Winter-Ruhe

Willkommen im Winter.

Der Gärtner hält ja eher eine Winter-Ruhe und keinen kompletten Winter-Schlaf. Dennoch ist keine Zeit im Jahr so erholsam für ihn, wie die jetzige. Dass auch der Garten ruht, zeigen die Fotos.

Gärtner und Garten halten Winterruhe unterm Nebel

Willkommen im Winter. Ja, wir haben schon wieder Winter. Das Laub der Bäume ist gefallen – ohne uns heuer einen goldenen Herbst zu bescheren – die Vegetationszeit ist zu Ende. Jetzt wächst erst mal nichts mehr. Zum einen ist es kalt, was aber entscheidender ist, das Licht fehlt den Pflanzen zum Wachsen. Recht viel dunkler kann es (bei uns ) kaum werden. Nur noch gute drei Wochen und wir haben den Tiefststand und die kürzeste Tagesdauer erreicht. Ab da geht es wieder bergauf, wird heller und für mich beginnt da gefühlt immer das neue Gartenjahr.

Jetzt aber wird es erst einmal dunkler und dunkler. Bei uns in Franken hat es gerade seit Tagen Dauernebel und die Sonne sehen wir gar nicht. Die Temperaturen liegen tags unter 5 und Nachts bei fast -5 Grad. Höchste Zeit die herrlich ruhige und abgerückte Zeit in Fotos fest zu halten. Wer ein wenig Zeit und Lust hat, der oder die kann sich ja mal den Spaß machen und den Beitrag hier lesen und vor allem die Bilder wirken zu lassen. Danach kann man ja im Blog rechts im „Archiv“ einmal zum Beispiel den Monat Juni, egal welchen Jahres, heraussuchen und sich die Beiträge dazu ansehen. Ich bin mal gespannt, wer den Unterschied an Stimmung in den Bildern, die ja das gleich Grundstück, mein Paradies, ablichten, spürt. Ich jedenfalls liebe genau diese Gegensätze.

Fotos der Ruhe und des Rückzugs.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Und da habe ich mich schon auf unter fünfzig Fotos geeinigt. Geeinigt mit mir selbst in hartem Kampf. Wer hätte gedacht, dass es auch im November noch so viel zu sehe und zu zeigen gibt. Der Interessierte allerdings findet immer und überall spannende Begebenheiten.

Winter-Ruhe im Gemüsegarten

Als Selbstversorger denke ich, fange ich mit dem Gemüsegarten an.

Ein bisschen etwas zum Ernten steht noch in den Beeten. Bis auf Rosenkohl und Palmkohl ist mittlerweile auch alle geschützt. Entweder es steht in einem Frühbeet oder ist unter Vlies sicher aufgehoben. Dazu gehört seit heute auch der Endivien und Radiccio. Im Frühbeet der letzte Bataviasalat kam gestern auf den Tisch.

Im Gewächshaus steht der Winterkopfsalat.

Die Pflanzen sind wunderbar gewachsen, werden jetzt eine Pause einlegen und fangen dann ab etwa Ende Januar, wenn es wieder mehr Licht gibt, richtig an zu wachsen. Dann sind sie auch ab Ende Februar erntereif. Vlies liegt bereit und die Konstruktionen, auf denen es liegen wird stecken im Boden. Bei leichten Frösten genügt das Gewächshaus als Schutz. Kommen aber Fröste ab etwa -8 Grad und die auch dauerhaft mit Tagesfrost, dann ist es ratsam, innen alles mit Vlies zu bedecken. Damit habe ich es schon geschafft bei -15 Grad drinnen den Boden fast frostfrei zu halten. Nur wenige Millimeter oben drauf waren gefroren.

Jetzt wo das Laub weg ist, findet man vergessene Trauben am Stock. Die können sich die Vögel holen.

Die Beete im Gemüsegarten sind allesamt komplett mit Ernterückständen, Laub oder Stroh, was als Verpackungsmaterial in den gelieferten Obstbäumen war, abgedeckt. Wo so eine Decke fehlt, wächst Gründünger. Damit ist das Bodenleben mit Nahrung versorgt und auch vor direkten Witterungseinflüssen geschützt. Etwas besseres kann man seinem Boden nicht gönnen.

Der Rosenkohl hat immer morgens nach frostigen Nächten die Blätter schützend nach unten um den Stiel mit den vielen Röschen gelegt. Wenn er wieder auftaut, stehen sie eher waagerecht vom Stiel ab.

