Vom Mulchen im Gemüsegarten

Im Biogarten oder Permakulturgarten düngt oder nährt man nicht die Pflanzen. Man füttert das Bodenleben und das kümmert sich dann um die Ernährung der Pflanzen.

Ein paar Beispiele vom Nutzen des Mulchens, zum Beispiel mit Rasenschnitt.

Manch einer steht dem Thema Mulch recht ratlos gegenüber.

Wie mulcht man denn im Gemüsegarten? Rasenschnitt darf doch nicht in die Beete, weil er fault und stinkt! Habe jetzt mein Beet umgegraben und kann endlich pflanzen.

Solche und andere Dinge beschäftigen gerade etliche Hobbygärtner in den sozialen Medien. Mich beschäftigt zudem noch der für meine Augen schlimme Anblick von Gemüsebeeten mit einzelnen Pflanzen in einer Wüste aus blanker Erde, aufgeschlemmt vom Regen vergangener Tage oder rissig und trocken, je nach Foto-Zeitpunkt.

Ich habe heute in meinem Garten gepflanzt und gemulcht und immer dabei an die Aussagen oder Bilder gedacht. Daher habe ich eigene Bilder gemacht und möchte erklären, was an meiner Art des Gärtnerns mit Mulch so anders, besser und leichter ist.

Wer tendenziell allerdings nicht vor hat, einen natürlichen Garten, einen Biogarten oder neudeutsch und trendy, einen Permakulturgarten zu schaffen und zu unterhalten, der muss erst gar nicht weiter lesen.

Mein heutiger Gartentag bietet einen Einblick in die Vorteile von Mulch im Gemüse-Garten

Klar ist das Thema sehr umfangreich. Mein heutiger Gartentag, inklusive unrühmlichem Ende, passt aber so perfekt als kleiner und vielleicht dadurch auch verständlicher Ausschnitt und Einblick. Was also habe ich gemacht.

Ich habe, wie so viele Gärnter, gerade meine Tomaten ausgepflanzt. Im Haupt-Tomatenbeet unter den hohen Gerüststangen hatte ich zeitig im Frühjahr Phacelia gesät, ein Gründünger. Ansonsten wäre der Boden über Monate unbedeckt und den Witterungseinflüssen ausgesetzte gewesen. Von der Sonne verbrannt, vom Winde verweht und vom Regen fort gespült.

Letzte Woche rupfte ich die dichtgewachsene Phacelia ab und lies sie am Beet liegen. Die Wurzeln bleiben im Boden, werden von den Bodenlebewesen gefressen und zu Nährstoffen für die Tomaten umgebaut. Oben die verwelkende und auch verrottende Phacelia liefert gleichfalls Nährstoffe fürs Bodenleben und dann die Pflanzen. Die verrottenden Pflanzenreste schützen derweil den Boden vor der Witterung. Der dichte Bewuchs der Gründüngerpflanzen verhinderte fast vollständig das Aufkommen von Unkraut. Ohne Gründünger wäre alles voller Unkraut das nicht so einfach ausgerupft hätte werden können.

Heute beim Pflanzen schob ich den Mulch (die abgerupfte und verwelkte Phacelia) bei Seite, hob mit der Handschaufel in Pflanzloch aus und setzte die Tomaten ein. Etwas Hornmehl als Dünger streute ich dazu. Das ist anders als Mineraldünger nicht ätzend, sprich es verbrennt die Wurzeln nicht. Die Bodenlebewesen zersetzen es jetzt und die Tomaten haben dann nach und nach den freigwordenen Stickstoff zur Nahrung. Dieser Stickstoff spült sich auch nicht aus und landet im Trinkwasser. Einmal wird er nach und nach freigesetzt und von den wachsenden Tomaten sofort verarbeitet. Zum anderen ist er auf diese biologisch-natürlich Weise nie in einer frei löslichen Form vorhanden, die vom Wasser weggespült werden könnte.

Was neben dem sehr einfach ausgedrückten Umwandeln von organischer Masse in Pflanzennährstoffe im Boden noch alles passiert, ist bis heute von der Wissenschaft kaum erforscht. Es ist aber, so viel weiß man schon, unvorstellbar komplex und es kommen immer neue Erkenntnisse dazu. Spannend finde ich ja die Tatsache, dass die Pflanzen über die Wurzeln und deren Ausscheidungen, mit dem Bodenleben kommunizieren. Das sind genau die Ausscheidungen, die man in der Mischkultur beachtet, weil manche Pflanzen manche Ausscheidungen von anderen nicht ausstehen können. Wie bei uns Menschen eben auch, wenn man einen anderen einfach „nicht riechen“ kann. Die Pflanzen sagen dem Bodenleben sogar, welche Nährstoffe sie gerade benötigen und die Organismen liefern sie, werden dafür von den Pflanzen wieder mit Nährstoffen aus zum Beispiel der Photosynthese (die im Dunkel des Bodens ja nicht möglich ist) versorgt.

