Zertifizierung “Naturgarten-Bayern blüht” – die Kann-Kriterien

Es ist soweit. Nach der Zertifizierung zum “Naturgarten-Bayern blüht” habe mittlerweile auch die hübsche Plakette für den Gartenzaun und eine Urkunde. Was einen Naturgarten also ausmacht, beschreibe ich hier im Beitrag.

Die Plakette ist da – was lange wärt, wird endlich gut.

In meiner Beitragsserie rund um die Zertifizierung zum Naturgarten habe ich bereits grundlegende Gedanken zur Natur und zum Garten diskutiert.

Ich habe die “Kernkriterien – die Basis der Gartenzertifizierung” hier aufgeführt und gezeigt, wie ich diese in meinem Garten erfülle.

Und lange davor schon beschäftigten mich die Begriffe “Garten und Wildnis” .

Im Oktober 2020 wurde mein Garten zertifiziert. Im Juli 2021, Corona der Verzögerer hat zugeschlagen, erhielt ich dann meine Plakette und die Urkunde.

Bis ich Zeit für den dazu gehörigen Beitrag hier hatte, verstrichen abermals Monate. Nun, da ich mich an die Arbeit mache, stelle ich fest, dass die Kriterien leicht modifiziert wurden und die Begrifflichkeiten nicht mehr die gleichen sind, wie damals. Ich verwende hier aber das Raster, welches damals Grundlage der Zertifizierung war.

Wer mehr über die Zertifizierung wissen möchte, kann meine oben verlinkten Berichte lesen. Ich empfehle auch die Seite der “bayrischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau” mit den Seiten zur Zertifizierung. Dort stehen auch die im Moment gültigen Kriterien. Viel hat sich nicht geändert.

Ich werde also die Beschreibung der jeweiligen Kriterien
zur Zertifizierung so wie hier rechtsbündig darstellen.

Um dann in linksbündiger Zeilenanordnung zu zeigen,
was das für meinen Garten bedeutet und wie ich sie umsetze.

Naturgartenelemente

wildes Eck

“Bereiche im Garten, in denen weitestgehend eine Pflege ausbleibt, sind ein wichtiger Rückzugsbereich für Tiere. Steine, Altholz, Reste von Strauchschnitt und Laub können abgelagert werden und bilden Nischen für viele Lebewesen des Gartens. Das entscheidende Merkmal ist die fast gänzlich unterlassene Pflege. Der Rückschnitt von Stauden und Sträuchern erfolgt im Frühjahr. Es ist ein ruhiger Standort. Breiten sich Wildkräuter wie Brennnesseln, Beifuß, Klette oder Giersch aus, so werden sie geduldet. Sie sind wichtige Nahrungspflanzen für die Insektenwelt.”

So ein wildes Eck sollte ruhig gelegen sein und gar nicht oder höchstens einmal im Frühjahr abgeräumt werden.

In meinem Garten sehe ich mehrere unterschiedlich ausgestaltete wilde Ecken. Einmal im Gemüsegarten die Ecke hinter dem Betontrog. Dort steht und wuchert die Ramblerrose. Unter ihr wuchern Brennnesseln, Apfelminze, Malven, Oregano und was sonst noch dort hin gelangt. Im zeitigen Frühjahr rupfe ich alles Abgestorbene weg und ansonsten bleibt das Stückchen Erde unberührt. Im Sommer sind dort Frösche und Kröten. Sie sind da geschützt und können in Ruhe den Tag verbringen. Da das Wilde Eck, wie die anderen im Garten auch, nicht unbedingt fotogen sind, habe ich tatsächlich kaum Fotos gefunden, die ich hier einstellen kann. Der Baumstumpf mit den Pilzen steht im wilden Eck und die Malve wuchert dort.

Dann ist noch ein wilder, da unberührter, Bereich an der Grundstücksgrenze hinter den Komposthaufen mit der Haselnusshecke. Da schneide ich im Sommer die zu lang gewachsenen Trieb ab und im Frühjahr die Brombeertriebe. Mehr geschieht dort nicht. Hinter der Hecke ist eine Wiese, die ein oder zweimal im Jahr gemäht wird. Hinter dem Carport und in der Hecke wohnt manchmal auch ein Igel, der später noch abgebildet sein wird. Totholz und Wurzelstöcke die sich im Garten ansammeln “gammeln” dort vor sich hin und bieten Wohnung und Nahrung für Pflanzen, Pilze, Organismen und Tiere oder Insekten.

Noch ein solches wildes Eck ist ein Streifen hinter dem Gemüsegarten, vor dem Zaun zum Nachbarn. Auch da schneide ich einmal im Jahr die Haselnüsse und immer wieder die wahnsinnig wuchernden Brombeeren. Am Boden wächst Waldmeister und Bärlauch, ein paar Narzissen und Giersch. Der Waldmeister hat sich aber dort mittlerweile wegen der ewigen Dürre fast ganz verabschiedet.

Darüber hinaus gibt es hier und da und dort noch verteilt ruhige Stellen im Garten. Zum Beispiel im Dickicht von wuchernden Fliederbüschen.

Zulassen von Wildkraut

So manches “Unkraut” entpuppt sich bei näherem Hinschauen als “Heilkraut” oder zumindest als attraktives “Wildkraut”. Pflanzen, die von selbst kommen, bereichern die Vielfalt, bedecken und schützen den Boden, locken viele Nützlinge an und ersparen uns intensive Gartenarbeit.

Wildkraut im Rasen, unter der Hecke, in Pflasterfugen egal wo, Hauptsache es wächst auch Wildes im Garten. Und ich habe hier einmal eine Auswahl von Wildkraut oder verwildertem Kraut zusammen getragen. Wie auf vielen Fotos zu sehen ist, ist mein Garten dennoch nicht verwildert oder Wildnis und schon gleich nicht vollkommen ungepflegt. Es ist eben ein naturnaher Garten.

Fangen wir mit dem an, was die Zertifizierung gerne sehen würde: Naturrasen mit mindestens 5 Kräutern.

