Viel Gemüse, ein paar Blüten und ein großes Projekt

Wintergemüse aus dem Gewächshaus und erstes Freiland-Dauergemüse landen im Kochtopf. Immer mehr Blüten strahlen in der Sonne und ein großes Gartenprojekt stellt alles auf den Kopf.

Im Märzen der Gärtner….

Der März war erst recht kühl und sehr stürmisch. Dann kam die große Hitze und Sonne. Die Arbeiten, die eben im Frühjahr im Garten so anfallen konnte ich Stück für Stück erledigen. Sogar erste Freilandaussaaten sind in der Erde. Nun sollen wieder Frost bis – 7°C und Schnee kommen. Ja der April ist halt nun Mal der frostigste Monat im Winter. Oder?

Wintergemüse aus dem Gewächshaus

Wie gut dass ich im Herbst das Gewächshaus ordentlich mit Wintergemüse bestückt habe.

Auch wenn ich künftig vermehrt auf die pflegeleichteren Dauergemüse setzen möchte. Im Gewächshaus werde ich weiter Wintergemüse anbauen. Denn so früh auch die winterharten Gemüse austreiben, große Ernten wären jetzt noch nicht möglich. Ein paar Einjährige braucht man immer. Im Winter und auch sonst im Jahr.

Zur Zeit müssen die künftigen, mehrjährigen Gemüse aber erst einmal keimen oder Wurzeln schlagen. Die Zwiebeln sind übrige Wintersteckzwiebeln vom Oktober. Die kommen demnächst in den Boden.

Vom Portulak haben wir etliche Male geerntet. Schneidet man da mit einer Schere nur die Blätter mit etwas Stiel ab und lässt die Herzen der Pflanzen stehen, treibt er immer wieder aus. Feldsalat und Kopfsalat mit frischen Kräutern schmecken im zeitigen Frühjahr am allerbesten.

Neben diesen klassischen Einjährigen, habe ich im Gewächshaus auch noch zweijährige und sich selbst aussamende Gewächse. Die Catalogna der italienische Löwenzahn, wanderte im Herbst aus dem Beet ins Gewächshaus. Ihre bitteren Blätter schneide ich einzeln ganz fein in den Kopfsalat oder gebe sie in den grünen Smoothie.

Der Mangold liefert Blätter für Smoothie und klein geschnitten in den Salat. Die Blätter vom Radiccio kommen auch einzeln, fein geschnitten (bitter!) in den Salat oder den Smoothie.

Den Sauerampfer (Rumex patientia), eine Kultursorte, sähte ich im Herbst zu spät, der war gar nicht mehr sichtbar im Beet. Mit der Sonne kam seine Lebenskraft zurück. Der wäre tatsächlich ein mehrjähriges Gemüse. Ob der im Gewächhsaus wächst über den Sommer weiß ich nicht. Einfach mal probieren.

Das Barbarakraut mit seinem Kressearoma kam auch mit in Salate und Kräuterquark. Jetzt fängt es an zu blühen. Dann schmeckt es nicht mehr so gut. Ich lasse es blühen und hoffentlich säht es sich fleißig selbst aus, steht dann im Winter zur Verfügung, ohne dass ich es wieder mühsam in Topfplatten vorziehen muss.

Im kleinen Kunststofffrühbeet wuchert Unkraut und Feldsalat und Spinat. Herrlich dieser dichte bodendeckende Bewuchs. Feldsalat ernte ich auch so, dass die Pflanze erhalten bleibt und noch ein zweites Mal beerntet werden kann.

Der Spinat ergab genau die richtige Menge für eine herrliche Spinat-Fisch-Torte zum Mittag mit frischem Salat als Beilage.

Dauergemüse im Freiland

Gibt es im Freiland schon Dauergemüse? Ja, der Bärlauch wird immer wieder beerntet. Im Frischkäse aufs Brot oder selbst gemachten Bärlauch-Ravioli mit Bärlauchsauce genießen wir jedes Blatt. Mittlerweile wächst er auch schon überall. In Pflasterfugen und irgendwo in anderen Beeten. Ich verteile bewusst, neben seiner Selbst-Aussaat immer auch Ableger an andere Stellen, wie unter die Beerensträucher.

Der Schnittknoblauch und mongolische Steppenlauch (ähnlich dem Schnittknoblauch, tatsächlich aber doch anderer Geschmack) können Blattweise zum Würzen geerntet werden.

Der Kaukasische Rankspinat steht im Schatten, wo der Boden noch lange gefroren war. Der ist noch nicht erntbar.

Knoblauchsrauke sprießt allerorten und kann geerntet werden.

Erste Malven sind erkennbar, aber noch nicht zum Ernten bereit.

Schnittlauch im Freien ist ebenfalls noch zu klein, aber im Gewächshaus ist er erntefähig.

Im Sommer verstreue ich immer breitwürfig über alle Beete die kleinen Bulbillen vom Knoblauch. So habe ich jetzt, auch mit den vergessenen vom Vorjahr überall frisches Knoblauchgrün für Salat und Brotaufstrich. Wenn ich mehr Würze will, grabe ich einzelne Pflanzen aus und verwende sie von der Wurzel (Zehe) bis zur Spitze. Herrlich mildes Frühlings-Knoblaucharoma. Ganz ohne irgendwelche Arbeit damit zu haben. Nur Ernten und Essen!

