Wie die Freude wieder in den Garten gelangte.

Hallo zusammen. Heute einmal ein Stimmungsfoto zu Beginn.

Genau, so ist meine Stimmung gerade, wenn ich in den Garten gehe oder aus ihm komme.

Es ist einfach eine Freude in mir.

Gestern und heute Sonne, Wärme und herrliche Herbstbilder im Garten. Und wie es im Leben eben so ist, spürt man Freude vielleicht um so intensiver, je unfreudiger die Tage waren, aus denen man kam. 
Wie ist es eigentlich bei euch im Garten? Klar, das altbekannte Thema der Dürre könnte man ansprechen. Wäre es nicht irgendwie mittlerweile durchgekaut und wohl auch erst mal passé. 
Ja! Auch bei uns hat es geregnet. Etwa 25 Liter kamen herunter und das hat wirklich einmal etwas gebracht. 
Hier einmal ein Foto aus dem Auto geschossen. So sieht die Landschaft bei uns gerade aus. Goldener Herbst ist anders! Die Bäume zum großen Teil kahl, Feldraine verdorrt, Weiden nicht mehr erkennbar und alle Felder kahl, da nichts keimen kann. 
Aber wie gesagt, es kam ja Regen. Und so komme ich wieder zu meiner Frage nach euren Gärten. Wie kam der Regen bei euch vom Himmel? Senkrecht oder waagerecht? Bei uns keines von beiden, sondern weltuntergangsmäßig kreuz und quer im schlimmsten Sturm, den ich hier im Garten erlebt habe. Und wir hatten die letzten Jahre weiß Gott viele Orkane. So eine Heftigkeit jedoch war noch nicht dabei. 
Binnen kürzester Zeit brach das Chaos herein und am nächsten Tag, war von Freude am Garten nicht zu sprechen. Im Gegenteil, ich bekam, wie so oft, Panik, wie und wann ich das alles wieder aufräumen soll. Neben den normal gerade wieder vermehrt anfallenden und dringenden Arbeiten. 
Erst einmal zwei Tage liegen lassen und aushalten. Der Job ist eben auch wichtig. 
Gestern dann konnte ich mich ans Werk machen. Am Abend war mir Bewegen fast nicht mehr möglich, so weh taten mir alle Knochen im Leib. Aber da war es plötzlich da, das Gefühl vom Eingangsbild. 
Pure Freude über das Geschaffte. Es gab keine nennenswerten Schäden und sogar notwendige, normal anfallende Herbstarbeiten habe ich erledigen können. Freude pur. 
Begonnen habe ich auf der Terrasse.

Dann folgte ich dem Weg mit meiner Schaufel, dem Besen und den Faltsäcken für Abfälle. Wobei, Abfälle ist nicht das richtige Wort. Dazu komme ich aber gleich noch einmal.

Die Esche musste ganz schön Äste lassen. Aber so intensiv wir auch nach oben sehen, es ist  nicht ersichtlich, wo diese abgebrochen sind. Die Krone ist eben doch sehr mächtig und verkraftet solch einen Verlust. Gut, dass der Ast nicht auf meine Kübelpflanzen gestürzt ist.

Noch ein großer Eschen-Aste brach auf den Zaun herunter und begrub das Türchen zum Gemüsegarten unter sich.

Da ist wohl nicht mehr viel zu machen. 

Aber ich will ehrlich sein. Nicht der Eschen-Ast zertrümmerte die Eingangstür. Ich war es. Schon ein paar Tage zuvor. Der Holzrahmen war so morsch, dass er schon vom Dagegendrücken zum Öffnen einfach in zwei Teile zerbrach.

Sehr zerzaust waren meine großen Stauden im Beet. Der Eibisch viel auseinander. 

Genau wie die hohen Herbstastern. Hier halfen auch keine Staudenstützen und Schnüre, mit denen sie eigentlich zusammen gebunden waren. Die mannshohe Dahlie ist jetzt nur noch knie-hoch. Leider.

Was den chaotisch-unordentlichen Eindruck von Laub und Ästen überall noch verstärkt, waren die vielen Walnüsse mit Schalen, die großflächig verteilt wurden. 

