Der Herbstgarten von innen und von außen, im Großen und im Kleinen.

Lange hatte ich es mir fast schon herbei gewünscht. Das kalte und düstere Herbstwetter. Jetzt ist es da. Der November ist zwar noch immer äußerst handzahm, aber man merkt, wie sich alles zur Ruhe begibt. Ich auch und das tut gut, nach diesem anstrengenden Sommer. 
Ich finde es schön, dass es abends schon sehr bald dunkel wird. So bleibt mir nichts anderes übrig, als die  Tagesarbeiten zu beenden und ins Haus zu gehen. 
Auch morgens dauert es länger, bis ich in den Garten gehe. Ich warte, bis der Nebel sich etwas verzogen hat und die Temperaturen geklettert sind. Bis dahin kann ich drinnen dies und das erledigen. Ich finde alles entspannter jetzt. 
Das Frühstück dauert etwas länger. Ich lese jetzt wieder Gartenbücher. Im Moment eines über die Staudenbeetgestaltung. So viele gute Anregungen habe ich da heraus genommen, neue Ideen und Ansatzpunkte für Veränderung und Verbesserung. 
Am liebsten würde ich ein neues Beet anlegen. Den Platz habe ich schon auserkoren. Meinem Garten, meinem Geschmack und meinem Kleinklima angemessen finde ich ein mediterranes Staudenbeet gerade sehr reizvoll. Den halbrunden mediterranen Platz sollte es ebenfalls halbrund umfließen als blühender Streifen. 
Schön wird das aussehen. Der Enthusiasmus ist groß, eine Liste in Frage kommender Stauden ist zusammengestellt. Und dann? Von was schwärmte ich doch  gleich noch zu Beginn meines heutigen Beitrages? Von Entspannung und Ruhe? Da haben wir es, das Problem der Realität. Dieser ach so genial passende Halbkreis-Streifen um den Platz muss erst mal ganz nach hinten in der Prioritätenliste geschoben werden. Ich weiß ja, was im Sommer zu tun ist und wie viel Zeit ich dazu habe. Für noch ein Beet ist einfach keine  Ressource mehr vorhanden. Außer, ich werde hauptberuflicher Landgarten-Gärtner. Das wäre so schön und genial wie die Idee des Beetes, ist aber leider genauso wenig real, wie eben dieses neue Beet. Aber die Beet-Idee ist geboren und wird auf alle Fälle, sei es auch nur im Hinterkopf, am Leben erhalten. 
Jetzt lege ich erst einmal das Buch zu Seite. Ein Blick aus dem Wohnzimmerfenster über die Köpfe meiner Sukkulenten hinweg, zeigt goldenen Farben und erste Sonnenstrahlen. Zeit für den Garten! 
So, bis ich also in all meine Klamotten-Schichten hinein geschlüpft bin, ist es auch schon wieder vorüber mit der Sonne. Komisches Wetter, weht einem da auf einmal so eine Nebelbank durch den Nikolausbart. 
Die Nächte sind gerade immer leicht frostig. Am Morgen sieht man das den Pflanzen dann auch an. Hier steht noch ein Nachzügler-Blumenkohl im Beet. 
Im Gemüsegarten ist jetzt nicht mehr viel zu tun. Immer wieder Laub kehren. Hier und im restlichen Garten. Und die Sonne kommt langsam auch wieder hervor. 
Ich werde gleich mal einen Rundgang durch den Garten machen. Heute sollen stimmungsvolle Herbstfotos entstehen. Der November mag neblig und kalt sein. Gerade in der tiefstehenden Sonne gelingen aber, auch mit den letzten Resten Farbe im Garten, sehr schöne Aufnahmen. Dazu muss man dann allerdings immer wieder und wieder durch den Garten schlurfen und sehr aufmerksam hinsehen. Die richtigen Momente sind so schnell wieder vergangen, wie sie aufgetaucht sind. Daher unterbreche ich immer wieder meine kleineren Arbeiten und schnappe mir das  Handy zum Fotografieren. 
Hinter diesen Büschen liegt mein Weinberg. 
In den beiden Büschen, einem Holunder und einem Flieder, wächst eine wilde Rose. Sie hat schöne Hagebutten für die Vögel. 
Mein Weinberg brachte dieses Jahr zum ersten mal Tafeltrauben für die Küche. Ich bin sehr zufrieden mit der Ernte und dem Geschmack. 
Ebenfalls hier im Vorgarten steht der „alte Dorfbrunnen“. Das Wasser ist abgelassen, die Pumpe frostsicher verstaut. Die Moosrose wird im Frühjahr wieder in ihrem unvorstellbar tiefgründigen und duftendem dunklen Lila den Brunnen dominieren. Jetzt gerade finde ich die Kombination von goldenem Laub und grauem Stein aber auch sehr ansehnlich. 
Zwischen Brunnen und Gartentor ist zur Abstützung des Geländes dieses kleine Steinmäuerchen gesetzt. Es sollte schon längst renoviert werden. Die Steine liegen bereit, aber (siehe mediterranes Beet) die Zeit fehlt einfach. Naja, so lange es noch irgendwie hält, passt ja alles. 
Sehr schön finde ich ja die niedrige Form der Katzenminze. Einmal ein oder zwei Stauden gepflanzt, hat sie nun bereits den ganzen Garten mit ihren Sämlingen erobert.  Wo es geht, lasse ich diese stehen. Immerhin blüht die Katzenminze vom Frühjahr bis jetzt. Die Staude ist sehr pflegeleicht. 
Und jetzt schaut euch doch mal das hier an. So sieht der Rasen im Vorgarten aus. Durch die Dürre war er ja komplett verschwunden. Seit Monaten ist die blanke Erde, durchsetzt mit ein paar Löwenzahnrosetten die Zierde des Vorgartens. Nun keimt es dort wieder. Was das wohl ist? Klee? Gänseblümchen? 

