die freie Zeit nicht verstreichen lassen wollten, ohne etwas für den Garten zu machen, fuhren wir eben in den Baumarkt zum Shoppen.

Für das Gewächshaus brauchte ich noch irgendetwas zum Isolieren und Abdichten der Löcher. So schön und auch hochwertig das Gewächshaus ist. Die vielen Ritzen und Löcher an bestimmten Stellen, bei denen die Profile und Stegdoppelplatten aneinander stoßen sind ein wirklich großes Manko. Fensterabdichtungen sind zu dünn. Jetzt habe ich Isolierhüllen für Heizungsrohre gekauft, die ich in Streifen schneiden werde. Unter der Eingangstür, konnte ich die Isolierhülle komplett um den unteren Türrand legen, um den riesigen Spalt abzudichten.

Zweiter Tagesordnungspunkt war die Sichtung möglicher Materialien für unser Apfelspalier-Gerüst. Letztendlich entschieden wir uns für Einschlaghülsen, in die dann die senkrechten Stützhölzer kommen. Somit verfault das Holz nicht im Boden. Leider gab es nur Hölzer geringer Höhe. Wir entschlossen uns, noch zu warten, da das Baumarktsortiment sicher jetzt im Frühjahr noch erweitert wird. Außerdem kommen wir die nächsten Wochen wieder nicht dazu es zu installieren. Immerhin wissen wir nun, wie es konstruiert werden soll. Das wird sicher schön.

Dritter Tagesordnungspunkt war ein „Heißluftfön“. 200€ kostet der. Nun ja, das ist ein Wort. Aber gemessen an der Häufigkeit, in der wir das Gerät brauchen, ist der Preis exorbitant hoch. Zu hoch. Zum  Glück fanden wir bei den Billiggeräten eines für 35€. Dazu gleich noch mehr.

Der vierte und vorerst letzte Tagesordnungspunkt hieß, „umschauen“. In der Gartenabteilung findet man ja immer etwas. Die schwarzen dicken Schläuche, die man  mit Wasser füllt und auf die Beete im Gewächshaus als Wärmepuffer legt, fand ich nicht. Dafür aber eine Grabegabel. Klar habe ich  bereits drei Stück. Eine extrabreite mit ca 50cm Breite macht mich seit Jahrzehnten im Garten glücklich. Die möchte ich nicht mehr missen. Die normalen Grabegabeln aber sind nichts mehr wert. Die Zinken alle verbogen und bei einer zwicke ich mir regelmäßig die Finger ein. Schaft und Stiel spreizen sich bei der Arbeit voneinander.  Kommt man da mit dem Finger zu nahe, quetscht man sich ganz unangenehm die Haut, wenn beide sich wieder bei nachlassender Belastung eng zusammenfügen.

Diese Gabel hier  fand ich super. Für nur 25€ ist sie wirklich preiswert. Der lange Schafft in einem Stück mit der Gabel lässt den Stiel nicht so leicht brechen, man quetscht sich nicht und die Zinken verbiegen sich ganz sicher nicht so schnell. Oh jetzt muß es aber bald wärmer werden, mit der Gabel  bekomme ich sofort Lust, die Beete zu bearbeiten.

Grabegabel (c) by Joachim Wenk
Grabegabel

Da es in den letzten Tagen relativ mild für Februar war, wuchs so einiges bereits kräftig weiter im Garten. Stück für Stück werden die Beete jetzt wieder grüner.

Staudenbeet im Februar (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet im Februar

Während ich dann am Nachmittag noch hier und da im Garten, bitterböse frierend, herumgewerkelt habe, hat mein Mann sich mit seinem neuen Heißluftfön an meine Fässer ran gemacht. Durch die Wärme wird der Kunststoff weich und lässt sich wie gewünscht verformen. Nach dem Erkalten hält er diese Form dann dauerhaft.

Erinnert ihr euch? Irgendetwas wollte ich mit den Fässern machen. Heute also sind die ersten Schritte dazu vollbracht worden. Sicher ahnt ihr jetzt schon eher, in welche Richtung mein Faß-Projekt gehen wird….