Auch im Gemüsegarten lag alles Höhere kreuz und quer. 
Noch bevor ich mit dem Aufräumen bei der Terrasse anfing musste ich mir einen Plan machen. Was war am allerwichtigsten, was muss gemacht werden, dass es weiter läuft und dann kommt die Optik und Ordnung. 
Zuerst also wurden die Tomaten entfernt und auf den Kompost gebracht. Rote und Halbrote liegen jetzt im Keller und werden nach und nach verbraucht. Die letzten Nächte hatten wir jeweils Reif.  Es war sehr kalt. Die Tomaten am Stock reifen jetzt draußen ohnehin nicht besser und schneller, als geerntet im dunklen Keller. Also können die Stöcke entfernt werden. Das eilt mir im Herbst zu gegebener Zeit immer relativ sehr. Die Pflanzen sind noch gesund. Lasse ich sie jetzt stehen, besteht die Gefahr, dass die Braunfäule zuschlägt. Das wäre auf den ersten Blick jetzt auch kein großer Schaden mehr. Aber! Dann sind die Pilzsporen natürlich massig im Beet und auf dem Boden vorhanden. Nächste Saison wäre das fatal. Also lieber jetzt beizeiten wegmachen. Geerntet habe ich ohnehin wirklich ausreichend. 

Im Gewächshaus lasse ich sie noch ein wenig stehen. Bis unters Dach hängen die herrlichsten Früchte.

Das war also die dringende Aufgabe. Nun wende ich mich der gerade notwendigen Herbstarbeit zu. 
Die  Winterzwiebeln, die ich zum ersten Mal probieren will, müssen gesteckt werden, genau wie der Knoblauch. Die Wintersalate sollten auch in nächster Zeit ausgepflanzt werden.  Also brauche ich vorbereitete Beete. Ich habe den restlichen Mulch und Ernterückstände weggerecht und bin mit der Grabegabel durch die Beete gegangen. Der Boden ist traumhaft locker. Wie frisch aufgeschüttet aus einem Sack Blumenerde. Es wimmelt von Bodenlebewesen. Mein ständiges Bodenbedecken mit organischem Material (Mulch) zeigt immer mehr seine positive Wirkung. 
Nun lag der Boden aber splitter faser nackt vor mir. Ein Zustand den es nicht mehr geben darf.
So komme ich jetzt zu den Aufräumarbeiten. Wie oben schon erwähnt ist die Bezeichnung „Faltsäcke für den Abfall“ bei mir nicht korrekt. Ich habe alles zusammen gerecht, gekehrt und herumgeschleppt. Sämtliche Wege, den Rasen und die Beete gesäubert. Umgebrochenes abgeschnitten. Da kommt eine Menge organische Substanz, was wohl die bessere Bezeichnung ist, zusammen. 
Alles wanderte durch den Häcksler und wurde sofort auf die nackten Beete verteilt. Jetzt haben die Würmer und Co. wieder zu fressen. Der Boden trocknet nicht so aus (von den 25 Litern merkt man nicht mehr viel) und ich habe Platz für alles, was jetzt dann in die Beete kommen soll. 
Damit die Amseln mir nicht wieder den gesamten frischen Mulch umschlichten, habe ich die Beete mit Vlies bedeckt. 
Besonders freue ich mich ja auf das Bepflanzen meines neuen Frühbeet-Gewächshauses mit Winterkopfsalat. Genau so eines wollte ich haben. Eigentlich hätte der Volker mit das auch gebastelt. Weil aber die Zeit schon wieder so weit fortgeschritten ist und er noch das neue Winterquartier für die Washingtonia und vieles andere machen muss, habe ich eines fertig käuflich erworben. Wir machen jetzt nur noch unten einen Rahmen aus Recycling-Kunststoffbrettern, damit das Holz nicht auf dem feuchten Boden steht und so vielleicht länger hält. 
Und hier seht ihr die Winterkopfsalate, die alle bald ins Beet wollen. 