Und wenn man genau hinsieht, erkennt man auch frisches Gras in der Steppe.

Die Sonne hat mittlerweile den Nebel vollkommen besiegt. Herbstchrysantheme und abermals Katzenminze freuen sich über das Sonnenbad. 

Der Himmel ist blau, wie im Hochsommer. Vor diesem Hintergrund tänzeln die letzten Schönhütchen durch den Herbst. Ein wenig zerfleddert aber nicht ohne Charme, wie ich finde.

Oh und der Blutstorchschnabel zu ihren Füßen. Ihm hat Hitze und Trockenheit nichts anhaben können. Wie jedes Jahr hat er ein irrsinnig große Fläche im Beet einfach zugewuchert. Gottseidank! So habe ich, genau wie bei der Katzenminze, den ganzen Sommer über bis jetzt ununterbrochen überall die hübschen kleinen  farbintensiven Blütchen.

Ganz genau dort, wo die zerzausten Schönhütchen ihren herbstlichen Tanz aufführen und der Storchschnabel unermüdlich weiter kleine Blüten treibt, kann man diese „bis aufs Blut“ bewaffnete Pflanze bestaunen.

Ich habe im Garten keine, die größere und mächtigere Dornen hat. Ich kenne hier auch keine Pflanze, die es mit der winterharten Zitrone dahingehend aufnehmen könnte. Dieses Jahr hat der Strauch im Frühling zum ersten mal geblüht. Und wie ich es erhoffte, schwängerten schon die wenigen ersten Blüten in seinem stacheligen Geäst die ganze Umgebung mit dem von mir so geliebten, schweren und klebrigen und süßen Duft der Zitrusblüten.

Den ganzen Sommer versuchte ich im Gestrüpp mögliche erste Früchte aus zu machen. Leider fand ich keine. Jetzt, da alles Laub weg war, entdeckte ich doch eine. Kugelrund, golfballgroß, traumhaftes warmes Gelb und ein Zitrusduft der an ihr haftet komplettierten diese schöne Frucht.