Würde ich jetzt Kunstdünger, wie Blaukorn zu den Tomaten geben, so müssten sie den mit viel Wasser in sich auf nehmen, ob sie es brauchen oder nicht und ob sie es wollen oder nicht. Sie werden aufgedunsene Schwächlinge ohne Widerstandskraft gegenüber all ihren Feinden und Konkurrenten. Gegen die könnten sie sich allerdings, wenn der Boden im Gleichgewicht ist, auch zur Wehr setzen, hätten sie ihre Kommunikationsmöglichkeiten. Im toten Boden der von der Sonne vertrocknet und vom Leben befreit ist, steht ihnen diese Möglichkeit allerdings nicht zu Verfügung.

Mulch und Gründünger gezielt einsetzen

Gründüngerpflanzen, wie meine Phacelia haben neben dem Schutz des Bodens und späteren Nähren seiner Lebewesen noch eine schöne Funktion. Sie nehmen gerade freie Nährstoffe auf und speichern sie an Ort und Stelle. Denn manche Mineralien oder Nährstoffe könnten sonst schon auch weggespült werden. Zudem wurzeln viele Gründüngerpflanzen sehr tief und haben ein sehr verzweigtes Wurzelsystem. Damit kommen sie auch in tiefe Bodenschichten, saugen da quasi Mineralstoffe oder Nährstoffe auf und befördern sie so nach oben, zum Beispiel in Blätter und Stängel. Wenn sie verrotten, das wissen wir bereits, werden die in ihnen enthaltenen Nähr- und Mineralstoffe wieder frei. So befinden sie sich dann nicht mehr tief unten, sondern in den oberen Bodenschichten, in die wir unsere jungen Gemüsepflanzen setzen.

Schon vor ein paar Tagen hatte ich die Gurken gepflanzt. Einfach ins Beet, Loch graben und Pflanze einsetzen. Da muss man vorher nichts umgraben. An vielen Stellen im Gemüsegarten muss ich mittlerweile nicht einmal mehr mit Grabegabel oder Sauzahn ran. So locker ist der Boden. Die Arbeit spare ich mir einfach.

Ein wenig Überlegung muss aber doch sein. So habe ich noch ein ganzes Beet, das erst jetzt bepflanzt werden wird, im Frühjahr mit Phacelia uns Spinat als Gründünger eingesät. Beides wuchs prächtig und beides habe ich jetzt ausgerupft. Nur ganz grob, nicht detailliert.

Kartoffeln stecken da im Boden und treiben jetzt gesunde und dunkelgrüne Blätter.

Es kommen noch Buschbohnen dazu auch eine Reihe Gurken. Alle drei wachsen sehr rasch und kraftvoll. Es sind Pflanzen, die sich nicht an einem noch vorhandenen Bewuchs des Gründüngers stören. Die Gurken krabbeln dann oben drüber, wie in meinem anderen Garten über das nicht weg zu bekommende Unkraut. Die Kartoffeln stört es sowieso nicht, die werden so wuchern, dass die Reste vom Spinat oder Phacelia unterdrückt werden. Auch die Buschbohnen stört Beikraut nicht. Sie nützen es höchstens als Stütze.

Ganz andere Voraussetzungen benötigt ein Beet in das gar Möhren gesät werden sollen. Da dürfte nichts mehr wachsen, weil sie ewig zum Keimen brauchen und dann winzige Pflänzchen sind. Die Möhren habe ich in ein Beet gesät, das mit Laub bedeckt über den Winter ging. Im März rechte ich das noch verbliebene Laub zur Seite, entfernte Reste von Unkraut und säte die Möhren. Dann legte ich das Laub, das fast verrottet war wieder zwischen die Reihen. Keimte Unkraut im nicht bedeckten Boden, rupfte ich es sofort aus und jetzt wachsen die Möhren schön vor sich hin. Noch versteckt unter den Radieschen, die als Markierungssaat in die Möhrensaatrillen kamen. Dazwischen habe ich die Zwiebelsämlinge gesetzt.

