Wintergemüse -frische Ernte in der kalten Jahreszeit. Eine Rezension

„Manche mögen’s kühl“ so heißt es im Buch „Wintergemüse“ vom Ulmer-Verlag. Dass genau das auf viele Gemüse zutrifft, wissen noch viel zu wenig Hobby-Gärtner. Wie man aber auch im Winter ernten kann, erfahren wir im Buch.

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Die Neuentdeckung des Winters

Die meisten Hobby-Selbstversorger und Gemüse-Hochbeet-Gärtner oder Gärtnerinnen haben im November für dieses Jahr mit Garten abgeschlossen. Viele wissen gar nicht, was jetzt und die nächsten Monate noch alles zu ernten wäre, hätte man nur im Sommer schon daran gedacht.

Da sind wir schon bei zwei Aussagen von Heidi Lorey in ihrem Buch „Wintergemüse Frische Ernte in der kalten Jahreszeit“ erschienen im Ulmer- Verlag. Man ahnt nicht, was im Winter alles wächst. Man weiß nicht, dass man im Sommer bereits daran denken sollte.

Wann, warum und was?

Im ersten Teil beschreibt sie, wann, warum und was angebaut werden kann.

Wann wirklich Winter ist und wann man bereits daran denken sollte, zeigt der phänologische Kalender. Aber ist auch jedem bewusst, dass das die längste Jahreszeit ist und in der der Gemüse-Garten ungenutzt bleibt?

Zweck ihres Buches ist also „diese verlorene, vergessene Jahreszeit zu verkürzen“.

„Der eigene Anbau ist saisonal und regional, hinterlässt den geringsten CO2 Fußabdruck“ und „wer in der Küche mit saisonalem Gemüse kocht, erlebt bewusster den Jahreszeitenrhythmus“ sagt Lorey.

So kann also jeder mit einem Stückchen Beet sowohl für sich als auch für die Umwelt ganz einfach etwas bewirken. Frische Wintergemüse wie Rosenkohl, Möhren oder Asiasalate, die weniger aus Wasser und mehr aus Geschmack bestehen, unterscheiden sich darin durchaus von den Sommerklassikern wie Zucchini oder Gurke. Das bereichert den Speiseplan über den Winter. CO2 und Verpackung werden logischer Weise auch eingespart.

Aber nicht jeder Salat oder jede Möhrensorte eignen sich für so einen Anbau. Auf was zu achten ist, steht im Buch.

Gemüse und Kräuter im Portrait

Der zweite und umfangreichere Teil des Gartenbuches besteht aus individuellen Portraits einzelner Gemüse und Kräuter für den Winter.

Von 41 Gemüsesorten und 8 winterharten Kräutern erfährt der Gemüsegärtner genau, wie er sie anbauen kann und welche Temperaturen sie aushalten. Mit wem vertragen sie sich? Wie werden sie geerntet und gelagert. Kann ich das auch im Hochbeet oder Balkonkasten anbauen und was mache ich dann in der Küche damit? Auf alle Fragen gibt es hier auch Antworten.

Ein Fachbuch für Gemüsegärtner, Hobbyselbstversorger und Erntebegeisterte

Die große Erfahrung und Fachkenntnis von Frau Lorey merkt man dem Buch an.

Mir persönlich liegt das sehr am Herzen, erscheinen doch auch am Markt immer wieder Gartenbücher mit interessanten Titeln aber leider fehlendem Inhalt oder Know-how. Dafür aber überschwemmt von großen, manchmal unpassenden Bildern.

Anders in diesem Fachbuch. Hier passen die Bilder zum Text und seinem Inhalt, unterstreichen ihn und machen dem Leser noch mehr Lust, so etwas auch im eigenen Garten zu versuchen.

Das Gartenbaustudium der Autorin sowie die Promotion in Pflanzenzüchtung bieten hier eine stabile Basis.

Für den Leser angenehm ist der leicht eingängige uns sachliche Schreibsstil der Journalistin.

Für alle, die eine Gemüseanbaufläche (Gartenbeet, Hochbeet, Balkonkasten) haben und sich im Sommer schon über die eigene Ernte freuen, kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Damit hört die Gartenfreude und die kleinen Erfolgserlebnisse eigener Ernten rund ums Jahr nie auf.

Ein Weihnachtsgeschenk mit Weitblick

Wie zu Beginn bereits erwähnt, ist ein Wintergemüseanbau nur erfolgreich, wenn man schon im Sommer bei Aussaat und Jungpflanzenanzucht daran gedacht hat. Jetzt im November kann man nicht mehr viel bewegen.

Aber alle, die noch nicht wintergärtnern, haben gerade jetzt Zeit, sich mit dem Thema zu befassen und das Wintergemüse fest im Anzucht- und Anbauplan des kommenden Jahres zu integrieren. So ist das Buch auch ein schönes Weihnachtsgeschenk für Hobbby-Gärtner und Gärtnerinnen.

6 Antworten auf „Wintergemüse -frische Ernte in der kalten Jahreszeit. Eine Rezension“

  1. Hallo Achim,
    tolle Buchrezension und eine gute Geschenkidee – für mich 😉
    Ich werde es mir einfach selbst schenken.
    Wintergemüse würde mich ja mal sehr interessieren!
    Und ich liebe Rosenkohl – gabs in meiner Kindheit immer
    aus dem Garten meiner Eltern – einfach lecker!
    Ich wünsche dir und deinen Lieben ein
    gemütliches erstes Adventswochenende!
    Liebe Grüße von Urte und bleib gesund.

    1. Danke liebe Urte,
      Rosenkohl ist wirklich lecker, für die, die ihn geschmacklich mögen. Ich mag da milde an ihm, die Süße und die Vielfalt an Geschmack darin. Aber um den im Winter ernten zu könen bedarf es mit der längsten Vorbereitung am ganzen Wintergemüse. Meinen langsam wachsenden roten sähe ich im März,, dann kommt er ins Beet und steht dort schließlich bis Dezember oder Januar. Da ist mal Beetfläche blockiert….
      Euch auch allen ein ruhiges und kuscheliges Wochenende im gemütlichen ( und das ist es bei dir gaaaaanz sicher) Heim. Liebe Grüße, der Achim

  2. Hallo Achim,
    das liest sich sehr interessant. Bei uns beschränkt sich Gemüse im Winter auf Pastinaken, Flowersprout, Feldsalat und Portulak. Da ist noch viel Luft nach oben.
    Da kommt das neue Buch von Heidi wie gerufen.
    Liebe Grüße
    Barbara

    1. Hallo Elke,
      danke und schön, dass es auch schön findest, was ich schrieb. Von dir hatte ich ja den Tip und es war ein guter Tip. Für mich persönlich waren keine neuen Sorten dabei, aber ich bin ja auch schon länger mit der Materie befasst. Höchstens eines, aber das baue ich nun auch nicht extra deswegen an, das wächst hier eh überall, der Löwenzahn…. Aber man kann ihn ja wie Chicoree anbauen, Wurzel ernten und bleichen und treiben. Gerade in Frankreich ist das „ins-bett-pinkel-Kraut“ unter Feinschmeckern ja recht beliebt. Immerhin ist das mal wirklich winterhart, da kann man nichts sagen….

      Liebe Grüße, der Achim

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