Eine zweite Welle Stockschwämmchen ist auch am Stumpf vom Walnussbaum erschienen. Die Ernte habe ich versäumt. Da sie jetzt aber gewiss angesiedelt sind, wird es bestimmt noch etliche Erntemöglichkeiten geben. Dann schlage ich aber wieder zu.

Und schon wieder sieht der Gärtner bevorstehende Aufgaben.

Arbeit für das Frühjahr liegt bereit. Der Palettenkomposter hat den zersetzenden und abbauenden Kräften der Mikro-Organismen nicht stand gehalten. Nach bestimmt 4 oder 5 Jahren ist ein neuer Fällig. In den Gitter und Bretterkompostern liegt das übrige Laub von Eiche und Walnuss und verrottet für sich zu feiner Gartenerde. Es ist schon jetzt so weit zusammen gesackt, dass ich es im Frühjahr bald zu einem einzigen Haufen vereinen kann.

Winter-Ruhe im Staudengarten oder wenn die Beete schwarzbraun werden

Der Gemüsegarten liegt jetzt mitten im Nebel, verschwunden hinter einem großen und schwarzen Staudenbeet.

Ups, so scharz ist es dann doch nicht, denn noch immer blühen darin die letzten Herbstchrysanthemen.

Am mediterranen Platz ist es leer. Mediterranes hat jetzt hier im Freien nichts mehr zu suchen. Die Seerose kommt in den nächsten Wochen auch noch aus dem Becken. Nur die Korkenzieherweide und der Schachtelhalm halten weiter die Stellung. Hier wird im Frühjahr einiges anders werden. Ich freu mich schon auf Vorher-Nachher-Bilder.

Und auch wenn wir am mediterranen Platz sind, so lässt mich das Thema Gemüse einfach nicht los. Schaut, was sich hier in den Pflasterfugen angesiedelt hat.

Sicher ist mir im Herbst beim Salatsähen Samen entfleucht und in den Fugen gelandet. Hier sitze ich am Tischchen mit den Saatplatten vor mir und stecke Samenkorn für Samenkorn in die Erde. Salatsamen sind fürchterlich leichtfüßige Gesellen. kein Wunder, wenn da der eine oder andere im Garten herum kommt. Was aber hier noch am Fuß des Seerosenbeckens aufgegangen ist, hat sich selbst dort ausgesät. Von einer der Mittagsblumen bei meiner Kakteensammlung fällt ein Same herunter, kullert in den feuchten Ritz und schon hat man wieder eine Mittagsblume mehr.

Jetzt aber weiter in den Ziergarten.

Ja, für mich soll’s rote Rosen regnen
Mir sollten ganz neue Wunder begegnen
Mich fern vom Alten neu entfalten
Von dem, was erwartet, das Meiste halten

Hans Hammerschmidt/Hildegard Knef

Nun, die Rosen habe ich bereits, das mit den Wundern würde mich freuen, habe ich doch schon länger keines mehr gehabt. Das mit dem neu entfalten wäre auch genehm. So bewusst habe ich dieses Lied noch nie gehört gehabt…

Ja, das Lied ist uralt und hat so einen langen Bart. Aber nicht so einen schönen Bart, wie die Aster oder der Buchs.

Aber ich schweife ab. Bleiben wir bei schönen, düsteren, farblosen, beruhigenden und gruseligen Winter- und Nebelszenen. Beim Schnittknoblauch sind noch die Samenstände vorhanden, manche Herbstchrysantheme zaubert etwas blasse Farbe ins Grau und die stinkende Nieswurz hat schon ganz deutlich die neuen Blütenstände fürs Frühjahr parat. Auch wenn es gerade so aussieht, das Grau und Schwarz jetzt ist nicht das Ende. Es ist eher die große Pause vor dem nächsten Feuerwerk.

Schön zu sehen ist der Nebel im Vorgarten. Die Vögel freuen sich schon wieder „tierisch“ über den reich gedeckten Tisch.

Unter Gras freuen sich bald die Mikroben und Würmer über das leckere Laub, bevor im Frühjahr Krokus, Narzissen und Wildtulpen die schöne düstere Stimmung wieder vertreiben.

Vor der Ruhe wurde noch gepflanzt. Obstbäume zum Beispiel.