Den Vorgarten werde ich nun verlassen und den Hang hinauf in den oberen Garten gehen. Auf dem Weg dorthin finde ich noch ein Büschel mit Rosenknospen. 
Oder diese kleine Sonne tief unten am Boden unterm Flieder. 
Im oberen Garten steht unser schöner Hausbaum, die Baumhasel, jetzt vollkommen nackt in der Wiese. Auch hier konnte ich, nachdem das Laub gefallen war, etwas sehr schönes feststellen. Die ersten „Schwänzchen“ hängen an ihm. Das heißt, er wird im Frühjahr beizeiten zum ersten mal blühen. Seine Pollen qälen mir dann wieder meine Nase, wie die der anderen  Haselnußsträucher. Aber ich kann auch auf erste Nüsse von ihm hoffen. 
Noch immer reife Früchte trägt die Herbsthimbeere im Beerenspalier am Zaun zum Nachbarn. 
Auch hier oben befindet sich, vielleicht habt ihr ihn  hinterm Hausbaum gerade schon gesehen, der mediterrane Platz. 
Das war nun eine meiner Arbeiten für heute. Alle Kübelpflanzen sind jetzt eingeräumt. Vielleicht hätten die einen oder anderen noch leichten Frost ertragen und draußen bleiben können. Es soll aber kälter werden, wir haben schon gleich Ende November und ich habe nicht immer auf Kommando Zeit und Hilfe, das zu erledigen. Also wurden alle verstaut. Das beruhigt meine Nerven, sorgt für mehr Entspannung und ist sowieso demnächst unumgänglich. 
Hier also, um das Rund des Platzes, könnte ein Streifen mit niedrigen, silberlaubigen und lila und blau und weiß und eventuell rot blühenden mediterranen Stauden seinen Platz finden. Vielleicht hinten, zum Platz hin, etwas Höheres wie kleine Sträucher oder ein Spalier, das auch im Winter schön ist. Dann hätte der Platz und der obere Garten auch jetzt, da alles weggeräumt ist,  mehr Struktur und Höhe. 
Ja viel steht nicht mehr am Platz. Nur die Hanfpalme kündet noch von der mediterranen Pracht meiner Kübelpflanzen. Sie bleibt draußen. Der Topf ist isoliert und beheizt. Der Stamm hat ein Heizkabel und wird noch umwickelt. Der Schopf bekommt wieder sein Häuschen aufgesetzt. 
Wo ist der Rest der Kübel hin gekommen? Schaut mal hinter der Palme durchs Fenster!
Ja, da sind ja welche der Kübepflanzen. Aber nur ein winziger Teil. 
Deneben ist schließlich noch ein Fenster. 
Und der Raum hinter diesem war einmal der Hasenstall. Von uns entkernt und isoliert, beherbergt er jetzt in den Wintermonaten die Kübelpflanzen. Wir nennen den Bau ganz nobel „Palmenhaus“. Für die Hanfpalme, die Washingtonia und die Dattelpalme hatten wir es entkernt. Sie passten nirgends sonst mehr hinein. Jetzt steht nur noch, mit Müh‘ und Not, die Dattelpalme darin.  Die anderen passen schon lange nicht mehr hinein. 
Hier seht ihr, warum Hanfpalme (hinten) und Washingtonia (auf dem Hubwagen) nicht mehr ins Palmenhaus können…..
Die Zwergseerose im Seerosenbecken ist auch noch draußen. Sie kommt erst rein, bevor das Wasser droht durch zu frieren. Meist ist das Ende Dezember oder im Januar so weit. 

Zusammengesammelt im Garten habe ich auch einige meiner Sukkulenten. Sie sind frosthart, stehen aber jetzt regengeschützt unterm Carport-Dach.

An der Grenze von oberem Garten und Gemüsegarten finde ich im Staudenbeet noch eine Herbstchrysantheme, 
einen Storchschnabel
und an der Scheune die jetzt golden strahlende Ramblerrose. 
Der Rambler umgarnt das Scheunentor und in der Scheune wird auch fleißig gewerkelt. Ich verrate nur, dass es wohl etwas mit der Washingtonia zu tun hat. Darüber berichte ich dann aber ein anderes Mal. 
Der Tag neigt sich seinem zeitigen Ende. Einige Arbeiten konnte ich zu meiner großen Zufriedenheit erledigen oder weit voran bringen. Meine sonnigen Novemberfotos habe ich auch so weit im Kasten. Vielleicht schaue ich rasch noch einmal in den Gemüsegarten. 
November-Sonne auf dem toscanischen Grünkohl! 
Ich setze mich auf mein Bänkchen im Gemüsegarten und blicke in den Abendhimmel. Zurück zum Haus und zurück über einen sehr schönen Novembertag draußen im Garten. 
Dem Gemüsegarten kann ich beruhigt, auf dem Weg nach drinnen, den Rücken kehren. Was zu schützen ist, habe ich geschützt. Der Boden ist flächendeckend mit Laub und Ernterückständen oder Häckselgut gemulcht beziehungsweise mit Gründünger bewachsen. 
Ich bin gerade im sehr kurzen aber doch sehr beeindruckenden Moment zurück im Haus. Blicke ich jetzt durch das Fenster mit den Sukkulenten am Sims – ihr erinnert euch ans Frühstück heute morgen? – finde ich diesen  Sonnenuntergang. Ein perfekter Abschied vom Tag heute. 

