Zwischenstand und Fortschrittsbericht Gartenprojekte

Was machen die Gartenprojekte? Wie sieht es im Waldgarten aus und was geht im Hausgarten voran? Heute gibt es ein paar Fotos, was bisher geschah.

Was machen eigentlich die angekündigten Gartenprojekte?

Der Wintereinbruch Anfang April ist vergessen. Der Rest des Monats war nicht unbedingt kuschelig, aber harmlos. Die Obstbäume können nun so nach und nach aufblühen. Es besteht nicht mehr die Gefahr, dass die Blüten, wie die letzten Jahre, erfrieren. Gibt es dieses Jahr wieder einmal oder überhaupt einmal Obst? Schön wäre es.

Allgemein bin ich mit dem Garten etwas hinterher, auch mit der Gemüsegärtnerei. So viel Anderes lag an. Immerhin sind etliche mehrjährige Gemüse geliefert oder die Samen gekeimt und werden nun groß gepäppelt. Nächstes Jahr muss ich mich zumindest darum nicht mehr kümmern.

Für all diejenigen unter euch, die sich fragen, was wohl die Gartenprojekte so machen, zeige ich heute ein paar Bilder vom momentanen Stand und wie es dazu kam. Scherzhaft antworte ich auf die Frage, was wir denn mit unserem Garten machen, immer: “es ist Frühjahr und da wird der Garten halt umgegraben”. Grabe ich sonst nie und nirgends um, kann man diese Jahr vom “Garten-umgraben” durchaus sprechen. Aber seht selbst.

Gartenprojekt Einfahrt, Fuhr und Treppe erneuern:

Der Zaun entlang der Fuhr ist erneuert und die Hecke, bestehend aus 105 kräftigen Kornelkirschensträuchern, gepflanzt.

Somit konnten die Bagger kommen. Die Fahrspur musste verbreitert werden, angepasst an die aktuellen Spurbreiten von PKW und Bus. Neue Rasengittersteine sollen verlegt werden. So war der Auftrag. Konnte ich als Laie ahnen, dass dazu geradezu eine Flugzeuglandebahn ausgehoben werden muss? LKW-Ladungen voller Unterbau heran und Mulden voller Aushub fort geschafft werden mussten? Jetzt bin ich schlauer und froh, dass es so ordentlich gemacht wurde.

Kleine Beigabe und Erleichterung für mich war die Einfassung der Beete von Säulenobst und Spalierobst. Wenn dort schon so tief und großräumig ausgebaggert ist und die Fachmänner vor Ort sind, sollte das auch gleich gemacht werden. Vor hatte ich Ähnliches schon länger, wenngleich deutlich weniger aufwändig und weniger ansprechend.

Je weiter die Arbeiten im oberen Garten abgeschlossen sind und sich die Tätigkeiten nach unten zu Einfahrt konzentrieren, desto enger wird es für Maschinen und Material. Da muss gut organisiert und vor allem rangiert werden.

Stufe in Mäuerchen zum Beet

Bevor der Betonbelag in der Einfahrt heraus kommt, bekomme ich noch eine Stufe in die Mauer vom Mäuerchenbeet. Gleichzeitig werden die Waschbetonplatten am Haus durch einen Pflasterstreifen ersetzt. Das Beet, gerade um den enorm bedornten Zitronenbusch ist jetzt auch breiter. Fährt man mit dem Rasenmäher an der Mähkante entlang, ritzt man sich nicht mehr ständig die Arme auf.

Die ebenfalls noch aus Waschbeton konstruierte Treppe entlang des Hauses, hoch zum Eingang, glänzt vollkommen neu in Muschelkalk.

Trockenmauer erneuern

Gleich neben dem Eingangstor befindet sich eine Trockenmauer. Sie war über die Jahre von der Erde nach außen gedrückt und die Erde floss durch die nur lose aufeinander gelegte Steine. Die Mauer muss saniert werden. Auch das ist jetzt optisch sehr schön erledigt worden.

Der ehemalige Steingarten

Sagte ich eben, dass es eng wird und improvisiert werden muss? Das gelingt auch sehr gut, bis auf eine Sache, die mir durchaus Bauchschmerzen bereitet. Alle verfügbaren Flächen sind belegt, nur mein Steingarten ist noch frei. Ist? Nein, er war frei! Wer von euch erinnert sich an die Bilder vom Steingarten in den letzten Jahren? Dann streicht die Erinnerung lieber erst einmal. Fakt ist dieser, momentane Zustand:

Wenn man halt einfach steinreich ist.

Bei Steingarten denke ich noch immer an die Plackerei und Rückenschmerzen, also wir die großen Feldsteine dazu aus dem Wald eines Bekannten heran holten.

Und heute? Heute sind wir selbst steinreich. Der Beton in der Einfahrt ist abgetragen und der begabte, aber auch sehr enthusiastische Baggerfahrer frönt seiner Leidenschaft. Er baggert. Immer tiefer und tiefer. Ich frage ihn, ob er nach Grundwasser sucht und Volker rief gleich, dass er doch keinen Kellerbau in Auftrag gegeben habe.