Mein im Frühjahr gesäter Grünspargel ist mehr oder weniger gewachsen. Einige gingen kaputt. Nun muss ich ihn über den Winter bringen und dann im Frühjahr pflanzen. Wenn ich nur schon wüsste, wo hin. 
Über meinen Endivien freute ich mich wahnsinnig. Wuchs er doch traumhaft, wie noch nie erlebt. Leider schießt er jetzt. Es war wohl einfach zu warm. 
So habe ich also den Garten aufgeräumt und gleichzeitig mit dem Mulch und der Beetvorbereitung notwendige Herbstarbeiten erledigt. Zwei Fliegen sind mit einer Klappe geschlagen. Über den so zur Verfügung stehenden Mulch war ich sehr froh. Eigentlich nahm ich dafür ja immer den Rasenschnitt, von dem es heuer aber keinen gibt. 
Der Blick von der Haustüre in den oberen Garten, nach meiner Säuberungsaktion. 
Und apropos Rasen und Rasenschnitt. Genau ein Jahr zuvor im September sah das übrigens so aus: 
Nicht nur ich war fleißig. Nein auch der Volker hat quasi aus dem Nichts ein neues, und wie ich finde viel attraktiveres, Gartentürchen für den Gemüsegarten gezaubert. Den Rahmen bilden übrig gebliebene imprägnierte Rundhölzer von der Terrassenrückwand. Darauf hat er einfach, schon ewig herumliegende, Haselnußstecken senkrecht geschraubt.
Unten ist nun Luft genug, dass der Igel problemlos hindurch kriechen kann. 
Und oben die Stecken eignen sich hervorragend, um Dekozeugs zu drapieren. Gleich ging ich auf Suche und erinnerte mich an das wunderschöne selbst getöpferte Teil von Christine Z. Das auf der Rosenstütze im benachbarten Staudenbeet vollkommen überwuchert und damit unsichtbar war. 
Es passte sowohl perfekt auf einen der Stecken als auch thematisch an diesen Ort. 
Mein Gemüsegarten -meine Freude. 
Nun aber habe ich genug erzählt. Wie so oft zeige ich euch zum Ausklang einfach noch ein paar Fotos vom schönen Herbstgarten. 
Und auch dieses hier soll nicht fehlen. Noch vor dem richtigen Sturm, wurde die Dattelpalme umgeblasen. Nachdem das schwere Ding wieder im Betonring platziert war mussten wir kreativ werden. Betonsteine und ein Spanngurt hielten sie dann auch im Tornado oder Orkan fest am Boden. 
Die Teppichmyrtenaster fängt an zu blühen. 
Von ihr habe ich schon Ableger gemacht. Hier die Mutter im Sukkulentenkübel. Riesig wurde sie und von Knospen nur so bedeckt. 
Ihre Verwandte die Myrtenaster blüht ebenso überreich, ist aber etwa einen Meter hoch. 
Die ersten Herbstchrysanthemen blühen. Zu ihren Füßen ist einer der Teppich-Myrtenasternableger. Hier im Beet blühen sie allerdings noch nicht. 
Dafür blüht die Rose de Resht noch mal sehr reich. Und heute bei dem sehr warmen Wetter lag ihr herrlicher Duft  in der Luft rund ums Beet. 
Nun gibt es ganz am Schluss auch noch ein Rezept. Auf einem der neu hergerichteten Beete stand noch etwas vom Sommerlauch. Unterm Apfelbaum liegen nach wie vor jeden Tag herrliche Äpfel. Beides zusammen ergibt mit alten Brezen einen einfachen aber sehr schackhaft-würzigen und zum Herbst passenden Brezenauflauf mit Lauch

Winterliche Gartenszenen und Grablichter als Notnagel

Ja ist denn schon wieder Advent? 