Welche Geschichte finde ich blos zu all den schönen Fotos

Brückentag und Strohwitwer, was für eine Kombination

Wenn man den Brückentrag am Freitag frei hat und dann auch noch als Strowitwer vier Tage allein daheim ist kommt man auf so mancherlei Idee. 
Da wird gebacken und konserviert. Für wen eigentlich, ist ja  niemand daheim.  Hierüber berichte ich in den nächsten Tagen wieder bei www.achimsgartenzumessen.de unter den Stichworten „Blattgemüse konservieren“ oder „Kräuterplätzchen“. 
Ansonsten haben ich bis auf wenige Stunden in der Nacht meine vier freien Tage selbstverständlich im Garten verbracht. Die Zeit verflog so, in die Arbeit gestürzt, wie im Flug. Strohwitwer ansich ist nämlich kein schöner Zustand. 
Ganz allein war ich ja aber nicht, immer dabei war das Handy zum fotografieren. 

Was verbindet die einzelnen Fotos und wie präsentiere ich sie am besten?

Ein ganzer Schwung schöner Fotos ist entstanden. Dass es oft schwierig ist, das rechte Licht dafür zu finden, diskutierte ich kürzlich. Wisst ihr, was aber mindestens genau sie  kompliziert ist? 
Die Frage: wie präsentiere ich die Fotos hier.  Eine Geschichte sollte die einzelnen Bilder sinnvoll verbinden, finde ich. Meistens ist diese Geschichte sogar schon beim Fotografieren in meinem Kopf. Nach ein oder zwei Fotos kommt ein Gedankenblitz und die weiteren Fotos werden dann dieser Geschichte gehorchend geschossen. 
Diesmal war es – und das ist echt selten – so, daß ich einfach drauf los knipste. So viel schöne Details sah ich überall. Jetzt sitze ich am PC und sichte. Ich muß welche weglassen, zu viele sind es. Aber welche? Nachdem mir die Geschichte für die heutige Präsentation also nach und nach eingefallen ist, sortierte ich neu, strich die nicht passenden Fotos und kann nun mit dem Berichten loslegen. 

Kombinationen im Garten – wild und lebendig oder lebendig weil wild?

Die Geschichte könnte den Titel „Kombinationen“ haben. Dazu gibt es viel Geschriebenes. Und viele Gärten, die ich hier so sehe, haben da auch ihre eigenen Vorlieben. Bei den einen muß immer rund ums Jahr alles weiß sein. Andere mögen kein Rot und die Farbe Gelb darf sowieso nie vorhanden sein. Also bei mir ist es anders. Ich finde es nach wie vor sehr schwierig, etwas zum Gedeihen und Blühen zu bringen. Einmal töten die Schnecken ein paar Jahre alles und jeden und dann kommt die Dürre. Die vernichtet die Schnecken und mit ihnen so manche Staude oder Sträuchlein. 
Ich will gar nicht fragen, was als nächstes kommt. Und überlegen, wie viele Stauden ich die letzten Jahre umsonst gepflanzt habe, ohne sie überhaupt ein mal habe blühen zu sehen, will ich schon gar nicht. Es sind auf alle Fälle viele Dutzende. Lange Rede „kurzer“ Sinn. Wenn in meinem Garten etwas wächst und dann auch noch blüht, dann darf es das. Dort, wo es sich selbst hat entschieden zu wachsen und zu blühen. Manchmal sind die Farbkombinationen wie aus dem Lehrbuch und manchmal sind sie wie aus dem Leben. Bunt und schräg. Und genau diese Mischung mag ich, bin ich, will ich. 
Vielleicht gebt ihr mal Bescheid, welche Kombination euch von den hier gezeigten persönlich recht gut gefällt? 
Gelb und weiß, da kann man  glaube ich nichts verkehrt machen. Brandkraut und Mutterkraut. Letzteres hat sich selbst dort hingesetzt. 
(c) by Joachim Wenk

Gelb und dunkelstes Pink. Ich sag nur, die gelbe Färberkamille habe ich dort gepflanzt und die Lichtnelke kam selbst hinterher. Ein schönes Paar.

