Winterharte Sukkulenten im Garten: bunt, pflegeleicht und vielfältig

Das Gegenteil von Wasser im Garten
ist?

Vielleicht erinnert ihr euch? Zum
Bloggeburtstag Anfang Mai schenkte ich dem Blog einen Beitrag überall das Wasser bei uns im Garten.
Jetzt, Ende Mai, zu meinem Geburtstag,
schenke ich mir einen Artikel zum genauen Gegenteil. Es ist heiß und
sehr trocken wieder einmal. Was wächst da besser, als die
Sukkulenten?
Die winterharten Formen haben es mir
angetan. Farbe und Form, genau wie die Blüten, sind so vielfältig
und bunt. Die Pflanzen selbst sind wahnsinnig pflegeleicht, gerade
was das Gießen angeht.
Sie erobern so langsam den ganzen
Garten. Auf Schritt und Tritt begleiten sie uns. Neugierig geworden?
Dann begleite mich doch auch einmal auf der Sukkulenten-Tour durch
das Grundstück.

Verschiedene Gewächse für heiße
und trockene Standorte

Welche dieser trockenheitstolleranten
und winterfesten Genossen findet man also bei mir?
Da sind etwa als größte Gruppe die
Semperviren oder Dachwurze zu nennen.
Hinzu kommen winterharte kleine
Kakteen.
Sedum wächst ebenfalls hier.
Es gibt auch sehr robuste kleine
Stauden für Steingärten oder eben als Begleiter der Sukkulenten.
Sie haben ähnliche Standortansprüche.
Von Urlauben mitgebracht habe ich
nicht-winterharte Feigenkakteen und eine Aloe von den Kanaren.
Am schrillsten, wenn es um die Blüten
geht, sind einfach die winterharten Mittagsblumen.

Pflanzgefäße für die Sukkulenten

Ausgepflanzt in den Garten habe ich bis
jetzt noch keine der Sukkulenten. Es fehlt der passende Platz. In den
Beeten stehen natürlich erst einmal meine Stauden. Ein reines
Sukkulenten-Beet würde mir optisch nicht so gut gefallen. Außerdem
ist das Unkraut zu mächtig. Bedrängt es doch sogar größere
Stauden. Da hätte ich keine Lust, es aus den Stacheln der Kakteen zu
zupfen.
Ein paar wild aufgegangene
Trockenheitstollerante wachsen hier und da trotzdem frei im Garten.
Dort, wo sie sich eben selbst angesiedelt haben.
Dazu gehört das
Zimbelkraut,
Mauerpfeffer,
Walzenwolfsmilch
und ein anderes Gewächs, dessen Namen
ich (noch) nicht kenne.
Bleiben also nur Pflanzgefäße für
meine Lieblinge in der Sukkulenten-Sammlung. Und gerade das finde ich
so reizvoll.
Sie brauchen kaum Platz im Topf. Da
sie naturgemäß wenig Wasser benötigen, reichen auch kleine
Pflanzgefäße oder dazu umfunktionierte Behältnisse.
Kleine Pflanzgefäße haben den
Vorteil, mobil zu sein. Überall dort, wo ich gerade meine, dass
eines hin passen würde, kann ich es auch aufstellen.
Sind die Gefäße etwas größer,
werden kleine Landschaften gepflanzt.
Ich verwende als Pflanzgefäße:
Kleine Tontöpfe.
Bunte Übertöpfe (mit Ablußloch im
Boden).
Deko-Nippes (mit Abflußloch im Boden).
Eine gebrochene Wasserschale aus Beton
für die ehemaligen Hühner.
Eine Rinne aus Ton, gefunden am Parkplatz beim  Gassigehen.
Ein alter Mühlstein mit dem Loch in
der Mitte für die Antriebsachse kann auch bepflanzt werden.
Für Bastler und sonst Kreative sind
Dachwurze ideal. Hier habe ich mich, angesichts der vielen Ideen im
Internet, mit dem Betonguss versucht. Dafür gibt es fertige
Mischungen im Bastelfachhandel, die nur mit Wasser angerührt werden
müssen. Dann kann man kreativen Formen aus Backformen oder
Blumenübertöpfen selbst herstellen.
Sollen zum Beispiel Semperviren
gepflanzt werden, muss man darauf achten, dass das Endprodukt
frostfest ist! Ich experimentierte mit den Kunststoffübertöpfen aus
dem Blumenladen. Zwei unterschiedliche Größen habe ich ineinander
gesetzt. Das Ergebnis ist ganz gut, wenn auch schief geworden. Ich
habe fest gestellt, dass das nicht zu meinem neuen Hobby wird. Und
doch wollte ich den Topf nicht irgendwo ungenutzt in die Ecke
stellen.
Selbstverständlich kann man auch fertige  Blumenkübel oder Kästen bepflanzen.
Ein ausgedienter „Kochtopf“ aus Ton mit
hinein gebohrtem Entwässerungsloch. Es ist das Unterteil einer
Tajienne, die auf dem Induktionsherd ihre Funktion verloren hatte.
Opuntie, Sternwurz und Teppichthymian (Thymus praecox Minor)
Eine alte Zinkbadewanne. Wir haben
Löcher hinein gebohrt und sie halb mit Styroporabfällen aufgefüllt.
Dann kam ein Mulchvliesrest darüber und schließlich das
Pflanzsubstrat. Die Wanne voller Erde, wäre zu schwer zum
Transportieren und die Kakteen hätten zu viel Erde.
Zinkwanne mit Sukkulenten bepflanzt (winterharte Opuntien und Mittagsblume, stängelloses Leimkraut, Gräser, Teppichmyrtenaster Snowflurry Aster pansus)
Zinkwanne im folgenden Frühjahr
Ein Geburtstagsgeschenk, die Blechsäule
mit Pflanzschale. Wenn man nicht jeden Tag gießen kann und nicht
alles an die Bewässerung anschließen will, kann man in so einem
begrenzten Pflanzraum kaum etwas andere kultivieren.