Der erste Advent, meteorologischer Winteranfang und Dauerfrost mit einer zuckerigen Schneedecke. 
So der Ist-Zustand Momentan. Meine Adventsvorbereitungen sind bei weitem nicht so weit voran geschritten, wie letztes Jahr. Aber ich habe mit der Bäckerei begonnen und erste Kekse und Stollen in der Speisekammer. Adventsdekoration ist fast noch vollkommen Fehlanzeige. Heute habe ich jetzt die Kisten vom Dachboden geholt und das Haus dekoriert. Die Beleuchtung im Garten und im Haus ist seit ein paar Tagen installiert und wird heute in Betrieb genommen. Der erste Advent morgen kann kommen. 
Ein Adventskalender hängt auch im Treppenhaus. Eine Schnur mit 24 Wäscheklammern, auf denen die Nummern aufgeklebt sind. An jeder Schnur hängt ein Foto mit schönen Erinnerungen an das zu Ende gehende Jahr 2017. Jeden Tag wird eines umgedreht und entführt in vergangen Tage, ferne Orte oder schöne Momente. 

Winterliche Gartenszenen

Über den Garten kann ich momentan ja wirklich wenig berichten. Schön ist die Puderzuckerdecke aus Pulverschnee überall. Man sieht da das Unordentliche und Liegengebliebene nicht so. 
Und kalt ist das. Man sieht es dem armen Gesellen am Seerosenbecken direkt an. 
eingeschneiter Blechfrosch am Seerosenpool
eingeschneiter Blechfrosch am Seerosenpool
Das Wasser ist schon fest gefroren, aber bis runter zu Rose kommt das Eis natürlich (noch) nicht. 
Die Blätter der Seerose unter einer dicken Eisschicht
Die Blätter der Seerose unter einer dicken Eisschicht

Seerosenpool zugefroren
Seerosenpool zugefroren
Beim Blick aus der Haustüre merke ich jedes Mal, dass es mich gerade nicht sonderlich stark hinaus zieht. 
Gut dass aber das, was gemacht werden mußte, auch erledigt ist. Alles ist vor der Kälte geschützt. Naja fast alles, aber dazu komme ich noch. 
Wintergarten Blick Garten  Winter
Blick in den winterlichen Garten

Farblos ist der Blick aus dem Fenster über den Dorfweiher zur Zeit.

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Blick über den Garten und Dorfweiher
Und trostlos der Blick ins Staudenbeet. Aber das ist gut, daß es so ist. Dass wir Jahreszeiten haben. Ich möchte nicht auf einem Fleck Erde wohnen, wo es keinen Winter gibt. Nicht diesen unabänderlichen Schlußstrich unter eine  Saison und dann der herrliche Neuanfang im kommenden Frühjahr. Genießen wir jetzt die Ruhe, die alles ausstrahlt, den Stillstand und nutzen die Tage und Wochen zum Regenerieren, Kraft-sammeln und gedanklichem Verarbeiten der letzten Monate. 
Staudenbeet, Winter, winterliches Staudenbeet
das Staudenbeet im Winter
Manches sieht dann doch auch mit dem Eis und Schnee ganz entzückend aus. Wenig ist es dieses Jahr, aber immerhin ein paar Fotos waren möglich. Auch das ist jedes Jahr ein wenig anders. Mal mehr mal weniger übrige Blüten. Mal gibt es Reif drauf und mal nicht. Und genau so ist es mit meinen Advents- und Backvorbereitungen. Ich stresse mich nicht, daß vergangenes Jahr mehr erledigt und vorbereitet war. Dieses Jahr ist eben ein solches Weihnachten oder Advent und nächstes Jahr wird wieder anders. Es muß und kann nicht immerzu das exakt Gleiche geben oder, was ja noch schlimmer ist und ganz modern: es muß alles jedes mal immer größer, besser, fantastischer sein. Sonst ist es schlimm. 
Nein! Es es nicht! Die kurze stade Zeit vor lauter Rennen nach dem Ultimativen, den perfekten Zutaten und Abläufen verpassen. Das ist schlimm!
rote Rose weißer Rauh-Reif  Winter Rosenblüte Schnee
rote Rose weißer Rauh-Reif

Samenstände vom Brandkraut mit Schneehaube
Samenstände vom Brandkraut mit Schneehaube

Rosenblüte, Schnee, Winter, Eis, Golden Celebration
Rose golden Celebration mit Schneehaube
Dachwurze Dachwurz
Dachwurze