Das Beet, in dem die Gurken und Kohl und manch anderes steht, war bis heute mein Sorgenkind. Ich hatte noch keinen Rasenschnitt zum Mulchen. Kein Häckselgut war vorhanden oder sonst organische Masse. Gründünger hatte ich nicht gesät, weil wir zwecks Nußbaum-Fällung und Zaunerneuerung dauernd im Beet herumlaufen mussten. Das hätte auch der Gründünger nicht ausgehalten. Hier habe ich kurzfristig, so lange gelaufen wurde, wenigstens mit noch vorhandener Mulchfolie oder Bändchengewebe die Fläche bedeckt. So konnten Wind und Sonne und Starkregen nichts schädigen. Der Boden blieb feucht und das Bodenleben konnte die allerletzten Reste vom Wintermulch aufessen.

Dann kamen die ersten Pflanzen rein und wurden mit dem noch wenigen Rasenschnitt gemulcht.

Rasenschnitt, mein bevorzugtes Mulchmaterial im Gemüsegarten

Heute habe ich wieder Rasen gemäht und diese Beetfläche ordentlich gemulcht. Gottseidank haben wir große Rasenflächen. Blöd war der letzte und vorletzte und vorvorletzte Sommer. Da war ab Juni kein Rasen mehr da zum Mähen und ab Juli war nur noch Heu auf bloßer Erde, so trocken war es. Das war nicht gut. Gut, dass wir bei den Karpfenweihern auch Heckenschnitt hatten und so habe ich wenigstens das Häckselmaterial dünn als Mulch austeilen können.

Was aber heißt das jetzt im Gemüsegarten mit dem Rasenschnitt mulchen?

Es darf nicht zu dick gemulcht werden. Dann fault und stinkt es wirklich. Faulender Mulch ist schlecht für den Boden und die Pflanzen, das muss immer vermieden werden. Wer es ganz perfekt machen möchte, lässt den Rasenschnitt erst in der Sonne ordentlich welken und bringt ihn dann auf. Ich habe dazu immer die Zeit nicht und verteile sofort. Jetzt ist es warm, ich streue nur dünn und so welkt er an Ort und Stelle. Die Dicke der aufgetragenen Rasenschicht ist schätzungsweise zwischen 0,5 und 1 cm. Möglichst flächendeckend, sollte es sein aber nicht dick.

So gemulcht ist der Boden optimal geschützt und genährt. Das kommt 1:1 den Pflanzen zu gute. Was bereits hier zu sehen ist, steht zum Teil seit März im Beet und ich habe heuer noch nichts gedüngt.

Die Brennesseljauche ist gerade erst frisch angesetzt und anderen Dünger habe ich noch nicht verwendet. Die Pflanzen bekommen ihre Nährstoffe aus dem verrotteten Mulch vom Herbst, der über Winter in den Beeten lag. Häckselmaterial und Gemüsereste oder Gründünger waren das.

Brenneseln mähen für Jauche

Wenn so dünn gemulcht wird, ist die schützende Decke nach spätestens 2 Wochen wieder so dünn geworden oder verschunden, dass nachgemulcht werden muss.

hier sieht man nichts mehr vom ersten Rasenschnitt-Mulch

So braucht niemand den Rasenschnitt umständlich entsorgen und dann wieder für teures Geld Dünger extern einkaufen.

Später im Jahr kommen Heckenschnitt und Staudenschnitt als Mulchmaterial hinzu

Ich mulche dann später im Jahr auch mit dem anfallendem Häckselgut vom Heckenschnitt, den klein geschredderten Stauden die ja, sobald abgeglüht, immer wieder und im Herbst extrem anfallen. Es sollte niemals Erde unbedeckt im Garten liegen.

Im Mulch von gehäckseltem Material, was auch holzige Anteile enthält, sprießen dann immer munter Pilze und erscheinen im Gemüsebeet.

Pilze sind nichts Schlechtes! Sie helfen beim Abbau organischer Substanz, beim Verrotten des Mulches. Und sie sind rege Kommunizierer mit den Pflanzen! Reines Holz verwende ich nicht als Mulch. Bei Heckenschnitt ist auch immer Laub dabei. Im Frühjahr beim Schnitt der Gehölze anfallendes reines holziges Material streue ich nur dünn und dann über den Rasenmulch. Das Holz allein enthält keinen Stickstoff. Das Bodenleben baut aber das Holz ab und holt sich dazu den unabdingbaren Stickstoff aus dem Boden. Dieser fehlt aber dann den Pflanzen, die Kümmern oder gar absterben. Das weiß ich seit es mir einmal, noch nichts davon ahnend passiert ist im Staudenbeet. Also bei reinem Holzhäcksel immer Rasenschnitt darauf oder Horn-Blut-Mehl darüber als Stickstofflieferant.