Und wo stehen jetzt die vielen
verschiedenen Gefäße mit Sukkulenten?

Hat man schmale
Fensterbretter in voller Sonne, von denen möglichst nicht dauernd
Gießwasser herunter tropfen soll? Kein Problem für Semperviren.
Eine öde
Betonplatte auf dem Kanalschacht im Staudenbeet störte mich von
Anfang an. Warum nicht eine Sammlung an Dachwurzen darauf stellen?
Die Treppe hoch
zum Haus ist breit und steinig. Mit ein paar Töpfen der bunten
Dachwurze freut man sich Sommer wie Winter beim Heimkommen über die
freundliche Begrüßung.
Die hohe Säule
ist ein Deko-Element auf der Terrasse.
Dachwurze in der
Tonschale auf eine alten Holzstuhl stehen rund ums Jahr neben der
Haustüre. Sie sehen immer schön aus und man muss nicht vom Frühjahr
bis zum Herbst ständig neu bepflanzen. Und welche Bepflanzung wäre
sonst noch im Januar oder Februar attraktiv?
frisch gepflanzte Dachwurze
Schale mit Dachwurzen zwei Jahre später
Die Landschaft in
der Badewanne passt gut auf den mediterranen Platz. Zu sehen links neben dem Seerosenbecken aus Beton-Kanalrohren.
Findet man auf
einer Gartenmesse Deko-Nippes, den man unbedingt haben muss, kann man
ihm mit solchen Pflanzen eine Funktion und damit Sinn verleihen.
Sedum cyaneum Sachalin
Ich finde gerade vor dem Eingangsbereich machen sie sich sehr gut, weil sie nicht ausladend sind und einfach aufgeräumt aussehen. Hier steht die Tonschale auf einem alten Steinguttopf aus der Scheune.

Sukkulente sind grün, stachelig und langweilig?

Ist das so? Im Garten stehe
ich bekannter Maßen total auf Blüten. Als wir den Garten
übernahmen, war er aus Altersgründen pflegeleicht gestaltet. Es
gab nichts was blühte. Ein Stock hoher Herbstastern. Zwei oder drei
einmalblühende große Storchschnäbel und verwilderte Bartnelken
neben ein paar Akeleien im Frühjahr. Fast rund ums Jahr war der
Garten grün. Ich wollte Blüten und bin jetzt so weit, dass es rund
ums Jahr im Garten blüht. Wirklich rund ums Jahr! So dass ich
niemals auf „Blumen“ im Garten verzichten muss.
In dem Konzept
stören auch die Sukkulenten nicht. Es gibt wohl kaum schrillere und
buntere Blüten als bei diesen Pflanzen.
Kakteenblüte:
Semperviren blühen
auch sehr auffällig. Die Pflanze geht danach kaputt, was aber meist
überhaupt nicht auffällt. Hat sie doch vorher für ein ganzes
Büschel neuer Blattrosetten gesorgt.
Unübertroffen
bunt und schillernd sind die Mittagsblumen.
Auch die
Steingartenstauden als Begleitpflanzen blühen überschwänglich.
Teppichmyrtenaster Snowflurry Aster pansus
Teppichmyrtenaster Snowflurry Aster pansus
stänggelloses Leimkraut
kriechendes Schleierkraut, Gypsophila repens Knuddel