(c) by Joachim Wenk
Warnung!
Das folgende Foto ist für Gelb-Phobiker nicht geeignet. Die Farbkombination Gelb und Gelb. Gepflanzt hatte ich nur die Rose Golden Celebration. Die Färberkamille kam ihr von Jahr zu Jahr immer näher. 
(c) by Joachim Wenk

Rose golden Celebration und Färberkamille (c) by Joachim Wenk
(c) by Joachim Wenk
Ton in Ton ist schön. Wild gemischt aber auch. Ist diese Kombination hier nicht reizend. Hat das nicht was von einem Blumenstrauß auf Omas Küchentisch? Blauer Storchschnabel, weiß-gelbe Bertramblüten und Muttekrautwolken, roter Mohn und rose Empress Josephine Rose. „Unbeschwerter Landsommer“ würde ich die Gruppe nennen, wenn ich sie als Set vermarkten sollte. Dann müsste ich aber der Natur Tantiemen abgeben. Denn gepflanzt habe ich nur die Rose und den Storchschnabel den Rest hat sie dazu kombiniert.
 (c) by Joachim Wenk
Ist das gerade zu heftig gewesen für die Augen? Dann nehmen wir einmal ein klitzekleines Detail heraus und vergrößern es. Rosa Empress Josephine und weiß-gelbes Muttekraut. Gleich hat das Auge wieder mehr Ruhe. 
(c) by Joachim Wenk
Oh, er kann ja auch vernünftig! Ja auch das geht. Rosa Jacques Cartier und die weiße Spornblume. Beides bewußt von mir gepflanzt, genau an diese Stelle! 
(c) by Joachim Wenk
Genau genommen habe ich auch die rote Spornblume dazu gepflanzt und ich finde das geht auch noch. 
(c) by Joachim Wenk
Rosa ist aber auch einmal ganz schön für sich allein anzuschauen. 
rosa Jacques Cartier (c) by Joachim Wenk
 (c) by Joachim Wenk

rosa Jacques Cartier (c) by Joachim Wenk
rosa Jacques Cartier 
Rosa, rosaweiß und weiß. Zwar beides gepflanzt, aber den Fingerhut im letzten Jahr, die Hortensie dieses Jahr im Mai. Wenn erst mal dahinter das gelbe Johanniskraut aufgeht, ist die Kombination wieder typisch für meinen Garten. Überhaupt finde ich dieses etwas romantisch unaufgeräumte überall doch mehr und mehr reizvoll. 
Tontopf und Rambler ist immerhin auch ein Kombination. Weniger der Farbe wegen habe ich das Foto ausgewählt. Nein es ist diese Stimmung darauf, die mir so gefällt. 
(c) by Joachim Wenk

Und somit habe ich auch gleich einen Anlass, den Rambler Paul’s Himalayan Musk im Walnußbaum abermals zu präsentieren. Er blüht eben so schön und dabei so kurz. Sehr wenige Tag im ganzen Jahr und den Rest der Tage im Jahr heißt es warten auf diese nächsten Tage im nächsten Jahr.

Was ihn aber zu einer Pflanze würdig für meinen Garten macht ist das unkontrollierbare, unformbare, wilde Wachstum. Ihn könnte man in keinen Rahmen zwängen oder zu einer Form erziehen. Ihn kann nur jemand lieben, der fasziniert beobachtet, mit welcher Lebenskraft, ja Lebensfreude die Natur ans Werk geht und diese Freude dabei mit uns teilt. Wenige Tage im Jahr, aber ich genieße diese um so mehr.