Ob so ein Abbau ordentlich verläuft, alles verrottet und nicht verfault, wie ja viele beim Rasenschnitt befürchten, kann man tatsächlich mit der Nase beurteilen. Sollte es irgendwo stinken, dann ist etwas „faul“. Zu nass, zu dick, zu wenig Sauerstoff. Richtig verrottendes Material und der Boden darunter richt immer wie frischer Waldboden, sehr angenehm!

Warum Tomaten gemulcht werden müssen

Zurück aber zu meinen heutigen Tätigkeiten. Die Tomaten waren also mittlerweile gepflanzt, der Rasen ist gemäht und das Material auf den Beeten verteilt. Übrigens ist es unter den und um die Tomatenpflanzen besonders wichtig, dass keine nackte Erde vorhanden ist.

Jeder Regentropfen, der auf sie darniederfällt, spritzt kleinste Mengen Erde auf die unteren Blätter der Tomaten. So kommt die Braundfäule, ein nicht gut wirkender Pilz mit seinen Sporen auf die Pflanze. Bleibt es kühl und feucht, ist das das Todesurteil für die schönen Tomaten.

Wie das heutige Wetter den Vorteil von Mulch beweist

Ich habe die erste Etappe meiner aktuellen Pflanzaktion also gemeistert. Plötzlich wird mir ganz schwarz vor Augen. Nein nicht mir und nicht vor meinen Augen. Der ganze Himmel wird schwarz und Sturm kommt auf. Ich räume schnell, ja sehr schnell alles weg und flüchte ins Haus. Der Sturm tobt, es blitzt und donnert und erbsengroße Hagelkörner werden vom Wind auf und über den Boden gedroschen. Binnen 10 Minuten wechselte die Temperatur von 28 Grad auf 8 Grad. 20 Minuten regnet und tobt es. Im Regenmesser sind 12 Liter ab zu lesen.

Meine armen, kleinen Pflänzchen. Endlich im Beet und nicht mal Stunden später so etwas.

Als alles wieder vorüber war, ging ich gleich in den Gemüsegarten und sah das, was ich erwartet hatte. Nichts. Die Pflanzen haben den Hagel überstanden, das war Glück. Aber der Boden, den wollte ich euch zeigen. Wie gut das Unwetter doch zum heutigen Beitrag passt.

Der Rasenschnitt oder allgemein Mulch, schützt den Boden. Diese Regenmassen, Hagelkörner nichts trifft den Boden direkt. Immer abedämpft durch den Mulch. Wie hätte der Starkregen den Boden verschlemmt, weggespült, hochgespritzt auf die Pflanzen. So aber ist nichts passiert.

Im Waschbetontrog (man sieht ihn oben im Bild neben den Regentonnen) im Gemüsegarten steht eine Heidelbeere. Auch hier wird gemulcht. Vor dem ersten Rasenschnitt hatte ich keinen Mulch darauf. Es war aber schon lange sehr warm und sehr windig und wie immer sehr trocken. Ich musste viel gießen. Nun hatte ich den Trog aber zu voll mit Erde befüllt und diese war mangels Mulch immer oben wie eine harte Betonschicht trocken. Das Wasser lief über den Trog-Rand. Erde wurde mit heraus gespült aber der Boden selbst bekam nicht viel Wasser ab. Ich pickerte immer vor dem Gießen mit der kleinen Schaufel den Boden auf und goss. Es lief aber immer einfach nicht rein sondern nur ab. Dann kam Rasenschnitt und ich mulchte wie gewohnt auch den Trog. Wenn ich jetzt gieße, kann ich sogar mit der Brause am Schlauch „volle Pulle“ bewässern. Nichts läuft mehr über, es versickert so schnell wie ich es rein gieße im Boden. Der ist auch an der Oberfläche unter dem Mulch locker und nie ganz trocken. Gleiches passierte heute beim Gewitter mit dem Boden im Beet. Gemulchte Beete nehmen das Wasser auf, andernfalls läuft es bei Starkregen nur oberflächlich ab.

Und schließlich: Mulchen auch im Blumenbeet?