Am oberen Rand des Schottergartens entstand ein kleines Stauden-und Büschebeet mit Rosen. Im Frühjahr wird es deutlicher werden.

Zudem steht einer meiner neuen Obstbbäume dort. Nun ja, „Baum“ ist hier wohl noch irreführend. Wer findet ihn? Hier ist es die Mini-Reneclaude Golddust. Schließlich bin ich ja Selbstversorger und da müssen es auch im Ziergarten nicht immer nur Stauden oder Blüh-Büsche sein. Ich finde ein Obstbaum passt da auch. Vor allem wenn er dann auch nur die versprochenen 180 cm Gesamthöhe nicht überschreitet dürfte er gut ins Beet passen. Früher stand daneben eine Forsythie. Kurz war die gelbe Blüte da. Ansonsten wucherte das Gestrüpp unsäglich. Jetzt wird es weiß blühen, dann mit Nahrung für die Bienen. Und dann kommt noch Nahrung für mich und Zierde der goldgelben Früchte. So ein Baum hat mehr zu bieten als eine Forsythie, bei der wirklich niemand in irgendeiner Form satt wird.

Danach grenzt bis zum Zaun der neue Schottergarten an.

Und wenn es um Obstbäume geht, hier steht noch einer. Diesmal der Zwergapfel Era. Und der ist diesmal aber leicht zu entdecken. Oder nicht?

Er soll bei weitem keine 3 Meter Höhe erreichen. Die Früchte wie die Blüte sind pink-rot. Dieser Baum ersetzt den mir eigentlich lieben gelben Ranunkelstrauch. Der gedieh nicht gut, mickerte und blühte so gut wie gar nicht. Ansonsten ist er auch wie die Forsythie irgendwie nur Gestrüpp gewesen.

Und irgendwo zwischen Reneclaude und Apfelbaum liegt das Mäuerchen-Staudenbeet. Alles schön mit Laub gemulcht und mit abgeschnittenen Stauden. Die, die jetzt noch stehen bleibe bis zum Frühjahr. Sie geben dem Beet Struktur, den Vögeln Nahrung (Samen im wilden Oregano) und den Insekten Unterschlupf.

Die Schönheit des Steingartens – nur für Detailverliebte ersichtlich

Gegenüber liegt der Steingarten, der auch jetzt im Winter noch schön anzusehen ist. Man muss hier nur etwas in die Hocke gehen und genauer hinsehen. Fernwirkung hat er erst wieder im Mai, wenn alles blüht.

Wir haben jetzt den ganzen Garten inspiziert, haben die herrlich düstere Winterstimmung eingefangen und freuen uns jetzt über das warme Zuhause und das Sofa. Wer jetzt ein wenig betrübt sein sollte, zu sehr herunter gefahren vom November, der kann gerne meinem Tipp folgen und jetzt einmal ein paar Berichte vom Juni ansehen. Ich werde es auch gleich tun und weiß schon jetzt, das ich mich bestimmt darauf freue. Gleichzeitig blinken in meinem Kopf aber die Listen an fälligen Arbeiten bis dorthin auf. Gut, dass ich mich jetzt erst einmal ausruhen kann. Einen schönen Advent wünscht der Achim.

Link zum Juni 2020, wo es nur einen Bericht gab, auf dem aber zum Beispiel der Rosenkohl von hier auch zu sehen ist.

3 Antworten auf „Winter-Ruhe“

  1. Lieber Achim,
    Wahnsinn was da bei dir noch an Gemüse wächst.
    Ja, im Winter hat so ein Garten seinen ganz eigenen Reiz.
    Ich bin auch im Winter immer wieder gern hinten im Garten und
    träume schon vom Frühling, was ich so alles noch ändern und neu machen will 🙂
    Jedenfalls wünsche ich dir und deiner Familie trotz Corona ein gemütliches
    und schönes Weihnachten und vor allem anderen viel Gesundheit.
    Past auf euch auf und bleibt gesund!
    Ganz viele Grüße von Urte

    1. Liebe Urte, danke dir vielmals. Ich wünsche das euch auch. Ruhe, Gemeinsamkeit, Harmony und dieses Jahr noch viel wichtiger als sonst Gesundheit und Liebe.Für die Festtage und für das neue Garten-Jahr 2021. Und da dann natürlich auch wieder viel Freude am Garten und den herrlichen Rosen.
      Ganz liebe weihnachtliche Grüße schickt euch der Achim

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.