Ich zähle jetzt nicht mit, weiß auch nicht, ob die fünf gleichzeitig im Rasen blühen oder nur anwesend sein müssen. Ich verstehe unsere Rasenfläche im oberen Garten als Blumenrasen (nicht Blumenwiese) und die Fläche im Vorgarten bis zum Sommer als Blumenwiese und dann als Blumenrasen. Hier zu sehen sind Wiesenschaumkraut, Klatschmohn und Glockenblume, Löwenzahn, kriechender Günsel, Frauenmantel und Klee. Natürlich sind auch die Gänseblümchen enthalten und viel Spitzwegerich. Die Margareten habe ich beim Kriterium der Wiesenelemente abgebildet. Die Zertifizierungs-Kriterien mussten wirklich überarbeitet und zusammengefasst werden wie man sieht.

Angefangen hat die Blumenwiese im Vorgarten, weil ich eines Jahres etliche Kisten verblühter Narzissen aus einer Gärtnerei bekam. Die setzte ich in die Wiese und seither erfreuen wir uns daran. Dazu kamen Tulpen und zeitige Wildtulpen. Natürlich muss man die Wiese dann ungemäht lassen, bis die Blumenzwiebeln ihr Grün eingezogen haben. Sonst ist es rasch vorbei mit den Frühlingsfreuden. In der Zeit wächst das Gras und es wird unansehnlich. Da muss man durch. Aber immer mehr und mehr kommen andere Blüher dazu, so dass nur kurz vor dem Mähen noch das unordentlich, oft niederliegende hohe Gras im Vorgarten ist. Dann wird aber auch schon bald gemäht.

Der Knöllchensteinbrech im letzten Bild hat sich von ganz allein hier nieder gelassen und bildet im Frühjahr einen weißen Blütenteppich.

Zwischen Gartenzaun und Zugangsstraße habe ich da auch noch ein Projekt laufen. Dort gab es immer einen Rasenstreifen. Anpflanzen kann man dort nichts, weil im Winter der Schneepflug und Salzstreu alles kaputt machen würden. Seit die Sommer dürr sind, gab es kein Gras mehr, wir konnten uns das Mähen ersparen. Dann stellte ich grüne Inseln im Todesstreifen fest. Wildkräuter fanden ihren Weg dort hin. Hinter dem Zaun habe ich meinen Schottergarten mit selbst aussähenden Stauden. Ich entschied mich also zu beobachten, was im Todesstreifen aufgeht und gedeihen wird. Königskerzen, Spitzwegerich, Akelei, Schafgarbe, orientalischer Mohn und andere sind schon dort. Ich bin sehr gespannt, wie sich das weiter entwickelt und ob es einmal immer-grün statt ewig-tot ist.

Und weil das Wildkraut nicht nur im Rasen oder dem Ehemalsrasen / “Todesstreifen” wächst kommt hier noch eine Auswahl von überall her im Garten.

Besonders wichtig ist gerade auch blühendes Wildkraut im Gemüsegarten. Das beginnt mit der Blüte vom Bärlauch zeitig im Jahr. Später etwa blüht dann viele Wochen das Mutterkraut, die Haferwurzel, Flockenblumen oder Akeleien. Dazu kommen unter anderem auch Katzenminze, Schnittlauch, Schnittknoblauch, Oregano oder der ununterbrochen blühende Basilikum im Gewächshaus. Sie alle locken bestäubende Insekten an und ohne die wären Erdbeeren, zum Teil Tomaten, Gurken, Zucchini oder Paprika nicht oder nicht so ertragreich.

Gemswurz und Sternmiere habe ich bewusst gepflanzt oder soll ich lieber sagen angesiedelt. Alles andere steht dort wo es steht, weil es von allein dort hingefunden hat. Und der erfahrene Gärtner wird sicher über die Kombination von Fingerhut und Königskerze schmunzeln. Die würde sicher niemand so kombinieren, haben sie doch entgegengesetzte Standortansprüche von Wald-Halbschatten-feucht und volle-Sonne-heiß-trocken. Oder sind die Ansprüche gar nicht so unterschiedlich? Viele Pflanzen haben eine große Standortamplitude, sprich sie wachsen am besten in diesem oder jenem Boden, kommen aber auch mit anderen Bedingungen zurecht. Und schon hat man Fingerhut neben Königskerze – und es klappt.

Wiese und Wiesenelemente

Die Wiese erfreut jährlich mit ihrem bunten und vielfältigen Blumenkleid und mit zahlreichen Besuchern aus der Insektenwelt. Viele Wiesenpflanzen sind für die im Hausgarten nützlichen Insekten unersetzlich. Daher sind zur Förderung von Nützlingen schon kleinere Wiesenflächen ein wichtiges Naturgartenelement.

Hier geht es um unterschiedlich große Teil-Flächen die nur ein paar Mal im Jahr gemäht werden. Also mehr als ein Blumenrasen sollten sie schon sein. Auch hier habe ich ein paar Flecken, auf die das zu trifft.

Auf alle Fälle betrifft das den extensiv als Obstwiese bewirtschafteten Hang hinunter zur Dorfstraße. Mehr als dreimal im Jahr wird der nie gemäht. Seit es so trocken ist, gar nur noch ein einziges Mal. Hier abgebildet im Herbst mit den reifen Quitten auf den Bäumen.

Eine andere Art der Obstwiese, die viel mehr Menschen auch in kleinen Gärten realisieren könnten, ist der schmale Streifen am Zaun mit den vier Säulen-Obstbäumen.

In der großen Blumenrasenfläche im oberen Garten gibt es jedes Jahr andere Margareteninseln. Und weil die erst gemäht werden, wenn die Margareten sich ausgesamt haben, was sie reichlich tun, wachsen ihre Blütenbüsche mittlerweile auch in den Fugen am mediterranen Platz.

Im Bild ist der Blumenrasen auch einmal im gemähten Zustand dargestellt. Immerhin ist unser Garten beim Haus ein Garten auch für uns. Ein Paradies zum Leben, Entspannen oder Feiern. Wir laden Gäste ein und sitzen im Rasen unter dem riesigen Sonnenschirm und genießen das Ales um uns herum. Und das geht eben nicht, wenn ich eine ungemähte Blumenwiese im Garten habe. Es geht aber sehr gut auf einem Blumenrasen – im gemähten und auch spontan im ungemähten Zustand.

Vielfalt der Lebensräume

Diese Bereiche können Tier und Pflanzen beherbergen, die sonst nur selten im Garten einen Lebensraum finden würden. Das Kriterium umfasst Trockensteinmauern, Stein- und Holzhaufen, Wasserläufe, Teiche oder Schwimmteiche, Sonnenplätze und Schattenplätze.