Mit Unwetterbildern möchte ich allerdings meinen Beitrag nicht beenden. Daher hier nochmal ein tagesaktuelles Bild vom Staudenbeet im Vorgarten. Ein Traum in Blau und Rosé. Und ein Beispiel dafür, dass auch im Staudenbeet gemulcht werden kann. Vor allem im Herbst und über den Winter ist es mit Häckselmaterial bedeckt. Das räume ich im Frühjahr nicht weg. Die Pflanzen finden ihren Weg hindurch und es verrottet komplett. Jetzt sieht man nichts mehr davon. Im Sommer gebe ich auch im Staudenbeet, wo ich eben hinkomme vor lauter dichtem Bewuchs, Rasenschnitt oder Häckselmaterial auf den Boden. Gedüngt wird ansonsten mit Kompost (Mulch ist Kompost auf der Fläche statt im Haufen) und Brennesseljauche. Also rein optisch jedenfalls würde ich nicht sagen können, dass die Stauden einen Mangel an Nährstoffen leiden müssen.

Ganz zum Schluss, für alle, die bis hierher gelesen haben, noch ein weiteres Schmankerl. Der Gründünger, in diesem Falle Spinat, nährt nicht nur die Pflanzen sondern auch mich. Jedenfalls, wenn man so leckere Herrgottsbscheisserle daraus macht. Klickt doch einfach mal durch zum Rezept.

Maultaschen mit Spinat und Hack

20 Antworten auf „Vom Mulchen im Gemüsegarten“

  1. Lieber Achim,
    danke für diesen tollen Post!
    Das mit dem Rasenschnitt bei meinen Tomaten probiere ich unbedingt aus. Ich mulche sie schon seit Jahren mit ihren eigenen Blättern (die beim Ausgeizen anfallen) Das hab ich mal in einem alten Gärtnerbuch gelesen. Aber das deckt natürlich nicht den kompletten Boden ab. Und in den letzten Tagen hats hier paar mal etwas geregnet und das mit dem Hochspritzen ist echt immer nicht so schön für die Pflanzen.
    Ein wunderschönes Pfingstfest wünsche ich dir und deinen Lieben und viele Grüße von der Urte

    1. Liebe Urte,
      ich wünsche dir auch schöne Feiertage.
      Das Hochspritzen ist für Tomaten eben schlecht, weil die Sporen der Braunfäule im Boden sind und so mit den Regentropfen und dem Boden auf die Pflanzen kommen. Dazu kommt die Feuchte vom Regen. Eine echt gefährliche Sache für die Tomaten.Ich habe gestern wieder fleißig gemulcht.Beim Pflanzen von Kürbis und Zucchini etc. in meinem Weihergrundstück, habe ich wieder gemerkt, dass es unter dem da schon recht lückenhaften und vetrockneten Mulch aber tatsächlich noch feucht war. Nicht feucht genug, dass die neuen Pflanzen nicht angegossen werden müssen, aber eben feucht, dass eingewachsene Pflanzen wachsen können. In den Nachbargärten ohne jede Bedeckung des Bodens und ohne jedes Unkraut (wie auch immer die das schaffen….) war der Boden total verkrustet. Hier einmal eine Regen drauf, muß gar kein Starkregen sein, und alles wird weggespült, statt dass es in den Boden eindringen kann.
      Wünsche viel Spass beim Mulchen und viel Erfolg mit deinen Tomaten. Liebe Grüße, der Achim

  2. Ich habe leider nie genug Mulch, aber dieses Jahr gab es (aus Versehen) etwas ganz Besonderes. Wie in jedem Jahr hatte ich letztes Jahr damit begonnen, meinen Rasenschnitt in eine Tonne einzustampfen und luftdicht zu verschließen. Normalerweise mische ich dieses „Silo“ dann unter den Kompost, toller Beschleuniger. Vermutlich durch die anhaltende Trockenheit letztes Jahr muss ich den Inhalt völlig vergessen haben und als ich dieses Jahr den ersten Rasenschnitt einstampfen wollte, habe ich nicht schlecht gestaunt über eine Tonne voller, wunderbaren, zart sauer duftenden leichten Rasenschnitt, nun sind die Beete, die Tomaten … wunderbar gemulcht. Werde ich wieder machen. Dieses Mal absichtlich … dann habe ich gleich im Frühjahr genug davon und prima „abgelagert“. Liebe Grüße von Marion

    1. Hallo Marion,
      das kenne ich mit dem Grasschnitt in Säcke oder Eimer. Ist wie die Silage der Landwirte, die das Gras mit dem Schlepper zusammenpressen und dann mit Folie bedecken und das wiederum ist nichts anderes als unsere Sauerkrautherstellung. Also hast du Sauergras als Mulch. Das ist doch gut, dürfte rasch verrotten und hat schon gute Mikroorganismen auf sich, die es in den Boden einbringt.