(c) by Joachim Wenk

 (c) by Joachim Wenk
Und hier? Unbändiges Wachstum? Was für eine Kombination? Ja, unbändig,  so kann man die Moosrose Captain John Ingram durchaus einordnen. Kombination?  Rose und Stein? Nein eigentlich nicht. Aber die Natur der Dinge schlägt uns hier immer wieder ein Schnippchen und so ist das Projekt am Pflanzkübel im Vorgarten doch wieder 2 Schritte zurück gegangen nach dem es einen vorwärts ging. Aber ihr werdet es schon noch fertiggestellt zu sehen bekommen. Wir sind wirklich kurz davor. 
Dann haben wir eine Kombination die auch sehr schön und klassich ist. Nur leider wird dann die Rosenblüte für diese  Jahr hier vorbei sein. 
(c) by Joachim Wenk
Kombinationen im Garten beziehen sich also nicht nur auf die Blüten zweier Pflanzen, sondern auch auf die Materialien. So zum Beispiel ein Rankgerüst für Rosen. Hier muß das Passende erst mal gefunden werden.  Immer schon gefielen mir Rosen, wie eben der Rambler von eben, die blühend aus alten Bäumen hängen. Damals, als wir unseren Garten bekamen, war ich natürlich überglücklich, einen eingewachsenen Garten mit große Bäumen zu bekommen. Und bis man sich’s versah, standen die Rambler da. 
Hier der zweite Walnußbaum mit dem Rambler Rose- Marie-Vieaud. Ein Rosenbogen ist etwas Schönes und ich habe auch einen. Aber eine Rose in einem Baum ist natürlich unerreicht,  finde ich. 
(c) by Joachim Wenk
 (c) by Joachim Wenk

(c) by Joachim Wenk
Die letzte Kombination für heute ist ganz einfach. Grün in Grün. Mehr  braucht es nicht .
(c) by Joachim Wenk
Und wenn also, was leider viel zu selten ist, Besuch in meinen Garten kommt und sich am Haus vorbei einige Meter bergauf  begibt, der sieht zum Beispiel dieses Bild. „Wo sind hier all die netten Szenen und Kombinationen? Ich sehe ja nichts“ , wird der Besucher denken. 
Nun dazu muß man schon richtig eintauchen in den Garten, Ruhe mitbringen und vor allem hinsehen. Auch das ist wie im richtigen Leben. Es gibt so unendlich viel Schönes zu sehen und zu erfahren Wie oft sehen wir es nicht, laufen daran vorbei und übersehen es vor lauter Hatz und Eile. Eile zu was? Ein schönes Leben führen zu können? Schaut euch die Bilder an, das Schöne ist bereits da und was es braucht ist Achtsamkeit , Offenheit und es geschehen zu lassen.
(c) by Joachim Wenk

Der ist gut, hechelt selbst sicher den ganzen Tag schweiß überströmt durch den Garten und redet dann von „es geschehen lassen“ und „das Schöne wahrnehmen wollen“. Naja ganz unrecht hat der nicht, der das von mir denken mag. Aber nein, ganz Recht auch wieder nicht. Hier der Beweis, ich kann auch zurück schalten und genießen.

(c) by Joachim Wenk
 (c) by Joachim Wenk

Bitte? Ihr versteht nicht was ich meine? Das verstehe ich nicht, seht doch genau hin. Ja, die Aussicht ist auch schön, aber nicht der Punkt um den es hier geht. Also noch mal einen Blick drauf werfen:

Wird es jetzt klarer? Aber sicher doch. Und wenn ihr noch nicht neidisch seid, dann blickt doch mal auf die Temperaturanzeige am Bedienteil.

(c) by Joachim Wenk

 Eine halbe Stunde in „der Kuppel“ wie wir das nennen,  spült alle Anstrengungen des Tages weich. Das kann ich euch versichern.

(c) by Joachim Wenk

(c) by Joachim Wenk
(c) by Joachim Wenk

Wenn der Besucher in meinem Garten also irrtümlicher Weise nicht auf der Vorderseite des Hauses in den oberen Garten wandel,t  um dort das oben gezeigte Bild zu sehen, dann gelangt er genau hier hin und sieht mich hier schwimmen? Nein, wenn Besuch kommt, dann treibe ich natürlich nicht hier auf der weichen und warmen Welle. Dann schwebe ich auf Wolke 7 vor Begeisterung, daß jemand zu Besuch gekommen ist.

sie nannten es: die Kuppel (c) by Joachim Wenk
sie nannten es: die Kuppel (c) by Joachim Wenk

Was hat Minestrone mit Kindheitsträumen zu tun?