Was nun wirklich gänzlich fehlt in meinem Garten ist ein Feuchtbiotop, ein Teich. Zwar gibt es mehre Wannen mit Teichpflanzen die Vögeln und Insekten als Badewanne und Tränke dienen und in denen immer wieder mal ein Frosch planscht, aber keine Dauerteiche. Die Wannen und Tröge werden im Herbst zum Schutz vor dem Auffrieren geleert, somit kann sich keine dauerhafte Tier- und Pflanzengesellschaft darin einfinden. Als Tränke für die Igel und andere Kleintiere, wozu Naturteiche ja auch dienen, habe ich dafür mehrere flache Schalen im Garten verteilt.

Bisher war ein ebenerdiger Gartenteich allerdings nie zur Wahl gestanden. Mit einem Labrador der seinen Namen mit Stolz trug, wäre das wenig sinnvoll gewesen. Oder wer rührt schon sein Mini-Biotop ein paar mal am Tag zum Beispiel mit einem Spaten kräftig um? So wäre es mit einem Wasserratten-Hund jedenfalls gewesen.

Nun leider ist der Hund nicht mehr bei uns, was mich noch immer sehr schmerzt. Dennoch gibt es nach wie vor keinen Teich. Einmal haben wir ja die drei großen Karpfenteiche außerhalb des Dorfes. Da nützt den Tieren im Garten nicht viel, aber ich habe eigentlich genug Teich in Schuß zu halten, für meinen Geschmack.

Dann gibt es noch die folgende Überlegung. Im Sommer ist es so dürr, dass ich nicht genug Wasser zum Gießen her bekomme. Das ist in mehr als der Hälfte des Jahres der Fall. Wenn ich jetzt auch noch einen Gartenteich regelmäßig füllen muss, langt mir mein Brunnenwasser gar nicht mehr. Und ich sehe, was jetzt schon die relativ kleinen Oberflächen der Zinkwannen oder des Seerosenpools verdunsten. Da kann ich mir denken, wie viel ein Gartenteich verschluckt. Monatelang kein Regen oder Starkregen mit schließlich 1-maximal 2 Litern pro Quadratmeter. Das füllt mir den Teich auch nicht. Und ein Kriterium für die Zertifizierung ist schließlich auch der ressourcenschonende Umgang mit Wasser!

Ich bin zwar am Überlegen, vielleicht eine geometrischen, bodenebenen Teich / Wasserbecken beim mediterranen Bereich und den Palmen zu installieren, das dann einen begrenzteren Wasserverbrauch hat, mir ist aber noch keine optisch vertretbare Lösung über den Weg gelaufen. So muss ich noch ein wenig damit leben, dass ich dieses Kriterium im Garten nicht erfüllt habe, wohl aber mehr als ausreichend bei unseren Karpfenweihern, was mein Gewissen beruhigt.

Verschiedene Lebensräume gibt es ansonsten durchaus im Garten.

Eine Trockenmauer, Sonnenplätze und, sehr wenig, aber vorhanden , die geforderten Schattenplätze. Die Wilden Ecken sind im Schatten. Ansonsten ist der Garten eben (manchmal leider) immer der Sonne ausgesetzt. An extrem sonnigen Stellen liegt der Boden brach, was aber auch wieder gerne gesehen wird. Zumindest von der Horde Spatzen, die diese Stellen als Sandbadeplatz nutzen.

Steinhaufen gibt es im Wilden Eck hinter der Scheune und ja auch in meinen Schottergärten und Steingarten.

Laubbäume

Laubbäume spenden in warmen Sommern bei intensiver Sonnenbestrahlung kühlenden Schatten und lassen in den dunklen Wintermonaten das Licht durch. Das Laub bietet vielen Tieren Schutz und schützt den Boden vor intensiver Sonnenbestrahlung sowie vor Erosion bei Starkregen. In einem Naturgarten werden vorwiegend heimische Gehölze sowie Wildpflanzen verwendet.

Ein oder besser mehrere einheimische, regionaltypische Laubbäume sollen vorhanden sein. Es gehen auch große Obstbäume.

In meinem Garten gibt es die große Eiche und Esche an der Grundstücksgrenze.

Dann habe ich vor einigen Jahren eine noch viel größer werdenden Baumhasel als Hausbaum in den Blumenrasen gesetzt.

Darüber hinaus gibt es noch einen Apfelbaum als Halbstamm im Gemüsegarten. Auf dem Hang zur Dorfstraße habe ich zwei auch noch deutlich größer werdende Quittenbäume gesetzt. Bild siehe weiter oben.

Und weil eine Naturgartenzertifizierung ja auch realistisch sein soll, erlauben die Kriterien in kleinen Gärten auch niedrig wachsende Laub- und Obstgehölze. Das wäre dann so etwas wie mein Spalierobst, die Säulenobstbäume. Im Bild mit dem Hausbaum sind sie am Nachbarszaun entlang gepflanzt.

Ebenfalls erfüllt wäre das Kriterium mit großen Kletterpflanzen. Warum große Bäume überhaupt? Klar sie sind Lebensraum für sehr viele Tiere und Insekten, liefern Schatten und Schutz. Das kann natürlich auch eine große Kletterpflanze. So nistete vergangen Sommer etwa in meiner großen Ramblerrose im Gemüsegarten eine Amsel im dichten Gewirr und damit Schutz der Zweige.

Blumen und blühende Stauden – Insektennahrungspflanzen

Mehrjährige Stauden sowie einjährige Blumen bereichern den Garten über das ganze Jahr. Vor allem die ungefüllten Blüten sind eine reiche Nektarquelle. Ihre amen bilden die Winternahrung für die Tierwelt. Im Herbst bleiben die verdorrten Pflanzenteile stehen und bieten über Winter Unterschlupf für Nützlinge.

Blumen und blühende Stauden sollen im Naturgarten vorkommen. Da haben die reinen Schottergärten schon einmal schlechte Karten. Dann sollen das auch noch alles Insektennahrungspflanzen sein und über das ganze Jahr – als nicht nur im Frühling – blühen.

Im Herbst sollen verdorrte Pflanzen stehen bleiben als Überwinterungsquartiere für Insekten und Kleinsäuger genau wie als Futterspender mit den enthaltenen Samen für die Vögel.