      Liebe Grüße, der Achim

  3. Lieber Achim,
    was für ein Glück, das bei Dir brav gemulcht wird, sonst hätte das Unwetter ordentlich Erde davon geschwemmt. Ich nenne den Mulch hier Flächenkompostierung, weil es mangels Rasenschnitt nicht ganz so ordentlich aussieht, wie bei Euch. Liebevoll bündele ich unsere Gemüseabfälle und lege sie zwischen die Gemüsereihen. Aber bald gibt es Spinat zum Mulchen, tätä! Der , der eigentlich gegessen werden sollte, schießt in Blüte, der ist jetzt fällig, Danach folgt der als Mulch angesäte Spinat im Mischkulturenbeet. Meine 5 Brennesseln müssen für die Falter bleiben, ich muss wohl mal am Waldrand auf Erntezug gehen.
    Ich habe jetzt übrigens den ersten Versuch mit Netafim-Tropfschläuchen gemacht. Für Hecken und Randbereiche mag das reichen, aber alle 30cm ein Tropfloch ist für unser Gemüse zu wenig. Wie hast Du das gelöst?
    Liebe Grüße
    Karen

    1. genau das meine ich, liebe Karen. Und genau das aber sehe ich auf Instagram und Facebook fast ausschließlich. Kahlen nackten Boden, risse vor Trockenheit und Zeichen des Wegspülens. Nein, bei mir wird konsequent gemulcht, habe schließlich einen natürlichen oder Bio-Garten. Viele schreiben sich das auch in den Profiltitel und handeln dann aber konsequent in die andere Richtung. Das ärgert mich dann immer. 30cm ist viel zu nahe zusammen. Meine Tropfschläuche sind alle 50 cm auseinander. Im Bild mit dem frisch gemulchten Beet siehst du sie zum Teil liegen. Entlang der Tropfschläuche wird gepflanzt oder gesäht und dazwischen gelaufen. In den anderen, 1,20cm breiten Beeten ist in der Mitte dann Platz für Dauergemüse wie Gurken oder Tomaten, zartes schnelles Gemüse kommt immer nahe an die Schläuche, klappt bestens.

      1. Ja, ich hab den Schlauch wohl entdeckt. Da hast Du mich missverstanden. Ich meinte den Abstand der Löcher in den Schläuchen, der ist ja auf 30cm festgelegt. Oder hast Du ein anderes Modell mit kürzerem Abstand? 50cm Abstand nebeneinander finde ich völlig okay. Wahrscheinlich hat unsere Wasserleitung einfach nur zu wenig Druck. Gestern beim Erstversuch war nach 2 Stunden nicht mal eine richtig nasse Stelle unter den Tropflöchern.
        LG Karen

        1. Hallo Karen, ja das stimmt, dann habe ich dich missverstanden. Aber die Abstände sind vollkommen ausreichend. Das zeigt meine Erfahrung und die kommen ja auch aus dem Profigartenbau, also sind schon durchdacht. Am Druck wird es sicher nicht liegen, weil sie mit so gut wie fast gar keinem Druck auch arbeiten. Eine erhöht stehende Wassertonne langt schon aus, sie zu durchfließen. Vielleicht stimmt was mit dem Druckminderer und Sieb am Anfang nicht? Ich lasse auch immer 2 Stunden oder länger laufen und das langt. Es wird und soll ja auch nicht, niemals eine Pfütze unter dem Loch sein. Es dringt sofort in die Erde ein und verbreitet sich dort kegelförmig, also oben beim Tropfer die Spitze und unten dann breiter werdend. Grab mal mit nem Schäufelchen an der Stelle und du wirst sehen,es ist feucht. Zudem kannst du, wie ich ihn habe und viel beim Gießen nutzen, einen Gardena Wasserdurchlaufzähler, anschaffen https://www.amazon.de/GARDENA-Wassermengenz%C3%A4hler-Verbrauchsger%C3%A4t-Wasserverbrauchs-batteriebetrieben/dp/B006MWDQZQ/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=9T9ACYB45LL6&keywords=wasserdurchlaufz%C3%A4hler&qid=1558971500&s=gateway&sprefix=wasserdurchlauf%2Caps%2C178&sr=8-1

          Schließ den zwischen Hahn und Tropfschlauch und beobachte 2 Stunden Durchlaufmenge und insgesamte Menge, bei mir sind das hunderte von Litern in 2 STunden. WEnn der auch nichts anzeigt, stimmt was nicht und es läuft echt kein Wasser durch. Aber wie gesagt, Vorteil dieser Bewässerung ist ganz enorm, der wassersparende Effekt, weil alles sofort im Boden bei den Pflanzen versickert. Denk an dne Kegel unterirdisch, die Wurzeln auch unterirdisch suchen sich ohnehin das WAsser und so langen die 30cm, dürfte dann unter der Erde ziemlich aneinander ran reichen die bewässerte STelle.