Es ist noch ziemlich  kalt draußen. Im Garten gibt es, wie fast rund ums Jahr, immer etwas zu tun. Um möglichst  lange arbeiten zu können und nicht unnötig Zeit bei den Pausen zu verlieren, hat er natürlich seine Mahlzeit gleich mit dabei. Genau wie all den Kleinkram, den er immer wieder direkt vor Ort bei der Gartenarbeit benötigt. 
Im Köfferchen sind vom Bindedraht über Rosenschere oder Handschuhe und Zollstock alle Kleinteile verstaut. Wie das eben bei den Gärtnern der großen und traumhaften Landgärten englischer Adelsgüter so gemacht wurde. Schließlich kann man nicht immer zurück zum Gerätschuppen, wenn man etwas braucht. Die Wege dafür waren einfach zu lang. 
Zum Mittag gab es heute Minestrone und Kräutertee. Beides schön heiß aus den entsprechenden Warmhaltebehältern. Die Temperaturen verlangten nach einer heißen Mahlzeit. 
wärmendes Mittagsessen bei der Gartenarbeit (c) by Joachim Wenk
wärmendes Mittagsessen bei der Gartenarbeit (c) by Joachim Wenk

So sitze ich also auf meinem Bänkchen im Gemüsegarten und träume. Oder träume ich gar nicht? In letzter Zeit denke ich viel nach über früher. Viel früher. Über meine Kindheit und wie mich das Gärtnern und Kochen und selber-machen schon immer begleitet. Ich erinnere mich an meine Träume vom großen Garten am Land, so wie in England vor allem die mit adeligem Landsitz. Oder vom Cottagegarten. Jedenfalls ein großer Garten und das Haus mittendrin. Und so kommen diverse Wünsche, Hoffnungen, Enttäuschungen und kleinere Schritte in Richtung meiner Träume in mir auf.

Wenn ich nun so darüber nachdenke stelle fest, daß sich so viel von dem ich träumte sich verwirklicht hat.

Schon komisch. Ein Leben lang träumt man von verschieden Dingen. Lebt dabei sein Leben. Erlebt viel. Schönes, trauriges und viele Enttäuschungen. Die Umstände ändern sich und man merkt nicht einmal dass gerade das real ist und realer wird, wovon man immer träumte!

Was, wenn einem dieser Umstand einmal gar nicht bewußt wird? Man merkt gar nicht, dass Träume war wurden und verpasst somit sein Glück. Ich bin mir sicher, daß genau das öfter vorkommt, als man meint.

Die eigenen wahr gewordenen Träume nicht erkennen? Unrealistisch? Könnte mir nicht passieren? Gebt es zu, ihr denkt das zuerst einmal. Und haben sich eure Träume nie erfüllt? Wenn ja, wann und wie habt ihr genau das realisiert?

Die meißten Träume erfüllen sich schließlich nicht von heute auf morgen, wie ein Lottogewinn, der einem endlich zu Geldsegen verhilft. Das kann man dann wohl wirklich nicht übersehen.

Aber denken wir an andere Wünsche, auch nicht materielle Wünsche. Sie werden vielleicht langsam wahr. Veränderungen, die sehr langsam vor sich gehen, nimmt der Mensch eben nicht so leicht war.

Auch verwirklichen sie sich nicht immer 1:1. Ich habe weder einen Landsitz in England oder bin plötzlich adelig und „finanziell unabhängig“.  Aber ich habe ein wundervolles Häuschen mitten in einem großen Garten auf dem Lande.

Erwarte ich die schnelle und direkte Traumverwirklichung, muß ich enttäuscht sein, weil ich es nie erreichen werde und unendlich weit von meinen Träumen entfernt bin. Sehe ich aber was ich wirklich und eigentlich wollte damals in meinen Träumen und sehe, was ich habe, dann bin ich überglücklich, weil sich das fast alles verwirklicht hat.