Optimal, laut Kriterien wären mehr als 9 verschiedene Ein- und Mehrjährige im ganzen Garten verteilt.

Nun, ich habe nicht mitgezählt, das können interessierte LeserInnen ja einmal selbst machen. Wenn das wirklich einer macht, gebt mir bitte Bescheid, zu welchem Ergebnis ihr gekommen seid.

Ich werde hierzu nicht mehr viele Worte verlieren. Bilder sagen nämlich mehr als Worte.

Fangen wir also mit den “Steinwüsten” respektive Schottergärten in meinem Garten an:

Jetzt noch ein paar Eindrücke aus den Staudenbeeten. All die Blüten und Beete sind auch laufend übers ganze Jahr (denn es blüht auch das ganze Jahr) hier im Blog abgebildet und besprochen. Wer also gerne mehr sehen würde, ist herzlich eingeladen, immer wieder meinen Blog zu besuchen.

Und wie man sieht, hat es tatsächlich auch in einem Naturgarten Stauden, die zwar blühen, aber den Insekten nicht viel Nahrung bieten. Die nähren dafür das Gärtnerherz. Und, Hand auf dieses, meint ihr, die Biene grämt sich, weil sie an der gefüllten Pfingstrose oder der Dahlie nichts bekommt? Das wäre ja so, wie wenn ich beim Bummel durch eine belebte Innenstadt mich beklage, dass ich beim Juwelier nichts zu Essen bekomme und hungern muss, während rings um ein Restaurant sich ans andere reiht…

Und immer schön aufmerksam bleiben. Einen habe ich noch. Wieder Blüten im Gemüse- und Obstgarten. Wie schon besprochen brauche ich die Bestäuber dort schließlich ganz eigennützig und besonders.

Ich denke eure Augen sind nun gesättigt mit “Blumen und blühenden Stauden”. Weil ich aber die Kriterien immer versuche vollständig ab zu bilden, fehlt nun noch das geforderte Stehenlassen im Winter. Bitteschön:

Ja, so sieht das dann eben aus, wenn man sich die Unterstützung der vielen Nützlinge im Naturgarten auf die Fahnen schreibt. Da ist nichts aufgeräumt und frisch mit dem Laubsauger gesaugt, wie unterm Wohnzimmertisch. Und wirklich gerade im späten Herbst, noch bevor ich anfange mit der Vogelfütterung, beobachte ich die Spatzenhorden immer intensiv um die Staudenbeete oder in manchen Stauden. Die holen wirklich die Samen und auch was sonst noch kreucht und fleucht auf den Staudenresten zu dieser Jahreszeit.

Gebietstypische Strauchhecke und Gehölze

Eine vielfältige Strauchhecke aus einheimischen und gebietstypischen Sträuchern und Gehölzen erfreut nicht nur den Menschen das ganze Jahr über mit ihrer Blütenvielfalt, ihren Früchten und bunten Farben im Herbst. Sie ist außerdem ein wichtiger Lebensraum für Insekten, Vögel und Säugetiere, denen sie Unterschlupf und Nahrung bieten.

Hecken und Strauchgruppen setzen sich am besten aus 2 oder mehr verschiedenen gebietstypischen Gehölzarten zusammen.

Gut, wir haben 4 Hecken im Garten und die Pflanzen sind auch gebietstypisch oder heimisch.

Einmal eine Haselnusshecke hinter den Komposthaufen. Hinter dem Gemüsegarten ist eine Gehölzgruppe mit Haselnuss, Holunder, Flieder, Schneebeere, Liguster und Berberitze.

Dann ist da die Hecke zum Nachbarn auf der einen Seite. Sie besteht aus Liguster und auch ein paar schwächelnden Schneebeeren. Mittlerweile sind auch noch enthalten Haselnuss, Rose und Holunder.

Hier noch einmal diese Hecke zusammen mit dem Blick in den oberen Garten, die Spalier- und Säulenobstreihe, die hohen Haselnüsse hinter den Gebäuden, den Hausbaum, die Eiche und Esche.

Die dritte Hecke ist zum Nachbargrundstück auf der anderen Seite. Sie besteht aus Liguster. Der blüht im Sommer wunderbar, duftet und lockt viele Bienen und Hummeln an. Später bilden sich kleine schwarze Früchte. Ob die verzehrt werden, was ich glaube, kann ich nicht sagen, da ich da noch niemanden direkt dabei erwischt habe.

Bei meiner Recherche für Heckenbilder stieß ich auf interessante Heckenfotos aus besonderen Dürrezeiten. Ich denke die Bilder zeigen auch, warum ich noch immer zögere, einen künstlichen Teich für den Naturgarten an zu legen. Wäre er doch immer ein mit hohem Aufwand und Ressourceneinsatz (Wasser) aufrecht zu erhaltendes Biotop.

In solchen Jahren nützen all die gebietstypischen Pflanzen und Gehölze nichts, da zeigt die Natur – auch im Naturgarten – wer der Stärkere ist.

Normal hängen die Holunder und Aroniabeeren voll mit Früchten und werden von Amseln und Staren geerntet. Wenn die Natur aber nicht will, vertrocknen sie am Strauch zu “Rosinen” und werden nicht gefressen. In diesen Jahren ist Holunder so sinnvoll wie Kirschlorbeer…

Bewirtschaftung und Nutzgarten

Die Materialien für die Gestaltungselemente des Gartens wie Wege, Mauern und Beet-Begrenzungen kommen aus der Region. Biologische Kreisläufe im Garten wie Kompostierung werden beachtet und unterstützt.

Gemüsebeet und Kräuter

Der Gemüse- und Kräutergarten trägt zur eigenen Gesundheit und Ernährung bei, den nichts kann frischer und vitaminreicher sein als die frisch verarbeitete Ernte aus dem dem Garten. Die teilweise Selbstversorgung ist ein Beitrag zum Klimaschutz, denn der kürzeste Transportweg ist immer noch direkt vom Garten in den Kochtopf.

Hier soll am Besten ein ausgeprägter Gemüse- und Kräutergarten vorhanden sein, dessen Produkte in der eigenen Küche verwendet werden. Wer meinen Blog kennt, weiß, dass dieses Kriterium am leichtesten ab zu haken war. Das ist quasi der Dreh- und Angelpunkt, das Herz meines Gartens. Und daher zeige ich hier nur ein paar wenige Fotos, der Vollständigkeit halber. Wer mehr sehen möchte findet in den Beiträgen der letzten 8 Jahre genug Zeugnis für mein eigenes Gemüse.