          Liebe Grüße Achim

  4. Lieber Achim,
    Vom Brennnessel-Mähen bin ich leider weit entfernt. Ich hatte im letzten Jahr eine ganze Brennnessel, die vom Nachbarn herüber lugte. Ich habe geduldig gewartet und setze nun alle Sämlinge, die ich finden kann, hinter meine Beerenbüsche und lasse sie dort wachsen. Vielleicht kann ich dann auch irgendwann mal eine Jauche ansetzen. Bisher habe ich hier in der Gegend noch keinen Ort gefunden, wo ich guten Gewissens etwas wegpflücken könnte- zu viele Hunde im Ort.
    Sonst halte ich es mit den Beeten wie Du. Ich mulche sie mit allem, was anfällt. Für das neue Terrassenbeet habe ich bei einer Nachbarin Strauch- und Staudenschnitt gehäckselt, um bei mir zu mulchen zu können. Der Gatte fand das ein wenig absonderlich, als ich mit Häcksler und Schubkarre abzog. Ich fand, das Beet sah mit Mulch gleich viel gesünder aus. Es hat sich in jedem Fall gelohnt.
    Beim Anblick der Maultaschen bekomme ich augenblicklich Hunger, die sehen sehr gut aus!
    Liebe Grüße
    Steffi

    1. Liebe Steffi,
      ja ich habe bewußt vom mähen gesprochen, weil sie da bei den Weihern großlächig und dicht an dicht wachsen. Ich mähte sie mit einer kleinen Heckenschere. In ein paar Monaten müssen wir wieder mit der Motorsense und dem Sägeblatt statt Faden unten dran durchs Dickicht mähen so wuchern Brennesseln. Jetzt sind sie großblättrig und dickstielig, saftig. Im Hochsommer sind sie mit winzigen Blättern und harten dünnen Stielen nicht mehr so gut für die Jauche.
      Die Maultaschen waren auch sehr sehr lecker. Haben sie in Öl mit Zwiebelringen angebraten und Bohnen, noch vom letzten Sommer, gegessen. Dazu frischen Salat aus dem Garten.
      Wünsche dir einen schönen Tag, liebe Grüße, der Achim

  5. Hoi Achim
    Ich habe aber keinen Rasenschnitt …
    Darum verwende ich direkt das geerntete Grünzeugs, das nicht mit in die Küche kommt. Wie die Blätter der Radieschen z.B. oder ich lege sobald die Jauche fertig gezogen hat die Brennesselpampe zwischen die Tomaten.
    Das geht auch.
    Hebs guet. Grüess Pascale

    1. Hallo Pascale, na wenn du keinen Rasen hast, hast du auch nicht das Problem, den Rasenschnitt irgendwo entsorgen zu müssen. Was aber viele haben. Bei uns im Wertstoffhof steht sogar extra ein großer Container, wo man den Rasenschnitt abgeben kann……
      Liebe Grüße und schöne Mai-Tage noch, der Achim