Sorgenkind mit zu schwacher Heizung- Palmenüberwinterung im Freiland

Ich will aber doch von etwas noch berichten, was die letzte Zeit öfter in meinen Berichten das Thema war:  die Palmenüberwinterung. 
Die Washingtonia im neuen Überwinterungskonstrukt macht mir ernsthaft Sorgen. Gewächshausfolie und mehrschichtige Luftpolster-Gewächshaus-Isolierfolie kleiden das Gestell aus. Die Temperatur kommt aber nie über die Außentemperatur hinaus. Jetzt sind nachts aber -4°C und heute Nacht sollen -6°C oder weniger kommen. Scheinbar ist die Heizung zu schwach. Ich habe die größere bestellt, die aber erst Ende der kommenden Woche kommt. 
Wir griffen zur Notlösung und haben noch 2 Grabkerzen mit hinein gestellt. Heute morgen hatten wir draußen -4°C und drinne etwa 3°C. Also ist die Heizung zu schwach. Die Kerzen  halfen. Hoffentlich klappt es heute Nacht wieder. Dann wird es wieder frostfrei und ich hoffe, daß die Heizung bald eintrifft. Und noch mehr hoffe ich, daß die dann den Luftraum über der Palme frostfrei halten kann. Immerhin gibt es bei uns auch Nächte mit -10°C oder noch weniger. 
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Grablichter unterstützen im Moment die zu schwache Heizung im Palmenhaus

Lange Vorweihnachtsabende werden zur Bastelei und Bäckerei genutzt

Bald wird es dunkel draußen und die Abende lang. Zeit, die Weihnachtsvorbereitungen zu treffen. Zum Beispiel die Geschenke für die Kollegen müssen zusammengebastelt werden. 
selbst gemachte Weihnachtsgeschenke werden  vorbereitet
selbst gemachte Weihnachtsgeschenke werden  vorbereitet

Toll, was es so alles gibt. Die vorgestanzten Schildchen, Stempel passend für alle möglichen Gelegenheiten und die kleinen Gläschen. Drinnen ist ein pikantes Salz für die Gewürzmühle aus den Kräutern und Gemüsen meines Gartens: Wildchili, Tomate, Winterheckenzwiebel und Oregano.

Dabei duftet es im Haus nach den Plätzchen, die jetzt fast jeden Tag ein Rezept, im Ofen vollenden.

Es wird doch und alles noch immer im rechten Zeitrahmen. Also kein Grund zum Streß. Weihnachten kommt und wird schön.

selbst gemachte Weihnachtsgeschenke  -hier Gewürzsalz - werden  vorbereitet
selbst gemachte Weihnachtsgeschenke  -hier Gewürzsalz – werden  vorbereitet

selbst gemachte Weihnachtsgeschenke  -hier Gewürzsalz
selbst gemachte Weihnachtsgeschenke  -hier Gewürzsalz 

Washingtonia-Palme im Freien überwintern

Seit Wochen wird gebastelt, geschraubt, gesägt und überlegt. Umdisponiert, Material besorgt und schließlich auch noch frei genommen.

Wofür das Ganze?

Es ist Winter und die alte Washingtonia kann diesen  Winter nicht mehr eingeräumt werden.

Im Sommer haben wir sie mit Hilfe der Nachbarn und deren  Schlepper mit Frontlader noch einmal umgetopft. Jetzt kann der gigantische Kübel nicht mehr transportiert werden. Darauf waren wir aber – bis auf das Haus oben drauf – vorbereitet. Isoliert und beheizt ist der Kübel und Strom wurde ebenfalls schon bei Zeiten auf die Terrasse verlegt.

Wie aber wird der oberirdische Teil geschützt?

Im Topf haben wir gleich Leer-Rohre in den Ecken mit eingegraben. Beschrieben ist das alles im damaligen Beitrag. Seinerzeit habe ich auch die Topfisolierung und Wurzelheizung beschrieben.

In die Leerrohre kommt nun das Gerüst für das Palmen-Gewächshaus.

Palme im Freien überwintern- faltbares Palmengewächshaus für Kübel
Palme im Freien überwintern- faltbares Palmengewächshaus für Kübel

Damit es im nächsten Jahr verstaut werden kann, wurde es zusammenklappbar konstruiert.