Pflanzlöcher in Kunststofffass machen (c) by Joachim Wenk
die beiden Löcher ermöglichen das Einführen des Stichsägeblattes und verhindern ein weiteres Aufreißen des Kunststoffes
Pflanzlöcher in Kunststofffass machen (c) by Joachim Wenk
leere Flaschen halten das Material bis zum Erkalten in Form
Pflanzlöcher in Kunststofffass machen (c) by Joachim Wenk
fertiges Pflanzloch im Kunststoff-Faß

Neue Apfelbäume für’s neue Gartenjahr

Ein großes Paket stand gestern Abend vor der Haustüre, also wir heim kamen. Ich habe es schon mit großer Freude und Spannung erwartet. 
Ein super netter Mensch hat es mir zukommen lassen. Darin ist die Grundlage  künftiger Ernten. Ein weiterer Schritt in Richtung Selbstversorger. Es handelt sich um vier Apfelbäumchen. 
Meine Freude darüber ist sehr groß und hat eine längere Vorgeschichte. Schön, wie sich doch immer wieder im Leben so unerwartet schöne Dinge ergeben. 
Seit wir also unseren  Garten haben, fehlen mir eigene Obstbäume. Einen alten und kranken Apfelbaum haben wir wohl im Gemüsegarten stehen. Er trägt mal mehr und mal weniger. Wie lange überhaupt noch, kann man nicht sagen. Die Äpfel schmecken sehr gut, sind aber überhaupt nicht lagerfähig. 
Unser Grundstück hat zwar eine schöne Größe, dennoch ist genau genommen im Garten kein Platz für Obstbäume. Also haben wir 2014 ein paar Säulenobstbäume gekauft. Nach der guten Erfahrung mit so einem Baum entschieden wir uns für diese platzsparende Alternative. Entlang des Zaunes zu den Nachbarn, neben der Fuhr zur Scheune, ist ein Rasenstreifen, der dafür gut geeignet ist. 
Schließlich haben wir uns entschlossen, ein paar Bäume – denn ohne Obst ist man schließlich kein Selbstversorger – außerhalb des Gartens zu pflanzen. Die Quittenbäume stehen schließlich ebenfalls draußen hinterm Zaun, zwischen Straße und Garten. 
Im Herbst habe ich also einen Zwetschgenbaum bei den Karpfenweihern gepflanzt. Eigentlich wollte ich auch einen Apfelbaum kaufen. Eigentlich, denn im Gegensatz zur Zwetschge sind die Apfelbäume nicht selbstfruchtbar und brauchen einen Partner, damit es Äpfel gibt. Zudem wollte ich nicht irgendeine neue Züchtung aus dem Katalog oder Baumarkt. Da ich mich aber nicht auskenne mit all den Sorten, blieb es beim Zwetschgenbaum. Und ich hoffte weiter auf eine sich ergebende Gelegenheit, bei der ich dann die passenden Bäume beim passenden Lieferanten für uns finde. Auf diese Gelegenheit warte ich schon ein paar Jahre. Zuerst war ja noch genügend anderes zu tun.  Die Äpfelbäume mussten warten. 
Und plötzlich vor Weihnachten ergab sich diese  Gelegenheit. Innerhalb eines längeren E-Mail-Kontaktes bezüglich meiner alten Quittensorten vor dem Garten, die käuflich gerade nicht erhältlich sind, kamen wir auf Apfelbäume. Die veredelt mein Mail-Partner selbst, um alte und fast ausgestorbenen Sorten zu erhalten. 
Schnell einigten wir uns auf zwei Sorten, die glaube ich zu mir passen. Gesunde robuste Sorten, alte Sorten, Lageräpfel, keine Allerwelts-Äpfel. 
Eher zufällig kamen wir darauf, daß sie aber auf schwach wachsender Unterlage veredelt wurden und damit bei den Weihern eher unpraktisch sind. Dort brauche ich Halbstämme, damit die Rehe und Hasen nicht an die Zweige kommen und man unten hindurch fahren kann mit dem Aufsitzmäher. 
Ich erinnerte mich an den Besuch der Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd. Dort begeisterten mich im Gemüsegarten die Spalier-Obstbäume. Dann stelle ich die neuen Bäume eben doch in den Garten, verlängere die  Reihe mit den Säulenbäumen. So komme ich also doch noch zu meinem Apfelspalier. 
Schließlich fanden sich auch noch Pflanzen, auf stark wachsender Unterlage, die für Halbstämme geeignet sind. 
Jetzt schließt sich der Kreis. Die vier „Bäumchen“ stehen nun bereits in meinem Garten. Fürs Erste habe ich sie in  Töpfe gepflanzt. Die endgültige Pflanzung an den Weihern genau wie für das Spalier im Garten muß erst noch vorbereitet werden. 
Die Sorten sind also zwei „Hendunger Schneeäpfel“ (so wie ich es verstanden habe, ist die wahre Sorte nicht mehr zu ermitteln und so wurde der Name neu vergeben), ein Apfel der vom Veredler nach seinem Besitzer „Albert“ getauft wurde, weil auch hier keine Sorte mehr ermittelbar ist. Schließlich noch ein „Mecklenburger Königsapfel“ (diese Sorte ist im Handel erhältlich). 
Was für ein spannender Beginn des Gartenjahres 2016. Ich freue mich total auf die „Obstwiese“ und das Spalier. 
Apfelbaum Jungpflanzen (c) by Joachim Wenk
meine neuen Apfelbäume