  6. Guten Morgen lieber Achim,
    ja, ich habe bis zum Ende durchgehalten, auch wenn bei uns garantiert kein Gemüseanbau stattfinden wird, und ich heilfroh bin, wenn die inzwischen wohl 6qm Brennesseln im Spätherbst hoffentlich aus unseren Garten verbannt sind. Trotzdem sind Deine Erfahrungen mit dem Mulchen spannend zu lesen. Denn in unseren Gartenflächen praktiziere ich es nun seit etwa 20 Jahren ähnlich.
    Angefangen hatte ich mit Rindenmulch, um den Boden zumindest nach der Erstbepflanzung notdürftig abzudecken. Denn nackte gehackte Erde empfand ich schon damals nicht als erstrebenswert. Aber in den Anfangsjahren fehlte halt das Shreddermaterial.
    Mit Rasenschnitt mulcht meine Mutter inzwischen auch schon seit vielen Jahren ihren Garten unter den Sträuchern und in den Randbereichen. Gut gemischt mit Laub sowie anderem Shreddermaterial ist das wirklich ideal den Boden zwischen Stauden und Sträuchern zu bedecken.
    Nur muss ich im Nachhinein zugeben, dass es nicht nur im Schattengarten natürlich das Nacktschnecken- & Zeckenproblem fördert. Denn so ein abgedeckter bzw. dicht bewachsener Boden ist für die Tierchen ideal. Vor allem, wenn dann wegen der Trockenheit noch gewässert werden muss.
    Ganz im Anfang – bei der Neuanlage, habe ich den großen Fehler gemacht fast stundenlang alle paar Tage mit dem Rasensprenger alle Beet zu bewässern. Die Pflänzchen wuchsen wundervoll. Aber ich glaube, das war leider auch der Startpunkt für eine perfekte Nacktschneckenzucht. Und bei den Zecken war es wohl kaum anders, denn so ein feucht warmes Klima mit Mulch unter den Pflanzen war für die Gelege natürlich ideal …
    Trotzdem mulche ich weiterhin mit Laub und Shreddermaterial. Nur versuche ich inzwischen sparsamer mit dem Wasser umzugehen. Sicherlich ist so ein gut abgedeckter Boden für heiße Sommer ideal und ebenso als Winterschutz. Nur bei uns brauche ich mich in milden Wintern halt auch nicht zu wundern, wenn die ersten Zwiebelpflänzchen gleich abgefressen werden, oder mich teilweise noch im Winter oder schon wieder im Februar die ersten Zecken freudig in der Mulchschicht erwarten. Von daher sehe ich es immer mit gemischten Gefühlen. Nur da inzwischen auch in ordentlich gehackten sonnigen Gärten Zecken und Schnecken ein Problem sind, ist es für mich kein Hinderungsgrund auch in den nächsten Jahren das anfallende Material gleich wieder in all‘ den Beeten zu verteilen. Zumal ich befürchte, dass wir nun häufiger so extrem heiße Sommer bekommen.
    Ich wünsche Dir gemäßigtes Sommerwetter, damit Deine Ernte ein voller Erfolg wird!
    LG Silke

    1. Liebe Silke, das hast du gut erkannt. Es wird immer gesagt, der Mulch fördert die Schnecken. Dabei haben die Gärten ohne Mulch genauso Schnecken. Dabei scheint es, was ich gelesen und gehört habe gerade anders herum zu sein. Und es bestätigt sich bei mir auch schon. Ich habe kein Problem mehr mit den Schnecken, dabei wollte ich noch vor ein paar Jahren ernsthaft alles hinschmeißen, weil sie mir alles abgefressen haben. Sogar einen großen Holunder haben sie kahl gefressen. Jetzt sind nur noch ein paar kleine da, der geerntete Salat enthält auch immer Schnecken, die sich darin verstecken. Anfressen tun sie ihn nicht, dann dürfen sie auch bleiben. Sie sind auch beteiligt am Verrotten organischen Materials zu wertvollem Dünger. Je mehr Humus und Regenwürmer im Boden sind, desto weniger Schnecken gibt es, las ich mehrmals. Mulch fördert mit den Würmern den Humusaufbau. Also ich glaube fest, dass da was dran ist.

      Liebe Grüße, der Achim

  7. Hallo Achim,
    das Bild gefällt mir, wo die Phacelia zwischen den Kartoffeln hockt. Das stimmt, dass die Kartoffeln bald so groß werden, dass sie das nicht stört.
    Den Rasenschnitt packe ich auch auf die Staudenbeete, das klappt ganz gut, nichts stinkt und bald sieht man ihn nicht mehr. Die Regenwürmer freuen sich.
    Ich weiß nur nicht, ob ich die Tomaten in den Töpfen auch mulchen sollte? Mit Rasenschnitt oder Gehacktem aus dem Häcksler?
    VG
    Elke

    1. Hallo Elke, du kannst ruhig die Tomaten in den Kübeln mulchen. Das verhindert zusätzlichen Wasserverlust,der Boden heizt nicht so auf, die Tomaten brauchen Stickstoff, also lieber vom Rasenschnitt ein wenig auf den Topf. Ich mulche auch in den großen Kübeln, wenn noch freie Erde ist. Bei manchen Kübelpflanzen ist so viel Pflanze, Triebe oder Wurzeln, dass kein Mulch mehr auf die Erde passt.
      Viel Erfolg mit den Tomaten wünscht Achim

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