Es hilft nichts, wenn wir einen stabilen Unterbau wollen (und das wollen wir leider), muss das so sein. Der Erdhaufen wird größer und größer und ich sehe all überall herrliche Feldsteine ans Tageslicht kommen. Die Mulde zum Entsorgen des Aushubs mit den Steinen steht schon bereit, jetzt heißt es handeln. Ich führe Gespräche, äußere (mal wieder) Wünsche und der Enthusiast an der Maschine hat die Lösungen. Mit der großen Siebschaufel am Bagger siebt er den riesen Erdhaufen Schaufel für Schaufel durch. Die Steine bleiben in der Schaufel, wandern in den Radlader und werden um den Häuserblock gefahren, zur hinteren Einfahrt. Dort ist unser Materiallager und jetzt auch Steinlager. Irgend etwas fällt mir ganz sicher ein, was ich mit diesen herrlichen Steinen wieder anstellen kann.

Dann kam die Frage: den Großen auch? Welchen Großen? Ach den! Du meine Güte, was da alles unter der Einfahrt lag. Und klar, natürlich den Großen auch. Was für ein Riesenstein!

Dann kam die Frage: den anderen auch? Welchen Anderen? Ihr könnt euch denken, wie das ausging. Ich sagte ihnen, sie sollen endlich anfangen auf zu füllen und nicht weiter ausgraben, sonst müssen wir noch den Nachbargarten dazu kaufen, um alles lagern zu können. Das taten sie Gott sei dank auch und es kamen keinen Steine mehr hinzu. Ich jedenfalls bin glücklich über unser neues Steinlager.

Schließlich kam der Feierabend und wir haben wieder festen Boden unter den Füssen, falls wir versuchen vom Haus zum Eingangstor zu kommen. Ein ganz ungewohntes Gefühl.

Und das letztjährige Projekt? Wie sieht es da aus?

Wenn ich so bei schönstem Frühlingswetter in meinen Garten blicke, denke ich bei mir: Nein, der wird nie wieder schön, nie wieder. Dann hilft es, sich an vergangenes Jahr zu erinnern. Just zu dieser Zeit standen da ebenfalls Bagger und Radlader oben im Garten. Wir begannen das Projekt “Pergola und mediterraner Schotter” .

Ein Jahr ist es erst her und schon ist alles Baustellenchaos vergessen und ich freue mich täglich am schönen Ergebnis. Es ist alles ohne Verluste schön eingewachsen, kommt nun nach dem Winter wieder und beginnt zu grünen und zu blühen.

Viel Bunt und Blüten gibt es im Garten aber nicht. Noch nicht oder nie mehr, das kann ich noch nicht sagen. Nach der wochenlangen und wunderschönen Narzissenblüte in der Wiese im Vorgarten ist jetzt nur noch hier und da ein Blütchen zu entdecken. Hat der Giersch endgültig alles vernichtet? Kommen da noch Blüten? Früher war da mehr an Bunt finde ich. Heuer ist ja gar nichts zu sehen. Oder ist es noch zu früh? Ich bin da gerade wirklich überfragt.

Kein Projekt sondern hoffentlich Dauerzustand: Dauergemüse und Waldgarten

Die nächsten Beiden “Projekte” sind eigentlich nur umgangssprachlich “Projekte”. Sie haben zwar beide einen Anfang, aber hoffentlich kein Ende, was aber genau charakteristisch für Projekte ist.

Ich rede von meinen Dauergemüsen (mehrjährigem Gemüse) und dem Waldgarten.

Neuer Selbstversorgerschwerpunkt: Dauergemüse

Die Dauergemüseidee so zu intensivieren, kam mir ja erst diesen Winter im intensiven Literaturstudium. Daher ist noch nicht viel zu sehen, zu zeigen und zu erklären. Das wird aber, sobald es richtig los geht nach geholt. Und ich glaube, das wird noch eine sehr spannende und aufregende Reise.

Dennoch hier ein paar aktuelle Bilder vom Gemüsegarten. Besonders stolz bin ich auf die herrlichen Schalotten, die mir dieses Jahr zum ersten mal überhaupt zu gelingen scheinen. Schwierigkeiten habe ich mit den Erbsen. Die Wintererbsen, im Oktober gesät, liefen nicht ordentlich auf. Das bin ich anders gewöhnt. Die wenigen, die keimten, überlebten den Winter Gott sei dank. Das sie umgebenden Beikraut schützte sie vor den Amseln. Anders als die im Frühjahr gesäten Erbsen, die nun mehr als lückenhaft in den Reihen stehen. Die Amseln haben sie rücksichtslos bei ihrem Umgraben meiner Beete rausgehackt und damit zerstört.

In großer Hoffnung habe ich auch schon mal die Rankgitter für die Gurken und vor allem für den mexikanischen Minigurken, auf die ich sehr gespannt bin, aufgestellt. Hoffentlich sind die kleinen Mexikanerinnen alltags- und praxistauglich. Das wäre genial, weil sie eben auch mehrjährig sind und man nicht jedes Jahr mit dem Hochpäppeln von Sämlingen bei Null beginnen muss.