Apfelbaum Jungpflanzen (c) by Joachim Wenk
Apfelbaum Jungpflanzen – für’s Erste in Töpfe gepflanzt

Apfelbaum Jungpflanzen (c) by Joachim Wenk
vor dem Hühnerhaus stehen sie ein wenig geschützt. Bei starkem Frost könnte ich sie rasch ins Haus stellen
(c) by Joachim Wenk
hier beim Zweitschgenbaum kommen die zwei stark wachsenden Bäumchen hin

Und hier kommt das Spalier hin. Hinten rechts vor der Scheune sind die vier Säulenbäme erkennbar. Die Paletten kommen natürlich noch weg und von denen bis zum rechten Bildrand kommen die zwei schwach wachsenden Bäumchen hin. Erzogen als ein Spalier mit dem Stamm in der Mitte und dann links und rechts waagerecht die Äste. Mal sehen wie hoch das ganze werden kann. In  Schwäbisch Gmünd war es sehr hoch. Ich werde es schätzungsweise so 180-200cm hoch machen. Hier seht ihr den Ideengeber für mein Spalier: Artikel über Landesgartenschau

Übrigens das Foto ist vom August 2015. Ich mag an die Hitze und Dürre garnicht denken, die in diesem Sommer herrschte….

(c) by Joachim Wenk

Mein neuer Zwetschgenbaum ist heute gekommen.

Also das ist doch  echt zum Mäusemelken. Jetzt habe  ich mir dieses Jahr schon so viele Pflanzen  per Post zustellen lassen. Und immer wieder klappt es genau so, daß es gerade ungünstig ist.

Seit Oktober warte ich auf meinen neuen Obstbaum, einen Halbstamm. Und heute kommt er endlich in einem riesigen Karton. Große Freude mit einem kleinen Aber. Ich komme doch erst am Wochenende dazu, ihn  zu pflanzen. Und mir war nicht klar, daß sie wurzelnackt geliefert wird! 
Ein wirklich wunderbarer kleiner Baum ist meine fränkische Hauszwetschge,  mit keinem  Furz Erde unten dran. Was machen? Ich habe sie jetzt in einen Topf gestellt und mit Blumenerde aufgefüllt und gut gegossen. Jetzt steht sie im schattigen Carport und ich hoffe, das geht gut. Ich freue mich doch schon so auf Zwetschgendatschi, Zwetschgenmuß, Rotweinzwetschgen und rohe süße Zwetschgen direkt vom Baum. 
Naja, jetzt gilt es erst einmal Daumen-drücken, daß ihm die 3 weiteren Tage nichts ausmachen.

fränkische Hauszwetschge (c) by Joachim Wenk
fränkische Hauszwetschge