Palme im Freien überwintern- faltbares Palmengewächshaus für Kübel
Palme im Freien überwintern- faltbares Palmengewächshaus für Kübel
Palme im Freien überwintern- faltbares Palmengewächshaus für Kübel
Palme im Freien überwintern- faltbares Palmengewächshaus für Kübel
Palme im Freien überwintern- faltbares Palmengewächshaus für Kübel
Palme im Freien überwintern- faltbares Palmengewächshaus für Kübel
Palme im Freien überwintern- faltbares Palmengewächshaus für Kübel
Palme im Freien überwintern- faltbares Palmengewächshaus für Kübel

Gewächshausfolie und Isolierfolie aus Noppen wurde darüber gespannt.

Palme im Freien überwintern- Palmengewächshaus für Kübel
Palme im Freien überwintern- Palmengewächshaus für Kübel

Ein Holzramen hält die Wedel etwas zusammen.

Beheizt wird das Haus mit einem thermostatgesteuerten Frostwächter für solche Überwinterungs-Gewächshäuser.

Am Sonntag hatten wir Dauerregen. Nachmittag dann  0°C und schließlich noch Schneegraupel. Aber wir haben nicht aufgegeben.  Vier Mann (naja, eher drei Mann und eine Frau)  hat es gebraucht, um es in den Topf zu stellen. Das Haus steht jetzt, ist verkleidet und die Heizung montiert. Sie kann jederzeit angeschaltet werden.

Palme im Freien überwintern- Palmengewächshaus für Kübel
Palme im Freien überwintern- Palmengewächshaus für Kübel

Palme im Freien überwintern- Palmengewächshaus für Kübel
Palme im Freien überwintern- Palmengewächshaus für Kübel

Palme im Freien überwintern- Palmengewächshaus für Kübel
Palme im Freien überwintern- Palmengewächshaus für Kübel

Palme im Freien überwintern- Palmengewächshaus für Kübel
Palme im Freien überwintern- Palmengewächshaus für Kübel

Mindestens genauso wichtig, wie der Schutz vor zu viel Frost, ist gleichzeitig der Schutz vor zu viel Feuchtigkeit. Palmwedel und noch schlimmer das Palmherz könnten durch Schimmelbefall zerstört werden.

Lüftung  Washingtonia  Überwinterungshaus
Lüftungsklappe für die Washingtonia im Überwinterungshaus

Wir versuchen für’s erste die überflüssige Luftfeuchte durch eine Lüftungsklappe am Stamm der Palme auszuleiten. Hier soll Frischluft eintreten und oben unterhalb der Dachschräge über den Lüftungsschlitz wieder mit der feuchten Luft entweichen. Der Lüftungsschlitz ist immer offen, nur mit einer darüber hängenden  Lage Gewächshausfolie leicht abgedeckt. So kann permanent ein geringer  Luftaustausch stattfinden.

Im Bild sieht man an de oberen Querstrebe der Seitenwand knapp darunter noch eine Latte. Die Folie vom Dach ist an der oberen Latte befestigt und die Folie der Wand beginnt erst an der darunter befindlichen Latte. Daher ist ein Lüftungsschlitz vorhanden. Über den  hängt in der Verlängerung die Folie des Daches lose darüber. Luft die nach oben steigt kann hier austreten.

Unten sieht man die geöffnete untere Lüftungsklappe im Stammbereich.

Wie der Wurzelballen beheizt wird, habe ich im oben verlinkten Artikel beschrieben.

Der Luftraum im „Gewächshaus“ über dem  Kübel wird mittels Frochtwächter (geeignet für Kübelpflanzenüberwinterungshäuser, also geschützt vor der Luftfeuchte) und Thermostat temperiert werden.

Stromanschluß und Thermostat für die Palmenheizung
Stromanschluß und Thermostat für die Palmenheizung

Frostwächter Rohrform Palmenheizung Überwinterungshaus
Frostwächter in Rohrform für die Palmenheizung im Überwinterungshaus

Der Frostwächter ist ein etwa 60 cm langes und 5 cm dickes „Rohr“ das sich erhitzt. Wir haben es an einer Querlatte auf halber Höhe befestigt. Den Fühler vom Thermostat habe ich auf die gegenüberliegende Seite in den Raum gehängt.