Als Beispiel könnte der Beitrag aus dem September gelten.

Und wer neu hier ist und es noch nicht weiß, wo das Gemüse und Obst oder die ganzen Kräuter hin wandern, besucht doch einfach einmal meinem Selbstversorger-Rezepteblog: www.achimsgartenzumessen.de.

Komposthaufen

Alles, was dem Garten entnommen wird – Strauchschnitt, Mähgut, ausgejätete Beikräuter, Gemüseabfälle – wird ihm in Form von Kompost als wertvoller organischer Dünger oder unmittelbar, zum Beispiel al Mulch zurückgeführt. Der Komposthaufen schließt hier den Nährstoffkreislauf und hilft, einen gesunden und lebendigen Boden als unverzichtbaren Bestandteil des naturnahen Gartens auf zu bauen.

Ein Komposthaufen sollte vorhanden sein und der Kompost sollte im Garten verteilt als Bodenverbesserer eingesetzt werden. Damit nichts überdüngt wird und Nährstoffe ins Grundwasser ausgespült werden, ist alle 5 Jahre eine Bodenanalyse durch zu führen.

Je größer der Garten ist, desto weniger reicht ein Komposthaufen aus. Und dass dieser vorhanden und entsprechend wert geschätzt wird, ist mir als Bio-Gärtner von Kindesbeinen in Fleisch und Blut übergegangen. Bodenanalysen hatte ich bereits gemacht und für dieses Frühjahr ist die nächste umfassende Analyse geplant. Ich warte gespannt auf den Tag, an dem ich die Ergebnisse vor mir liegen haben werde. Etwas, so glaube ich ist mit dem Mineralienhaushalt im Ungleichgewicht. Bevor ich also die Frühjahrseinkäufe beim Steinmehl und Dünger mache, warte ich die Ergebnisse ab.

Und ja, auch in einem Naturgarten dürfen manche Pflanzen ausnahmsweise entsorgt werden. Daher das Bild mit der Biotonne, die überläuft mit Giersch samt Wurzeln. Da habe ich einmal schnell ein Staudenbeet gesäubert. Eines, wohl gemerkt, was ich für alle öfter im Jahr durchführen muss. In der Menge gebe ich den Giersch, wegen der daran befindlichen Wurzeln in die Tonne. Einzelne Gierschpflanzen, auch mit Wurzeln, wandern auf den Kompost. Wenn er fertig zum Verteilen ist, ist von den Wurzeln nichts mehr in ihm zu finden. Anders wäre es, wenn ich Gierschpflanzen mit Samen auf den Kompost gäbe. Das ist zu vermeiden.

Mischkultur, Fruchtfolge, Gründüngung und Mulchen

Die Pflanzengesundheit und ein lebendiger Boden können durch Mischkultur, Fruchtfolge und Gründüngung gezielt und nachhaltig gefördert werden. Die Bodenbedeckung mit organischem Material (=mulchen) mit Rasen- und Grasschnitt, Häckselgut, ausgejäteten Pflanzen oder Laub hat eine positive Wirkung auf den Boden- Erhalt der Bodenfeuchte und Bodengarte, Schutz vor Starkregen und starker Sonneneinstrahlung, Zufuhr von organischem Material als Nahrung für das Bodenleben, Düngewirkung und Unterdrückung von Beikraut. Die Mischkultur ist die Kombination bestimmter Pflanzen zum gegenseitigen Vorteil – zum Beispiel werden durch Blütenpflanzen in der Mischkultur Nützlinge wie der Blattlausjäger Florfliege angelockt. Die Fruchtfolge ist die zeitliche Abfolge verschiedener Kulturpflanzenarten auf dem selben Standort. Sie unterdrückt bodendbürtige Schaderrger und hält die Pflanzen gesund. Gründüngung ist organische Düngung. Der Aufwuchs wird eingearbeitet und das Bodenleben wird gefördert. Durch Zersetzung udn Mineralisation werden die Nährstoffe freigesetzt und Humus gebildet. Dies verbessert sowohl das Waserhaltevermögen als auch das Nährstoffspeichervermögen des Bodens. Neue Aussaaten oder frisch gesetzte Jungpflanzen werden mit Nährstoffen versorgt und können gut wachsen.

Hier ist für eine optimale Zertifizierung alles zu realisieren. Auch das ist das Herz meines Biogartens oder Selbstversorgergartens und wird im Blog rund ums Jahr beschrieben.

Ein paar Beispiele, passend zusammengetragen möchte ich dennoch liefern.

Da wäre ein Beet mit Fruchtfolge, Mischkultur und Mulchen.

Im Frühjahr wachsen hier Frühkartoffeln, locker gemulcht mit Stroh. Jetzt ist eine dicke Mulchschicht eher hinderlich, weil sie das Erwärmen des Bodens und damit die Nährstoffreisetzung behindert. Ganz ungeschützt der Sonne und Regengüssen ausgeliefert sollte der Boden dennoch nicht sein.

Beim Ernten der Kartoffeln bleibt das Grün (wenn es keine Braunfäule hatte) direkt auf dem Beet liegen. Gleichzeitig hatte ich im Sommer viel Rasenschnitt und habe einen Teil davon in 2 Mörtelwannen über etliche Wochen fermentiert. Das ist nichts anderes, als Grassilage zu zu bereiten, wie die Bauern das für die Tiere als Futter machen. Und es viele von euch vielleicht im Herbst mit dem Weißkraut machen. Es wird Sauerkraut daraus. Nichts anderes geschieht mit dem Grasschnitt, die Milchsäurebakterien säuern es und verdauen es vor. Die Bodenorganismen zusammen mit den Milchsäurebakterien haben dann leichtes Spiel. Aus der gemulchten Silage wird Humus und Nährstoffe für die Pflanzen.

Nach den Kartoffeln kommen Palmkohl, Zuckerhut- und Endiviensalat ins Beet. Zum Pflanzen schiebt man den Mulch einfach ein wenig beiseite und pflanzt das Gemüse.

Was daraus wird, zeige ich natürlich auch gerne.