So, meine Suppe ist aufgegessen. Eine Schluck blumig duftenden Tee hinter her getrunken und weiter geht es. Der Gärtner  muß dann wieder auf die Ländereien zurück und an die Arbeit.

Minestrone aus getrocknetem Gemüse (c) by Joachim Wenk
Minestrone aus getrocknetem Gemüse (c) by Joachim Wenk

Die Minestrone ist eine meiner kürzlich beschriebenen Fertigsuppen für Selbstversorger. (Weitere Rezepte gibt es hier: Fertigsuppen .)

Minestrone aus getrocknetem Gemüse (c) by Joachim Wenk
Minestrone aus getrocknetem Gemüse (c) by Joachim Wenk

Im Herbst habe ich Pastinaken, Möhren, Sellerie, Lauchgrün, Tomaten und Petersilie aus dem Garten getrocknet. Das Gemüse wird dazu klein gewürfelt und dann gedörrt. Wenn es trocken ist, vermische ich es und gebe es in dicht schließende Behälter. So hält es sich mindestens ein Jahr.

Für die Zubereitung nehme ich pro Person 2 Eßlöffel vom getrockneten Gemüse, ein paar trockene Petersilienblätter und etwa 3 gehäufte Eßlöffel Reisnudeln. Alles in 500 ml kochendes Wasser geben und 10 Minuten leicht köcheln lassen. Danach mit etwas Olivenöl und Salz abschmecken.

So lange die Minestrone gart, habe ich den Kräutertee gebrüht. Heute ist es eine Mischung aus den Blättern von meiner Rosengeranie, den verblühten Blütenständen vom Lavendel und Zitronenverbenenblättern. Alles Erinnerungen an den letzten Sommer.

Und heute wärmen sie den leicht fröstelnden Gärtner in der Mittagpause.

Gegen Nachmittag kam dann sogar die Sonne heraus, schaffte aber nur 5°C dort, wo sie direkt hin schien.

keine 5 Grad in der prallen Sonne (c) by Joachim Wenk
keine 5 Grad in der prallen Sonne (c) by Joachim Wenk

Ich habe mich dann neben der Mittagspause und heißem Tee um die Bewässserungsschläuche gekümmert. Sie müssen jetzt unbedingt in die Beete. Wenn erst die Zwiebelblumen zu treiben beginnen, wäre es nicht mehr möglich, ohne zu viele davon ab zu brechen.

So schnell wird es aber wohl noch nicht gehen. Der Boden ist noch gefroren. Um zwei  Beete zu verbinden muß ich unter der Grasnarbe einen Verbindungsschlauch verbuddeln.

den Schlauch wollte ich vergraben (c) by Joachim Wenk
den Schlauch wollte ich vergraben (c) by Joachim Wenk

Frisch den Spaten gezückt und rein damit ins Gras. So dachte ich jedenfalls, daß es gehen könnte. Aber mal wieder war kurz unter der Oberfläche ein Stein. Also daneben rein gestochen. Ups, der Stein ist größer. Nochmal und nochmal in den Rasen gegraben und immer das Gleiche. Ein so großer Stein? Witzig ist ja, daß ich wirklich zuerst dachte, mal wieder auf Steinbrocken im Boden gestoßen zu sein. Erst als dieser „Stein“ viel zu groß zu werden schien, um wirklich da zu sein, schaltete ich mein Gehirn ein. Klar, der Boden ist einfach noch nicht aufgetaut. An manchen Stellen aber schon und darum eben dieser anfängliche Irrtum mit dem Stein. Bei den weiteren Arbeiten in den Beeten merkte ich es noch oft. Die Erdspieße mit denen die Schläuche am Boden befestigt werden ließen sich nicht immer dort in den Boden drücken, wo ich es eigentlich wollte.

diesen Sommer wird das Gießen einfacher (c) by Joachim Wenk
diesen Sommer wird das Gießen einfacher (c) by Joachim Wenk
Nach etlichen Stunde heute daußen in meinem großen Landgarten, allein mit meinen Träumen, der Ruhe und dem wieder beginnenden Leben im Garten, freue ich mich nun auf einen frischen Kaffee und den Flammen im Ofen im Wohnzimmer. Oder ist es der Kamin im Gartenzimmer?