Die Stromzufuhr gewährleistet ein Mehrfachstecker-Verlängerungskabel für den Außenbereich.

Kaum stand das erste Palmen-Überwinterungshaus, fiel auch schon der erste Schnee.

erster Schnee 2017
erster Schnee 2017

Nun müssen wir warten und hoffen.

Hoffen, dass die Konstruktion Wind und Sturm und Orkan aushält. Sie wird noch irgendwie festgemacht. Wie wissen wir noch nicht ganz genau.

Hoffen, daß die Heizung ausreicht, um den Luftraum über dem Kübel um die 0°C oder leicht drüber zu halten.

Hoffen, daß die Palme diese Art der Überwinterung übersteht und überstehen kann. Es gab aber keine andere Möglichkeit. Entweder erfrieren lassen oder dieses probieren. Wir entschieden uns für’s Probieren.

Die zweite Palme, die nun den dritten Winter draußen sein wird, ist die hohe Hanfpalme.

Hanfpalme im Kübel
Hanfpalme im Kübel

Ihr Kübel ist genau so isoliert und mit Heizkabel versehen. Sie hat einen hohen Stamm, der mit Heizkabel umwickelt und mit Isoliermatten geschützt ist. Damit nicht wieder die gefrorenen Wedel im Wind bewegt werden, müssen wir hier noch eine Konstruktion für die Krone bauen. Dieses gefrorene Bewegen hat ihr letzten Winter bei 15°C unter Null die Wedel gekostet. Die Kapillaren reißen dabei ab und die Blätte müssen, wenn wieder Tauwetter einsetzt, vertrocknen. Das möchten wir diesen Winter vermeiden. Also muß weiter gebohrt und gesägt, geschraubt und überlegt werden.

Mehr davon im nächsten Bericht.

Selbermacher Kreatividee : Saatscheiben

Jetzt kann ich euch endlich von meinen Selbermacher-Saatscheiben berichten. 
Die Weihnachtsbriefe sind alle angekommen und so verrate ich niemandem vorzeitig von dem diesjährigen Geschenk in unserer Weihnachtspost. Von Kräutersalz über Gewürztütchen oder einer Fotografie war in diesen traditionellen Weihnachtsbriefen schon viel als Geschenk beigefügt. Zum Verschicken muß das immer recht leicht sein und zudem soll es natürlich  etwas mit unserem Garten zu tun haben. 
Diesjahr also gab es Saatscheiben. Klar, jetzt kommt die Idee für euch, falls ihr es hättet zu Weihnachten gebrauchen können, zu spät. Aber denkt doch auch an Valentinstag, Ostern, Muttertagoder Geburtstag. Gelegenheite, mit so einer individuellen Saatscheibe Freude zu bereiten, gibt es rund ums  Jahr. 
Die Selbermacher-Saatscheiben sind ganz leicht selbst herzustellen. 
Eine Eierschachtel aus Pappmache  wird in Stücke gerissen und mit heißem Wasser übergossen. So kann das dann eine Weile oder gar über Nacht stehen bleiben und aufquellen. 
Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
Eierkarton in Stücke reißen (c) by Joachim Wenk

Schnippsel mit kochendem Wasser übergießen und einweichen (c) by Joachim Wenk
Nun geht man mit dem Zauberstab rein und püriert alles zu einem homogenen Brei. 
Den Brei lässt man in einem Sieb gut abtropfen. Wenden und Auspressen hilft, möglichst viel Wasser aus dem Teig heraus zu bekommen. Je trockener der Teig schließlich ist, desto rascher trocknet er dann durch. 
Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
ausgepresster Eierkartonteig (c) by Joachim Wenk

Schließlich kann man den Papierteig ausrollen. Ich habe ihn direkt auf ein Gitter vom Dörrapparat gerollt. In der Literatur findet man auch den Hinweis, den Teig auf ein Stoff-Geschirrtuch auszurollen. Getrocknet muß es ja in jedem Fall werden und da ist ein Geschirrtuch als Unterlage sicher auch praktikabel.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
augepressten Papierteig auf Unerlage ausrollen (c) by Joachim Wenk