Jetzt noch ein paar Beispiel für Beete mit Mulch. Auch wenn ich hierüber ebenfalls laufend im Blog berichte, bringe ich das Thema hier noch einmal etwas ausführlicher. Es liegt mir am Herzen zu zeigen wie positiv Mulchen ist. Ich fühle in vielen Aussagen immer wieder diese unbegründete Angst vor dem Mulchen. Es sieht unordentlich aus heißt es und die Pflanzen werden geschädigt durch faulendes Grünzeug. Aber! Wenn der Mulch fault ist er zu dick aufgeschichtet oder es fehlt das Bodenleben gänzlich. Korrekt angewendeter Mulch hat nur Vorteile.

Seht hier das Beet mit Weißkraut, Buschbohnen und Mangold im Verlauf des Jahres.

Hier sehen wir junge Sellerie und Lauch-Pflanzen im Sommer und im Herbst.

Das Blaukraut habe ich in den Gründünger gepflanzt. Es hat ihn überwuchert.

Und noch ein paar Bilder zum Gründünger vom Frühjahr bis in den Herbst im Gemüsejahr.

Mischkultur auf allen Beeten und immer mit Mulch.

Auch im Gewächshaus wird ständig gemulcht und die Beete mit Mischkultur bepflanzt. Eine gute Bodenpflege macht das regelmäßige höchst mühselige Austauschen der Erde im Gewächshaus überflüssig. Wichtig für den Boden ist auch, dass er immer bewachsen und durchwurzelt ist.

Mehr zum Wintergemüse im Gewächshaus findet man im Beitrag dazu.

Im gut gepflegten und gemulchten Gartenboden fühlen sich auch die für den Boden wichtigen Pilze wohl.

Nützlingsunterkünfte

Nützlinge – Insekten, Vögel, Kröten, Spitzmäuse, Igel u.a. – unterstützen den biologischen Pflanzenschutz im Garten. Es ist sinnvoll, ihnen gezielt Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. Das Können natürliche Strukturen und Materialien wie Strauchschnitt-, Altholz- oder Steinhaufen oder ein morscher Baum sein. Sie können auch speziell angefertigt werden: für Insekten Holzklötze mit Borlöchern, zusammengebundene Schilfstängel oder andere hohle Pflanzenstängel, für Vögel werden Nistkästen aufgehängt.

Nützlingsunterkünfte sollen vorhanden sein. Die allseits bekannten, extra angefertigten oder natürliche Unterkünfte. Ein klassisches Insektenhotel habe ich erst nach der Zertifizierung aufgehängt, weil ich es geschenkt bekam. Es war schon im Sommer daher siedelten nur wenige Bienen darin. Aber immerhin.

Ich setze vielmehr auf natürliche Wohnungen für Nützlinge. Wilde Ecken, Stein- und Totholzhaufen, morsche Äste in Büschen oder Bäumen und so weiter. Ich habe die verschiedenen Lebensräume hier bereits einmal erwähnt.

Manchmal muss man die Insekten auch einfach dort leben lassen, wo sie sich eh schon niederlassen. Zum Beispiel die Feldwespen im Gewächshaus. Die Schädlingsräuber waren erst mit einem Nest am Gewächshausdach und bauten 2021 bereits 4 Nester verteilt am Dach. Die Wespen sind für Menschen ungefährlich, nicht aber für allerlei Schädlinge im Gewächshaus. Die werden erst gar nicht so zahlreich, dass ich sie sehen würde, geschweige denn bekämpfen müsste. Auch außerhalb des Gewächshauses gehen sie natürlich auf Jagd. Hier holt sie die Läuse aus den eingerollten Johannisbeerblättern. Wichtig für sie ist nicht nur eine Unterkunft und Futter sondern auch immer eine Wasserstelle, wo sie sich zahlreich zum Wassertanken niederlassen.

Und noch ein Schädlingsvertilger ist in mehrfacher Ausführung jedes Jahr im Gewächshaus. Und im ganzen Garten sehr zahlreich verteilt. Die netten grünen Gesellen entdecke ich bei allen Arbeiten im Garten und beim Entspannen im Garten höre ich ihr sehr lautes Quaken.

Nicht gar so hübsch auf den ersten Blick aber doch lieb und freundlich und schädlingsvertilgend sind die Kröten, die sich gern im fast reifen Kompost und im Dickicht um ihn herum aufhalten.

Und weitere Frösche, Grasfrösche überall im Pflanzenurwald im Garten oder in einer Teich-Wanne.

Viele Spitzmäuse zum Schädlingsvernichten sind auch im Garten. Die sind aber zu schnell, die erwische ich nicht mit der Kamera.

Wen ich ab und an erwische ist ihr Verwandter, der Igel. Einmal sogar eine Mutter mit ihren Jungen. Auf dem Bild kommt er übrigens gerade hinter dem Carport, wo die Eiche und Esche stehen hervor. Diesen Platz beschrieb ich auch bei den Wilden Ecken.

Nicht vergessen darf ich hier auch die vielen vielen Vögel im Garten. Ich biete Nistplätze, sie nutzen vorhandene Bäume, Büsche und Kletterpflanzen. Im Winter werden sie großzügig gefüttert und im Sommer holen sie sich aus dem reich gedeckten Tisch an Schädlingen und Unkrautsamen in den Beeten.

Ganz neu seit 2021 dazu gekommen ist ein lange von mir vermisster Mitbewohner. Im Garten und darum herum stehen unzählige Walnussbäume und Haselnusssträucher. Aber ein Eichhörnchen habe ich in den 10 Jahren, die wir hier wohnen nie gesichtet. Bis zum besagten Herbst. Klar dass ich sofort eine Futterstation anschaffte für den Winter. Lange blieb die nicht unbeachtet.

Obstgarten und Beerensträucher

Die früh blühenden Obstbäume und Beerensträucher sind eine wertvolle Insektenweide und locken eine Reihe von Nützlingen an. Obstfrüchte und Beeren werden als Naschobst genutzt und dienen der gesunden Ernährung.

Mehrere Obstbäume oder Beerensträucher sollen vorhanden sein und ihre Ernte in der Küche verarbeitet werden.

Hier nicht mehr abgebildet sind die beiden Quittenbäume aus dem Kriterium “Wiesenelemente”. Himbeersträucher in verschieden Sorten und Johannisbeeren habe ich auch nicht extra abgebildet. Da verweise ich auf frühere Blog-Beiträge.