Nicht nur Blüten bringen Farbe und Abwechslung – auch die Wuchsformen können begeistern

Allein schon die vielen Formen und Farben der Dachwurze sind schon eine eigene  Sammlung wert:

Ein paar Worte zur Pflege der
winterharten Sukkulenten
Mögliche
Pflanzgefäße habe ich bereits gezeigt. Wichtig ist immer, daß sie
frostfest sind und Wasser gut ablaufen kann.
Als Pflanzsubstrat
soll man 40 % Blumenerde mit 60 % Sand mischen. Ich nahm die ohnehin
schon magere Anzuchterde und habe aber nur etwa 50% Sand darunter
gemischt. Anstatt von Sand kann man auch feinen Kies oder Schotter
verwenden.
Dahinein werden
die gekauften Pflanzen gesetzt.
Wegen der Optik
und den darin herumwühlenden Amseln habe ich immer mit kleinen
Steinen abgedeckt. Einmal ist es feiner Split, übrig vom Wegebau.
Seit kurzem verwende ich die nicht so grauen und eher cremefarbenen
kleinen Steine aus dem Baumarkt. So ein Sack kostet nur wenige Euro
und man kann sie auch verwenden, um bei Kübelpflanzen unten im Topf
eine Drainageschicht ein zu bauen.
Also Dekoelemente
dienen Tonscherben, Rindenstücke, Fundsteine vom Feldweg oder
morsche Äste.
Gegossen wir jetzt
im Sommer ohne Regen und bei sehr hohen Temperaturen zweimal pro
Woche. Manchmal dreimal. Ist es kühler oder regnet es ab und zu,
gieße ich schon mal eine Woche oder länger gar nicht. Am „meisten“
Feuchtigkeit brauchen die Steingartenstauden, die ich nie ganz
austrocknen lasse. Semperviren kommen auch wochenlang ganz ohne
Gießen aus.
Gedüngt wird ab
März bis Juni mit Flüssigdünger oder ein wenig sehr hoch
verdünnter Brennesseljauche. Empfohlen wird Blaukorn, aber das habe
ich natürlich im Biogarten überhaupt nicht vorrätig. Im Moment
experimentiere ich mit einem anderen Dünger für alle Kübelpflanzen.
Den Sukkulenten bekommt er bis jetzt sehr gut. Aber dazu mehr, wenn
ich mehr und nur gute Erfahrungen gesammelt haben werde.
Ganz besonders
wichtig ist dann der Winter. Die Pflanzen sind laut Katalog zwischen
-18°C und bei manchen Sorten bis unter -20°C winterhart. Meine
haben den Winter mit tagelang -15°C ohne Schaden überstanden. Einen
Schutz brauchen sie nicht.
Einzig notwendig
ist bei den Kakteen und Mittagsblumen ein trockener Standort. Ich
habe die Schalen im Carport, wo kein Regen hin kommt stehen gehabt.
Bereits im Herbst sollte man mit Gießen aufhören. Ich beendete es
im Oktober.
Die Kakteen sind
wirklich schlau. Sie merken, dass es Winter wird und fangen an, zu
schrumpeln. Dann darf man nicht in Panik verfallen und sie mit
Wasser überschwemmen. Das Schrumpeln ist ein gutes Zeichen!
Warum? Nun, was
macht Wasser, wenn es gefriert. Es dehnt sich aus und sprengt sich
den Weg frei. Wäre das in einem prall mit Wasser gefüllten Kaktus
wünschenswert? Wohl kaum. Daher entwässert er sich. Bei Frost dehnt
sich das restliche Wasser in seinen Zellen aus, kann sie aber nicht
zerreißen, weil genügend Platz vorhanden ist.
Gefährlich ist
also nicht der Frost, sondern die Feuchtigkeit. Diese würde auch die
empfindlichen Wurzeln faulen lassen. Also stelle ich die Pflanzgefäße
immer unter Dach.
Semperviren und
Sedum bleiben, wo sie sind. Die haben noch jeden Winter überstanden.
Wichtig ist natürlich auch hier, dass das Pflanzgefäß Wasser rasch
abließen lässt und keine Staunässe entsteht.
Im Frühjahr, wenn
es wieder wärmer wird, die Wiese grünt, dann bekommen die Kakteen
auch wieder langsam Wasser. Dort, wo Steingartenpflanzen im Gefäß
stehen, habe ich auch im Winter ab und an ein wenig die Erde
befeuchtet. Ob das nötig war, weiß ich nicht. Ich meine aber, dass
Stauden vielleicht nie vollkommen austrocknen sollten. Geschadet
hatte es zumindest nicht.
So das war mein
Geburtstagsbericht über die Pflanzen, deren Jahreszeit seit einigen
Wochen angebrochen ist. Es ist warm, jetzt sogar sehr warm und
absolut trocken. Sie lieben es. Wer weiß, wenn das mit dem Regen bei
uns so weiter geht, werde ich doch noch die Beete auch mit diesen
Genossen bepflanzen und muss dann nicht dauernd auf Regen hoffen.
Hat der Ausflug in
die Welt meiner winterharten Sukkulenten gefallen? Jetzt ist die
Zeit der Gartenmessen. Und auf denen gibt es immer auch einen Stand
mit diesen Pflanzen. Wer Lust bekommen hat, kann jederzeit einmal mit
einem kleinen Kaktus oder Dachwurz seine eigene Sammlung anfangen.