Wenn die Masse schließlich auf der Dörrunterlage gleichmäßig verteilt ist (bei mir waren es maximal 5 mm Dicke), kann man die Samen aufstreuen.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
fertig ausgerollter Papierteig (c) by Joachim Wenk

Damit die Saatscheiben in unserem Weihnachtsbrief auch etwas mit uns und unserem Garten zu tun haben, verwendete ich natürlich selbst gesammelte  Samen. Den ganzen Sommer über war ich fleißig und zupfte immer wieder die kleinen Samenkapseln vom Seidenmohn ab, um sie zu trocknen.

Die Samen habe ich dünn über die feuchte Masse gestreut und abermals mit dem Nudelholz gut angedrückt. Man kann die Samen auch in den Teig mischen, bevor man ihn auf der Unterlage ausrollt. Gerade bei so kleinen Samen finde ich das noch praktischer. Sie haften nach dem Trocknen somit besser an oder eben in den Saatscheiben und fallen nicht so leicht herunter. Bei nur nachträglich aufgewalzten Samen machte ich die Erfahrung, daß sie beim weiteren Verarbeiten leicht abgehen und man dann überall  Mohnsamen oder andere Samen herumliegen hat.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
die Samen für die Saatscheiben (c) by Joachim Wenk

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
Mohnsamen wurden in den Papierteig eingewalzt (c) by Joachim Wenk

Jetzt kommt das Trocknen. Also die übliche Trocknungs-Methode im Backofen bei 50° C , wie für Kräuter oder Dörrobst , würde ich nicht empfehlen. Schließlich sollen die Samen ja keimfähig bleiben.  Wenn die Pappmachemasse bei knapp über 30°C getrocknet wird, ist sie in einem Tag durchgetrocknet und die Samen bleiben keimfähig. Das habe ich getestet. Sicher geht auch das Trocknen an der Luft. Oder man nimmt den Backofen und lässt ihn nie unbeaufsichtigt, schaltet immer nur kurz ein, daß Temperatur da ist und dann gleich wieder aus. Ich glaube, daß das aber zu unpraktisch ist. Über der Heizung kann es auch recht heiß werden! Dauert hingegen das Trocknen zu lange, besteht die Gefahr, daß die Samen anfangen zu keimen.

Wenn die Masse schließlcih durchgetrocknet ist und sich, wie im Foto ersichtlich, die Ränder nach oben wölben, kann sie weiter verarbeitet werden. Ich habe mir Quadrate angezeichnet und diese dann ausgeschnitten.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
fertig getrocknete Papiermasse mit aufgezeichneten Quadraten (c) by Joachim Wenk

Die Quadrate sind jetzt die Geschenkbeigabe im Weihnachtsbrief gewesen.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
Selbermacher Saatscheiben in Quadratform (c) by Joachim Wenk

Ich habe die einzelnen Quadrate noch einmal in kleine Tütchen gepackt. Einmal, weil eben doch etliche Samen abfallen, da ich sie nicht in den Teig geknetet hatte, sondern nur oben eingewalzt. Zum anderen schützt das Tütchen vor Feuchtigkeit beim Versand.

Schön sind die Selbermacher-Saatscheiben auch mit einem hübschen Band als Geschenkanhänger.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
Selbermacher Saatscheiben als Geschenkbeigabe in Briefpost oder als Geschenkanhänger (c) by Joachim Wenk

Als selbst gesammelte Samen aus dem Garten eignen sich auch Ringelblumen- oder Tagetessamen. Samen vom Baumspinat oder auch einmal vom Schnittlauch. Beobachtet einfach einmal in der kommenden Saison eure  Pflanzen. Vielleicht fällt eine Pflanze besonders auf wegen der reichen Samen, die geerntet werden könnten. Dann sammelt sie und schon habt ihre einen Vorrat für neue kreative Selbermacher-Saatscheiben. Mit diesen Geschenk-Anhängern und Beigaben bringen wir immer mehr Grün und Blüten in die Welt!