Zeigen möchte ich meine Reihe mit Spalierobst und Säulenobst. Der Streifen zum Nachbargrundstück wird mehr und mehr in eine Obstbaum-Lebensgemeinschaft oder einen Waldgarten umgewandelt. Die Bäume stehen nicht für sich allein. Sie wachsen in Gemeinschaft mit anderen Nutz-und Wildpflanzen. Hier werde ich 2022 noch ein ganzes Stück weiter gehen. Und ja, die Waldgartenidee ist hier durchaus involviert. Kein Hochwald mit Wildkräutern, sondern eben angepasst an den kleinen Garten. Eine Gesellschaft mit Bäumen und Stauden und Nutzpflanzen. Aber darüber 2022 im laufe des Jahres mehr.

Dann gibt es noch den alten Apfelbaum im Gemüsegarten.

Wir haben den extrem-mini-Waldgarten, eher eine extrem-mini-Obstbaumlebensgemeinschaft, quasi Permakultur für Balkon und Dachterrasse. Ein Zwergapfelbaum namens Gullivers unterpflanzt mit Katzenminze und Erdbeere. Die Erdbeere hat schöne Früchte getragen und der Apfelbaum drei Äpfel.

Schließlich fehlt jetzt nur noch der Weinberg. Mein Stolz, denn wer darf sich schon über einen kleinen Weinberg mit 6 Rebstöcken im eigenen Garten freuen? Auch am alten Hühnerhaus im Gemüsegarten rankt und trägt ein Weinstock.

Künftig kommt zur Obsternte dann auch noch der Wein an der neuen Pergola.

Regenwassernutzung und Bewässerung

Die richtigen Pflanzen am richtigen Ort müssen nicht oft gegossen werden. Der Regen ist – in Verbindung mit Mulchen – hier meist völlig ausreichen. Für die durstigen Pflanzen wird Regenwasser gesammelt, denn die Verwendung des Regenwassers spart nicht nur Trinkwasser , das kalkfreie Wasser bekommt den Pflanzen besonders gut. In der Bewässrung werden wassersparende Verfahren wie Tröpfchenbewässerung verwendet.

Gartenbereiche mit hohem Wasserbedarf werden mit Regenwasser gegossen und bewässert, wenn vorhanden mit Tröpfchenbewässerung.

Bei mir ist der ganze Garten Hohe-Wasserbedarfs-Zone. Siehe Fotos weiter oben. Am meisten verbraucht der Gemüsegarten, das ist klar.

Ich sammle Regenwasser. Aber das ist ausreichend für ein paar Topfpflanzen oder hier und da mal eine Kanne. Die Menge reicht eigentlich für nichts. Dennoch das Kriterium ist erfüllt. Womit aber bewässere ich dann den Gemüsegarten, den Obstgarten, die Kübelpflanzen und die Staudenbeete (ohne Schotterbeete)?

Überall ist Tropfbewässerung installiert. Das Wasser liefert ein eigener Brunnen. Ohne den, das ist mir klar, könnte ich den Garten nicht bewirtschaften. Nicht wie er jetzt ist, nicht den großen Gemüsegarten. Dann wäre wohl alles zu Schotter-Garten umgewandelt.

Nur einmal zum Bewusstwerden: 1x den ganzen Garten (wo eben angeschlossen) gießen, bedeutet 4000 l Wasser. Ja es sind 3 Nullen. Damit sind die Beete dann mit etwa 20l /m2 bewässert. Im Sommer 2018, siehe Fotos vom Vorgarten weiter oben, habe ich das 2x die Woche gemacht und zwar von Mai bis Oktober, denn da hat es nicht einen Tropfen geregnet bei täglich blauen Himmel und über 30°C mit oft Wind dabei. So viel dann zum viel gepriesenen Regenwasser sammeln, was gut ist aber nicht die alleinige Lösung.

Umweltfreundliche und regionaltypische Materialwahl

Für Zäune, Wege, Terrassenbeläge, Pergolen und Beeteinfassungen werden regionaltypische Steine und Hölzer verwendet. Um den vielen kriechenden Nützlingen nicht den Weg in den Garten zu versperren, gibt es keine Zäune bis auf den Boden. Ein Durchschlupf muss möglich sein, eine Abgrenzung zur Straße ist sinnvoll. Die Bodenbeläge auf Wegen und Terrassen sind wasserdurchlässig. Im Naturgarten beschränkt sich die Versiegelungsgrad auf Zufahrten und Wege auf die Notwendigkeit der Nutzng.

Wie genau die Materialien umweltfreundlich und regionaltypisch sind kann ich nicht sagen. Die Zertifizierung haben sie nicht beeinträchtig und wirklich exotische oder fremdartige Materialien haben wir nicht eingesetzt.

Den Betonbelag von den alten Wegen haben wir als Unterbau für die neuen Betonsteinwege mit breiten Fugen wieder verwendet.

Ich liebe rostigen Stahl, wie man am Rambler-Rankgerüst oder der Pergola und manchen Pflanzgefäßen sieht.

Die Waschbetonplatten der alten Terrasse haben wir als Wege für den Gemüsegarten wieder verwendet.

Manch alte Gartenmöbel stehen noch immer im Garten auch wenn sie schon fast nicht mehr benutzbar sind. So schnell wird nichts weggeworfen. Vieles wird wieder verwendet.

Und die Scheune ist in Holzständerbauweise gebaut und nur mit Holzbrettern verkleidet.

Als Bühne für meine Kübelpflanzen habe ich aus alten Paletten Gestelle gebastelt bekommen. Auch mein Pflanzwagen besteht aus alten Paletten.

Vor dem Garten die blaue Bank ist komplett aus Recycling-Kunststoff. Da braucht es nie Farbe zum Anstreichen, die wieder Lösungsmittel enthält und dann in die Umwelt abblättert.

Meine Anzucht- und Kübelpflanzenerde mische ich aus Kompost und Gartenerde und Lavagranulat selbst.

Der Staketenzaun um den Gemüsegarten besteht aus Haselnussruten. Teile davon und das komplette Gartentürchen bestehen gar aus eigenen Haselnusszweigen.