Oh ja und der neue Mini-Rhabarber, dessen Stielchen UND Blätter man in den Salat geben kann, treibt schön unter den Spalierbäumen. Auf den freue ich mich wirklich schon sehr. Liebe ich doch Rhabarber. Ob der Zwerg wirklich so fruchtig, säuerlich schmeckt? Bei ihm sind auch die Blätter essbar, die ja sonst giftig sind. Ich warte sehnsüchtig auf den ersten Salat mit Minirhabarbergeschmack oder in einem Obstsalat oder Süßspeise? Die im Foto abgebildeten Blätter haben eine Größe von etwa 2-3 cm.

Nutzungsoptimierung vom Weihergrundstück: der Waldgarten

Im Waldgarten gibt es, jahreszeitbedingt, auch noch nicht viel weiter Neues zu berichten. Die neu gepflanzten Obstbäume beginnen zu treiben. Leider etwas ungleichmäßig. Also je Ast nicht alle Knospen. Ist es doch zu trocken, was es wirklich war? Aber ich habe doch gegossen. Die Qualität der Pflanzen war auch vom Fachbetrieb und sehr gut, also kein Billig-Discount-Ramsch. Naja wir werden sehen. Bis dahin hoffe ich wirklich, dass alle angehen und wachsen und Geld-wie Arbeitseinsatz nicht umsonst waren.

Die Beete lasse ich jetzt so lange wie möglich abgedeckt. Gleichwohl werde ich in den nächsten Tagen damit beginnen müssen, die Folie zu entfernen und die schön vorgekeimten Kartoffeln zu stecken.

Gepflanzt habe ich übrigens noch Meerrettich und verschiedene Comfreys. Letztere aus Wurzelstecklingen vom eigenen namenlosen Comfrey aus dem Garten gezogen. Der Comfrey, der nachweislich am meisten Mineralien aus dem Untergrund akkumuliert und dann als Mulch und Jauche den anderen Pflanzen zur Verfügung stellt, Bocking Nr. 14, habe ich leider nicht mehr bekommen. Wie so oft hieß es: “Ausverkauft”. Dafür bekam ich Bocking Nr. 4, dieser soll der Beste zum menschlichen Verzehr sein, weil seine jungen Blätter nichts “giftiges” enthalten, was ansonsten durchaus vorhanden und eher zu vermeiden ist. Wusstet ihr, dass man den Comfrey tatsächlich nach so unterschiedlichen Kriterien auswählen kann?

Manches muss ich auch nicht sähen oder Pflanzen sondern ist einfach so schon vorhanden. Brennesseln natürlich und auch das Weidenröschen für zarte Frühlingssalate. Und wirklich peppen solche Wildkräuter schon jetzt meine Blattsalate aus dem Gewächshaus auf. Löwenzahn ganz fein geschnitten, dass das Bittere in den Hintergrund tritt , Knoblauchsrauke für den Geschmack und Gundermann. Natürlich Bärlauch und Schnittknoblauch als Würze. Und jeden Tag schmeckt der Salat ein klein wenig anders und liefert uns mit den Wildkräutern oder Dauergemüsen den extra Kick wertvoller Inhaltsstoffe für den Körper.

Ebenfalls von alleine und mehr als erwünscht vorhanden ist der Weißdorn. Eine herrliche Waldgartenpflanze. Optisch auf jeden Fall. Die Blüten und ihr Duft begeistern mich jedes Früjahr. Die Pflanze selbst wächst, wenn freistehend, sehr malerisch und romantisch wild. Sie bietet massig Insekten und kleinen Säugetieren Schutz und Nahrung. Und man kann natürlich auch als Mensch die Früchte essen. Sie sind allerdings recht trocken und es sind eher die Inhaltsstoffe als der Geschmack und die Konsistenz, die sie wertvoll machen.

Das geht natürlich in einer so großen Familie wie den Weißdornen auch auch anders. Und beinahe hätte es auch Familien-Dissonanzen gegeben, als ich sagte, ich werde einen Weißdorn für meinen Waldgarten kaufen. Auf den ersten Blick ist das ja auch so etwas wie “Eulen nach Athen tragen”. Allerdings wendet sich das, auf den zweiten Blick. Natürlich ist das nicht ein ganz normaler Weißdorn. Vielmehr handelt es sich um einen Azaroldorn (Crataegus azarolus). Von diesem sollen die Früchte deutlich größer, fast schon Mirabellengröße, sein und direkt vom Busch her essbar, also fleischiger und etwas saftiger mit hervorragendem Geschmack. Na das probieren wir aus! Aber das dauert wohl noch etwas, denn auch von diesem neu gepflanzten Baum in meinem Waldgarten ist gerade nicht wirklich viel zusehen, so gut tarnt sich das zarte Grün und die dünnen Zweiglein im Frühlingsgrün drum herum.

Nach unserem gestrigen unwetterartigen Starkregenereignis und 1l Niederschlag, welcher mich ins Haus trieb, werde ich jetzt auf jeden fall sofort wieder raus gehe und vielleicht etwas pikieren oder sähen? Kübelpflanzen versorgen oder noch Stauden pflanzen? Zu Tun gibt es genug, gehen wir es an.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.