Diese Bulbillen verwende ich auch jedes Jahr gezielt zu Weiterkultivierung meiner Sorten. Sie werden jetzt im Frühjahr in einer Reihe in den Boden gebracht. Dort treiben winzige Knoblauchpflänzchen, die schon im Sommer wieder einziehen. Dann ernte ich, bevor ich nicht mehr weiß, wo sie standen, die winzigen Knöllchen, genannt Rundlinge. Das ist quasi eine einzelne Zehe. Die stecke ich dann im Herbst, mit den Knoblauchzehen (wenn ich wieder neue Sorten probieren möchte) in den Boden.

So sieht das dann im Frühjahr danach aus. Aus den gesteckten Bulbillen-Zöglingen wachsen jetzt auch bis Sommer erntefertige Knoblauchknollen. Verwendet man die Bulbillen, kann man alle Zehen in der Küche aufbrauchen und schmälert die Ernte nicht durch das Beiseitelegen der Steck-Knoblauchzehen.

Der Hopfen schiebt seine Triebe auch schon aus dem Boden. So jung könnte man sie abschneiden und wie Spargel dünsten. Das mache ich aber von meiner einzelnen Pflanze nicht, die soll üppig nach oben Treiben und das Carport umrahmen.

Das große Gartenprojekt 2022

Gibt es eigentlich ein Jahr, in dem kein Gartenprojekt ansteht? Da müsste ich jetzt tatsächlich im Blog hier recherchieren. Spontan fällt mir kein solches Jahr ein.

Dieses Jahr begann das Projekt Ende Februar. Danach hätten die Arbeiten nicht mehr ausgeführt werden dürfen. Der beauftragte Landschaftsbaubetrieb entfernte die überalterte, kaputte und wirklich unansehnliche Hecke zum Nachbarn.

Hätten wir das selbst gemacht mit Absägen der Heckenpflanzen, ausschaufeln der Wurzelstöcke und Entsorgen der Pflanzen, so wären wir heute noch nicht fertig. Die Fachleute benötigen von Ankunft bis Abfahrt inklusive der Pausen 5 Stunden. So schnell konnte ich gar keinen Kaffee für sie zum Aufwärmen kochen, wie die fertig waren.

Auch gegenüber der Einfahrt am Hang zur Dorfstraße hinunter haben wir den Wildwuchs entfernt. Dort stehen schon eine Felsenbirne und eine vielblütige Ölweide. Eine Goijibeere kommt noch dazu und zwischen den Quitten am Hang wächst jetzt ein Erbsenstrauch. Alles künftige Ernten für den Selbstversorgerhaushalt.

Bevor es nun weiter geht, mussten wir, zusammen mit dem Nachbarn und seinem sehr hilfreichen Traktor, noch den restlichen Zaun, fast 40 m, nebst Rabatten in Beton und Zaunpfosten rückbauen und entsorgen.

Das hatten wir gerade noch rechtzeitig geschafft. Jetzt kommen die Handwerker und dann wird ordentlich aufgegraben und gebaggert. Dann sieht erst mal nichts mehr aus, wie man es gewohnt war und wie man es gern hätte. Aber ich freu mich so, wie schön alles danach sein wird.

Blüten im Frühling

Bis ich mich also am neuen Garten erfreuen kann, freue ich mich an den nun immer mehr erscheinenden Blüten all überall.

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2 Antworten auf „Viel Gemüse, ein paar Blüten und ein großes Projekt“

  1. Du hast einen wirklich tollen zertifizierten Naturgarten. Als Naturgarten-Zertifiziererin kann ich das , so glaube ich, beurteilen. Besonders beeindruckt mich Deine “essbare Vielfalt”. Ich habe einen sehr kleinen Garten und darum kein Bauerngärtchen integriert, aber natürlich gibt es bei mir auch Kräuter, wie diverse Lauche, die ich einfach in die Staudenbeete integriert habe. Das werde ich nach dem Lesen Deines Posts nun etwas ausweiten. Bunter Mangold z.B. sieht auch Klasse zwischen Blühstauden aus. Danke für den Beitrag.
    Wurzerl

    1. Hallo Renate,
      vielen Dank auch. Und das alles hier in der fürchterlichen Trockenheit und dem schlechten Boden. Meine essbare Vielfalt ist auch das Hauptanliegen des Gartens. Hier werden ab diesem Jahr noch viele bis sehr viele neue Arten dazu kommen. Ich habe mich für alles Essbare und vor allem Mehrjährige begeistert. Gerade diese Pflanzen eignen sich zum großen Teil wieder hervorragend im Staudenbeet mit zu wachsen. Weil sie schön blühen, weil sie dekoratives Laub haben oder Struktur geben. Jetzt bin ich aber erst einmal am Sammeln und erproben. Ich freu mich jedenfalls auf viele Experimente optisch und kulinarisch…..
      Ach so ja, bunte Melden werde ich auch ins Blumenbeet setzen. Anders als Mangold sähen die sich dann wieder selber aus und ich spare mir viel Arbeit.
      Frohes Erproben und viel Spaß im Garten wünscht, Achim

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