Und mit diesem schönen Bild verlasse ich den Beitrag zu den Kann-Kriterien bei der Zertifzierung “Natur-Garten Bayern blüht”. Ich hoffe ihr habt einen Eindruck von (m)einem Naturgarten bekommen. Für mich ist der Ausdruck noch immer etwas modern und fremdartig. Ich glaube ich bleibe einfach wie die vergangen Jahrzehnte beim gewohnten Begriff des Bio-Gartens. Denn den wollte ich schon nach dem Abi haben, Biogärtner werden, war mein damaliges Ziel. Der Beruf konnte es leider nicht sein, aber meinen Biogarten, den habe ich jetzt.

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8 Antworten auf „Zertifizierung “Naturgarten-Bayern blüht” – die Kann-Kriterien“

  1. Lieber Achim,
    dein Garten hat die tolle Zertifizierung wirklich verdient.
    Es ist schon der Wahnsinn was alles möglich ist und was du alles aus deinem Garten machst. Ich mag es auch lieber, mit so viel wie möglich Natur und daher ist es hier auch bei mir immer ein wenig wuschelig und es gibt schöne wilde Eckchen.
    Aber eben immer so wie es passt und man den Platz hat.
    Am schönsten finde ich ja deinen trockenen Steingarten. Was da alles blüht!
    Liebe Grüße von Urte

    1. Liebe Urte, vielen Dank und ja der Steingarten und auch die Schottergärten machen sich richtig gut. Dort blüht mehr und längere Zeit im Jahr etwas, wie in den Staudenbeeten mittlerweile. Jetzt geht es bald wieder los mit Wachsen und Blühen. Ein paar Schneeglöckchen und Krokusse sind die Vorboten, wenn das jetzt wärmer wird, geht es sehr schnell.
      Ich wünsche dir viel Freude an deinem Frühlingsgarten, viele Grüße der Achim

  2. Hallo Achim,
    so ein ausführlicher Beitrag über deinen Garten nach den Kriterien Bayern blüht – Naturgarten. Dafür hätte ich aber auch ewig gebraucht. Ich finde es immer noch so schade, dass ich deinen Garten erst im Herbst zertifizieren durfte und ihn noch nie so toll blühend gesehen habe, wie auf deinen Fotos. Deshalb ist es toll, jetzt diesen Beitrag zu lesen. Es war etwas sperrig angelaufen in deinem Landkreis, aber jetzt gibt es dort auch mehr Zertifizierer, hab ich gehört. Karinemma ist ja jetzt auch selber dabei.
    Ich werde mal in meinem Post zu dem Thema einen Link zu diesem Beitrag setzen…;-)
    LG Sigrun

    1. Liebe Sigrun,
      oh ja wie gern hätte ich meinen Garten in Pracht und Blüte präsentiert, was aber wegen der fortgeschrittenen Jahreszeit nicht mehr möglich war. Und ehrlich: ich bin selbst gerade im Winter und jetzt im Frühjahr selbst jedes Mal überrascht wie schön es blüht(e). Gerade von November bis Februar wenn alles darnieder liegt und ich die viele viele Arbeit, die auf mich zu kommt sehe graut mir vor dem Frühjahr. Aber es hilft ja nichts, Schritt für Schritt wird alles erledigt und dann ist es auf einmal wieder so weit, dass die Vegetation voll erblüht ist. Jetzt aber kommt erst mal die Arbeit….

      Viele liebe Grüße der Achim

  3. Liber Achim,
    ich gratuliere Dir von ganzem Herzen für diese wohlverdiente Auszeichnung!!! Ich habe mir diesen Post sehr genau angeschaut und ich muss sagen – tolle Leistung!!! Ein wirklich beispielgebendes grünes Reich hast Du hier präsentiert – sehr beeindruckend und einfach ganz wunderbar!
    Ich wünsche Dir, dass sich viele Gärtnerinnen und Gärtner hier inspirieren lassen. Das wäre doch irgendwie eine doppelte Auszeichung für Dich und ein ganz großes Plus für die Umwelt!
    Mach weiter so. Ich freue mich schon auf Deine weiteren Beiträge in 2022. Auf ein gutes Gelingen!
    Herzliche Gärtnerinnengrüße
    Heidi

    1. Liebe Heidi, genau das ist irgendwie auch Sinn und Zweck dieser Auszeichnung, dass darüber geredet wird und andere animiert und motiviert werden hier und da und am besten überall auch Hand ihn ihren Gärten an zu legen und alles wieder harmonisch-natürlicher zu gestalten. Zum Vorteil von Mensch und Natur. Danke dir für dein Kompliment zu meinem Garten und ja, ich hoffe Zeit zum Bloggen zu haben. So viel habe ich vor und seit ich nur noch 2 Hände habe und meine Tage auf 24 Stunden geschrumpft sind, muss ich wohl abwägen was ich mache, bloggen oder garteln….

      Ich wünsche dir eine wunderschönen Frühling in deinem Garten, liebe Grüße der Achim

  4. Hallo Achim,
    herzlichen Glückwunsch zur Zertifizierung! Die hast du sicherlich zu Recht bekommen; wäre ich Kröte, Igel oder Hummel, würde ich auch gern in deinen Garten einziehen …
    Ich habe mich, ehrlich gesagt, noch nicht so konkret mit dem Thema beschäftigt und bin sicher weit von einigen Kriterien entfernt. Aber das eine oder andere habe ich gelesen und auch umgesetzt wie Steinhaufen, etwas Totholz hier und da, insektenfreundliche Blüten fast das ganze Jahr und einiges mehr. Und wenn man den Rasen nicht spritzt, kommen zwangsläufig verschiedene Kräuter eingewandert.
    Ein interessanter Artikel mit vielen Anregungen, vielen Dank dafür!
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und uns allen ein bisschen Sonnenschein, liebe Grüße,
    Susanna

    1. Hallo Susanna,
      das ist schön, dass dir mein Bericht gefallen hat und vielmehr sogar zum Nachdenken anregen konnte. Mir hat die Zertifizierung auch viel beigebracht, was ich noch ändern oder einführen könnte, was ich mehr machen sollte. Man ist nie perfekt, der Weg ist hier das Ziel und es wird immer besser. Besser für die Natur und die Insekten und Tiere, den Boden, die Pflanzen und besser für uns Gärtner. Besser, weil wir mehr verstehen und sehen. Es gibt nur Gewinner auf dem Weg. Ich wünsche dir einen schönen Weg und weiter viel Freude an deinem wirklich wundervollen Garten.
      Viele Grüße der Achim

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