Ach so? Du hast gar keinen Garten? Das macht doch nichts. Das Gleiche geht auch indoor am Wohnzimmerfenster….

4 Antworten auf „Winterharte Sukkulenten im Garten: bunt, pflegeleicht und vielfältig“

  1. Hallo Achim,
    zuallererst: herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Ich wünsche Dir ein gesundes Lebensjahr mit schönen Garten-,Koch- und Backerlebnissen.
    Wow, was für eine Vielfalt an Sukkulenten! Ich liebe sie auch, die anspruchslosen Kerlchen. Nur Kakteen habe ich nicht mehr. Deine Fotos geben mir allerlei Anregungen für den Einsatz, da bin ich bisher viel zu einfallslos unterwegs. Einmal habe ich eine Handvoll Hauswurz Kindel einfach auf den Kies unter dem Dachvorsprung geworfen. Sie haben sich dort prächtig entwickelt und vermehrt. Ich hatte sie völlig vergessen und habe sie erst bei der Vorgartenaktion wieder entdeckt.
    Liebe Grüße
    Karen

    1. Hallo Karen, Danke für die Glückwünsche.
      Also in deinem neuen Vorgarten stehen sicher auch schon so kleine harte Stauden, wie ich sie zu den Kakteen setze. die Myrtenaster fing jetzt im Frühjahr irre an zu wuchern, wie Giersch treibt sie Wurzeln überall hin. Da sie sehr schön ist, habe ich gleich mal ein paar Ableger gemacht und an trockene Stellen in den Beeten gestzt. Hoffentlich wuchert sie nächstes Jahr dann auch dort los. Wäre sehr schön. Kakteen würden sicher auch in deinen Vorgarten passen oder dort wachsen. Allerdings geben sie der ganzen Sache dann schon einen ganz eigenen Charakter. Das passt nicht überall und daher habe ich sie auch noch nirgends ausgepflanzt. IN den Töpfen und Schalen als Hingucker hingegen passen sie bei mir glabue ich ganz gut. Naja und wenn sie nicht passen (wer entscheidet das?) bleiben sie trotzdem, weil sie mir einfach viel Freude bereiten.

      Wünsche einen schönen Feiertag, liebe Grüße der Achim

  2. Hallo Achim,
    das ist ein klasse Artikel über Sukkulenten im Garten. Es wurde ja oft propagiert, die Semperviven in ganz flache Gefäße zu pflanzen wie Dachziegel. Aber das mögen die überhaupt nicht. Ich finde, die brauchen viel Feuchtigkeit von oben und weniger von unten. Wahrscheinlich gibt es an den ursprünglichen Standorten oft feuchte Nebel, aus denen die Pflanzen Feuchtigkeit ziehen. Du hast eine schöne Sammlung von Pflanzen mit gleichen Ansprüchen.
    Herzliche Grüße, Johanna

    1. Hallo Johanna,
      also nur einfach auf einen Ziegel setzen hätte ich auch nicht gemacht. Da hält ja keine Erde und alles wird fortgespült. Zudem haben Semperviren sehr lange Wurzeln! Ich habe mal einen ganzen Schwung in einer Topfplatte mit winzigen Töpfchen bewurzelt und vermehrt. Da sieht man dann schnell was für ausgeprägte Wurzeln sie haben,die kamen rasche unten aus den Töpfen raus und wuchsen da noch lange weiter. Ist ja auch verständlich, wenn sie so mit Trockenheit auskommen müssen sie wahrscheinlich am natürlichen Standort so lange reich verzweigte Wurzeln haben, um überhaupt an Wasser zu kommen.

      Meine Sammlung wird nach und nach weiter ausgebaut. Bei der nächsten Gartenmesse im Juni kommen sicher wieder welche dazu….

      Ich wünsche dir heute einen schönen Feiertag, liebe Grüße der Achim

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